Saltatio Mortis: In Castellis 15.07.2017 Wasserschloss Klaffenbach Chemnitz

In Castellis – so der Titel einer kleinen, aber besonderen Tournee, die Saltatio Mortis (SaMo) 2017 bestritten hat. Zu ganzen fünf Terminen wurde in kleinen Schlössern der Republik aufgespielt – immer zusammen mit ihren Freunden von Versengold. Am 15.07.2017 machte der Tross im Wasserschloss Klaffenbach bei Chemnitz Halt und wir waren für euch mit von der Partie.

Versengold

Der Einlass verlief reibungslos und schnell füllte sich der Innenhof des Wasserschlosses. Alle warteten gespannt auf die beiden Gigs und dann war ein Krachen zu hören – das Intro von Versengold begann und nun waren die Zuschauer sehr gespannt. Die Musiker der Folk-Formation kamen einzeln nach vorn und Frontmann Malte stellte die entscheidende Frage: „Hallo Chemnitz – habt ihr Bock auf bisschen Folk?“ Das wurde lautstark bejaht und so konnte es mit der neusten Single „Niemals sang- und klanglos“ losgehen. Die beiden Geiger Florian und Alexander waren gut drauf und gaben von Anfang an ihr Bestes. Und auch das Publikum war guter Laune, denn es wurde direkt mitgeklatscht, was die Band freute. Der vierstimmige Gesang war super abgemischt und klang großartig. Die Herren Gitarristen – Daniel und Eike – standen immer wieder beisammen und rockten sich immer wärmer. Und beim Refrain wurde in den ersten Reihen bereits mitgesungen. Der Sänger verriet, dass sie gern „mit unseren Freunden von Saltatio Mortis“ unterwegs seien und diese Tournee genossen. Mit ihrem Titelsong „Versengold“ auf den Lippen wurde weiter getanzt – vor und auf der Bühne – die Fans sangen mit, die Arme waren überall oben und mit einem breiten Grinsen im Gesicht gaben die Musiker alles. Es folgte „Verliebt in eine Insel“ – ein „Liebeslied für Irland“, wo sie musikalische Unterstützung von Elsi von SaMo bekamen. Das sei „längst überfällig“ gewesen. Dieser spielte hier auf der Uilleann Pipe – einer typisch irischen Form des Dudelsacks – echt beeindruckend! Passend zu Irland war die Stage hier in grünes Licht getaucht. Ein weiteres neues Stück vom kommenden Album „Funkenflug“ war dann der „Feuergeist“ – hierbei wurde Malte von Eike und Daniel eingerahmt und zusammen rockten sie, was das Zeug hielt. Selbstverständlich gibt es zur neuen CD auch eine eigene Tournee, für die gleich mal Werbung gemacht wurde und im Anschluss stimmten sie „Haut mir kein‘ Stein“ an. Hierbei stand Alexander mal am Keyboard oder aber er kam an der vordersten Bühnenrand, um die Fans noch weiter anzuheizen. Der nächste Track war wieder ein neuer – „Samhain“ würde „etwas gruselig“ sein und beschreibt die düsteren Sagen, die sich um diesen Tag ranken. Die Zuschauer klatschten hierbei im Takt mit, die Saiten der Geigen wurde lediglich gezupft. Das Lied war so einzigartig, dass ich mich persönlich in den Irland-Urlaub zurückversetzt fühlte – danke dafür!

Versengold

Auch danach ging es mächtig ab bei „Spaß bei Saite“, dass „von unserer finanziellen Lage“ berichtete. Das Mitgrölen wurde immer lauter und die Tänze und das Herumspringen wurden ebenfalls immer ausgelassener. Das Tanzen wurde kaum unterbrochen und ging bei „Paules Beichtgang“ weiter und hier sangen wirklich alle Anwesenden mit. Der Rhythmus war absolut grandios und Alexanders Geigensolo wurde lautstark bejubelt. Das war für uns alle „die totale Vorausabsolution“, denn so konnten wir ungestraft ausrasten und kamen doch noch in den Himmel – toll, oder?! Eike spielte seine Gitarre sogar hinter dem Kopf – das sah irre aus! Es gab Zugabe-Rufe, denn eigentlich sollten die Jungs schon am Ende ihres Gigs sein. Aber nein, ein Song durfte hier nicht fehlen – „Drey Weyber“ – ein Sauflied – wurde mit solcher Inbrunst von Band und Fans zelebriert, dass es eine wahre Freude war. Mit mehrstimmigem-Choral-Zwischenteil und Geigenduell von Florian und Alexander war das Ganze echt etwas Besonderes. Doch dann wurde sich auch schon gemeinsam verbeugt. A Capella stimmten sie noch „… auf unserem Tonträger“ an, was nicht nur sehr cool rüberkam, sondern auch echt super klang. „Es war kurz, aber es war wunderschön“, so der abschließende Kommentar der Formation. Das Kompliment kann ich nur zurückgeben und danke für dieses wunderbare Folk-Konzert in toller Kulisse – wir hätten gern mehr davon!

