2. Kasematten Festival: 15. & 16.04.2016 Sandsteinhöhle Langenstein – Tag 2

Hidden Place
Hidden Place

Ausgeruht und nach einem leckeren Mittagessen gestärkt, trafen wir auch am zweiten Tag pünktlich zum Einlass an der Sandsteinhöhle in Langenstein ein. Noch waren nicht alle Feiernden des Vortages wach, aber die bereits Anwesenden warteten gespannt auf den ersten Act des Tages – und das waren Hidden Place aus Italien. SaraLux und ihre Kollegen wurden beim ersten Stück von hinten mit weißen und roten Lichtkegeln angestrahlt, was schick aussah. Die Fans jubelten über die elektronischen Synth-Pop-Klänge und einzelne wippten schon mit. Anschließend begrüßte die Sängerin das Publikum mit knappen Worten. Der folgende Track war in ihrer Landessprache, so dass ich leider nicht raus bekam, wie es hieß. Ein blauer Lichtstern im Hintergrund bildete aber einen tollen Rahmen für die Musiker. Der Drummer war eher die ganze Zeit recht cool und groovte vor sich hin, während Sara mit der Musik mitging und auf der Stelle tanzte. Die beiden Herren, die im Hintergrund an den Tasten und Knöpfchen zu tun hatten, waren die meiste Zeit im Dunkeln und so kaum zu erkennen. Als Opener war der Sound schon irgendwie das Richtige, weil es zum Kopfnicken und Fußwippen anregte – einige Zuschauer begannen sogar schon langsam mitzutanzen. Sara strahlte die ganze Zeit übers ganze Gesicht und freute sich über den Applaus. Der Beat war immer recht flott und eingängig, doch ich muss ehrlicherweise zugeben, dass die Songs für mich alle recht gleich klangen – vielleicht war ich doch noch nicht so wach, wie ich es dachte. Sara war aber voll bei der Sache und gab mit ihrer klaren Stimme alles. Sie lobte dieses „fantastic festival“ mit seinen „beautiful people“, die sie so nett aufnahmen. Als Start in den zweiten Festival sehr schick – aber so ganz hat es mich nicht mitgerissen.

Autodafeh
Autodafeh

Nach der Umbaupause blieb es elektronisch, aber es wurde etwas härter – Autodafeh aus Schweden waren an der Reihe. Das Licht ging aus und das Trio nahm Aufstellung – dann dröhnte der Beat los. EBM in Reinform erklang und die Fans jubelten. Sänger Mika begrüßte das Publikum mit einem fröhlichen „Guten Tag“ und dann gaben sie uns mehrstimmig „Hold on“ zum Besten. Dabei sah Mika mit seinem Hut recht cool aus. Seine Kollegen Anders und Jesper wippten zu den eigenen Klängen hintern ihrem Keyboard oder den E-Drums gut mit. Nebel hüllte sie dabei ein und das folgende Blitzlichtgewitter auf der Bühne war fast verwirrend, weil es so schnell flackerte. Im Hintergrund war auch noch ein Drummer mit einem richtigen Schlagzeug von der Partie, doch der war dadurch gleich mal so gar nicht zu sehen. Der Track „Divided for all“ wurde von den Electroheads in der Höhle lautstark mitgegrölt – „Two for two and one for all“. Es kam Bewegung auf und so wurde gemeinsam gestompt. Mika grinste dabei breit und brüllte den Text schier raus – „Are you ready? – Let’s go!“ Der Saal war mittlerweile recht gut gefüllt und so kam gute Stimmung auf. Es folgte „Digital citizens“, wo das Licht wiederum sehr wild herumzuckte – das war auf Dauer leider etwas anstrengend für die Augen. Mika musste hier auch nicht allein singen, denn seine Kollegen unterstützten ihn wieder stimmlich – zum Teil durch einen Verzerrer etwas verändert. „Secret ground“ begeisterte mit seinem cooler Rhythmus, wo kaum jemand noch stillstehen konnte. Als bei „No names“ ein Sprachsample ertönte, der wohl einem der ungeliebten amerikanischen Präsidenten war, war kurz Ruhe, doch dann setzte der Bass wieder ein und die Party ging weiter. Die tanzbaren Tracks waren hier gut ausgewählt und so ging es bewegt weiter mit „Game of life“ und später folgte dann noch der  Hit „Conflict“, wo wiederum mitgesungen wurde. Mika verausgabte sich total und meinte irgendwann lächelnd: „It’s getting a little warm inside.“ Da hatte er Recht – irgendwie war es heute nicht ganz so kühl, wie noch am Vortag. Spaß haben Autodafeh auf jeden Fall verbreitet und die Fans waren sichtlich zufrieden.

