Leipziger Buchmesse 2018: 15.-17.03.2018 Messe Leipzig – Tag 3

Dirk Bernemann

Wieder einmal zeigte sich, dass der Samstag der publikumsreichste Tag auf der Messe war – und dass, obwohl aufgrund des Schneechaos auf den Strassen viele Besucher gar nicht erst angereist waren. Es war auch so schon voll genug und schnell wurden die Gänge zwischen den Messehallen zu Einbahnstrassen und ich musste immer wieder längere Wege laufen, um von A nach B zu kommen. Und so wuselte ich durch die Mengen und habe mich erst einmal an der Leseinsel Junge Verlage niedergelassen, um hier der Lesung von Dirk Bernemann zu folgen. Der Autor war gut gelaunt und verkündete zu Beginn, dass er ältere und neuere Texte mitgebracht habe. Der erste war „über relativ gewöhnliche Leute – Common people“. Er startete mit einem Zitat aus einem Text der Band Pulp. In der kurzen Geschichte ging es um ihn, wie er einen Mann dabei beobachtete, der Enten mit trockenem Brot fütterte. Dabei sagt er nichts und füttert stoisch die Vögel. „Er muss sehr, sehr weise sein, weil er so derbe in sich geht.“ Weil er neugierig war, ob dieser Mann eine Art Lebensphilosophie habe, sprach er ihn an, um danach zu fragen: „Nein – du vielleicht?!“ Der Autor war absolut enthusiastisch beim Lesen und ließ die nicht mehr benötigten Zettel auf den Boden fallen. Im Text dachte er über seine möglichen letzten Tage nach, denn „Sterben ist für mich wie Zelten – überhaupt kein Bock drauf“. Es müsse doch da Wege geben, um das zu umgehen. „Irgendwas geht ja immer, um sein Leben interessant zu machen – Crack in die Cola, Chili in den Arsch oder sieben Stunden zugekifft Bus fahren“. Immer weiter philosophierte er, denn er war der Gesellschaft müde und auch wenn Peinlichkeiten das Leben besser machen – oder eben auch nicht – einen Ausweg wusste er dennoch nicht so recht. Als nächstes hatte Dirk einen Auszug aus seinem neusten Buch „Ich hab die Unschuld kotzen sehen – Band 4“ in petto. Hier ging es darum, dass er ein großer Skeptiker war, was das Fest Silvester anginge. Er berichtete von einem Silvester, wo er gerade frisch Single war und den Liebeskummer mit Kriegsfilmen bekämpfte. Er lernte schließlich am 31.12. in einer Bar eine Frau kennen, die ihn zutextete und er ihr nur bedingt lauschte, weil sie nicht so ganz sein Fall war. Wie das Ganze dann ausging – lest es am besten selbst nach. Und als Abschluss der kurzen Lesung hatte der Autor noch einen ganz frischen Text dabei – er verfasste aktuell Texte über seine Lieblingsbands – und an diesem Tag hatte er „Velvet Underground“ dabei. Da ich diese Formation aber nicht so mag, suchte ich erst einmal das Weite und stürzte mich ins Getümmel.

