26. WGT: 02.-05.06.2017 Leipzig – Tag 2

Üebermutter

Ausgeruht machten wir uns am zweiten Tag schon mittags auf – gab es doch etwas Besonderes mitzuerleben. Beim VEID e.V. hatte sich Schirmfrau Luci van Org nach 10 Jahren Bühnenabstinenz mit ihrer Formation Üebermutter angekündigt – es sollte einen Akustik-Gig geben. Das konnten wir uns auf keinen Fall entgehen lassen! Es war vor Ort so viel los, dass es oben in den Räumlichkeiten schon brechend voll war und unten immer noch eine große Schlange mit Fans war. So wurde spontan umdisponiert und das Trio spielte kurzerhand vor der Tür im Freien. Jubel brandete auf und dann legten sie los. Luci bärmelte zwar etwas, weil sie „das allererste Mal in einer Band Gitarre“ spielen würde – sonst immer nur Bass – aber es würde schon schief gehen. „Kinders, wir sind sprachlos und glücklich“, ob der vielen Anwesenden und schon wurde „Heim und Herd“ angestimmt. Anni an der Drumkiste und Michael an der Gitarre strahlten mit Luci um die Wette und das Ganze klang echt super. Die Fans sangen von den ersten Tönen an mit und feuerten die Band durch Beifall immer weiter an. Bei „Wein mir ein Meer“ kam es zu einer kleiner Unterbrechung, denn „Brettner, du hast verkackt“, so die Frontfrau zu ihrem Kollegen. Aber es war nicht schlimm und so ging es weiter und ihre kräftige Stimme beeindruckte mächtig. Auch der zweistimmige Gesang wurde gebührend beklatscht. Als dann auch noch das neue Album „Schein“ angekündigt wurde, war der Jubel groß. Davon gaben die drei die erste Single „Vieh – der Tragöedie 1. Teil“ zum Besten. Um die Band herum wurden es immer mehr Zuschauer. Dann folgte „Liebe ist Schmerz“, darin geht es ja laut Luci um „die Liebe, die so weh tut“, wie die Liebe, die Arbeitgeber oder die Regierung für uns alle empfinden. Dabei streichelte Anni ihre Becken fast nur und Michael zeigte, dass er recht schnell in die Saiten greifen kann – toll! Bei „Mutterherz“ hatte die Frontfrau zwar kurz einen textlichen Hänger, aber die Fans sangen für sie weiter – das machte gar nichts. Mit „Iss was da ist“ und „Das Ende vom Lied“ kamen auch die beiden anderen neuen Songs zu ihren Ehren, bevor etwas „extrem Wichtiges“ erklang. Gemeint war „Unheil“, doch zuvor erzählte Luci kurz eine Geschichte von einem Zwischenfall mit dummen Nazis. Der Refrain wurde lauthals mitgegrölt, wozu die Sängerin meinte: „Ihr seid total toll!“ Natürlich bat die Schirmfrau des VEID e.V. wieder um zahllose Spenden für den Verein. Hiernach stellte sie kurz die beiden Betreiber des Krematoriums vor, wo sie ihre drei neusten Videos gedreht hatten und schon erklang etwas „ganz Neues“ – „Fleisch“ war ein „Lied über Veganismus“, worüber Anni ausgelassen lachte. Und damit war der Gig dann leider auch schon wieder vorbei. Mit einer langen gemeinschaftlichen Verbeugung verabschiedete sich Üebermutter von den Fans. Aber es wird bald mehr von dieser Formation geben – auf CD und live. Wir hatten mega viel Spaß und freuen uns über eine Fortsetzung mit stromverstärkten Gitarren – es ist gut, dass „die Mutter nach all den Jahren wieder bisschen Schwung kriegt“! – by Scratchcat