Während der nächsten Umbaupause betrat Organisator Holger kurz die Bühne, um zu verkünden, dass Diorama kurzfristig krankheitsbedingt absagen mussten, was zu einigen Buh-Rufen führte. Schnell war aber Ersatz gefunden worden, so dass dafür Frozen Plasma auftreten würden. Und weil Spiritual Front noch im Stau standen, wurde der Auftritt von Dive einfach um einen Slot nach vorn gezogen. Seine Ankündigungen beendete Holger dann noch mit einem zufriedenen „Schön, dass ihr da seid.“ So konnte es dann weitergehen.

Dive
Dive

Wie eben angekündigt, stand Dirk Ivens mit seinem Projekt Dive nun schon auf dem Plan und so dröhnte es aus den Boxen. Dabei stand der Künstler ganz allein auf der Bühne und sah irgendwie verloren aus. Doch stand er nicht eine Sekunde still und gab uns „Snakedressed“ zum Besten. Wie wir es schon von ihm kannten, war es auf der Stage eher dunkel und der Strobo blitzte von allen Seiten wild drauf los. So sahen seine Tanzbewegungen eher zuckend als fließend aus. Weil ihm so schnell warm wurde, knöpfte er bald sein Hemd auf und konnte sich so noch freier und ausgelassener bewegen. Die Industrial-Freaks im Publikum waren zufrieden und gingen ebenfalls mächtig ab. Mit einem knappen „Good afternoon“ begrüßte uns der belgische Musiker, um dann mit geschlossenen Augen seinen nächsten Track zu präsentieren. Als er dann auch noch zu einem Megaphon griff, wurde es noch lauter, als es sowieso schon war – ohne meinen Gehörschutz wäre ich wohl schon geflüchtet. Der Boden der Höhle vibrierte nämlich schon mit. Der trockene Bass war im Magen zu spüren, doch die Fans feierten ausgelassen die Hits des Projektes. Bei „Blood money“ hab ich es dann doch nicht mehr ausgehalten und überließ den Zuschauern ihrem Spaß – für mich war das nichts, denn Dirk war sowieso kaum zu erkennen bei all dem Strobo und es war einfach zu laut für die Akustik der Höhle. Sorry!

