Versengold: Zeitlos-Tour 18.03.2016 Tante Ju Dresden

Am 18.03.2016 riefen Versengold zum zweiten Teil ihrer „Zeitlos“-Tour. Die erste Show fand  im gemütlichen kleinen Club Tante Ju in Dresden statt. Die wartende Schlange vor dem Club sah eigentlich nach wenig Ansturm und kaum danach aus, als ob dies ein unvergesslicher Abend werden könnte, aber da wurden wir sehr schnell eines Besseren belehrt. Bei nasskaltem Wetter war aber auch verständlich, dass langes Anstehen nicht so reizvoll für die Besucher war.

Versengold
Versengold

Schon vor Show-Beginn riefen die Fans ihre Idole und versuchten, die Band mit Klatschen und Sprechchören auf die Bühne zu locken. Als dann das Licht ausging, war der Jubel groß, doch dieser wich schnell ungläubigen Staunens, da statt mythischen Gewitter-Sounds lustige Disco-Musik aus den Boxen drang. Dieser kleine Patzer hat den Tontechniker kurz ins Rudern gebracht, aber konnte ziemlich schnell behoben werden, sodass nach kurzer Zeit dann doch noch das eigentliche Intro, nämlich Gewitter-Sound und Sturmböen, verrieten, dass der Startschuss gefallen war. Die Band selbst hat es mit Humor genommen, Sänger Malte quittierte: „Das Konzert beginnt genauso perfekt, wie geplant“. Humor und Spaß waren dann auch die Stichwörter für den gesamten Abend. Ich habe selten eine Band erlebt, die ihr Publikum so derartig mitreißen kann. Das unter den anwesenden etwa 400 Fans eine Stimmung hervorgerufen wurde, als ob 2.000 Menschen vor der Bühne stehen würden – absoluter Wahnsinn, kann da nur gesagt werden! Das Zusammenspiel zwischen Fans und Musikern war absolut einzigartig. Wie ein eingespieltes Team wurde da mitgesungen, geklatscht und getanzt. Das Einzige, in dem die Herren auf der Bühne etwas eingeschränkt waren, war der Bewegungsdrang, was vor allem Malte anzumerken war. Hat er doch glatt seine Tanzeinlagen aufgrund des Platzmangels stark einschränken müssen – sieben Musikanten und eine kleine Bühne forderten dann doch ihren Tribut. Nichts desto trotz sind alle ins Schwitzen gekommen, auf und vor der Bühne. Songs wie „Wem? Uns!“ oder „Spaß bei Saite“ haben die Stimmung zusätzlich angeheizt.  Die Frage „Wollt ihr ein Trinklied hören?“ hatte sich eigentlich schon erübrigt, aber es kann ja mal gefragt werden. Natürlich wollten dies alle, also folgte die dazu passende Aufforderung „dann helft uns klatschen!“. Das die rauen Seemänner aber mehr drauf hatten als Spaß- und Sauflieder, bewiesen sie bei der traumhaft schönen Ballade „Frühlingsgruß“. Ich habe selten einen Song gehört, der mich direkt beim ersten Hören so emotional berührt hat wie dieser. Hinter jeder harten Schale steckt halt doch ein butterweicher Kern.

Versengold
Versengold

Wie einem kompletten Publikum das Schunkeln beigebracht wurde, konnten wir bei „Ich und ein Fass voller Wein“ erleben. Nach kurzer Anleitung schunkelte der ganze Saal, das war ein super Anblick. Der gleichen Meinung war auch die Band und meinte: „Wichtig dabei ist, möglichst bescheuert auszusehen – das kriegt ihr super hin!“ Danach gab es dann eine kleine Verschnaufpause für die Musiker, das heißt alle außer Schlagzeuger Shorty, der uns mit einem Drumsolo weiter unterhielt und ganz nebenbei noch ein kleiner Augenschmaus für die weiblichen Fans darbot, da er mit freiem Oberkörper spielte. Merkwürdigerweise war die Hauptaufforderung des Publikums „Ausziehen“, diese Rufe waren immer wieder zu hören und das auch noch von den Männern – der Hintergrund dazu blieb verborgen und war selbst für die Musiker etwas befremdlich. Weiter im Programm ging es dann auch wieder mit mehr Party. Die Frage „Wollt ihr noch ein Sauflied hören?“ wurde lautstark bejubelt und „Drey Weyber“ wurde zum Besten gegeben.

Versengold
Versengold

So langsam ging der Abend dann auch zu Ende und Versengold verabschiedeten sich. Die Fans waren da ganz anderer Meinung und forderten derartig laut Zugaben, dass sogar der Boden des Tante Ju zum Beben gebracht wurde. So etwas habe ich noch nie erlebt, schon gar nicht bei einem Clubkonzert mit relativ kleinem Publikum. Das war einfach unglaublich! Natürlich wurde der Aufforderung gern Folge geleistet und es gab noch einige weitere Songs für das feierwütige Publikum.

Insgesamt war das echt ein tolles Konzerterlebnis. Jeder der bisher dachte „Versengold ist nicht so meins“, sollte die Jungs unbedingt mal live erleben. Das lohnt sich auf jeden Fall! Wer einen Abend voller Spaß und sprühender Energie erleben will, ist hier definitiv bestens aufgehoben. Also wenn Versengold einmal bei euch in der Nähe spielen sollten, dann geht hin! Eine großartige Live-Band erwartet euch und wird euch mitreißen. Dieses Konzert lässt sich nur mit einem Wort zusammenfassen: Wahnsinn! Toll gemacht.

Autor: Nicky

Photos: Chrounos

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