Ralph Caspers

Wegen der Menschenmengen kam ich nur langsam voran, doch dann kam ich an der Lesebude 2 an, wo Ralph Caspers, bekannt von „Der Sendung mit der Maus“ oder von „Wissen macht Ah!“ sein erstes Kinderbuch vorstellte. Die Lesung wurde simultan in Gebärdensprache übersetzt – eine schöne Idee. Ralph begann sogar etwas vor seiner Zeit, denn „Ich habe das vollste Publikum heute hier“. Ja, es war wahrlich voll und viele Kinder warteten gespannt auf das, was da kommen sollte. In „Wenn Glühwürmchen morsen“ sind 40 Gute-Nacht-Geschichten enthalten und die Anwesenden durften sich eine aussuchen, indem sie einfach eine Zahl riefen. Die Wahl fiel dann erst einmal auf die 36 – die „Zwickmühlenkreuzung“. Der Autor las dies nun also mit seiner „verstellten Stimme“ vor – es war eigentlich seine normale Stimme, aber für die Kids machte er einen Spaß daraus. In dieser Story lernten wir dann Paul, seine Schwester Greta und ihre Mutter kennen, die zusammen in einem Auto fuhren. Die Geschwister neckten sich gegenseitig und plötzlich standen sie an einer Kreuzung im Stau. „Wer hupt, hat unrecht – außer wenn wir hupen.“ Schließlich hatte Greta die Idee, den auch im Stau stehenden Kran dazu zu bewegen, eines der Autos anzuheben, so dass sich das ganze Chaos auflösen konnte. Das klappte auch und am Ende bekam sie viel Beifall für ihren Einfall – und Ralph bekam Applaus fürs Vorlesen. Die nächste Geschichte war die Nummer neun – die „Fliegenschule“. Auf einer Videoleinwand sahen wir hierzu, wie Ulf, der alle Illustrationen für das Buch gemacht hatte, das Bild für diese Story gemalt hat. Hierbei ging es um Paul, der Fliegen sammelt, sie sogar züchtete, indem er Bioabfall in einer Kammer im Keller verfaulen ließ. In seinem „Minilabor“ brachte er „den Fliegen fliegen bei“. Seine Mutter war geschockt und wollte die Fliegen vertreiben, doch Paul brauchte sie – wofür? Ohne etwas verraten zu wollen, sage ich nur soviel – es muss nicht immer ein Teppich zum Fliegen sein, ein Handtuch reicht auch.

Ann-Kathrin Karschnick

An der Leseinsel Fantasy ließ ich mich dann wieder einmal auf den niedrigen Sitzgelegenheiten nieder und lauschte Ann-Kathrin Karschnick, die „Red“ mitgebracht hatte. Als einführende Worte verriet sie, dass es hier um Rothaarige ginge, denn „rote Haare, Sommersprossen – sind des Teufels Artgenossen“. Das Buch wäre düsterer und blutiger geworden, als es der Titel vermuten ließ. Es ging hier darum, dass der Teufel nicht mehr auf die Apokalypse warten wolle und sofort all seine Dämonen auf die Menschheit losgelassen hatte. Alle Rothaarigen seien hier besessen, bis auf eine und eben diese war die Hauptfigur des Werkes. Laura arbeitete in einem Diner in Deutschland und sie hatte schon einmal ein schlimmes Erlebnis verkraften müssen. Immer wieder passierten ihr komische und absurde Dinge – so hatte sie mal eben fast den Abstellraum im Diner abgefackelt. Das konnte aber verhindert werden von ihrer liebsten Kollegin Olivia. Dann arbeitet sie weiter und eine Rothaarige im Gastraum dreht auf einmal total durch – sie springt auf den Tisch, mit glühenden Augen, nimmt ein Messer und sticht auf die anderen Gäste ein. Laura kommen diese Augen bekannt vor und sie kann kaum reagieren. „Es war doch kein Traum.“ Diese Dämonin metzelte einzelne Personen nieder und will auch Laura abschlachten – aber sie kann nicht ganz nah an sie ran – sie schreit vor Schmerzen auf. Lauras Ziehvater Luke versucht, die Rothaarige zu töten, stirbt bei dem Versuch aber selbst. Und auch Olivia wird schwer verletzt und überlebt diese Verwundung nicht. Laura weint bitterlich und plötzlich knurrt es hinter ihr – an der spannendsten Stelle hört Ann-Kathrin dann aber auf mit Lesen – wie gemein! Die Zuschauer hatten nun die Möglichkeit, Fragen an die Autorin zu stellen. Im Anschluss verriet „das grüne Kleid“, wie sie auch genannt wurde, was so ihre nächsten Projekten seien und was noch alles in diesem Jahr von ihr veröffentlicht wird – da kommt noch Einiges auf uns zu.