Spiritual Front
Spiritual Front

Nachdem ich mich im Freien aufgewärmt hatte, begab ich mich wieder in die kühleren Temperaturen, um nun die doch noch angekommenen Spiritual Front anzuschauen. Die Musiker begrüßten uns mit den Worten: „Hello – we are Spiritual Front from Rome. Thank you for being here.“ Im Hintergrund war ein Video zu sehen und vorn standen die drei Herren. Sie sahen motiviert aus und schon konnte es losgehen. Der Sound erinnerte mich im ersten Moment an Country-Songs und auch der laszive Blick von Frontmann Simone, der einen schicken Anzug trug, passte da sehr gut dazu. Der zweistimmige Gesang war schick und schnell groovte sich das Trio hier in die Atmosphäre der Höhle ein. Die Menge ging ebenfalls schnell mit und so war die Begeisterung förmlich zu spüren. Das Video im Hintergrund zeigte im Übrigen einen Film über einen Boxer, wo Robert de Niro eine der Hauptrollen spielte. Vor dieser Kulisse erklang als nächstes „Cold love (in a cold coffin“, was mit seinem tango-ähnlichen Rhythmus für Bewegung im Publikum sorgte. Die raue Stimme Simones war hier extrem cool und das rot-weiße Licht rundete das Gesamtergebnis gut ab. Bassist Riccardo war cool drauf und gab sein Bestes, während Drummer Andrea drauflos trommelte – hier waren Vollblutmusiker bei der Sache. Zu „I walk the deadline“ wurde vom Publikum mitgesungen – nach Aufforderung zwar, aber immerhin – und das fand der Sänger „sweet“. Das folgende Lied wurde einem Freund gewidmet und Simone ging da so ab, dass er abwechselnd die Zuschauer und auch Drummer Andrea anspielte. Bei „Darkroom friendship“ riss der Frontmann immer wieder seinen rechten Arm nach oben, um uns seine geballte Faust zu präsentieren. Und als dann auch noch mit „Tenderness through violence“ ein „new song“ erklang, war auch der letzte Fan selig und lächelte glücklich. Das Licht bildete hier wieder einmal ein Gitter und passend zu der Gewalt im Text, war auf der dem Video eine Kneipenschlägerei zu sehen. Doch dann brach der Titel ab – es gab technische Probleme. Weil das nicht so flott behoben werden konnte, bot der Sänger an: „I can play an acoustic song for you.“ Das stieß auf große Zustimmung und schon legte er los mit seiner Akustikgitarre. „Dear Lucifer“ wurde lautstark beklatscht. Dann konnte es wieder gemeinsam weitergehen und ein weiteres neues Stück wurde dargeboten. Der Rhythmus war hier fast zum Mitschunkeln und gefiel den Anwesenden. Die gute Laune war auch den Musikern anzumerken, die sich für das Erscheinen brav bedankten. Mit Inbrunst wurde hier gespielt und am Ende eines Stückes war Simone sogar auf den Knien. Am Ende bedankten sie sich noch bei allen Helfern und den Organisatoren des Festivals und nicht wenige Zuschauer forderten eine Zugabe, die allerdings nicht gewährt werden konnte – schade eigentlich. Uns hat es sehr gefallen!