Saltatio Mortis

Dann wurde für den Hauptact umgebaut – waren wir doch alle eigentlich wegen Saltatio Mortis hier. Das Intro erklang und vor der Stage wurde es nun richtig eng. Alle Herren rannten einzeln nach vorn und ließen sich mit Beifall begrüßen und dann startete die Formation mit „Früher war alles besser“ durch. Wie immer sprang Frontmann Alea hin und her und machte sein berühmtes Spagat in der Luft – einfach beeindruckend. Dann feuerte er die Menge an und direktes Mitsingen und Mitklatschen war die Antwort der Zuschauer. Die Arme waren oben und es wurde im Takt mitgesprungen. Anfangs war die Stimme des Sängers etwas leise, aber zum Glück wurde das schnell angepasst. Die Lichtshow war wirklich toll anzusehen und als „Idol“ angestimmt wurde, kasperte Jean mit Alea herum, genauso wie Luzi und Frank ihre Faxen machten – was für ein Spaß! Tills Gitarrensolo wurde lauthals bejubelt. „Herzlich willkommen an diesem wundervollen magischen Ort“, so die Begrüßung durch den Sänger. Gemeinsam wurde zu den Klängen von „Daedalus“ gesprungen – alle Köpfe gingen im Gleichtakt nach oben – tolles Bild. Auch nach oben drängten Feuerbälle und Flammenstöße – die Feuer-Show war wahrlich imposant und es wurde warm, trotz dem das Konzert im Freien statt fand. Es folgte „ein ganz besonderer Moment – er gehört Lasterbalk“. Der Drummer ließ die Menge nach Vorgabe grölen und leitete dann zum „Sündenfall“ über. Hier wurde wieder viel Feuer gemacht – irre! „Wo sind die Clowns?“, das war die Frage im nächsten Stück und Alea und Luzi wurden hier am vorderen Bühnenrand von unten angeleuchtet, was sie irgendwie bösartiger wirken ließ, als sie doch in Wahrheit sind. Was dann folgte, war irgendwie abgefahren – mitten im Sommer sangen die Herren für uns „Willkommen in der Weihnachtszeit“ – die Menge sang mit voller Inbrunst mit und Alea sprang auf der Stage im Kreis herum – dieser Moment war irgendwie surreal!

Saltatio Mortis

Hiernach kam Lasterbalk nach vorn, er hatte dabei eine Trommel umgeschnallt. Dann ließ er alle elektrischen Lichter auf der Bühne ausschalten und so beleuchteten nur noch die Feuerschalen die Szenerie. Es wurde akustisch – so wie früher, als die Band einst auf Mittelaltermärkten ihr Werk begann. „Aus der ganz alten Mottenkiste“ hatten sie für uns nun parat – „Der Knöterich“. Alea und Elsi mit Dudelsack und Lasterbalk mit der Trommel begannen und dann setzten alle anderen mit ein. Das hatte echt was! Es folgte ein weiteres Instrumental und schließlich „Totus floreo“, wo Alea wiederum sang. Die Anhänger von SaMo rasteten schier aus und feierten ihre Helden frenetisch. Wir fühlten uns in alte Zeiten mit der Band zurückversetzt, als sie vierstimmig alte Choräle darboten.

Nach diesem kurzen, aber großartigen Ausflug in die gute alte Zeit, hieß es kurz „entspannt euch“. Alle mussten sich hinhocken, während Alea etwas erzählte. Doch die Entspannungsphase dauerte nicht lang an – alle zusammen sollten dann hochspringen, denn „Wachstum über alles“ wurde zelebriert. So konnte wieder gemeinsam abgerockt werden. Ebenso zu „Des Bänkers neue Kleider“, wo die Bühne in blaues Licht getaucht war, nur Alea wurde rot angeleuchtet. Die Arme waren oben und wogten wie ein Meer. Jean begann „Satans Fall“ am Klavier und dann setzte der Rest ein – die Feuer brannten, passend zum besungenen Herrn der Hölle, und dann wurde der Text noch von Jean und Elsi gestisch untermalt – die hatten echt Spaß auf der Stage.