Ava Reed

Ich machte mich dann wieder auf den Weg, um noch einige Lesungen zu besuchen. Auf dem Weg dahin sah ich lange Warteschlangen an dem ein oder anderen Messestand – so warteten etwa viele Fans auf ein Autogramm von Sebastian Fitzek oder ein Selfie mit Ava Reed. Es war auch sonst immer voller geworden. Das merkte ich auch daran, dass ich die Lesungen, die ich mir aus dem reichhaltigen Angebot rausgesucht hatte, nicht besuchen konnte, ob des großen Andrangs – da war kein Rankommen mehr. Schade, aber das passiert! Und weil ich mich nicht mehr durchkämpfen mochte, zog ich mich in die Halle der MCC zurück, um dort auf den Cosplay-Wettbewerb zu warten.

Fairytal-Bingo!

Ich ergatterte sogar noch einen Sitzplatz vor der Großen Bühne und konnte hier noch am Bingo-Spiel von „Fairytal“ teilnehmen. Die beiden Moderatoren erklärten gerade die Regeln und dann ging es los. Es wurde Charaktere der Manga- und Animeserie aus einer Tüte gezogen und diese waren dann auf der eigenen Bingo-Karte abzustreichen. Dabei erklärten die beiden die Namensunterschiede zwischen Originalserie und Übersetzung. Es dauerte eine Weile, bis das erste „Bingo“ aus der Menge zu hören war. Eher kamen solche Sprüche wie: „Wir sollen mal die Namen sagen, die ihr habt.“ Es war spannend und auch Fans aus der ersten Reihe durften einmal einen Zettel ziehen. Und am Ende standen wahnsinnig viele Gewinner Schlange, um ihre Gewinne – Postkarten, Poster, DVDs und dergleichen.

Wer hier noch nicht genug gewonnen hatte, hatte dann gleich noch einmal die Möglichkeit, denn MCC-Moderator Luigi verloste auch noch Einiges. Dazu ließ er zwei Zuschauer Geburtsdaten ziehen – also Tag und Monat – und wer an diesem Datum geboren war, bekam den Gewinn.

Taro Nash

Als auch diese Sieger glücklich gemacht waren, wurde es traditionell, denn die Schwerttanzgruppe Taro Nash war an der Reihe, ihre Künste vorzuführen. Die Truppe hatte sich aufgrund der Wetterlage auf den Strassen etwas verspätet, aber dann war es doch soweit. Beim ersten Tanz wurden alle Tanzschritte mit einer Narration erklärt – das war echt interessant, denn jede Figur in dieser Ausdrucksform hat seine eigene Bedeutung. Beim zweiten dargebotenen Tanz ging es darum, was passiert, wenn zwei Samurai sich zu nah kommen und sich ihre Schwertscheiden berühren – das führt nämlich zu einem Kampf zwischen den beiden. Es war spannend zu sehen, wie das als Tanz auf die Bühne gebracht wurde. Die dritte und letzte Darbietung zeigte der Meister der Truppe allein. Er stellte hier die Auswirkungen von Alkohol auf einen Samurai an einem sehr heißen Tag dar – torkelnd, kämpfend und posend. Echt beeindruckend! Die Aufführung war viel zu schnell vorbei und mit viel Beifall wurde Taro Nash verabschiedet.

Und dann war es endlich soweit – es war Zeit für den großen MCC Cosplay-Wettbewerb. Luigi hatte sich eigens dafür schick gemacht und einen Anzug angezogen. Er stellte als Erstes einmal die vierköpfige Jury vor – alles selbst Vertreter aus der Cosplay-Szene.

der japanische Botschafter

Als sie an ihrem Jury-Tisch Platz genommen hatten, betrat der japanische Botschafter die Stage, der auf Deutsch eine kurze Ansprache hielt. Mit tollem Akzent lobte er die Leidenschaft und hohe Qualität, die die Cosplayer hier an den Tag legen würden. „Cosplay ist zum Teil der deutschen Gesellschaft geworden.“ Er lud alle Zuschauer dazu ein, doch einmal nach Japan zu kommen – in das Heimatland des Cosplay.

Cosplay-Wettbewerb

Dann ging es endlich los – 23 Teilnehmer warteten auf ihren Auftritt. Den Anfang machte eine Pokemon-Performance mit Aquana. Sie hatte ihren Trainer verlassen und tanzte uns nun etwas vor – das Ganze hatte was von einer Mischung aus Bauchtanz und Bollywood.