Klangstabil
Klangstabil

Dann wurde der Stil wieder einmal gewechselt und nach Gitarren kamen nun wieder elektronische Klänge zu Einsatz. Holger kündigte Klangstabil als „richtig gute Freunde“ an und verriet außerdem, dass die Band in diesem Jahr als einer der Headliner auf der großen Bühne beim NCN mit dabei sein wird. Maurizio und Boris wurden mit einem wahren Beifallssturm begrüßt und schon erklang „Shadowboy“, wo die Fans den Text mitsangen – „I create – you destroy“. Auf der Videoleinwand hinten war lediglich das Logo der Formation zu sehen und davor stand ein riesiger Tisch mit allerlei Technik, an deren Knöpfen und Tasten Maurizio gut beschäftigt war. Die Höhle war hier mächtig voll und vom ersten Ton an wurde getanzt und abgefeiert. Auch Boris war gut drauf und bewegte sich auf der Stage unablässig hin und her. Mit einer erhobenen Hand und geschlossenen Augen brüllte er den Text heraus und tobte barfuss herum. Der Sound war hier richtig gut – nicht zu laut und die Beats gingen in die Beine. Weiter ging es mit „Math & Emotion“ doch zuvor stellte der Sänger noch klar: „I believe in the spirit of friendship.“ Die Texte wurde mit wilden Gesten des Frontmanns noch untermalt und oftmals sang er nicht direkt das Publikum an, sondern eher zur Seite der Bühne – als ob er in sich gekehrt sei. Die Arme bei den Fans waren oft oben und so war hier wahrlich der erste Höhepunkt des Tages erreicht. Und als dann die ersten Töne von „You may start“ zu hören waren, gab es für die Menge kein Halten mehr – Party pur! Das Licht war hier wieder einmal sehr nett anzusehen – mal strahlten die Scheinwerfer durch die Halle, mal wurde ein Gitter aus Lichtstrahlen gebildet und mal stand Boris in einem Lichtkegel. Auch die Songs waren mal ruhiger und dann wieder treibend und wild – aber immer gut tanzbar und es wurde viel im Takt mitgeklatscht. Zu „Twisted words“ waren die beiden Musiker in grün und weißes Licht getaucht und die Menge sang mit. Der absolute Kracher war dann aber „Lauf, lauf!“, wo Boris Maurizio ansang, die Fans mitgrölten und am Ende schnell ein Kabel ausgetauscht werden musste, damit es weitergehen konnte. Das klappte dieses Mal sehr flott und so gab es dann einen „Applaus für die Technik“. Boris prophezeite uns, dass nun endlich der Sommer kommen würde – na so ganz stimmte das zwar nicht, aber die Aussicht klang schon ganz gut. Leider war das Duo immer weniger zu sehen, da immer mehr Nebel auf die Bühne gepustet wurde – aber die Musik war ja hier die Hauptsache. Es ging noch eine kleine Weile so gut weiter, doch ich musste mich dann doch mal im Freien vom Mittanzen ausruhen und etwas essen.

Frozen Plasma
Frozen Plasma

So kam ich dann erst wieder nach drinnen, als Frozen Plasma als Ersatz für Diorama die Bühne betrat. Ein lautes Intro begann und dann kamen Vasi und Sänger Felix einzeln nach vorn und holten sich ihren jeweiligen Applaus ab. Felix verbeugte sich tief und dann ging es los mit „“Age after age“. Seine Stimme war anfangs noch etwas leise, doch schnell war er gut zu verstehen. „Alles klar hier in der Höhle?“, so seine begrüßenden Worte. Die flotten Electropop-Sounds gingen schnell ins Tanzbein und so schwang die Zuschauermenge, die doch etwas geschrumpft war, relativ schnell mit. Felix war gut drauf und meinte dann noch: „Wir sind der Überraschungsgast des Abends. Wir füllen die Lücke, so gut wir können.“ Es folgte „was Schmusiges“, wobei Felix aber auch wild tanzte und Vasi hinten auf seinen Tasten drückte. Stroboblitze flackerten  hiernach auf und der Beat von „Condense“ sorgte wieder für Bewegung. Das Tanzen des Sängers glich hier allerdings irgendwie Bewegungen, die wie Kung Fu-Übungen aussahen. Als dann der „Earthling“ an der Reihe war, wurde mitgeklatscht und blaue und weiße Lichtkegel tanzten durch den Raum. Außerdem sprangen einige Fans im Takt auf und ab. Die gute Laune war förmlich greifbar. Sicherlich waren einige im Saal traurig, dass Diorama nicht da waren, aber der Ersatz machte seine Sache richtig gut. „Ausziehen“-Rufe aus dem Publikum wurden vom Sänger überhört und so ging es, weiterhin angezogen, mit dem nächsten Lied weiter im Set. Hierbei stand er anfangs in einer Art Jesus-Pose da – Arme breit und den Kopf gesenkt. Doch dann wurde wieder herum gesprungen und getanzt. Beim Singen hatte er immer wieder die Augen geschlossen und legte so alles Gefühl in die Stimme. Das kommende Stück wurde lautstark beklatscht und dann stellte sich Felix kurz zu seinem Kollegen hinter die Technik. Die ersten Töne erklangen und dann fragte er verschmitzt: „Wer kennt diesen Song? Wer findet ihn Scheiße? Wer findet ihn gut?“ Zum Glück waren die in der Überzahl, die „Irony“ gut fanden und so wurde hier zusammen gut abgefeiert. Die Arme waren oben und bildeten ein Meer. Weil sich alle so verausgabt hatten, war die anschließende Frage: „Verkraftet ihr noch einen?“ durchaus berechtigt. Es ging aber noch Einiges und so war „Murderous trap“ die passende musikalische Untermalung einer ausgelassenen Höhlenfete. Felix war gut in Fahrt und kündigte an: „Der nächste Song ist wohlbekannt. Ich habe ihn noch nie in einer Höhle gehört. Zeigt mir, wie sich das anfühlt.“ Und weil alle sehr ausgelassen war, wurde „Warmongers“ zu einer regelrechten Freudenexplosion mit viel Tanz. Als Hommage an die 1980er Jahre folgte das Cover „Living on video“, bevor es dann zu „Tanz die Revolution“ ins Finale ging. Es hat echten Spaß gemacht und der Text wurde lauthals mitgesungen. Vielen Dank für diesen spontanen Einsatz als Krankheitsaushilfe – gut gemacht!

