Solar Fake: Acoustic – Sedated Tour 2017 17.03.2017 Schauburg Dresden

Solar Fake haben im Frühjahr mit ihrer „Acoustic – Sedated Tour 2017“ zu ein paar besonderen Abenden eingeladen – all ihre Songs im akustischen Gewand in einem intimeren Rahmen. Das letzte Konzert dieser kleinen, aber feinen Tournee fand am 17.03.2017 in der Schauburg in Dresden statt – und wir waren für euch mit dabei. Schnell war der Abend im Vorfeld ausverkauft und ebenso schnell waren alle Sitzplätze im großen Saal der Schauburg belegt. Wir suchten uns dann ein kleines Eckchen auf den Treppen und warteten ab.

Solar Fake

Das Licht ging aus und wir hörten hier und da „Pst“-Geflüster. Die Musiker Dirk Riegner am Klavier, Norman Selbig und André Feller an den Gitarren und Benni Cellini am Cello kamen nach vorn und wurden mit Beifall begrüßt. Als dann auch noch Sänger Sven Friedrich die kleine Bühne betrat, jubelte der ganze Saal los. Alle setzten sie sich hin und dann begrüßte uns Sven mit den Worten: „Schön, dass ihr da seid. Herzlich Willkommen!“ Musikalisch ging es dann mit „Not what I wanted“ los, bei dem Benni die Saiten seines Instruments nur zupfte. Die Stimme von Sven kam gut rüber – sie hallte sogar ein wenig nach. Auch Klavier und die Gitarren klangen super und fast alle hatten sie die Augen geschlossen, als ob sie den Augenblick genossen. Nach diesem ersten Stück kam Rico Schwibs – besser bekannt als Mutti Stolz – an der Geige mit dazu und der Frontmann meinte: „Mal schauen, ob ihr das nächste Stück erkennt.“ Blaues und grünes Licht erstrahlte und selbstverständlich erkannten die Zuschauer „Under control“ recht schnell und applaudierten. Beim Refrain griff auch Sven in die Tasten eines Keyboards, das bei ihm stand. Cello und Geige setzten zur Melodie tolle Akzente – also mir gefiel diese akustische Variante recht gut und scheinbar war auch der Rest im Saal dieser Meinung. Mit „Reset the default“ folgte „etwas Älteres“, wo erstmalig im Takt mitgeklatscht wurde. Den Beat gab die Band vor und das Publikum stieg schnell ein. Nebel waberte dazu durch den Raum und Sven konnte nicht umhin, den Text mit Gestik und Mimik zu unterstreichen – außerdem wippte sein Fuß immer mit. Im Hintergrund leuchteten im Takt LED-Leisten auf und setzten einen optischen Rahmen.

Solar Fake

Als nächstes gab es mal keinen Solar Fake-Titel auf die Ohren, denn „Wir haben auch Cover-Versionen dabei“. Dirk begann am Klavier und Jubel war zu hören – wir kamen in den Genuss des Depeche Mode-Klassikers „Precious“ – echt toll! Was mir im Anschluss bei „All the things you say“ auffiel, war die Tatsache, dass André doch auch mal tatsächlich stillhalten kann auf der Bühne – sonst steht er ja bei den Gigs kaum eine Sekunde ruhig da – doch hier klappte es echt gut. Dafür ging er im Gitarrenspiel auf. So auch bei „I hate you more than my life“, als die Gitarristen loslegten und mitgeklatscht wurde. Die Musiker schienen echten Spaß zu haben und das war ihnen anzumerken – so hatte auch das Auditorium viel Freude an dieser Variante des Liedes. Ein weiterer Cover-Track folgte hiernach – „Kein zurück“ „von einem befreundeten Künstler“, oder besser gesagt von Wolfsheim, erklang und vor allem das Cello am Ende kam mächtig gut an in Dresden. Der Beifall war fast frenetisch. Doch hiernach sollten wir noch ein wenig mitmachen – mitsingen war angesagt: „Ich sehe Angst in euren Augen – zu Recht!“ Doch diese Angst war unberechtigt – jeder kannte den Text von Peter Heppners Hit „Meine Welt“ und André dirigierte den Chor. Passend zu den Liedzeilen wechselte auf der Bühne immer mal wieder die Lichtfarbe – schick gemacht. Nach diesem gemeinschaftlichen, schönen Moment ging es wieder zurück ins Repertoire von Solar Fake und „Where are you“ kam zu seinen Ehren. Mit geschlossenen Augen sang der Frontmann und gestikulierte wieder umfassend hierzu. Grünes Licht rahmte das Ganze ein. Beim folgenden Stück „Stay“ war dann rosa und orange Lichtstimmung angesagt. Mutti Stolz schloss immer wieder die Augen, wenn er gerade nicht selbst spielen musste, und sog das tolle Feeling im Saal förmlich in sich auf. Auch Svens Gesang war sehr gefühlvoll und wirklich jeder seufzte, als die letzte Note verklungen war. Damit es nicht zu schwermütig wurde, legte die Band hier eine Pause von etwa 20 Minuten ein – Beine vertreten und Toilettengang war bei den meisten angesagt.