Steampunk Picknick

Hiernach machten wir uns auf, um dem Steampunk-Picknick beizuwohnen. Dieses Mal hatten sich die Veranstalter eine Wiese beim Deutschen Kleingärtnermuseum ausgesucht – eine gute Wahl. Als wir ankamen, hatte der Einlass gerade begonnen und die Wiese füllte sich schon. Das Amt für Aetherangelegenheiten hatte einen Stand, wo sich jeder, der wollte, Stempel für den Zeitreisepass abholen konnte. Zahlreiche Stände boten ihre Waren feil und es gab ein reichhaltiges Büffet, wo sich jeder gegen einen kleinen Obolus bedienen konnte – lecker war’s! Die Outfits der Picknick-Besucher waren wieder einmal absolut abgefahren – einfallsreich und kreativ und einfach nur schön anzusehen. Mal dampfte ein Zylinder oder ein Kofferranzen blinkte und leuchtete. Ich war wieder einmal echt beeindruckt! Auch musikalisch wurde hier etwas geboten. Den Anfang machte der HardChor Stimmgewalt. Die Berliner Akustik-Künstler boten etwa das Rammstein-Stück „Engel“ dar, bevor „Herzlich Willkommen auf dem Steampunk-Picknick auf dem WGT 2017.“ Anschließend stimmten sie das Ost+Front-Lied „Bitte schlag mich“ an. Die Stimmen flogen nur so über das Gelände und wurden beklatscht. Die Solisten traten immer einen Schritt vor und wurden besonders mit Beifall belohnt. Auch „Ungeschickte Liebesbriefe“ von ASP wurde gesungen und vieles mehr. Als nächstes gaben sich Drachenflug die Ehre, die auch toll klangen, aber etwas zu leise waren. Nur, wer direkt bei ihnen stand, hörte etwas. Wir schlenderten immer wieder in der prallen Sonne zwischen all den Anwesenden hin und her und unterhielten uns gut. Dann donnerte es allerdings am Himmel und so verabschiedeten wir uns und machten uns auf, um die Konzerte des Tages zu besuchen. – by Scratchcat

Stahlmann

Der Kohlrabizirkus war heute unser place to be – den Anfang machten Stahlmann. Nebel waberte über die Stage und dann ging einfach die Musik an. Während des Intros kamen die Herren einzeln nach vorn und wurden mit Beifall begrüßt. Der Sound war irgendwie wie Brei, zumindest an meinem Standort in der Halle, doch die Fans in der ersten Reihe feierten direkt zu den Klängen von „Bastard“ ab. Strobo blitzte die ganze Zeit in unsere Augen. Die Gitarristen Ablaz und Frank waren sehr agil und standen mal zusammen und dann wechselten sie wieder die Seiten. Frontmann Mart war immer am vorderen Bühnenrand unterwegs und feuerte die Menge an. Drummer Max war kaum zu erkennen, da seine Schießbude im Dunkeln stand. „Ladies and gentlemen – schönen guten Tag. Habt ihr Lust zu Feiern?“, so die begrüßenden Worte durch den Sänger. „Adrenalin“ erklang und es wurde gemeinsam mit den Fans abgerockt. Im Anschluss spielte Max mit dem Publikum das beliebte „Hey“-Spielchen – er trommelte einmal und alle mussten „Hey“ brüllen – Marts Kommentar dazu: „Ich geb keine Ruhe, bevor ihr nicht richtig in Stimmung kommt.“ Diese kam dann auch auf, weil der Titelsong der Band an der Reihe war – „Stahlmann“ wurde aus vielen Kehlen gesungen. Die Hände waren oben und es wurde hier und da geheadbangt. Mittlerweile war der Sound auch besser. Jedes Stück wurde durch einen Spruch des Frontmannes eingeleitet – so auch bei „Hass mich, lieb mich“, der der „allerälteste“ Song der Formation sei. Die Zuschauer sangen die Zeilen lauthals mit und gemeinsam kam wirklich Spaß auf. Und so ging es immer weiter. – by Scratchcat

Xandria

Nach der Umbaupause kamen die Musiker von Xandria nach vorn. Der Bühnenaufbau war sehr aufwendig – überall waren Leinwände mit Bildern aufgehängt worden. Dann erschien auch Frontfrau Dianne auf der Bildfläche und mit ihrem schicken Kleid sah sie einfach hinreißend aus. Lichtstrahlen von hinten erleuchteten die Szenerie und die Arme der Fans waren vom ersten Ton an oben. „Hallo Leipzig“, so begrüßte die Sängerin ihr Publikum und dann stimmte sie „Where the heart is home“ an. Auf und vor der Stage flogen die Haare nur so und Dianne rockte mächtig mit ihren Kollegen ab. Sie lächelte die ganze Zeit über und trieb die Stimmung immer wieder an. „End of the story“ war vom Klang her absolut monumental und ein Armemeer wogte vor der Stage. Die Herren an den Saiten – Marco, Philip und Steven – rockten, was das Zeug hielt und auch sie hatten mächtig Freude an der Sache. Noch einmal wurde das Auditorium mit einem „Guten Abend Leipzig“ begrüßt und schon ging es direkt weiter im Programm mit „Call of destiny“, das mit einem wilden Gitarrensolo begann. Dianne wackelte dann mit ihren Hüften, zeigte immer wieder Bein und sang wiederum mit einem Lächeln. Die Haare flogen und Pommesgabeln wurde immer wieder in die Höhe gestreckt. Und als der Klassiker „Ravenheart“ angestimmt wurde, gab es auch für den letzten Fan in der Halle kein Halten mehr. Der Jubel war groß und die Lichtshow rahmte das Ganze noch ordentlich ab. Von der Hallendecke tropfte es hier sogar – doch das gehörte nicht zur Show – es regnete einfach tierisch draußen und die Hallendecke war an mehreren Stellen undicht – uncool. – by Scratchcat

