Coma Alliance: Tour 2019 26.01.2019 Reithalle Strasse E Dresden

Coma Alliance – das ist ein Projekt, in dem sich Torben Wendt von Diorama und Adrian Hates von Diary of Dreams zusammengefunden haben, um Hits ihrer Projekte neu zu interpretieren, aber auch gemeinsam neue Klänge zu produzieren. Gesagt, getan. Ende 2018 erschien mit „Weapon of Choice“ das Debütalbum der Formation und Anfang 2019 ging es schließlich auf Tournee. Am 26.01.2019 machten die Herren in der Reithalle Strasse E in Dresden Station und wir waren dabei.

In Strict Confidence

Der Einlass verlief sehr zügig und schnell füllte sich die Halle. Als Special Guest eröffneten In Strict Confidence den Abend. Auf Leinwänden im Hintergrund war das Logo der Band zu sehen und unter Jubel betraten Keyboarder Jörg, Gitarristin Haydee und Frontmann Dennis die Bühne. Haydee sah in ihrem knappen Outfit wieder einmal sehr toll aus. Los ging es mit „My despair“, wobei Dennis tiefe Stimme absolut Eindruck machte. Dabei wechselte der Sänger immer wieder zwischen dem Mikrofon in der Mitte der Bühne und seinem Platz am zweiten Keyboard auf der Stage. „Hallo Dresden – einen wunderschönen guten Abend“, so seine knappe Begrüßung an die begeisterte Menge. Dann stimmte er direkt „Used and Abused“ an. Die ersten Reihen waren hier mit Fans gefüllt, die ordentlich abfeierten und mitsangen. Auch Keyboarder Jörg ließ sich von der guten Laune im Saal anstecken und wippte im Takt der eigenen Musik mit. Bei „Kiss your shadow“ tanzte dann auch Dennis drauf los und der Funke sprang auf den Rest des Publikums über, denn Bewegung kam auf.

In Strict Confidence

Wer nicht ganz textsicher war, hatte hier die Möglichkeit, die Zeilen auf den Videoleinwänden mitzulesen. Die Scheinwerfer zuckten überall auf der Stage wild umher – ein wahres Lichtergewirr. Zu „Forbidden fruit“, wo das tolle Musikvideo auf den Leinwänden mitlief, wurden die Musiker in grünes und weißes Licht getaucht und Dennis sang mit geschlossenen Augen – sehr gefühlvoll. Die aktuelle Single „Mercy“ durfte selbstverständlich auch nicht im Set des Abends fehlen. Sängerin Nina war hier im dazugehörigen Video zu sehen, wie sie und ihr Kollege am Mikrofon wild durch ein altes Haus tanzten – echt schick. Nach den neueren Klängen, gab es für die Fans im Saal auch Klassiker auf die Ohren – „Seven lives“ wurde laut mitgesungen und die Zuschauer tanzten ausgelassen. Beim Singen zeigte Dennis immer wieder sieben Finger auf – eine magische Zahl. „Ich glaube, wir waren schon lange nicht mehr hier“, meinte der Frontmann beeindruckt ob der guten Stimmung in der Reithalle. Es wurde immer wärmer und das hatte nichts mit dem Feuer auf den Videoleinwänden zu tun. Überall wurde nämlich getanzt – so auch bei „Set me free“. Die Arme waren oben und es wurde im Takt mitgeklatscht.

In Strict Confidence

Das fand Dennis so toll, dass er das Ganze kurzerhand mit seinem Handy filmte. Die Arme blieben direkt in der Höhe und so wurde „Morpheus“ abgefeiert. Ninas Gesangspart kam hier vom Band. Und ohne welchen Hit durfte die Band nicht von der Bühne? Genau, „Engelsstaub“ wurde gemeinsam zelebriert und am Ende bedankte sich der Sänger lächelnd bei der Menge. Auch Haydee lächelte immerfort und griff beherzt in die Saiten. Doch dann: „Diese eine Nummer wollt ihr auf jeden Fall noch hören“, Dennis wusste genau, was sein Publikum von ihm erwartete. „Meine Lieben – hier ist „Zauberschloss““. Haydee verschwand kurz und kam mit einem riesigen Umhang wieder, mit dem sie engelsgleich am vorderen Bühnenrand tanzte. Beim zweiten Refrain leuchtete der Umhang in allen Farben, so dass es aussah, als ob sie strahlende Flügel habe – echt schick. Die Party war ausgelassen, es wurde mitgesungen und getanzt und natürlich waren wieder alle Arme zum Mitklatschen erhoben. Am Ende jedoch verbeugten sich die drei und winkten zum Abschied.

