Eisbrecher: Sturmfahrt-Tournee 07.10.2017 Haus Auensee Leipzig

Die Herren von Eisbrecher haben im Herbst 2017 ihre Fans mit frischen Songs erfreut. „Sturmfahrt“ war dann auch der Name der Tournee zur neuen CD und wir waren am 07.10.2017 beim Gig im Haus Auensee in Leipzig mit dabei. Vor ausverkauftem Haus ging es mit Unzucht im Vorprogramm dann aber mal so richtig zur Sache. Was soll ich sagen?! – Das war GANZ GROSSES KINO!!! Aber dazu später mehr…

Unzucht

Als wir ankamen, hatten wir Glück und bekamen gerade noch so einen Platz auf dem Parkplatz. Im Regen ging es dann fix ins Haus Auensee – dieses Mal konnte ich wieder von der Empore aus zusehen. Dann warteten wir alle auf die erste Formation. Als das Licht im Saal ausging, jubelten die ersten Reihen los. Es war schon arg voll und so schauten die Jungs von Unzucht, die einzeln nach vorn kamen, auf eine große Menge. Schon beim Intro wurde mitgeklatscht. Als dann auch Frontmann Daniel winkend auf der Bildfläche erschien, ging es voll ab. Er stand einem Lichterstern und stimmte „Der dunkle See“ an. Kaum eine Sekunde konnte er stillstehen – mal auf einem Podest, mal tanzte er zur Musik mit und dann rannte er wieder von links nach und rechts und zurück. Der zweistimmige Gesang mit Blaschke war echt toll – überhaupt war der Sound nicht von schlechten Eltern. „Hallo Leipzig – es tut gut, euch zu sehen. Lasst uns ein bisschen feiern“, so die begrüßenden Worte der Band. Und dann ertönte der „Widerstand“, der von den Fans abgefeiert wurde. Blau-weißes Licht erhellte die Szenerie und Alex Blaschke röhrte den Text nur so raus. Drummer Tobi hatte mächtig viel Spaß – das war zu sehen. Daniel wurde immer mal wieder von unten angestrahlt und warf so große Schatten auf das große Bandbanner hinter ihnen. Die Stimmung nahm rasant Fahrt auf und das gefiel auch den Musikern. „Das ist irgendwie wie nach Hause kommen“, meinte der Frontmann dazu. Zu „Lava“ wurde wieder im Takt mitgeklatscht und Daniel hockte sich immer mal auf sein Podest, um die Zuschauer zu beobachten beim Singen. „Das ist der Wahnsinn“ gab er immer wieder zu Verstehen – „Seid ihr bereit für ein klein bisschen „Unzucht“?“ Der Titelsong der Formation erklang und spätestens jetzt ging jeder im Haus Auensee mit. Es wurde mitgesungen und auch die Herren auf der Stage gaben dreistimmig ihr Bestes. Das Licht war hier grün und blau und wurde am Ende zu einem blauen Lichterstern, in dem Daniel dann „Deine Zeit läuft ab“ darbot.

Unzucht

Doch zuvor spielte Alex das allseits beliebte „Hey“-Spielchen mit den Fans – sie waren ordentlich laut. Es wurde dann gemeinsam gerockt – die Gitarristen De Clercq und Blaschke rasteten hier schier aus. „Wie geil ist das bitte?“ – der Sänger war regelrecht baff, weil es so wild wurde – es wurde auch immer wärmer im Saal. Der Aufforderung „Macht mal Krach“ wurde prompt Folge geleistet und dann zelebrierte die Unzucht für uns „Neuntöter“. Daniel kam hier seinem Publikum ganz nah, denn er stellte sich auf das Absperrgitter zur ersten Reihe hin und sang dort, gehalten von Fans und Security, weiter. Wieder zurück auf der Bühne tanzte der dann zu den eigenen Klängen – zahlreiche Zuschauer taten es ihm gleich. Hiernach sollten wir alle unsere Hände erheben – das waren die Sonnen „für all unsere Freunde, die viel zu früh gehen mussten“. Mit diesen Worten stimmten sie „Nur die Ewigkeit“ an und die Menge sang lautstark mit. Die Arme bildeten ein wogendes Meer, wozu der Frontmann nur eins sagen konnte: „Mir fehlen die Worte.“ Nach diesem etwas ruhigeren Stück konnte es dann wieder flotter zur Sache gehen – zu „Ein Wort fliegt wie ein Stein“ zog der Sänger dann endlich doch seine dicke Lederjacke aus und konnte so noch wilder abtanzen. Die Scheinwerfer wechselten hier im Takt des Stückes die Farbe, so dass es mächtig bunt wurde. Als das Stück vorbei war, machte die Band noch fix Werbung für die eigene anstehende Tournee und dann war es Zeit für das letzte Lied im Set. Selbstverständlich durfte der Hit „Engel der Vernichtung“ auch an diesem Abend nicht fehlen und so drehten Musiker und Fans nochmals auf. Der Text wurde mitgegrölt und Zuschauer und Band sprangen im Takt auf und ab. Am Schluss waren zahlreiche Zugabe-Rufe zu vernehmen. Schnell wurde noch das obligatorische Fan-Bild geschossen und dann verabschiedete sich das Quartett mit einem breiten Grinsen im Gesicht – gut gemacht! Es hätte nicht besser sein können!