Saltatio Mortis

Es folgte „ein echter Höhepunkt des Abends“, so Lasterbalk. Die Musiker von Versengold enterten die Bühne und wurden mit einer Laola-Welle begrüßt. Zusammen spielten die beiden Bands für uns den „Sandmann“. Aleas und Maltes Stimme harmonierten super, die Lichtshow war grandios und die Arme der Fans waren allesamt erhoben. Am Ende umarmten sich die beiden Sänger – ein schöner Anblick! Alea meinte noch, dass Malte „ne Stimme wie Samt“ habe, bevor sie sich schon wieder verabschieden mussten.

Saltatio Mortis

Wieder allein forderte der Frontmann die Zuschauer auf, Handylichter und Feuerzeugen aufleuchten zu lassen. Sie angestrahlt wurde „Maria“ gespielt und die Fans sangen aus voller Brust mit. Bei „Equinox“ marschierten die Dudler – Luzi, Elsi und Falk – auf der Stage hin und her, während Alea auf dem Podest am vorderen Bühnenrand alles gab. Das sah schon cool aus! Danach erzählte wiederum Lasterbalk eine kleine Geschichte – nämlich die, wie er einst mit Falk diese Band ins Leben gerufen hatte, denn „jeder Mensch hat seine Nemesis und meine ist Falk“. Und als Rache für alles Bisherige musste Falk nun wieder einmal singen – und das obwohl er gar nicht französisch sprechen kann. Wir hatten aber unsere Freude an „Dessous le Pont de Nantes“ und textlich war dann doch alles in Ordnung – ein weiteres Highlight des Abends! Erleichtert gab es nach der letzten Note das Mikrofon wieder an Alea zurück, der mit den Zuschauern das Mitbrüllen übte – ein Leichtes. So eingestimmt wurde dann bei „Eulenspiegel“ umso lauter mitgegrölt. Weil hier jeder Musiker seinen Spaß haben sollte, folgte Aleas „ganz persönlicher Lieblingsmoment“ – er machte sich auf, um von den Fans auf Händen getragen zu werden, während er den „Rattenfänger“ sang – das klappte wie immer super und die Menge hatte ebenfalls ihre Freude daran. Der Frontmann wurde einmal quer über den Hof des Schlosses getragen und wieder auf der Stage angekommen, sangen Publikum und er gemeinsam weiter. Es folgte das nächste „kleine Ritual“. Alle mussten sich beim Nachbarn einhaken und zusammen springen – nur so wurde bei SaMo das Stück „Koma“ gebührend zelebriert. Die Stimmung war absolut ausgelassen und hätte nicht besser sein können. „Danke, dass wir mit euch zusammen soviel Spaß haben können“, so der Kommentar zu dieser echten Party. Um dem Ganzen noch eine Krone aufzusetzen, erklang „Worte“, wo alle zusammen beim Refrain die Fäuste in die Luft streckten. Wiederum war Tills Solo auf der Gitarre gigantisch und passend zu den ganzen Flammen auf der Bühne wurde im Anschluss „Spiel mit dem Feuer“ offeriert. Es wurde so warm – Band und Fans waren so langsam am Ende. Das Ende des eigentlichen Gigs war hier auf jeden Fall erreicht, denn sie verbeugten sich allesamt und schon war die Stage leer.

Saltatio Mortis

Das nahmen die Zuschauer dann aber doch nicht so einfach hin. Es wurde gejubelt und geklatscht, bis die Musiker wieder nach vorn kamen. Mit einem Armemeer wurden sie begrüßt und so wurden die „Ode an die Feindschaft“ und „Habgier und Tod“ gemeinsam gesungen und gefeiert. Die Lichtshow war wieder absolut erstklassig und als Jean dann am Klavier den „Spielmannsschwur“ anstimmte, holten alle Anwesenden noch einmal alles aus sich heraus. Als letztes Schmankerl kamen auch noch einmal die Kollegen von Versengold mit auf die Bühne, um das Stück mit ihren Freunden darzubieten. Es wurde mächtig voll auf den Brettern, die die Welt bedeuten, aber alle zusammen hatten sie ordentlich Spaß. Die Feuerschalen brannten, Flammenstöße schossen gen Himmel und wirklich jeder sang hier mit. Am Ende lagen sich alle Musiker in den Armen und verbeugten sich gemeinschaftlich – was ein tolles Abschlussbild – es hätte nicht schöner sein können!

Wir hatten bei In Castellis einen wahrlich wunderbaren Abend mit zwei tollen Konzerten, schönen Momenten und ausschließlich guter Musik. Was soll ich dazu noch sagen?! Wer das versäumt hat, hat wahrlich etwas verpasst. Gern hätte der Abend noch länger so gehen können. Wir danken Versengold und Saltatio Mortis und hoffen, diese unschlagbare Kombination in Bälde wieder einmal live erleben zu dürfen – wir sind auf jeden Fall wieder mit an Bord!

Autor: Scratchcat

Photos: Pyro

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