Im Gang zum Ausgang sammelten sich mittlerweile auch lauter durchweichte Zuschauer, die den großen Regen noch durchlaufen mussten, um in die Halle zu gelangen. Wir wollten eigentlich etwas Essen gehen, aber das Wasser vom Himmel hielt und davon ab – und so lauschten wir weiter den Klängen von Xandria. – by Scratchcat

In the Woods

Die nächste Metal-Band des Tages war In the Woods aus Norwegen. Wieder waberte Nebel auf der Bühne umher und das Bandlogo war im Hintergrund zu sehen. Nach einem instrumentalen Start kam auch Sänger James nach vorn. Allerdings stand er zuerst nur mit dem Rücken zum Publikum, bevor er sich umdrehte und drauf los sang. Die Drums waren an meinem Standpunkt in der Halle leider immer doppelt zu hören, was schade war. James war sehr vielseitig beim Gesang – eben noch sang er vollkommen ruhig und melodiös und dann auf einmal kreischte er drauf los. „Guten Abend Leipzig – we are In the Woods“, so die Vorstellung der Formation. Es wurde viel geheadbangt, auch wenn der Saal mittlerweile wieder etwas leerer war – der Regen draußen hatte aufgehört. Hin und wieder erschreckte uns ein verrückter Schrei des Sängers – völlig unvermittelt. Was wollte er uns damit sagen? Ich weiß es nicht, denn irgendwie fehlte auch total die Bindung und der Kontakt zum Publikum – die Musiker spielten eher für sich selbst, so hatte es den Anschein. Alex, Bernt und Corey, die Gitarristen gaben trotzdem alles und die ersten Reihen rockten gut mit. Die Tempiwechsel in den Stücken waren ganz cool und ruhige Soli wurden auch schon mal am vorderen Bühnenrand dargeboten. Die einzige Interaktion war ein gebrülltes „Prost“ in Richtung Zuschauer und dann ging es mit einem ruhigeren Track weiter. Hierbei waren auf der Videoleinwand im Hintergrund Bilder von einem Meer, gepaart mit alten Liveaufnahmen der Formation zu sehen. – by Scratchcat

Rotting Christ

Gitarren bestimmten diesen Abend und weiter ging es dann mit den Griechen von Rotting Christ. Das Bandlogo prangte hinten und das Intro begrüßte die anwesenden Fans, die in den ersten Reihen auf ihre Helden warteten. Pommesgabeln wurde empor gehoben und dann wurden die vier Musiker mit Jubel begrüßt. Der dreistimmige Gesang von Frontmann Sakis und den beiden Gitarristen George Emmanuel und Van Ace kam hier ganz gut rüber und beeindruckte. Das Licht war auch ganz schick – die Herren wurden mal in gelb und dann wieder in andere Farben getaucht. Die Halle hatte sich wieder um einiges mehr gefüllt und so wurde mit großer Zuschauerzahl mitgerockt und überall flogen die Haare. „Guten Abend Leipzig“, so die knappe Begrüßung der Menge. Was mich besonders faszinierte, war die Tatsache, dass Musiker und Fans tatsächlich im Gleichtakt die Haare fliegen ließen. Drummer Themis war wie ein wildes Tier an seinem Instrument – er gab wahrlich alles. Sakis war sehr präsent und schaute beim Singen immer wieder besonders böse – so gehört es sich auch für einen echten Black Metal-Frontmann. „Let me see your forks in the air“ wurde immer wieder verlangt – gesagt, getan! „It’s nice to be back – it’s a great pleasure to play here in Germany.“ Die griechische Band hatte sichtlich Freude an diesem Gig und gab auch alles, um dem Publikum so richtig einzuheizen. Es wurde mitgeklatscht und die Arme waren fast die ganze Zeit über oben. Im Blitzlichtgewitter auf der Stage rannten die Gitarristen immer wieder hin und her und das Tempo zog nach und nach ordentlich an. Sakis stieg ab und an auf ein Podest und war so bis in die letzte Reihe zu sehen. Die griechischen Texte konnten von den Anhängern der Formation mitgesungen werden – ich verstand sie leider kaum. Trotz allem hat mich die Band überzeugt und wir hatten auch gut Spaß. – by Scratchcat