Eisbrecher

Dann wurde umgebaut und alle konnten sich an den Bars noch einmal kurz erfrischen. Frische Luft im Freien war zwar an sich eine gute Idee, aber es schüttete immer noch wie aus Eimern – also dann lieber drinnen durchatmen. Ein großes Banner verhüllte den Blick auf die Bühne – was da wohl auf uns zukam? Das Licht ging wieder aus, das Intro erklang und die Menge jubelte schon. Bereits jetzt waren die Arme oben und dann – mit einem Knall fiel das Banner herunter und gab den Blick auf die Band frei. Dort sahen wir dann die Herren in schicken Uniformen stehen – Frontmann Alex sogar mit Mütze. Drummer Achim und Bassist Rupert standen oben auf einem Podest, zu dem links und rechts Treppen noch oben führten, und legten sich mächtig ins Zeug. Der Sänger wurde angestrahlt von einem einzelnen Spot und so gaben sie direkt den Titelsong der Tournee zum Besten – sie nahmen uns mit auf „Sturmfahrt“. Auch hier war der Sound richtig gut. Plötzlich schossen Nebelfontänen gen Hallendecke und überraschten so das Publikum, das ob dieses Effekts laut klatschte. „Ist das Leipzig hier heut Abend? Seid ihr bereit?“ fragte der Frontmann schelmisch und dann begrüßte er uns alle mit „Willkommen im Nichts“. Hierbei kam Gitarrist Noel Pix mit in die Mitte und gab dort sein Solo, während die Scheinwerfer im Hintergrund eine Art Laola-Welle bildeten – das sah schon cool aus. Die Stimmung war direkt schon wieder ganz weit vorn und das gefiel auch den Musikern. Kapitän Alex verriet: „Bei uns ist jeder willkommen, egal welche Not ihn treibt“ und mit der weiteren Erläuterung „Jetzt spielen wir einmal Sheriff – wir leben in verrückten Zeiten“ leitete er zum Track „Das Gesetz“ über. Die Lichter bildeten eine Art Stern, während die Herren an den Saiten ihre Jacken auszogen. Alex wurde von unten angestrahlt beim Singen und sah mächtig böse aus.

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Dann wurde es auch dem Frontmann warm und seine Jacke wurde ihm von Stage-Helfer Alexander abgenommen, der dafür einen Extra-Applaus erhielt. Im Anschluss forderte der Sänger sein Publikum auf: „Holt die Dinger mal raus“ – gemeint waren die Handys, die ja so gern zum Knipsen und Filmen hochgehalten werden bei Konzerten. An dieser Stelle bekamen die Zuschauer „die einmalige Chance“ und die Herren warfen sich dafür extra in drei verschiedene Posen – was habe ich gelacht. Doch danach – „weg“ mit den Dingern, denn „es nervt“. Was für eine geile Aktion! Mit einem Lachen auf den Lippen wurde es dann wieder musikalisch und der „Automat“ erklang. Dabei bewegte sich der Frontmann immer mal wieder wie ein Roboter, während die Scheinwerfer lila und grün erstrahlten. Von den Drums waberte Nebel herunter – es sah fast aus wie ein Wasserfall – und wieder wurde Gitarrist Noel beim Solo einzeln angeleuchtet. Die Menge ging wieder gut ab und die Musiker meinten dazu: „Schön, dass ihr da seid.“ Und schon wurde das nächste Stück angestimmt. Bei „Fehler machen Leute“ zeigte Alex wieder einmal, dass er der geborene Entertainer ist – mal war er am Bühnenrand vorn und heizte den Fans ein und mal trocknete er sich mit einem Handtuch ab, was anschließend in die kreischende Menge flog. Es wurde mitgesungen und die Musiker genossen sichtlich diese Atmosphäre.