Covenant
Covenant

Und damit war es nun auch schon wieder Zeit für den Abschluss des Festivals – noch eine Formation stand in den Startlöchern und sie wurde von den anwesenden Fans schon sehnsüchtig erwartet. Ungeduldig wurde schon beim Umbauen geklatscht und als dann endlich Daniel Jonasson und Daniel Myer und auch Frontmann Eskil nach vorn kamen, war der Jubel unbeschreiblich. Eskil meinte motiviert: „Let’s do this“ und schon ging es los. „Bullet“ erklang und die Menge tanzte. Daniel sang hier mit – allerdings durch einen Stimmcomputer etwas verzerrt. Währenddessen wurde das Trio von hinten grün und blau angestrahlt. Der Frontmann war gut gelaunt, sah in seinem Anzug gewohnt schick aus, doch an die Glatze konnten sich die Zuschauer wohl nicht so schnell gewöhnen – die Blicke zeigten schon hier und da Verwunderung. Die Höhle war richtig voll noch einmal und alle feierten sie gemeinsam zu den Klängen der Schweden ab. Daniel Myer wollte beim folgenden Lied „from the last album“ mitsingen, doch leider spielte sein Mikrofon nicht so recht mit – aber egal. Der Stimmung tat das keinen Abbruch. Das Licht bildete hinten ein Gitter und Eskil sprang beim Singen herum. Als „Figurehead“ an der Reihe war, dachte ich anfangs, dass der Bass ruhig etwas fetter sein könnte, und als ob der Soundmann meine Gedanken gehört hätte, dröhnte es auf einmal mächtig los – krass. Alles bebte nun mit und der dreistimmige Gesang kam richtig gut bei der Menge an. „Judge of my domain“ wurde angespielt, dann wegen einem technischen Hänger, kurz unterbrochen, um dann noch einmal von vorn losgespielt zu werden. Alte und neue Hits wechselten sich hier gut an und auch etwas „from the new album“, das in diesem Jahr noch erscheinen wird, war mit von der Partie. Weil gerade hier auch mitgeklatscht wurde, bedankte sich Eskil zufrieden: „Thanks – that’s beautiful.“ Immer wieder lief er zu hinteren Ende der Bühne, kehrte um und sprang oder tanzte wild beim Singen – was für eine Kondition. Nach „The men“ meinte der Sänger mit einem Lächeln: „Hope you like my new style?!“ Die Arme waren dann oben und so ging es weiter mit Musik. Doch zuvor mussten die beiden Daniels vorgestellt werden. Und der Frontmann verriet auch, dass er „20 Hz“ geschrieben habe, „als ich in Berlin wohnte“. Weil ihm mittlerweile sehr warm geworden war, zog er sein Jackett aus und hatte so noch ausgelassener Spaß. Der Nebel verwehrte auch hier leider immer wieder den freien Blick auf die Musiker, doch die Fans hatten ihre Freude an der Darbietung. Doch das Highlight kam erst noch: „We like to introduce you a very special guest tonight – please welcome Elena!“ Ja, die Sängerin von Kirlian Camera war an diesem Abend Gast bei Covenant auf der Bühne und das Publikum empfing sie mit einem frenetischen Beifall. Dieses Mal trug sie eine lange Lackhose und sah wieder einmal heiß aus. Gemeinsam performten sie uns nun einen Track aus dem Repertoire von Kirlian Camera und dabei sangen sich die beiden immer wieder an oder aber sie lehnten sich aneinander an – ein tolles Bild. Und das war noch nicht alles – es gab dann auch noch einen „new song from KC“ auf die Ohren. Die beiden Stimmen harmonieren wieder einmal wahnsinnig gut miteinander und alle auf der Bühne strahlten sehr zufrieden übers ganze Gesicht. Als der letzte Ton verklungen war meinte Eskil: „Thank you Elena – thank you Kirlian Camera!“ Hiernach verschwand Elena wieder und die beiden Daniels gaben erst einmal eine kurze instrumentale Einlage zum Besten. Dann griff Herr Myer zum Mikrofon und stimmte ein Stück an, dass er einmal „beigesteuert“ habe. Gemeint war selbstverständlich „Lightbringer“, den er uns dann auch sang. Beim Refrain wurde das Ganze dann zum Duett mit Eskil und auch die Zuschauer sangen laut mit. Anschließend kamen wir in den Genuss eines komplett neuen Stückes – „first time perform – recording two days ago“. Der Ergebnis konnte sich durchaus hören lassen und machte neugierig auf die kommende Scheibe. „Now I wanna dance“ war Eskils Ansage hiernach und gesagt, getan – zu „Call the ships port“ ging das auch gar nicht anders – da musste getanzt werden. Doch dann war der Sänger wohl kaputt und verkündete: „Danke Kasematten – we can’t just awaiting sleeping.“ Und mit diesen Worten und einer Verbeugung verließ er die Bühne, währenddessen seine Kollegen das Lied noch zu Ende spielten.

