Leipziger Buchmesse 2017: 23.-25.03.2017 Messe Leipzig – Tag 3

Voll, voller – Samstag auf der LBM. Wow, war da viel los. Schon zeitig wurden die einzelnen Durchgänge zwischen den einzelnen Messehallen so gesperrt, dass die Passage nur in eine Richtung möglich war. Ich war wieder ab Einlass vor Ort, um wenigstens etwas miterleben zu können.

Corinna Harder

Als erstes wollte ich mir die Vorstellung von „green, blue, pink oder ghost stories – die Junior-Version der berühmten black stories“ anschauen. Corinna Harder stellte das Ganze vor. Sie war die Erfinderin der Texte auf den Spielkarten – sie hatte schon über 600 Karten für Erwachsene gestaltet und war damit „Expertin für Rategeschichten“. Und hier auf der Messe lud sie alle Anwesenden ein: „Jetzt wird gerätselt!“ Vor allem Kinder waren da – ging es doch auch um die Junior-Version des Spieles. Corinna erklärte zu Beginn das Spielesystem und erklärte die Bedeutung der unterschiedlichen Farben der neuen Varianten, welche die Themen der Stories angeben. Als Beispiel wurde zuerst einmal eine Karte aus der „purple“-Version gespielt. Eines der Kids war Assistent und ging mit einem Mikrofon rum, um die Rateversuche der Zuschauer für alle hörbar zu machen. „Der Schatten“ wurde dann auch recht flott erraten – Ein Vampir wollte ein Mädchen überfallen und in den Hals beißen, aber weil diese kurz zuvor einen Autounfall gehabt hat, trug sie eine Halskrause und er brach sich einen Zahn ab – ups, nun hab ich es verraten. „Das torkelnde Tier“ war als nächstes Rateobjekt an der Reihe – hier verpetze ich aber nichts mehr.

Michael Lorenz

Nun war mir nach etwas Musik zumute – denn auch dazu gab es Einiges auf der Messe mitzuerleben. Michael Lorenz hatte sein Buch „Interview mit einem DJ“ dabei, worin ein DJ auf den aus dem Totenreich wiedergekehrten Elvis trifft und mit ihm in einem fiktiven Interview über die heutige Gesellschaft, die Musik und mehr spricht. Lorenz selbst war echt gut gelaunt – ihm fehlte Musik und so stellte er welche an. Und weil niemand tanzte, tanzte er einfach selbst drauf los. Er berichtete von vor 60 Jahren, als Elvis in Musikcafés gespielt wurde – „Da ging die Post ab“. Heute ist es leider so, dass „place is money“ und die Tanzflächen sind aus den Cafés verschwunden – schade, wie er findet, denn „so viel Schönes geht verloren“. Die „Atmosphäre sollte wieder aufleben“ und so ließ er die Musik im Hintergrund laufen, tanzte noch ein wenig Boogie, dessen Herkunft er verriet. Doch dabei blieb es nicht – er sprang zum Rock’n’Roll, wo mitgeklatscht wurde. Aber schließlich war er ja da, um „meine Zeit mit einem unbekannten Buch von einem No-Name-Autor zu verschwenden“ – gemeint war damit natürlich er selbst. So erfuhren die Zuschauer, dass Elvis aus dem Totenreich mit dem DJ Zwiesprache hielt und an dessen DJ-Programm mitsprechen wollte. Außerdem verriet ihm Elvis, dass er immer wieder im Himmel singen müsse für die „Quotenfrau“ und immer nur die zwei gleichen Songs, wie etwa „devil in disguise“. Die Idee war ganz witzig – was dabei raus kam – lest es nach.

Japanischer Mini Kochcontest

Weil es dann aber schon so voll war, kam ich kaum noch irgendwo gut durch und zog mich dann in die Halle der MCC zurück, um hier dem Egmonts JAMIKO beizuwohnen – das war ein Japanischer Mini Kochcontest. Ein Team aus der Publikum trat hier gegen die Herren aus der Redaktion von Egmonts an und es musste „gekocht“ werden. Naja, wenn das überhaupt kochen ist, denn zuzubereiten waren süßes Sushi und Pizza – alles zusammengestellt aus Pulverchen, welches mit Wasser angerührt wurde. Ja, die Pizza musste dann auch in den Ofen oder die Mikrowelle, aber ich weiß echt nicht so recht. Käse, Wurst, Soße und Teig – alles war zu Beginn nur in Pulverform vorhanden – lediglich das Algenblatt für das Sushi war fertig da – der Rest musste in kleinen Plastikschalen angerührt und dann verarbeitet werden. Was die Japaner so kochen nennen eben. Doch die Contest-Teilnehmer waren voll dabei, auch wenn die Blicke am Anfang, als sie sich die Anleitungen durchlasen, echt zum Brüllen waren. Es wurde also zusammengerührt und auf die Uhr geschaut – hatten sie doch nur eine halbe Stunde Zeit. Das Endergebnis wartete ich aber nicht ab, denn viel passierte nicht auf der kleinen Bühne. Ich kann euch also leider nicht berichten, ob die Gerichte wirklich essbar waren.

Impressionen LBM 2017 – Tag 3

Und weil nun auch die Halle der MCC arg voll war, setzte ich mich für den Rest der Zeit, den ich noch da sein wollte, an die Seite und beobachtete mit großer Begeisterung all die Cosplayer, die auch an diesem Tag in aufwendigen Gewandungen angereist waren. Durch alle Comicwelten und Fantasyreiche hindurch waren hier Figuren vertreten – Poison Ivy von Batman, Mario und Luigi, der verrückte Hutmacher und, und, und…

Dann musste ich mich aber bald schon auf den Weg machen – sollte ich doch bei der Lesung im Darkflower dieses Mal die Rolle der Moderation übernehmen. Auch dazu könnt ihr später noch mehr hier bei uns im Magazin lesen.

Fazit

Auch in diesem Jahr bot die Leipziger Buchmesse ein absolut reichhaltiges und breites Spektrum an Veranstaltungen, Lesungen, Vorführungen, Contests und mehr. Ich war wie immer überwältigt und konnte kaum all die Eindrücke in mich einsaugen. Es war sogar soviel, dass ich mich am liebsten mehrfach hätte klonen wollen, um alles Interessante anhören oder ansehen zu können. Das einzige Blöde war dann nur, wenn zu viele Leseratten sich durch die Messehallen drängten und es schon fast beängstigend eng wurde überall – aber ich konnte ja jeden Einzelnen verstehen – da dabei zu sein, war ein MUSS und es lohnte sich trotz allem. Mal sehen, wann ich all die tollen Bücher, die ich entdeckt habe, dann auch gelesen habe werde.

Und wenn es 2018 wieder heißt – die LBM steht an – da werde auch ich sicher wieder für euch mit vor Ort sein! Wir sehen uns…

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Autor & Photos: Scratchcat

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