Festival Mediaval 2017: 07.-10.09.2017 Goldberg Selb – Tag 2

Das Freitagsprogramm begann erst am Nachmittag, so dass später Angereiste nicht allzu viel verpassten. Wie schon am ersten Tag war das Gelände gut gefüllt und wir nutzten das schöne Wetter für einen ausgiebigen Bummel über die Märkte und am Tross vorbei. – by Pitchfairy

PurPur

Gegen 16 Uhr luden PurPur dann an die Schlossbühne, um den Tag auch musikalisch zu eröffnen. Die Zwillinge Tini und Judith Rauscher, die seit dem zweiten Festival Mediaval zu den Konstanten zählen, hatten sich für ihren Auftritt Unterstützung geholt. Mit ihnen standen Romulus und Lyra von Tinis Zweitband Heiter bis Folkig sowie Faey-Frontfrau Sandra Elflein auf der Bühne, um die beiden Mädels zu begleiten. PurPur sind eher eine Formation für die leisen Töne, das Publikum hing also gespannt an den Lippen der Damen, die wieder einmal bewiesen, dass sie musikalisch wandelbar und vielseitig sind. Mit im Gepäck hatten die zwei ihr aktuelles Album „MaidenWerk“ und selbstverständlich ihre All-Time-Klassiker wie das „Wolfskind“. Musik zum Träumen und Hinhören, dargeboten von den sympathischen Künstlerinnen aus Franken – was will das Fanherz mehr? Und ein FM ohne die beiden können wir uns schon gar nicht mehr vorstellen! – by Pitchfairy

Die Streuner

Wir gönnten uns zunächst ein frühes Abendessen beim Orientalen und verschwatzten die Zeit ein wenig mit alten Freunden im Lager des Trosses, wo wir immer gern zu Gast sind. Darüber ist uns zwar eine Band durch die Lappen gegangen, aber pünktlich zu den Streunern standen wir wieder bereit. Die Band aus Nordrhein-Westfalen musste an diesem Tag auf ihre weibliche Seite verzichten, aber die vier Herren schafften es natürlich trotzdem, das Publikum zu begeistern. Obwohl, oder gerade weil das Set eher aus bekannten Liedern bestand, gelang es dem Quartett schnell die Leute zu fesseln. Die Formation ist bekannt für ihre Interpretationen traditioneller mittelalterlicher Lieder und Tänze und es gab auch das eine oder andere Trinklied – na endlich! Überall wurde mitgesungen, geschunkelt und getanzt, bis den Tänzern die Schuhe und den Musikern buchstäblich die Köpfe qualmten. Zum Abschluss spielten die Streuner sogar noch die „10 Orks“, was das Publikum ebenso textsicher feierte wie den Rest der Setliste. Vielen Dank an dieser Stelle an die Musiker! – by Pitchfairy

Daemonia Nymphe

Da war der Gig der griechischen Band Daemonia Nymphe schon deutlich mystischer und literarisch anspruchsvoller. Die Band stellte ihr neues Werk „Macbeth“ vor, das am 04.11.2017 erscheint. Die Burgbühne wurde zum Theater mit wogenden Schleiern, maskierten Tänzerinnen, Feuerspielern und ätherischem Gesang. Optisch und musikalisch sicher ein Highlight des Festivals, leider auf griechisch, so dass wir die einzelnen Stücke der literarischen Vorlage nur schwer zuordnen konnten. Nichtsdestotrotz war die Show der Band ziemlich beeindruckend. Die Kühle des Abends trieb uns allerdings nach gut der Hälfte ins warme Presse- und VIP-Zelt, wo wir uns kurz aufwärmen konnten, bevor es zum Headliner des Tages ging. – by Pitchfairy

Faun

Für das zehnte FM waren Faun zurück gekehrt und wir waren wirklich gespannt. Leider blieb der Platz an der Drehleier leer, denn Stephan Groth musste sich noch von einer Rückenerkrankung erholen. Doch auch ohne den Musiker aus Sachsen, dafür jedoch mit Laura Fella als neuer Sängerin, überraschten die Faune mit ihrem Auftritt. Erfreulich viele ältere Stücke hatten es ins Set geschafft –  wir tanzten zu „Wind und Geige“, träumten zu „Hymn to Pan“ und ließen uns von „Odin“ in den Norden entführen, leider ohne Einar Selvik als Gastmusiker, aber irgendwas ist ja immer. Frontmann Oliver Sa Tyr wirkte sehr aufgeräumt und entspannt, nutzte jede Möglichkeit der Interaktion mit dem beseelten Publikum und so wurde dieser Gig zu einer Reise durch die Faun’sche Bandhistorie. Percussionkünstler Rüdiger Maul sorgte mit diversen Soli für Szenenapplaus, die beiden Damen an den Mikros machten einen Superjob und so fielen die drei neueren Stücke fast nicht auf, sondern zeigten nur, dass die Band aus München zwar auch Mainstream kann, aber nicht ausschließlich will. Gut so! Bitte mehr davon, Faun! – by Pitchfairy

Auch dieser zweite Tag endete mit einer selig grinsenden Redakteurin, jeder Menge Bilder auf den Speicherkarten und dem Gewissen, dass noch zwei Tage vor uns lagen. Aber hey, FM ist eben nur einmal im Jahr! – by Pitchfairy

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Autor: Pitchfairy

Photos: Michi & Chrounos

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