Weil die Menge das aber nicht als Ende hinnehmen wollte, brüllte sie nach einer Zugabe, die dieses Mal auch gewährt wurde. Alle drei Herren kamen ohne ihre Jacken nach vorn und so konnte zu „Dead stars“ weiter getanzt werden. Wilde Sounds anfangs taten zwar etwas in den Ohren weh, doch das Lied ging dann gut ins Tanzbein. Eskil war begeistert von der Energie im Saal und meinte: „You are wonderful“. Schlussendlich lud er alle Anwesenden zur Tour im Herbst ein, es wurde sich gemeinsam verbeugt und mit einem Winken verließen sie die Bühne.

Das war doch mal ein würdiger Abschluss für ein gutes Festival. Zwei Tage hatten wir hier Spaß in kühlen Temperaturen, doch Tanzen und Musikgenuss machten das wieder wett. Ein paar technische Probleme wurden schnell gelöst oder charmant von den Musikern überspielt – also alles kein Thema. Einzig das kulinarische Angebot vor der Höhle hätte etwas abwechslungsreicher sein können, aber irgendwas ist ja immer. In diesem Sinne – Danke an Holger und sein unermüdliches Team. Es hat uns wahrlich gefallen und wir hoffen, dass dieses Höhlenevent sich in den nächsten Jahren als ein fester Bestandteil in den jährlichen Festivalkalender manifestiert. Wir sind auf jeden Fall wieder mit dabei, wenn es eine Fortsetzung geben wird!

Zurück zu Tag 1

Autor: Scratchcat

Photos: Pyro

Hier geht es zu den Galerien des Festivals

Schreibe einen Kommentar