Amorphis

Den Abschluss machten Amorphis – die Progressive Metaller aus Helsinki. Während des Intros schon waren überall die Pommesgabeln zu sehen und dann wurde die Band mit viel Beifall empfangen. Wie immer hatte Sänger Tomi sein besonderes Mikro dabei, dass für mich wie eine Art kleines Raumschiff ausschaut. Blaue Lichtstrahlen wanderten über die Bühne und mit einem tiefen, stimmlichen Grollen legte der Frontmann in „Under the red cloud“ los. Dabei hatte er immer wieder die Haare im Gesicht hängen und war so oft kaum zu erkennen. Die Gitarristen Tomi, Esa und Niclas konnten kaum stillstehen und wechselten untereinander immer wieder die Standorte. Der Saal war total voll, denn alle wollten diese Kultformation live miterleben – konnte ich gut verstehen, denn sie machten ihre Sache echt super. Die Stimmung war von der ersten Note an auf dem Höhepunkt. Zu „Sacrifice“ wurde ordentlich gebangt. Der Frontmann hielt sich mit beiden Händen links und rechts an seinem Mikrofon fest und brüllte den Text nur so raus. Das Gitarrensolo war hier besonders cool und wurde lautstark bejubelt. „Good evening WGT – it’s great to be back again.“ Mit diesen Worten wurden die Fans begrüßt und dann erklang auch schon „Sampo“. Die Stimme des Sängers klang echt super und die Arme im Publikum waren oben. Bereits hier wurden alle Herren an den Gitarristen namentlich vorgestellt. Hiernach ging es weiter im Programm mit einer „lovestory from Finland“. Gemeint war „Silver bride“, wo die Fans mitsangen. Gelbes, oranges und weißes Licht wechselte sich immer wieder ab und Lichtstrahlen wanderten zwischen den Musikern hin und her. Das sah toll aus. – by Scratchcat

Wir hatten an dieser Stelle dann aber genug für diesen Tag – die Party wurde von den Fans noch bis zum letzten Ton gefeiert – aber wieder machten uns wieder auf, um Kräfte für den nächsten Tag zu sammeln. – by Scratchcat

Steampunk Picknick

Auch der Samstag begann mit strahlendem Sonnenschein, aber gleichzeitig auch drückender Hitze, die für den späten Nachmittag den einen oder anderen Regenschauer verhieß. Wir machten uns am Nachmittag auf den Weg ins Deutsche Kleingärtnermuseum Leipzig in der Nähe der Arena, wo das Steampunk-Picknick in diesem Jahr stattfand. Dort trafen wir auch unser zweites Team und gemeinsam verbrachten wir Zeit mit vielen unglaublich schönen Menschen, interessanten Gesprächen und Musik von Stimmgewalt und Drachenflug. Als sich die ersten Wolkentürme bildeten, war es für uns Zeit, zur AGRA zu fahren. Wir kamen auch pünktlich vor dem ersten Regen dort an und schlenderten zunächst durch die Verkaufshalle, in der es in diesem Jahr viele Handwerkerstände zu bestaunen gab. Sehr gut! – by Pitchfairy

Rotersand

Pünktlich zum ersten Gig des Abends fanden wir uns in der Konzerthalle ein, in der für die relativ frühe Uhrzeit auch schon viele andere Tanzwillige warteten. Schlag 18 Uhr betrat Moderator Elvis die Bühne und begrüßte die Menge. Er kündigte auch gleich die erste Band an – Rotersand aus dem Ruhrpott standen in den Startlöchern. Was dann folgte, war eine reichliche Stunde Party mit mehr oder weniger technoiden Klängen, jeder Menge Spaß auf allen Seiten und einer umfassenden Tanzorphinausschüttung. Das Duo brachte direkt mit den ersten Tracks die Halle zum Kochen, es gab Hits wie „Merging Oceans“, „Torn Realities“ und selbstverständlich auch den Kracher „Exterminate Annihilate Destroy“. Aber auch andere Floorfiller wie „War on Error“ und „First Time“ schallten durch die Halle und brachten die Massen zum Schwitzen. Da kann sich jeder das Workout im Fitnesstempel sparen – besucht einfach eine Rotersand-Show, dort verbrennt ihr beim Tanzen so viele Kalorien wie sonst nirgends. Ich war restlos begeistert von diesem Auftritt und der donnernde Applaus gab den Musikern Recht. So konnte es gern weitergehen. – by Pitchfairy

