M’era Luna 2017: 11.-13.08.2017 Flugplatz Hildesheim – Tag 3

Dieser Tag sollte etwas besser werden, was das Wetter anging. Doch der Boden war so durchweicht, dass auch das Strohstreuen überall leider nicht mehr viel brachte. Gerade vor den Gastroständen war der Matsch zum Teil schon knöcheltief.

Impressionen

Als wir ankamen, spielten Johnny Deathshadow bereits ihr letztes Stück und bedankten sich bei den Zuschauern, die zu so früher Stunde schon vor der Bühne mitgerockt hatten.

Auch im Hangar war schon was los – Accessory hatten ihre Industrial-Klänge in petto und schüttelten damit die Zuschauer endgültig wach. Frontmann Dirk trug wieder einmal seine Sonnenbrille auf der Bühne – hatte er etwa am Vorabend wild gefeiert? Da es vor der Bühne noch nicht zu voll war, hatten die Fans genug Platz, ausgelassen zu tanzen, was den Musikern gut gefiel.

Ich schlenderte übers Gelände und fing tolle Outfits und dergleichen in Bildern ein – die Ergebnisse findet ihr in unseren Galerien. Währenddessen spielten Darkhaus auf der großen Bühne – eine Band, die ich persönlich echt toll finde – vor allem die Stimme von Sänger Ken mag ich sehr. Auch dem Himmel gefiel der Gig, denn die Sonne kam raus und die Farbe Blau ließ das Firmament erstrahlen. Der Sound war hier echt toll und flog nur so über den Flugplatz. „It’s good to be back“, so die Band und sie gaben echt alles. Die Fans waren glücklich und sangen Tracks wie „After the heartache“ lautstark mit. Und auch, wenn noch Platz vor der Bühne war – die Stimmung war schon sehr beachtlich.

Einer meiner Highlights an diesem Tag war dann der Auftritt von Versengold, die mit ihrem Album „Funkenflug“ sogar Platz zwei der deutschen CD-Charts erstürmten – Glückwunsch hierfür! Mit einem lauten Kracher, der alle weckte, ging es los und mit „Niemals sang und klanglos“ starteten die Jungs. Die Zuschauer bildeten ein Armemeer für die Band, die sich freudig dafür bedankte. „Habt ihr Bock auf ein bisschen Party-Folk?“ Diese Frage wurde inbrünstig bejaht und so wurde gemeinsam getanzt und abgefeiert. Das machte ordentlich Spaß! Klassiker und neue Stücke wechselten sich ab und sowohl irische Klänge, als auch Sauflieder kamen zu ihren Ehren. Bis in die letzten Reihen wurde mitgeklatscht – das sah schon toll aus! Und als wir dann alle die „Voraus-Absolution“ erhielten, rastete dann auch wirklich noch der Letzte schier aus. Das war großes Kino – danke die Herren!

Impressionen

Bei Megaherz war es vor der Stage dann wieder total voll – trotz des Schmodders, der überall nicht weniger werden wollte. Frontmann Alexander brüllte die Texte nur so raus. Er und seine Kollegen waren allesamt schwarz-weiß geschminkt und so sahen sie irgendwie evil aus.

Ich hörte den Gig nur von Weitem, denn die Suche nach etwas zu Essen trieb mich um. Das Speisenangebot war dieses Mal wieder sehr reichhaltig und ich konnte mich kaum entscheiden. Es gab von vegan bis Fleisch-Porn alles, süß und herzhaft – jeder bekam, wonach es ihm oder ihr gerade gelüstete. Zum Teil empfand ich die Preise schon etwas arg hoch, aber so ist das eben auf Festivals. Ich fand dann auch was Schmackhaftes und machte es mir mit Freunden etwas gemütlich.

So waren wir dann gestärkt, um bei The Crüxshadows ausgelassen mitzutanzen. In der Sonne waren viele Fans mit dabei und sie alle feierten zu Rogues Gesang ab. Der Frontmann war wieder einmal gut drauf und auch, wenn die Bühnentürme von Boxen zugestellt waren, er fand einen Weg, um an den Türmen hochzuklettern, wie wir es doch alle von ihm kennen. Ohne Kletteraktion darf kein Konzert der Formation sein! Die Geigerin JoHanna hatte ein echt heißes Outfit an und damit wirbelte sie beim Spielen über die Bühne – genauso wie ihre Mitmusiker. Da war echt was los und alle strahlten sie nur so. Nebelfontänen schossen immer wieder gen Himmel und bei Tracks wie „Valkyrie“ oder „Happy birthday“ ging es mächtig ab. Rogue kletterte dann auch mal von der Stage hinab und klatschte im Fotograben die erste Reihe ab. Das werden diese Fans sicher nie mehr vergessen!