Im Anschluss erklärte Luigi in knappen Sätzen, was Cosplay eigentlich ist – nicht nur ein Kostüm zu Fasching oder Karneval etwa, nein. Der Darsteller wurde zu diesem Charakter und stellte ihn voll und ganz dar – das war schon etwas mehr.

Cosplay-Wettbewerb

Als nächstes war Linda aus dem Musical „Wicked“ an der Reihe. Ihr Kleid war echt wunderschön und in einem Zusammenspiel mit einem Video, das auf der großen Leinwand lief, performte sie für die Menge. Der Beifall war ihr auf jeden Fall sicher.

Hiernach kam etwas, das mich wahrlich beeindruckte – Diva Plavalaguna aus „Das 5. Element“ betrat die Bühne und gab ihren „Divasong“ zum Besten. Absolut irre! Da hatte ich echte Gänsehaut!

Cosplay-Wettbewerb

Startnummer vier war echt unterhaltsam – Alois und Romeo hatten sich einen witzigen Musik-Mix zusammengestellt, um ihr Liebes-HinundHer zu untermalen und darzustellen. Falls ich die Charakternamen der Teilnehmer hier falsch wiedergebe – es sei mir verziehen, denn es ging alles echt schnell hintereinander weg und ich hab nicht immer alles gleich verstanden, was angesagt wurde. Außerdem gebe ich offen zu, dass ich mich in der Szene nicht so gut auskenne und eben die Namen nicht sofort parat habe. Sorry!

Atoli und Haseo setzten den Wettbewerb-Reigen dann fort. Sie hatte für ihn eine Überraschung – eine Liebeserklärung der besonderen Art, die wohl eher als Scherz gedacht war. Er war nicht sonderlich erfreut darüber. Wieder wurde hier die Videoleinwand als Element der Performance eingesetzt – echt amüsant.

Cosplay-Wettbewerb

Die nächste Vorstellung war etwas Besonderes, denn der Tod und Sissi aus dem Musical „Elisabeth“ sangen für uns – und die Darstellerin der Sissi hat ihren Part sogar live eingesungen, wie Luigi im Anschluss noch beeindruckt verriet. Die Kostüme waren toll anzusehen und auch die Umsetzung des Stückes kam sehr professionell in Mimik und Gestik rüber – einer meiner persönlichen Favoriten!

Luigi und sein Moderations-Kollege diskutierten hiernach noch zum Thema Musicals – der eine mag sie und der andere hasst sie, so wie Luigi selbst. Und oftmals gehen Jungs eher in solche Vorstellungen, weil es ihre Freundinnen möchten. Ab und zu gefällt es ihnen dann aber doch – ja, auch so etwas soll vorkommen.

Cosplay-Wettbewerb

Weiter ging es dann im Programm mit „Lord Skeffington Scatters Katzenärger“.  Er bekam hier Ratschläge von Rollo, wie er doch das von ihm so verehrte Mädchen ansprechen könne. Am Ende klappt es aber nur, weil er ihr was vorflunkert – ob das auf lange Sicht denn gut funktionieren kann? Wieder war die Darbietung witzig gestaltet und unterhielt das Publikum gut.

Um ein wenig die Umbauzeiten zwischen den Auftritten zu überbrücken, stimmten das Moderatoren-Duo „Leb deinen Traum“ an und die gesamte Zuschauerschau sang aus voller Kehle mit – ein schöner Moment!

Cosplay-Wettbewerb

Die nächste Performance entführte uns in die Welt von „League of Legends“ (LOL). Ashe und Zed versuchten hier eine Datenbank zu hacken, wurden dabei aber entdeckt und es kam zu einem Kampf, den Ashe aber nicht überlebte. Doch am Ende konnte das Unglück wieder ungeschehen gemacht werden. Da ich LOL leider nie gespielt habe, hab ich hier aber nicht alles verstanden – aber nicht so schlimm. Es war trotzdem sehenswert!