Solar Fake

Als dann alle wieder zurück waren – es wurde extra etwas länger gewartet, da die Warteschlange am Damenklo so lang war – kamen nur Dirk und Sven wieder hervor. Der Sänger sagte mit einem Augenzwinkern: „Die anderen haben spontan gekündigt.“ Zu zweit stellten sie uns zwei Stück von Dirks Projekt Caleidoscop vor. „How sweet the pain can be“ machte da den Anfang. Dirk sang und Sven gab lediglich die zweite Stimme. Der zweistimmige Gesang klang echt gut und das Publikum honorierte die Darbietung mit viel Applaus. Dann kam noch Benni hinzu und gemeinsam spielten sie für uns „And then it ends“. Dieses sehr ruhige Lied hatte was von Melancholie und tiefer Verbundenheit – nicht wenig Pärchen im Saal kuschelten sich hier ganz eng aneinander. Im Anschluss kamen die restlichen Musiker auch noch vor – „doch nicht gekündigt“ – und bei rosa Licht stimmte die Formation „Hiding memories from the sun“ an. Svens tiefe Stimme kam hier echt gut rüber, vor allem die Mädels im Saal jubelten am Ende. Für mich persönlich war diese akustische Version allerdings nicht so ganz stimmig – irgendwie passte der Beat für mich nicht so ganz – ich kann es schlecht erklären, aber hier fand ich die elektronische Variante runder.

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Hiernach hörten wir „was Frischeres – äh, Jüngeres“. Gemeint war „I don’t want you in here“, wo wieder einmal die LED-Leisten im Hintergrund aufleuchteten. Nahtlos ging direkt mit „Until it’s over“ weiter, wo Norman regelrecht abrockte an der Gitarre. Ihm taten es einige Zuschauer gleich. Dann folgte mit dem Hurts-Smashhit „Sunday“ „noch ’ne Cover-Version“ und die hatte es echt in sich. Der Beat war echt super und auch André sang hier im Refrain mit – ein wahrer Trommelfellschmeichler. Die Zuschauer klatschten im Takt mit und am Ende tobte der ganze Saal – eine gelungene Sache! Nach „The race of the rats“ folgte „theoretisch jetzt erstmal das letzte“ Lied. Dirk begann am Klavier und die Fans erkannten „The pages“ natürlich sofort – es wurde lautstark gejubelt. Das blieb auch den ganzen Song über so und am Ende wollte der Beifall kaum enden. „Vielen, vielen Dank – bis gleich“, so verabschiedete sich der zufrieden lächelnde Sänger von uns und schnell war die Bühne wieder leer.

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Die Zuschauer klatschten und trampelten mit den Füßen und schnell kamen die Herren Musiker wieder – zur Freude des Auditoriums. „Also, wenn wir so freundlich gebeten werden, wollmer uns nicht lumpen lassen“, so Svens Kommentar zur guten Stimmung. Er erklärte, dass es für ihn immer noch ungewohnt sei, bei einem Konzert zu sitzen – er sich nun aber auch nicht mehr dran gewöhnen bräuchte, da es schließlich das letzte Konzert der Tour sei. „Under the skies“ erklang nun und wieder klatschten alle im Saal den Takt mit – das war ein Spaß. Die Darbietenden waren sichtlich erfreut darüber. Danach kamen wir in den Genuss der „letzten Coverversion für heute Abend“. Sven und seine Kollegen hatten für uns den VNV Nation-Klassiker „Illusion“ vorbereitet, der in der akustischen Solar Fake-Ausführung wahrlich ein Sahnestück des Sets war. Gänsehaut war hier garantiert! Doch dann sollte schon wieder Schluss sein – oh, nein!

Solar Fake

Wieder wollten der Beifall und die Jubelrufe nicht verstummen und die Herren ließen sich schnell erweichen, noch eins drauf zu legen. Die 1. Reihe stand auf für Standing Ovations und auch der restliche Saal erhob sich zur letzten Zugabe. Sven verkündete noch einmal, dass dies ihr „letzter Abend“ der Tournee sei und sie echt viel Spaß gehabt hätten. Er dankte dann allen Agenturen, der Crew, den Technikern und den Helfern am Merchandise. Außerdem ließ es sich der Sänger nicht nehmen, alle Musiker namentlich vorzustellen – „war echt ’ne tolle Zeit!“ „Here I stand“ wurde vom Publikum total abgefeiert und keiner saß mehr auf seinem Sitz. Es wurde getanzt – auch wenn es nur die akustische Version war – und der Beifall war großartig. Dann folgte „Your hell is here“, wobei es für die Fans wohl eher der Himmel denn einer Hölle war. Der Beat war hier echt genial und wirklich jeder der Musiker ging richtig mit – die gute Laune war so ansteckend, dass ich kaum aufhören konnte, zu grinsen. Bei „Pain goes by“, dem wirklich letzten Lied des Abends, wählte der Frontmann erstmal die falsche Tonart und es musste von vorn begonnen werden. Das machte aber gar nichts und so wurde es zu einem fulminanten Abschluss. André feuerte den Beifallssturm noch an und genoss es sichtlich. Der Rhythmus des Stückes ließ alle durchdrehen und es war ein würdiges Ende für einen durchweg positiven und gelungenen Auftritt. Sven tänzelte herum und winkte am Ende mit einem fetten Grinsen im Gesicht: „Wahnsinn! Vielen Dank!“ Gemeinsam verbeugten sich die Herren noch einmal für uns und unter Winken verabschiedeten sie sich.

Mensch – das war doch mal was Feines! Solar Fake sind ja in der elektronischen Variante immer schon ein Garant für gute Stimmung, aber auch akustisch können sie echt was. Die Songs sind natürlich allesamt ruhiger, aber auch entschleunigt machen sie viel her. Wir von UnArt empfehlen – solltet ihr Sven und André einmal akustisch miterleben können, nehmt diese Möglichkeit unbedingt wahr – es lohnt sich zu 1000%! Wir hatten einen tollen Abend und danken dafür – bis zum nächsten Mal…

Autor: Scratchcat

Photos: Pyro

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