V2A

Den zweiten Gig des Abends bestritten V2A, die jede Menge Endzeitfeeling mitbrachten. Die Industrialformation mit der deutschen Frontfrau legte auch sofort mit fetten, tanzbaren Beats und treibenden Rhythmen los. Optisch sah das Ganze tatsächlich wie eine Szene aus Mad Max aus, es gab viel Nebel und Strobo auf der Bühne. Musikalisch ging es quer durchs Repertoire der deutsch-britischen Band, die einige ihrer Tracks auch im 360°-Modus mitschnitt. Die Videos findet ihr auf dem Youtube-Kanal von V2A. Höhepunkt des Gigs war unter anderem die Coverversion von „Hate is just a 4-letter-word“, die von Sängerin Ines sogar auf deutsch angekündigt wurde. Auch hier hat die Band alles richtig gemacht – die Version hat mir gut gefallen. Das Publikum ließ sich jedenfalls ordentlich einheizen, zumal draußen vor der Halle ein heftiger Regenguss niederging und drinnen weitertanzen sowieso die bessere Alternative war, auch wenn in der Halle langsam tropische Temperaturen herrschten. Das tat jedoch der Freude am Ganzen keinen Abbruch, auch wenn wir uns kurz nach draußen verdrückten, um etwas zu essen und ein wenig Luft zu schnappen. V2A, danke an dieser Stelle – ihr war spitze! – by Pitchfairy

Klangstabil

Die nächste Band sollte ein ganz klein wenig ruhiger daherkommen, zumal ihr Auftritt von vielen mit Spannung erwartet wurde. Klangstabil, die bisher noch nie auf der großen AGRA-Bühne zu Gast waren, standen auf dem Plan. Und der wurde übrigens fast pünktlich eingehalten, was bei einem Event dieser Größe nicht immer selbstverständlich ist. Nach einer kurzen Ankündigung durch Moderator Elvis betraten also Boris May und Maurizio Blanco fast schüchtern die Bühne – das Publikum hielt den Atem an, bevor der erste Ton erklang. Noch nie habe ich einen Electrokünstler so sehr in seine Musik versunken gesehen, wie es bei Boris May der Fall war. Barfuß und tief in seiner eigenen musikalischen Welt präsentierte der Sänger die Stücke des Industrial-Experimental-Duos. Nur scheinbar unaufgeregt und trotzdem mitreißend absolvierten Klangstabil ihr Set, das vom Publikum mit regelrechten Beifallsstürmen honoriert wurde. Boris bedankte sich meist wortlos, aber sichtlich ergriffen bei seinen Fans. Auch die Tontechnik hat hier einen großartigen Job gemacht, denn die Töne kamen glasklar aus den Boxen, was in der AGRA leider nicht immer möglich zu sein scheint. Wahnsinn! Dieser Auftritt hat mich ehrlich beeindruckt und die Band wurde zu Recht vom Publikum gefeiert. Unbestritten ein Highlight des Festivals! – by Pitchfairy

VNV Nation

Nach diesem Gig wechselte das Publikum zum Teil, was allerdings nicht hieß, dass es weniger Menschen wurden. Im Gegenteil – vor VNV Nation, dem Headliner des Abends, füllte sich die AGRA noch einmal. Leider bedeutete das auch, dass die ohnehin schon dicke Luft noch dicker wurde und die Temperatur gefühlt auf 40° anstieg, was sogar die Objektive der Fotografen beschlagen ließ. Uncool! Mit leichter Verspätung erklommen VNV Nation die Bühne und schmetterten dem Publikum ihre All Time-Favoriten um die Ohren, was direktes Feedback in Form von Applaus, Pfiffen und jeder Menge tanzender Menschen zur Folge hatte. Die Briten sind halt ein Gute-Laune-Garant, aber meins war das an diesem Abend so gar nicht. Ich fühlte mich zwischen den schwitzenden Massen eingeengt, die Bühne war zu Beginn eher dunkel und die Tontechniker meinten es wohl auch ein wenig zu gut, denn trotz Gehörschutz war es mir zu laut. Schade drum, an sich mag ich Ronan und seine Musik. Wir überließen also das Feld dem feiernden Volk und flüchteten aus der AGRA-Konzerthalle, die mittlerweile dem Tropenhaus des Leipziger Zoos glich. Zu warm, zu feucht, zu viele Menschen – wir waren raus für diesen Abend, sorry! Im Regen ging es zurück in die Ferienwohnung, wo sich dann herausstellte, dass auch die Fototechnik bei VNV Nation keine richtige Lust hatte – verdammt! – by Pitchfairy

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Autor: Pitchfairy & Scratchcat

Photos: Michi, Pyro & Scratchcat

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