Viel eher konnte ich dann etwas mit „Alice: Madness returns“ anfangen – eine etwas abgedrehte und gruseligere Variante von „Alice im Wunderland“. Die Alice hier wunderte sich über die Veränderungen ihres Wunderlands und am Ende kehrte sie als dunklere Version ihrer selbst wieder, um ihre geliebte Welt zu retten. Schön gemacht!

Cosplay-Wettbewerb

Die Shadowplayers, eine Cosplayer-Truppe, die schon etwas bekannter in der Szene ist, hatte für uns an diesem Tag eine Darbietung aus dem Naruto-Universum mitgebracht. Das ganze hatten sie mit Eindrücken und Zitaten aus „Der Schuh des Manitu“ adaptiert – „Jetzt geht nochmal jeder aufs Klo und dann reiten wir los“ – was habe ich hier gelacht! Das war auf jeden Fall auch ganz vorn mit dabei.

Und weil es jeder immer verwechselte, lernten wir alle, dass der Held aus „Zelda“ eben nicht Zelda ist, sondern Link. Zelda ist das Mädchen, dass er zu erretten sucht. Diese beiden wurden in der folgenden Aufführung Bestandteil, wobei sie ihn versucht, sich in sich verliebt zu machen – allerdings passiert ein Fehler und am Ende ist er ein Frosch. Na sowas!

Cosplay-Wettbewerb

Zwei Figuren aus „Magi: The Labyrinth of Magic“ setzten den Reigen dann fort. Wieder war eine heimliche Liebe das Thema – und der eine gab dem anderen Ratschläge. Ob allerdings ein Krieger als Ratgeber für eine Prinzessin so hilfreich ist – ich weiß ja nicht. Süß umgesetzt würde ich sagen.

Eine Tanzaufführung der ausgefallenen Art gab es im Anschluss. Als verraten wurde, dass es einen Auszug aus „Barbie im Schwanensee“ geben sollte, waren durchaus Buh-Rufe zu hören und ungläubige Lacher, aber als die beiden Mädels dann echtes Ballett mit Spitzentanz zeigten, war das Erstaunen und auch der Beifall groß. Ich war wahrlich beeindruckt!

Cosplay-Wettbewerb

Luigi und sein Kollege überbrückten dann wieder einmal die Wartezeit zwischendrin mit einer Diskussion darüber, „wer kann den coolsten Cosplay-Schneemann bauen“ – sie luden alle im Anschluss ins Freie ein und eben einen solchen Wettbewerb abzuhalten – die bereits gefallenen Schneemassen boten hier ja ausreichend Material.

Dann ging es wieder hin zu LOL, denn Academy Ahri kam hervor. Sie sang für uns ein Lied, allerdings wirkte die Tanzperformance auf mich extrem hölzern und abhackt – das war schade, denn das Outfit sah ganz gut aus.

Cosplay-Wettbewerb

Auch Weiss aus „Rwby“ tanzte für uns – passend zum Wetter draußen, wurde es auch hier winterlich auf der Videoleinwand. Mit einem Gymnastikband und einem Schwert wirbelte die Darstellerin über die Bühne – das sah schon toll aus! Da hätte ich auch noch länger zuschauen können.

Danach erfuhr das Publikum, dass auch Anime-Figuren durchaus mit Komplexen zu kämpfen haben. Anubis etwa störte es, dass immer alle größer sind als er, aber wenn er sich auf einen Stuhl stellt, geht’s dann auch wieder – so kann er Unterschiede durchaus erfolgreich überwinden – das war echt zum Kichern.

Cosplay-Wettbewerb

Weil es hier Schlag auf Schlag ging zeigten nun die Wissenschaftler von Aperture Science, ob sie auch wirklich etwas können. Mit einem Testobjekt wurden hier die neuesten technischen Geräte für „Portal“ geprüft – aber erst stürzt die Testsoftware ab und dann werden keine Portale verschossen von dem Gerät – so ein Mist aber auch.