Lesung Gerald Axelrod

Immer wieder machte ich mich bei dem doch besseren Wetter auf den Weg, um euch alle in Bildern einzufangen. Dabei kam ich am Diskohangar vorbei, in dem an diesem Tag auch Vorträge gehalten wurden. Autor Gerald Axelrod stellte hier seinen Bildband „Transsylvanien – Im Reich von Dracula“ vor und viele nahmen sich die Zeit, um seinen Ausführungen zu folgen. So erfuhr ich einige interessante Fakten über die historische Figur Dracula – also derjenige, der Dracula gewesen sein soll. Das passte ja auch ganz gut, denn gerade kam ein kleiner Schauer über das Gelände.

Doch weiter trieb mich mein Rundgang über den Mittelaltermarkt und an die Grenzen der Zeltplätze und so lauschte ich Mono Inc. wiederum nur von der Ferne. Wo ich dann aber wieder mit vor der Bühne war, war als Schandmaul die Stage enterten – wollte ich doch noch einmal die Band zusammen mit Geigerin Anna erleben. Kurz zuvor hatte sie nämlich verlauten lassen, dass sie bald die Formation verließe und so nutzte ich diese Chance. Sänger Thomas war gut drauf und auch, wenn es noch einmal anfing zu regnen – die Stimmung hätte kaum besser sein können. Beim Stück „Bunt nicht braun“ meinte der Frontmann verschmitzt dazu: „Eigentlich sollten wir das Lied vor anderen spielen, denn hier ist es schon angekommen.“ Dafür erhielt er viel Zwischenbeifall. Songs wie „Lichtblick“ oder „Vogelfrei“ wurden von den Fans aus voller Kehle mitgesungen und zu „Der Teufel hat den Schnaps gemacht“ schallte das „Na und“ lautstark übers Gelände. Es wurde gesprungen und getanzt – damit „die Hitze von innen die Kälte von außen bekämpfen konnte“. Tolle Idee!

Impressionen

Ein letzter Shopping-Rundgang führte mich wieder zwischen all den Händlerständen hin und her und so lauschte ich DAF nur mit halbem Ohr. Jeder Schritt fiel mir immer schwerer, da die Gummistiefel wegen des allgegenwärtigen Schlamms immer schwerer wurden. Und ich musste ja auch immer aufpassen, in diesem Schmodder nicht auszurutschen. Nicht umsonst wurde dieses M’era Luna zu „Wacken light“ umgetauft.

Das alljährliche Gruppenfoto der Konzertfotografen wurde wieder einmal ein großer Spaß, denn immer musste auf Nachzügler gewartet werden und am Ende waren doch nicht alle dabei und kamen zu spät. Die Zuschauer, die die Szenerie beobachteten, waren extrem amüsiert, weil sich die Damen und Herren mit den großen Kameras selbst zusammen aufstellten und sich ablichten ließen. Das ist ja auch ein Anblick, wenn alle mal gemeinsam posieren.

Bei Blutengel gab es wie immer eine tolle Show mitzuerleben – nackte Haut, Kunstblut und ein Mark Benecke, der Fackelhalter spielte – das hatte schon was. Die Zuschauer jubelten, was das Zeug hielt und die Band war sichtlich beeindruckt von der großartigen Stimmung. Zu diesem Zeitpunkt war der Himmel auch wieder blau und das Feuer auf der Stage trocknete zumindest die ersten Reihen durch die abgestrahlte Hitze.

Impressionen

Wir waren aber mittlerweile schon recht arg müde und kaputt – Kälte und Schlamm forderten ihren Tribut. Und so warteten wir nur noch die letzte Band ab – And One – der „ewige Headliner“ – sollten das M’era Luna 2017 beschließen. Sänger Steve war wie immer sehr schick im Anzug und seine gute Laune war echt ansteckend. Was allerdings seine Sprüche anging – diese kleine Drecksau – entschuldigt diesen Ausdruck – ich meine es eher im Spaß! So wie auch Steve seine Aussagen immer mit einem Augenzwinkern verlauten ließ. So meinte er etwa: „Wir haben kein Mitleid mit euch“, denn sie kamen ja aus dem trockenen Berlin. Hits wie „Technoman“ oder „Timekiller“ wurde frenetisch gefeiert und die Zuschauer tanzten noch einmal ausgelassen. Steve meinte: „Ihr seid alle alt und wir sind das letzte, dass ihr vor eurem Tod sehen werdet!“ Naja, das stimmte ja dann doch nicht so ganz und weiter ging es im Smash-Hit-Reigen mit „Wasted“ oder „High“, bei dem Joke Jay sang – genial!

Mit diesen Klängen in den Ohren machten wir uns dann aber auf den Heimweg – wir waren kaputt und verabschiedeten uns von allen Freunden. Es war, trotz des Wetters, ein tolles Festival mit vielen schönen Momenten und wir kommen auch 2018 gern wieder. Bis dahin!

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Autor & Photos: Scratchcat

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