In Strict Confidence

Das Publikum hatte aber noch nicht genug und verlangte nach einer Zugabe. Dieser Wunsch wurde auch prompt erfüllt. Dennis fragte zwar scherzhaft: „Wollt ihr wirklich noch eins?“, aber dann erklang auch schon „Somebody else‘s dream“. Wieder lief das passende Musikvideo auf den Leinwänden mit und die Zuschauer feierten gut mit. Der Sänger nahm uns im Anschluss mit auf „eine kleine Zeitreise ins Jahr 1997“. Das war „das erste Mal, dass wir in Dresden gespielt haben“ und „allen, die damals dabei waren“ gab er zu bedenken: „Überlegt mal, wie alt ihr seid oder wie alt wir sind“. Mit einem Augenzwinkern musste er über die eigenen Worte lachen und so wurde „Prediction“ dargeboten. Wieder lief der Liedtext auf den Videos mit, damit auch jeder Fan die Chance hatte, den alten Hits mitzugrölen. Das machte allen Anwesenden Spaß und schließlich: „Dankeschön Dresden – es war wie immer wunderschön mit euch. Viel Spaß noch!“ Diese verabschiedenden Worte gab uns die Band mit auf den Weg und winkte uns ein letztes Mal noch zu. Vielen Dank auch In Strict Confidence – es war wieder einmal ein sehr gelungener Auftritt.

Coma Alliance

Dann wurde umgebaut und der ganze Saal wartete auf den Hauptact des Abends. Die Fans kreischten, als es dunkel wurde und dann kamen Keyboarder Max und Gitarrist Zura nach vorn. Und als auch Torben sich an sein Keyboard stellte und Adrian, mit einem Bass um den Hals, erschien, explodierte die Stimmung schier. Mit dem Intro des gemeinsamen Album „Unusual“ startete die Formation und die Arme im Publikum waren oben. „Guten Abend Dresden“, waren die ersten Worte von Adrian und dann sang er „Royd“. Blaues und weißes Licht setzte die Herren in Szene. Die ersten Reihen klatschten im Takt mit und die Stimmen von Adrian und Torben harmonierten beim Refrain absolut super. Überhaupt war der Sound an diesem Abend astrein. Beide tanzten am vorderen Bühnenrand und ihnen war der Spaß an der Sache echt anzusehen. Auf den vier Leinwänden im Hintergrund war „C O M A“ zu lesen, während Adrian mit „Decipher me“ einheizte. Zura gab sein Solo am Bühnenrand und wurde dafür bejubelt. Und auch der Rest der Musiker ging mächtig mit. Das machte wirklich Freude. Nach diesem Diary of Dreams-Klassiker war Torben mit „Ignite“ an der Reihe. Der Hit kam im neuen musikalischen Gewand daher, der ein echter Ohrenschmeichler war.

Coma Alliance

Auch Adrian sang mit und im Hintergrund war nun „Alliance“ zu lesen. Zura gesellte sich hier zu Max und alle hatten sie gute Laune. Torben sang seinen Sängerkollegen an und dieser grinste nur so zurück. Diese Allianz gab alles und die Stimmung in der Reithalle nahm Fahrt auf. Der dreistimmige Gesang bei „Endless nights“ war toll und schließlich meinte Adrian fast schüchtern: „Wir sind Coma Alliance. Wir freuen uns sehr, heut hier sein zu dürfen.“ Er dankte allen Fans, die an diesem Abend da waren und auch denen, die schon bei mehreren Konzerten der Tournee anwesend waren. „Als Newcomer vor so vielen Menschen stehen zu dürfen, ist schon ein Brett.“ Dafür gab es von den Massen nochmal einen fetten Applaus und schon ging es musikalisch weiter mit „ Sepia“, wo Torben so tief sang, dass ich echt beeindruckt war. Beim Singen vollführte er wilde Gesten und Adrian gab mit Zura am Keyboard den Ton an. Das Video hierbei, das einer Supernova glich, war ein zusätzliches optisches Highlight. Beim ersten Ton von „Retaliate“ aus dem Jahr 1996 tobten die Fans schier und so konnte ein weiterer Klassiker im neuen Kleid abgefeiert werden. Zura Gitarrensolo kam wahnsinnig cool rüber. Nach den ganzen alten Hits kam wieder ein neues gemeinsames an die Reihe – bei „Trembler“ sangen beide Herren und was soll ich sagen – die Stimmen der beiden passen so gut zueinander, als ob sie noch nie etwas anderes gesungen hätten. Zu „Starfruit“ griff Adrian wieder zum Bass und Zura sang beim Refrain mit. Am Ende stand Adrian mit ausgebreiteten Armen ganz vorn und genoss die gute Stimmung im Zuschauerraum.