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Doch plötzlich waren sie alle verschwunden und auf der Bühne herrschte Finsternis – was war denn da los? Es erklang eine Art Intro und kurz danach tauchte die Band in frischen Outfits auf. Alle hatten sie nun ein weißes Jackett an und sie warfen kleine Kuscheleisbären in die Zuschauermeute – das gleichnamige Lied war nun an der Reihe und alle besangen sie den „Eisbär“ mit. Die Gitarren von Noel und Jürgen spiegelten das Lied wider und blendeten so ab und an die ersten Reihen. Im Takt wurde mit den Fingern geschnipst und am Ende sangen die Fans allein weiter – „Wahnsinn“, so die Meinung der Band dazu. Recht hatte er!

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Dann waren die Jungs aber schon wieder weg. Na huch – was passierte denn nun? Vier Tonnen wurden in der Mitte aufgestellt – diese waren sogar von innen beleuchtet. Und da wusste ich schon, was nun folgte – eines meiner Lieblingsstücke kam zu seinen Ehren – und ja, Alex gab uns „Amok“ zum Besten. Im Takt droschen die vier anderen Musiker auf die Tonnen ein – geiles Ding! Das sah nicht nur genial aus, es klang auch noch super! Und was auch cool aussah, war, dass beim anschließenden „So oder so“, als die Tonnen wieder weg waren, Alex immer von unten angeleuchtet wurde, was große Schatten warf. Überhaupt möchte ich an dieser Stelle wieder einmal ein großes Kompliment an Lichtmann Martin aussprechen – das war richtig toll, was er sich hier alles ausgedacht und zusammengetüftelt hatte – danke dafür! Etwas später fragte der Frontmann: „Wer glaubt hier an Engel?“ Einige meldeten sich und für sie und für uns alle wurden dann „Die Engel“ besungen, während der Sänger in einem Lichterstern erstrahlte. Hiernach forderte er dann noch einen fetten Applaus für Achim ein. Weiter ging es nun im Set mit „Prototyp“, wozu er erklärte: „Als einsamer Mann bastelt man sich, was man vermisst“. Außerdem bekam er an dieser Stelle auch ein Geschenk aus dem Publikum. Die Fans sangen jede Textzeile mit und die Party nahm ihren Lauf. Das Stück ging nahtlos über in „Himmel, Arsch und Zwirn“ – „are you fucking ready?“ – die Menge war hier beim Mitgrölen fast so laut wie die Band – toller Moment!

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Nach „Wo geht der Teufel hin“ waren die Jungs wiederum kurz verschwunden und ein kleines Intermezzo leitete über. Sie kamen in ihren dicken Winterjacken wieder und Alex hielt seinen Eispickel in den Händen. So präpariert wurde die „Eiszeit“ besungen und alle brüllten die Zeile „nein, das darfst du nicht“ mit. Und damit wir alle die besagte Eiszeit nachempfinden konnten, begann es dann tatsächlich auf der Bühne zu schneien – im Ernst! Das war wahrlich großes Kino! Der „originale Game of Thrones-Schnee“ blieb dann sogar auf der Stage liegen und musste im Anschluss mit Besen weggekehrt werden, damit die Herren Musiker nicht ausrutschten. Währenddessen bedankte sich der Frontmann dafür, dass dieser Abend und der Abend zuvor in Dresden ausverkauft waren: „Zwei so fette Gigs auf so wenig Quadratmetern – dankeschön!“ Dieses Dankeschön kann ich nur zurückgeben. Als nächstes ging der Sänger auf Tuchfühlung mit seinen Fans. Zu „1000 Narben“ kam er in den Fotograben und ließ einzelne Zuschauer den Refrain singen, was auch ganz gut funktionierte. Wieder auf der Stage tanzte er denn zu seiner Musik ab und der zweistimmige Gesang mit Jürgen zusammen kam gut an. Natürlich durfte an diesem Abend auch die aktuelle Single „Was ist hier los?“ nicht fehlen. Ein Armemeer begleitete das Lied.

