Blind Guardian: Imaginations From The Other Side – An Evening & Best of Blind Guardian 26.08.2017 Alter Schlachthof Dresden

Einmal im Leben wollte ich Blind Guardian live sehen und am 26.08.2017 ergab sich endlich diese Gelegenheit. Die Formation feierte hier ihren Tourabschluss zur „Imaginations From The Other Side – An Evening & Best of Blind Guardian“-Tournee und wir waren für euch dabei. Am Alten Schlachthof in Dresden angekommen, ging der Einlass auch recht zügig und mit all den anderen Fans warteten wir schließlich gespannt auf das, was da wohl kommen möge.

Blind Guardian

Es wurde schnell voll und auch sehr warm – wer auf Sauna stand, war hier genau richtig und im Laufe des Abends wurde es immer wärmer. Es gab keine Vorband und als das Intro erklang, jubelten die Fans laut los. Die Musiker kamen einzeln nach vorn und wurden mit erhobenen Pommesgabeln empfangen. Als Frontmann Hansi dann auch noch auf der Bildfläche erschien und „The ninth wave“ anstimmte, gab es in den ersten Reihen kein Halten mehr – es wurde gepflegt geheadbangt. Die Arme waren oben und zum dreistimmigen Gesang wurde in den Reihen ebenfalls mitgesungen. Drummer Frederik hatte sich schon an die Temperaturen angepasst und war direkt oben ohne erschienen – clever! Der Sound war richtig gut und als Gitarrist André sein Solo spielte, wurde er von den Scheinwerfern toll in Szene gesetzt. „Hallo Dresden – 30 Jahre hat es gedauert, bis wir mal hier her gekommen sind“, so die begrüßenden Worte von Hansi. Und dann ließ er noch verlauten: „Ab heute sind wir politisch – wir repräsentieren die extreme Mitte.“ Das sorgte für viel Gegröle und dann: „Welcome to the show and „Welcome to dying““ – der gleichnamige Song erklang und die Menge tobte. Die Fans sangen so laut mit, dass die Band ab und zu kaum noch zu hören war – das war schon beeindruckend. Immer wieder waren die Arme oben, was dem Sänger das Grinsen ins Gesicht zauberte. Keyboarder Michael hingegen blieb cool und gab sich ganz seinen Tasten hin. Hiernach verkündete Hansi: „Es wird lang heut Abend“ und da sorgte für einen Beifall, der richtig laut war. Der Frontmann erklärte, dass es zwei Teile der Show gab und er persönlich freue sich besonders auf Teil zwei.

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„Nightfall“ erklang und die gesamte Bühne war in rotes Licht getaucht. Die Zuschauer klatschten im Takt mit und wieder gab es Fangesänge. Beim Gitarrensolo wanderten blaue und weiße Lichtstrahlen über die Stage und Frederik verausgabte sich mächtig. Die Stimmung empfanden die Musiker als „absolut genial“ und als auch noch „Guardian“-Rufe erschallten, waren die Herren fast schon ein wenig verlegen. Mit „Fly“ ging es weiter und die Hände wurden warm vom vielen Mitklatschen. Hansi zog sich immer mal kurz zurück hinter die Bühne, während André oder Marcus mit ihren Gitarren ein Solo hinlegten. Bevor sie dann dazu übergehen wollten, „ein besonderes Album zu spielen“, gab es ein Stück „über einen Raben, einen Fuchs und einen Hasen“ auf die Ohren – gemeint war selbstverständlich „Prophecies“. Das Licht war hier orange und setzte alles toll in Szene.

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Hiernach war die Stage aber wieder dunkel – das Intro der Scheibe „Imaginations From The Other Side“ war zu hören und die Massen jubelten. Dieses Album sollte nun komplett gespielt werden – so wie es auf der CD drauf ist. Bassist Barend wurde angeleuchtet und gab sein Solo. Der Titelsong des Album, das auch dieser Tournee den Namen gab, wurde von Fans und Band gemeinsam zelebriert und die Haare flogen nur so überall im Saal. Hansi kreischte seine Textzeilen nur so heraus und diese Energie heizte ordentlich ein. Bevor „I’m alive“ an der Reihe war, erkannte der Frontmann noch an: „Mit euch wird das eine sehr spaßige Sache.“ Und so war es auch – die Arme waren wieder oben und beim Refrain blitzte auf der Stage das Strobo im Takt des Schlagzeuges auf. Hansi stand kaum still und lief von links nach rechts und wieder zurück. Das nächste Stück „A past and future secret“ wurde mit Akustikgitarren dargeboten – dafür bekamen die Gitarristen einen Barhocker und konnten sich so ein wenig ausruhen. Auch für das Publikum war dies eine kleine Verschnaufpause. Trotzdem war die Stimmung gut und der Sänger bemerkte: „Ihr seid hammer-, hammergeil!“