Coma Alliance

Torben hatte dann wohl einen Moment nötig, wo er sich ausruhen musste, denn er setzte sich auf eine Box am Bühnenrand und sang sitzend seinen Part „so sick“, während Adrian „Son of a thief“ darbot. Auch Zura sang hier mit – das machte Spaß! Die Lichtstimmung war hier in den Farben Weiß und Grün gehalten, was ganz gut passte. Im Anschluss wurde wieder gewechselt und Torben feierte mit den Fans seinen Hit „Kein Mord“. Die Videoshow war hier echt ansprechend und der ganze Saal sang mit. Adrian und Torben sangen sich an und grinsten fast durchgängig. Nach „Miracle“ und „Coma Supreme“ lagen sie sich dann auch in den Armen – diese Männerfreundschaft war echt beeindruckend. Sie wechselten sich immer wieder vorn ab und waren absolut gleichwertig – keiner der beiden stellte sich in den Vordergrund – absolut großartig! Auch dem Videokünstler der Band möchte ich ein Kompliment aussprechen – manche der Bilder wirkten wahrlich plastisch und kamen fast dreidimensional daher. Sehr beeindruckend! „Vor 19 Jahren haben wir zwei zum ersten Mal das hier zusammen gesungen“, die Rede war von „Butterfly:Dance!“ und die Stimmung war am Höhepunkt. Jeder sang mit und tanzte zu den Klängen. Hiernach lagen sich die Sänger wieder in den Armen und freuten sich gemeinsam über die Party. „Ihr seid der Hammer!“ Mit „Child of entertainment“ kam ein weiteres Diorama-Lied zu seinen neuen Ehren, denn Gitarre und weitere abgefahrene Sounds ergänzten den gewohnten Höreindruck um Einiges. Das gefiel allen Fans an diesem Abend in Dresden und der Beifall fiel entsprechend frenetisch aus. Das Matrix-hafte Video bei „Ca2“ war absolut cool und gemeinsam feierten die vier Herren noch einmal ordentlich ab, denn als der letzte Ton verklungen war, verbeugten sie sich alle und winkten und mit erhobenen Daumen noch einmal zu. Dann war die Bühne auch schon leer.

Coma Alliance

Sofort waren Zugabe-Rufe zu hören und Coma Alliance ließ sich nicht lange betteln. „Vielen, vielen Dank. Superlativisch!“ Adrian war schier beeindruckt und bedankte sich überschwänglich. So konnte es weitergehen im Set mit „HLA“, wo Adrian die Bassgitarre und Torben das Keyboard bemühte. Die hier ergänzte Gitarre gab dem Song eine besondere Note und gefiel extrem. Die Arme waren oben, wo sie auch zu „She“ blieben. Zuras Solo wurde lautstark beklatscht und Adrian hatte sichtlich Spaß beim Singen. Es war eine wahre Wonne! Und schon wieder verabschiedeten sie sich von ihren Fans mit einer tiefen Verbeugung.

Coma Alliance

Auch die zweite Zugabe ließ bei dieser lautstarken Beifallsbekundung nicht lange auf sich warten. „Buttons“ kam so zu seinen Ehren und die dazugehörige Videoshow war absolut sehenswert. Die hier mit eingebauten Sounds, die uns Zura darbot, waren großartig – etwas ganz Besonderes. „Es hätte keinen schöneren Abend geben können als heute hier mit euch. Und wie immer lassen wir als letztes Träume tanzen.“ Der Klassiker „Traumtänzer“ wurde von Torben und Adrian als Duett dargeboten und die Fans sangen auch noch mit. Ihre Stimmen bildeten eine Einheit und als die letzte Note gespielt war, lagen sich alle vier Musiker in den Armen – jeder umarmte jeden – toll! Sie wirkten selig und bedankten sich vielstimmig bei ihrem Publikum.

Auch wir haben zu danken für diesen besonderen Abend mit vielen tollen Momenten. Es war absolut sehens- und hörenswert. Diese Zusammenarbeit war längst überfällig und alle Zuschauer an diesem Abend waren sich einig – es war fulminant und wer nicht dabei war, hat etwas verpasst. Also, bis zum nächsten Mal!

Autor: Scratchcat

Photos: Pyro

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