3. Darkflower Open Air: 04.07.2016 Parkbühne Leipzig

Das Darkflower in Leipzig hatte zum Open Air geladen, also raus aus den Kellern des kultigen Clubs, raus an die frische Luft in den Clara Zetkin Park zur Parkbühne. Das Wetter hat auch mitgespielt und bei strahlendem Sonnenschein durften vier tolle Bands genossen werden.

head-less
head-less

Ungewöhnlich zeitig ging es bereits 17 Uhr  mit der ersten Band Head-Less los. Die Sachsen haben das Publikum direkt mit „fluffigem Elektro-Pop“, wie der Moderator die Jungs ankündigte, angeheizt. Diese Umschreibung wurde von den drei Bandmitgliedern leicht belächelt und wurde zu einer Art Running Gag während des Auftritts. Als Auftakt-Act haben die Musiker meist die etwas undankbare Aufgabe, die Zuschauer in Stimmung zu bringen und auf den Rest des Abends einzustimmen. Dieser Auftrag wurde souverän gelöst. Mit Witz, Charme und jeder Menge Energie gaben Sänger René und seine beiden Jungs alles, um Bewegung ins Publikum zu bringen. „Ist euch warm? Dann wird´s jetzt heiß!“ – war nur eine von den vielen Ansagen, die erahnen ließ, welche Erwartungen an die Fans gestellt wurden. Die Mischung aus deutschen und englischen Texten kam gut an und gab einen guten Eindruck quer durch das musikalische Können von Head-Less. Mit der Verabschiedung „Leipzig, es war geil! Und Tschüss“ war der Auftritt dann auch leider zu Ende. Sehenswerte tolle Band. Schaut sie euch, wenn ihr die Gelegenheit dazu bekommen solltet, ruhig mal an.

Clan of Xymox
Clan of Xymox

Weiter gings mit Clan of Xymox. Eine Band, auf die ich persönlich am meisten neugierig war. Die Show war wesentlich ruhiger und ohne nennenswerte Highlights. Am Sound der Musik lag es nicht, Clan of Xymox klingen großartig. Trotz der schönen Sounds der Gothic-Urgesteine kam nur wenig rüber. Interaktion mit den Fans gab es leider gar nicht, ebenso wie Ansagen oder Aufforderungen zum Mitsingen oder Klatschen. Gleich zu Beginn wirkte der Autritt etwas unorientiert und Bassistin Mojca fand erst beim zweiten Song den Weg auf die Bühne. Ob dies Teil der Show war oder nicht, ließ sich nicht nachvollziehen. Das Ganze erinnerte an einen Kinobesuch. Es war nett anzusehen, aber irgendwie erschien es etwas surreal. Vielleicht lag es auch am strahlenden Sonnenschein und der fehlenden Atmosphäre. Songs wie „Louise“ oder „Emily“ kamen vor allem bei den Clan-Fans gut an. Zum Ende der Show kam dann doch noch Bewegung auf. Die Zuschauer schwangen das Tanzbein und beklatschten ihre Idole. Zum Ende wurde auch die Band lockerer und bedankte sich für den Applaus und die Euphorie. Schade, dass diese Stimmung nicht während des kompletten Gigs herrschte.

Melotron
Melotron

Als dritte Band des Abends kamen die deutschen Elektropopper von Melotron dran. Ganz im Gegensatz zu ihren Vorgängern war hier von Ruhe und Gemütlichkeit keine Rede mehr. Die drei Herren haben von Anfang an gezeigt, was Party heißt und das Publikum ordentlich animiert. Die Tanzeinlagen von Sänger Andy haben die komplette Bühne in Anspruch genommen. Da kam Laune auf. Das Publikum hat das Ganze dankbar angenommen und sich direkt mitreißen lassen. Die gefühlvollen Texte in Songs wie „Nur ein Licht“ oder dem Rio Reiser-Cover „Menschenfresser“ sind sehr gut angekommen. Bei „Gib mir Alles!“ hat die Band den Fans alles abverlangt und zum Mitmachen aufgefordert, aber auch die Musiker haben noch mal gezeigt, was in ihnen steckte. Das war wirklich eine tolle Darbietung und es war schneller vorbei, als wir erwartet hätten, da hätte es gern noch mehr sein dürfen. Danke dafür!

Apoptygma Berzerk
Apoptygma Berzerk

And last, but not least – das Highlight an diesem Abend. Die großen Apoptygma Berzerk haben das Zepter übernommen und mit viel guter Laune sofort das Publikum in ihren Bann gezogen. Wow! Die Norweger hatten richtig gute Laune und offensichtlich viel Spaß an ihrem Auftritt. Sänger Stephan und Keyboarder Jonas wechselten sich in ihren Aufgaben immer mal ab, so das einer mal den Gesang und einer mal das Keyboard übernahm. Aber auch der Rest der Band ließ sich nicht lumpen und suchte immer wieder Kontakt zum Publikum und freute sich über Applaus und die entgegen schwappende gute Laune. Zu vorgerückter Stunde machten auch endlich die Lichteffekte mehr Sinn und haben der Parkbühne in Leipzig die bis dato fehlende Konzertatmosphäre verliehen. Seinen Solomoment hatte Jonas dann auch noch, als er allein den Song „Moment of tranquility“ performte, während sich seine Bandkollegen eine kurze Ruhepause gönnten. Danach ging es wieder flotter zur Sache. Die komplette Band war wieder auf der Bühne und gab die Coverversion von „Major Tom“ zum Besten, zunächst in der englischen Version, aber dann auch auf Deutsch. Das war schön und hat Spaß gemacht, vor allem da das komplette Publikum mitgesungen hat. Auch der größte Erfolgssong der Jungs, nämlich „Shine on“ durfte nicht fehlen.

So langsam neigte sich der Abend seinem Ende zu und dank des guten Wetters konnten wir diesen noch ganz gemütlich im Clara-Zetkin-Park auf der Picknickdecke bei all den Zaungästen ausklingen lassen oder wer noch Bock auf Party, Tanzen und Feiern hatte, konnte noch ins Darkflower schleichen und sich die Füße wund tanzen. Das Event war wirklich gelungen, mit schönen Konzerterlebnissen, schönem Wetter und toller Laune. Danke dafür und bis zum nächsten Jahr.

Autor: Nicky

Photos: Chrounos

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