Project Pitchfork: Festung Königstein Open Air 2017 28.07.2017 Festung Königstein

Mindestens einmal im Jahr ist das Festung Königstein Open Air (FKOA) für uns Pflicht. In diesem Jahr haben wir uns für Project Pitchfork und ihre Gäste Solar Fake entschieden, die am letzten Juliwochenende die Festung eroberten und zwei ausverkaufte Konzertabende vorweisen konnten. Auch das Wetter hat hervorragend mitgespielt, so dass uns ein „Projekt Pitschnass“ wie im Jahr 2014 erspart blieb. Es ging also bei strahlendem Sonnenschein in die Sächsische Schweiz, um den Herren aus Berlin und Hamburg unsere Aufwartung zu machen.

Solar Fake

Wie wir es vom FKOA gewohnt sind, ging es mit dem Lastenaufzug zur Festung hinauf, so verlief der Einlass zügig und entspannt und der Innenhof füllte sich schnell mit den Fans. Pünktlich um 19.45 Uhr begannen Solar Fake dann mit ihrem Auftritt, der vom ersten Lied an direkt in die Beine ging. Sven Friedrich und sein Kollege Andrè Feller stand die Spielfreude ins Gesicht geschrieben und die Fans gingen auch sofort mit. Der sympathische Sänger begrüßte das Publikum grinsend und lud alle zum Tanzen ein. Die Berliner Musiker lieferten einen Querschnitt durch ihr Repertoire, von „Here I stand“ über „More Than This“ bis hin zu „I Hate You More Than My Life“ wurden die Hits der Formation zelebriert. Bereits beim dritten Song „Under Control“ gesellte sich Benni Cellini (Letzte Instanz) als Gastmusiker dazu und lieferte mit seinem Cello einen interessanten neuen Akzent in der elektronischen Musik von Solar Fake. Die Leute im Burghof feierten die Herren, sangen mit und klatschten, was das Zeug hielt. Sven war sichtlich begeistert von soviel Resonanz und ließ sich davon noch ansteckten. Er tanzte zu seiner eigenen Musik auf der Bühne und auch Andrè tobte sich an seinem Keyboard richtig aus. An ihn geht übrigens der Preis für die meiste Mimik an diesem Abend. Solar Fake widmeten auch einen Song dem kurz zuvor verstorbenen Chester Bennington, indem sie den Track „One Step Closer“ aus der Anfangszeit von Linkin Park spielten. Leider war die Ansage zu diesem Titel nur schwer zu verstehen, Sven hatte wohl Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden und sang speziell dieses Lied mit viel Emotion. Später im Set kam Benni noch einmal auf die Bühne und rockte zusammen mit den Berliner Kollegen richtig ab – als wäre der Dresdner schon ewig ein Bandmitglied. Wir fanden, diese Kooperation hat Zukunft! Leider war die Spielzeit von Solar Fake viel zu schnell vorbei, aber wir hatten auf jeden Fall richtig Spaß mit Sven und Andrè. Die Musiker verabschiedeten sich winkend und grinsend von den Fans und wünschten uns noch viel Spaß mit der folgenden Band – und auf die hatten die meisten Besucher sehnsüchtig gewartet.

Project Pitchfork

Auf der Bühne wurde rasch umgebaut, damit Project Pitchfork auch pünktlich beginnen konnten. Das Schöne an solchen Konzerten ist, dass einem vorher nie wirklich bewusst ist, welche Songs gespielt werden. Die Hamburger haben einen riesigen Fundus an Hits und Klassikern, die für jeden Abend neu zusammengemixt werden. Es kann also gut sein, dass die Fans immer wieder überrascht werden – so auch an diesem Freitag Abend! Bereits beim Intro hatten viele Fans Gänsehaut und große Augen, denn die Pitchies begannen mit „L’am Bras“, was direkt einen Szenenapplaus bewirkte. Peter Spilles ließ sich auch nicht lumpen und feuerte direkt ein paar All-Time-Favoriten in Form von „Timekiller“ und „Conjure“  hinterher. Überhaupt war die Band wohl leicht melancholisch gestimmt, denn die Setliste führte vor allem in die älteren Alben der Band. Selten zu hörende Stücke, wie „An End“, „The Longing“, „Pan“ oder „Fire & Ice“ hatten es auf den Plan geschafft und wurden vom Publikum frenetisch bejubelt. Aber auch die Tanzflächenfüller „Rain“, „Alpha Omega“ und „Io“ kamen nicht zu kurz und so konnte der selig grinsende Sänger auf permanent tanzende und feiernde Fans blicken. Im Gegensatz zu meinen sonstigen Erfahrungen mit Project Pitchfork war der Frontmann auch richtig gesprächig und konnte sich den einen oder anderen Witz nicht verkneifen. Sehr schön, so mag ich das! Beeindruckend waren auch wieder die drei Livedrummer Achim, Nook und Leo, die in perfekter Synchronität auf ihre Felle eindroschen und selbstverständlich ein Solo spielten. Beim Titel „Dividing Line“ bekam Peter Unterstützung am Mikrofon von Sven Friedrich, was wiederum heftig beklatscht wurde. Im Set ging es dann noch mit den Klassikern „Requiem“, „God Wrote“ und „Terra Incognita“ weiter, bevor sich die Band eine kurze Verschnaufpause gönnte.

Project Pitchfork

Das fanden die Besucher zwar weniger schön und forderten energisch eine Zugabe, aber die Pitchies wären nicht sie selbst, wenn sie nach einer Stunde sang- und klanglos verschwinden würden. So wurde DER Hit schlechthin gespielt – „Souls“ schallte durch die Sommernacht und so ziemlich jeder im Burghof sang mit. Auch zum Tanzen gab es nochmal die Gelegenheit, denn die Hamburger ließen es mit „Beholder“ und Rescue“ krachen, um dann erneut von der Bühne zu huschen.

Die Fans hatten natürlich noch nicht genug und klatschten die Musiker ein letztes Mal heraus. Es folgten noch drei Tracks, doch wir verabschiedeten uns an dieser Stelle von der Festung, verließen mit „Titanes“ im Ohr den Burghof und machten uns auf den Heimweg.

Fazit des Abends – ein rundum gelungener Konzertabend auf einer beeindruckenden Festung Königstein, zwei sehr gut gelaunte Bands, die ganz viel Spaß gemacht und jede Menge Tanzorphine ausgeschüttet haben. Das FKOA war wie immer bestens organisiert, es gab ausreichend Platz im Burghof, Getränke und Verpflegung gingen zu vernünftigen Preisen und in ordentlicher Menge zum Sattwerden über den Tresen. Wir danken an dieser Stelle den beiden Hauptakteuren Project Pitchfork und Solar Fake für die Musik und den Spaß, der Konzertagentur Dresden und der Festung Königstein Open Air für die Einladung und hoffen, dass wir uns im nächsten Jahr wieder auf der Festung treffen.

Autor: Pitchfairy

Photos: Michi

Hier geht es zu den Galerien des Abends

Schreibe einen Kommentar