Alphaville: Live 2016 16.01.2016 Reithalle Strasse E Dresden

Am 16.01.2016 sind wir wieder einmal nach Dresden gefahren. Bei klirrender Kälte warteten wir auf Einlass – zum Glück nicht allzu lang. Es ging relativ zügig voran, so dass wir schnell in die warme Reithalle konnten. Dort war ich erst einmal leicht irritiert, da es eine Art Schminkecke gab. Da konnte sich, wer wollte, Arme, Gesicht oder was auch immer mit Farben bemalen lassen, die im Schwarzlicht leuchtete.

St George
St George

Der Grund der Aktion wurde schnell klar, als die Vorband Saint George die Bühne betrat. Die Formation hatte ähnliche Muster auf den Klamotten und Instrumenten – das passte gut zum Stil der Band. In meinen Augen war das Ganze sehr Achtziger Jahre-like. Musikalisch haben die Elektro-Popper sehr an die Klänge von Depeche Mode erinnert – nur etwas frischer. Die Dresdner Herren hatten an diesem Abend ein schönes Heimspiel und überraschend viele Fans waren mit dabei. Die Frage, ob sie denn bereits jemand kannte, wurde lautstark bejubelt. Das Trio spielte vorrangig Songs von ihrem Album „Goldwerth“. Einen wirklich schönen Gänsehaut-Moment zauberte Sänger Georg, als in Gedenken an David Bowie dessen Song „Heroes“ auf der Gitarre performte – wirklich toll gemacht. Seine Bandkollegen verwirrte er mit dieser Aktion aber doch, denn diese wussten davon nichts und sahen etwas hilflos drein. Aber direkt danach konnte es im gewohnten Programm weiter gehen. Der letzte Song sollte „Runner“ werden. Das Stück hat den Jungs mit Recht die bisher meiste Resonanz gebracht – der Applaus konnte sich hören lassen. Eine tolle, sympathische Band, von der wir hoffentlich noch mehr hören werden. Toller Auftritt, hat viel Spaß gemacht!

Alphaville
Alphaville

Dann war es endlich soweit und die Band des Abends betrat die Bühne. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich leichte Probleme hatte, die Bandmitglieder zu erkennen – diese waren mir dann doch eher aus ihren Sternstunden in den Achtzigern bekannt. Vor allem Sänger Marian Gold hat optisch eine starke Veränderung durch gemacht. Nichts desto trotz hat uns die Formation „auf eine Reise ins Alphaville-Land genommen“. Neben Songs wie „Summer in Berlin“, der eher aus dem neueren Repertoire stammt, wurden selbstverständlich auch die Gassenhauer wie „Forever Young“ und „Big in Japan“ gespielt. Alles in allem war die Bühnenshow etwas steif und die Interaktion mit dem Publikum ist ziemlich kurz gekommen. Leichte Panik war Marian anzusehen, als zwischenzeitlich kurz sein Mikrofon ausgefallen und er somit nicht mehr zu hören war. Diese Hektik war allerdings nur ihm anzusehen – der Rest der Band hat unbeirrt und ohne Pause einfach weiter gemacht. Selbst die Crew hat eher lethargisch auf diesen technischen Defekt reagiert. Dass die Musiker aber nicht an ihren Plätzen festgewachsen waren, wurde dann bei „Sounds like a Melody“ gezeigt. Da sprang Bassistin Maja Kim zu Gitarrist David Goodes und legte mit ihm eine coole Rockperformance hin. Das war es dann leider auch schon an großen Showeinlagen. Das Gleiche muss ich leider auch über das Publikum sagen – außer zu den großen Hits kam wenig rüber. Einer der letzten Songs war „Dance with me“. Dann war es auch schon wieder vorbei.

Zugegeben, ich hab schon bessere Konzerte erlebt. An Energie hat es der Band nicht gefehlt, aber die Fans wollten eigentlich nur alten Sachen hören. Bei denen hatte Marian aber vor allem in den höheren Stimmlagen größere Probleme, um das noch als seine Musik verkaufen zu können. Die neueren Sachen kamen weniger gut an, was die Zuschauer auch ziemlich deutlich machten. Schade! Kein Wunder, dass sich da mit Enthusiasmus und Interaktion von seitens der Künstler zurück gehalten wurde. Die Ansagen waren allerdings auch mehr schlecht als recht zu verstehen, das kann aber am Ersatzmikro gelegen haben. An ihre erfolgreicheren Jahre werden Alphaville so wohl nicht mehr anknüpfen können, aber trotz allem war es schön, sie einmal live erlebt haben zu können. Vielen Dank!

Autor: Nicky

Photos: Chrounos

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