Eisbrecher

Hiernach gab es eine kurze Verschnaufpause, wo Alex eine Tasse Tee von Alexander gereicht wurde – das ist gut für die Stimme. Als kleinen Pausenfüller stimmten die Fans Scooter an, was für einen Lacher beim Sänger sorgte. Ihm war dann aber doch eher nach der „neuen deutschen Nationalhymne“, die er mit einer Mundharmonika anstimmte. Gemeint war „This is Deutsch“, wo wieder einmal die Nebelfontänen im Takt gen Hallendach schossen. Noel hatte außerdem ein kleines technisches Gerät in Händen, mit dem er verschiedenste Soundeffekte erklingen ließ.

Eisbrecher

Und als hier die letzte Note verklungen war, war auch die Bühne leer und Zugaberufe erschallten. Diese wurden auch recht schnell erhört und alle Eisbrecher-Jungs gesellten sich kurz zu Achim hoch auf das Podest. Von da oben legten sie gemeinsam los, um „Verrückt“ zu seinen Ehren zu verhelfen. Die Menge drehte wieder durch und jubelte, was das Zeug hielt. Am Ende war Drummer Achim in einem Lichterstern eingehüllt und die Gitarristen und Alex verschwanden wieder von der Bildfläche. Nur Noel blieb noch mit da und auch er stand oben auf dem Podest an seinem Keyboards und Technikspielzeugen. Er legte los und technoide Klänge schallten aus den Boxen. Achim konterte mit einem Drumsolo der ersten Güte. Die beiden lieferten sich einen Schlagabtausch aus Techno und Drumbeats – die Fans tobten schier vor Begeisterung. Am Ende kniete Frontmann Alex sogar vor Achim und die Menge forderte einen Nachschlag, den es auch prompt gab – wohl erst das zweite Mal auf der Tour. Weiter ging es dann wieder mit voller Bandbesetzung. Alex fragte kurz durch, woher denn die Zuschauer so kämen und meinte als Zusammenfassung: „Es leben alle netten Menschen – egal wo sie herkommen.“ Und von den netten Menschen leitete er dann über zu denen, die eben nicht so nett sind. All jene wurden dann mit dem Klassiker „Miststück“ besungen. Sein Hemd war hier mittlerweile total durchnässt, weil es so warm im Saal war und er sich für uns absolut verausgabte. Die Fans rasteten aus und jede einzelne Silbe wurde aus voller Brust mitgebrüllt. Rupert stellte sich in der Mitte der Bühne auf und Alex legte sich zwischen seine Beine beim Singen. Ihm wurde vor dem Lied eine Gummipuppe aus dem Publikum gereicht, die er danach aber wieder zurückgab – er konnte wohl nichts damit anfangen. Dafür meinte er: „Vielen Dank Leipzig – das war ein sehr schöner Abend! Bleibt gesund – bis zum nächsten Mal!“ Mit diesen Worten verabschiedete sich die Band und mit einem Winken verließen die Jungs die Bühne.

Eisbrecher

Noel blieb aber da und wartete auf die Zugaberufe, die auch sofort erklangen. Dann legte er mit seiner Gitarre los, Jürgen und Rupert unterstützten ihn noch einmal. Doch dann waren alle drei schnell weg. Die Fans gaben aber keine Ruhe und als auf einmal die Titelmusik von „Das Boot“ erklang, ging eine Begeisterungswelle durch den Saal. Eisbrecher kam vollzählig wieder nach vorn und alle hatten sie wieder ihre schicken Uniformjacken an und jeder von ihnen hielt einen kleinen Stoff-Eisbär in Händen. „In einem Boot“ wurde gesungen und ein Meer aus Arme wogte vor der Stage. Frontmann Alex stellte jeden Musiker einzeln vor – dieser kam dann vor an der Bühnenrand und warf das Stofftier in die Menge. Im Anschluss verbeugten sie sich alle zusammen und winkten zum letzten Abschied. „Ihr Lieben – bis bald“, so die letzten Worte von Alex.

Mit einem fetten Grinsen im Gesicht machten wir uns dann aber auch auf den Heimweg – wir kamen sogar recht schnell wieder vom Parkplatz runter. Das war ein absolutes Konzerthighlight! Sound und Licht haben immer auf den Punkt gepasst und die Musiker haben gezeigt, was echtes Entertainment ist. Die vielen Outfitwechsel und die Interaktionen waren absolut irre. Ich kann es nicht anders sagen, aber besser geht es kaum! Danke an die Herren – wir kommen auf jeden Fall wieder auf die nächste Tour und auch ihr solltet euch das nicht entgehen lassen.

Autor: Scratchcat

Photos: Pyro

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