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Das Stück wurde „ein erstes kleines sing-a-long“ und das klappte super. Jeder im Saal kannte den Text und sang aus voller Kehle mit. Am Ende stand Hansi mit ausgebreiteten Armen da und wurde in einer Art Lichterstern angeleuchtet. „The Script for My Requiem“ wurde dann wieder laut, denn die elektronisch verstärkten Gitarren kamen wieder zum Einsatz. Bei „Mordred’s song“ war der vierstimmige Gesang der Formation echt toll, auch wenn die Fans fast lauter waren. Rotes und grünes Licht erstrahlte hier und überall flogen Haare oder es wurde im Takt gesprungen. Auch zu „Born in a mouring hall“ und „Bright eyes“ waren das Auditorium sehr textsicher und die Gitarrensoli kamen mehr als gut an. Besonders André war in sein Spiel sehr vertieft und zog immer mal witzige Gesichter dabei. Schließlich ging „es an das Eingemachte“, so die Band, denn „Another holy war“ kam nun zu seinen Ehren und der schnelle Beat ließ Frederik wahrhaft zu einem Tier mutieren – also im übertragenen Sinne. Echt irre, wie dieser schnelle Rhythmus mal so eben dargeboten werden kann – ich war beeindruckt! Hansi meinte im Anschluss: „Ihr wart ein megageiles Publikum. Wir verabschieden uns mit Stil.“ Gesagt, getan – „And the story ends“ fehlte ja noch und so wurde dieser Track nun angestimmt. „Bis zum nächsten Mal!“ Und schon war die Stage leer.

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Wie jetzt? Das war doch noch nicht alles, oder?! Hatte Hansi nicht von zwei Show-Teilen gesprochen? Zugabe-Rufe waren zu hören und schnell erklang wieder ein Intro. Mit einem Scheinwerfer-Blitzlicht-Gewitter kamen die Musiker wieder nach vorn und Jubel empfing sie. „Sacred world“ bildete den Anfang des Zugabenblocks und die Menge kreischte mit dem Sänger um die Wette. Wie anfangs angekündigt, gab es nun den „schöneren und besseren Teil“ für uns. Und wie könnte es anders sein – da durfte der Hit „Valhalla“ natürlich nicht fehlen und hier waren die Zuschauer wirklich lauter als die Band. Sogar wir grölten inbrünstig mit – „Valhalla – deliverance…“. Genial! Hansi trieb uns immer weiter an und so wurde das Stück auch weiter gesungen, als die Musik schon aus war. „Das machen wir jetzt die nächsten 30 Minuten“, so der Frontmann und die Menge ließ sich nicht beirren. Immer weiter sangen wir und dann setzten auch wieder die Musiker mit ein. Zusammen spielten wir das Lied noch ein wenig länger weiter und dann fanden wir gemeinsam den Schluss. „Absolute Weltspitzenklasse“, so das Urteil der Blind Guardians.

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Zu „Majesty“ bildete sich ein wahres Armemeer, das hin und her wogte und Michael wurde hier bei einem Zwischenspiel angestrahlt. Bangen für den Weltfrieden war hier das große Motto – sowohl auf als auch vor der Bühne. Und wer nicht bangte, der streckte die Pommesgabel gen Hallendecke. Uns war mittlerweile so warm, das unsere Shirts förmlich an uns klebten – und es erging nicht nur uns so. Trotz allem drehten wir alle noch einmal so richtig auf, als „eure Meisteraufgabe“ anstand. Gemeint war hier, dass wir als Publikum „The Bard’s song – in the forest“ singen sollten. Das ließen wir uns auch nicht zweimal sagen und mit Gänsehaut, trotz der Hitze im Schlachthof, sangen wir lautstark jede Silbe mit. Das war der absolute Hammer! Genau das wollte ich einmal live miterleben und es war toller, als ich es vorher erwartet hatte. Auch die Band schien schwer beeindruckt und grinste von einem Ohr zum anderen. Danke für diesen tollen Moment! Als vorletztes Stück des Abend wurde hiernach „Mirror mirror“ angestimmt und wieder sangen die Fans mit.

Wir waren dann aber schon fix und fertig – das Feiern und die üble Hitze hatten uns geschafft und so überließen wir den Fans das Feld, den Abschluss mit ihren Helden zu feiern. Uns hat es megagut gefallen und wer da nicht dabei war, hat wahrlich etwas verpasst. Mit „Guardians“-Rufen in den Ohren machten wir uns auf den Heimweg und wir kommen bestimmt noch Mal wieder – das war einfach zu toll!

Autor: Scratchcat

Photos: Pyro

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