Für Lacher sorgten zwei Figuren aus „Magic the Gathering“ – unter anderem eine große Kriegerkatze. Ich habe hier leider die Namen der Charaktere echt nicht verstehen können. Die beiden hatten eine WG in Leipzig Connewitz und stritten sich über einige Dinge. Am Ende erschrak das Katzenwesen vor einer Gurke – was ein Brüller!

Cosplay-Wettbewerb

„Kingdom Hearts: Dream drop distance“ war die nächste Welt, in die wir eingeladen wurden. Einer der Darsteller wollte, absolut unpassend für dieses Universum, Pokemonmeister werden und hatte sich einen Zauberstab gemopst, um alles in Pokemonarenen zu verwandeln – schließlich wollte er den großen Meister Luigi besiegen und gegen die Jury kämpfen. Hier waren auf der Leinwand immer die Bilder der genannten eingeblendet, was für johlende Beifälle sorgte. Das war echt gut organisiert und toll umgesetzt – ich musste absolut grinsen!

Die vorletzten Teilnehmer, waren ein Duo, die von Kirschblütentiger als Gastmoderatorin angesagt wurden. Das Pärchen verzauberte sich gegenseitig und so wurde zu „Barbiegirl“ oder auch „Hardrock Hallelujah“ abgetanzt. Das war alles recht rasant und nicht so ganz durchschaubar – ich persönlich fand es zu wuselig.

Cosplay-Wettbewerb

Und den Abschluss des Wettbewerbs machte eine Dame, die als ein Pokemon auftrat und für uns ein Lied sang. Der Text des Stückes „Cosplay stirbt niemals“ wurde auf der Leinwand eingeblendet. Ihre Stimme brach ab und an bei hohen Tönen etwas weg, aber die Zuschauer gingen trotz allem mit. Am Ende standen viele und summten oder sangen mit – das war doch mal ein gelungener Abschluss für dieses Contest.

Wer letztendlich gewonnen hat, die Preise wurden während des Wettbewerbs von den Moderatoren nach und nach verraten, kann ich euch leider nicht verraten, denn die Preisverleihung fand erst eine Stunde später statt – die Jury brauchte schließlich etwas Zeit, sich aus diesem reichhaltigen Angebot die Sieger rauszupicken. Mir hat es auf jeden Fall gefallen und ich hätte es eigentlich fast allen gegönnt.

Weil es immer noch so voll war, blieb ich dann nur noch eine Weile in der Halle der MCC und schaute mir die Cosplays, die hier so rum liefen an. Selbstverständlich wurde auch hier noch etwas eingekauft – wo gibt es schon so vieles, was das Nerd-Herz begehrt auf einen Haufen?! Doch letztendlich war ich geschafft von drei Tagen Messe und auch das Wetter auf den Straßen verlangte noch etwas Aufmerksamkeit von mir. Und so besuchte ich doch keine Lesung mehr am Abend, auch wenn ich es wahrlich bedauerte, und machte mich durch Eis und Schnee wieder auf den Heimweg.

Fazit

Die Buchmesse ist in jedem Jahr einen Besuch wert – und weil so viel geboten wird, reicht meist ein Tag nicht dazu aus, um wirklich alles zu sehen. Selbst ich habe an drei Tagen noch nicht alles erkunden können. Ich habe wieder einmal viele spannende Lesungen besucht. Dabei habe ich tolle und interessante Bücher entdeckt, die mein Leseherz erfreuen könnten. Klar, es gab auch Vorträge, die meine Erwartungen nicht so ganz erfüllt haben, aber auch das gehört dazu. Von den Sicherheitsvorkehrungen der Messe war ich wieder einmal recht beeindruckt – es gab Taschenkontrollen und Sicherheitspersonal patrouillierte durch die Hallen – das war echt in Ordnung! Über die Preise für Speis und Trank möchte ich lieber nicht reden – der kluge Messebesucher bringt sich seine Verpflegung eben selbst mit. Viele großartige Verlage und Autoren habe ich treffen dürfen und ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen – vielleicht bei der LBM 2019! Ich werde auf jeden Fall wieder mit von der Partie sein – und ihr?

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Autor & Photos: Scratchcat

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