Covenant: Fieldworks Tour 01.03.2019 F-Haus Jena

Zu Beginn des Jahres waren Covenant, zusammen mit Empathy Test, auf Fieldworks Tour und machten dabei am 01.03.2019 im Jenaer F-Haus Station. Das Konzert war das vorletzte der Tournee und als besonderen Gast fürs Tourfinale hatten sich die Schweden noch Grabyourface eingeladen. Das wollten wir natürlich nicht verpassen und waren für euch dabei.

Grabyourface

Mit Beginn des Einlasses tröpfelten die Leute zunächst in den Saal, doch als die Künstlerin Marie Lando, besser bekannt als Grabyourface, die Bühne betrat, konnte sie bereits auf eine zahlreich erschienene Menge schauen. Die Musikerin, die ihren Stil als Industrial beschreibt, hatte eine unglaubliche Präsenz. Die Musik kam zwar aus dem Computer, aber ihre Texte bot die junge Frau, die sich zu Beginn des Sets hinter ihrer Sonnenbrille „versteckte“, in einer Art Sprechgesang a la Anne Clark dar. Dazu sprang sie herum, ging auf die Knie, schien völlig in sich und ihre Musik versunken oder schrie ihre Songs wütend ins Mikrofon. Da war viel Emotion dabei, die der Sängerin auch deutlich anzusehen war. Später nahm Marie ihre Brille noch ab und so konnten wir sehen, dass sie teils mit geschlossenen Augen „sang“. Überdies waren die meisten Tracks, die größtenteils von ihrem aktuellen Album „Keep Me Closer“ stammten, durchaus tanzbar und hatten ziemlich heftige Beats. Das Publikum, das zunächst eher zurückhaltend zuschaute, ließ sich darauf ein und belohnte Grabyourface mit immer mehr Applaus, die sich überwältigt beim Jenaer Auditorium bedankte. Ein überraschend frischer Auftritt der jungen Französin, der uns gut gefallen hat.

Empathy Test

Nach einer relativ kurzen Umbaupause betraten dann Empathy Test die Bühne. Zunächst waren nur die beiden Livemusiker Chrisy Lopez an den Drums und Sam Winter-Quick am Keyboard zu sehen und zu hören. Als dann Sänger Isaac Howlett aus dem Hintergrund nach vorn kam, bekam er schon einiges an Applaus. Und sobald er dann auch noch mit „Holy Rivers“ ins Set einstieg, jubelten die Fans, die zahlreich versammelt waren. Die britische Formation brachte mit ihren Klängen direkt Bewegung ins Publikum. Die Begrüßung nach dem ersten Track fiel etwas umfangreicher aus, denn die Band erinnerte an ihren Auftritt im November 2018 im ZEISS-Planetarium, der sie tief beeindruckt hatte. Umso mehr freute sich Isaac Howlett, wieder in Jena zu Gast zu sein und forderte die Menge auf, mit ihm zu tanzen. Das ließen sich die Fans nicht zweimal sagen und so wippten, tanzten und sangen sie sich mit Empathy Test durch eine reichliche halbe Stunde Spielzeit. Für uns war dies der erste Auftritt der Band, die wir tatsächlich noch nie zuvor gesehen hatten. Deswegen können wir auch über eine genaue Setliste keine Auskunft geben. Was uns aber auffiel, ist, dass die Band, die optisch eher an eine Schulband erinnert, einen verdammt guten und professionellen Job gemacht hat – musikalisch und technisch einwandfrei, mit ganz viel Freude am Spielen, sympathisch und unaufgeregt und dabei das Publikum immer im Griff. Well done, Empathy Test! Da freuen wir uns doch gleich, euch zum diesjährigen WGT vielleicht wieder zu sehen.

Covenant

Nun wurde wieder umgebaut und alle warteten auf den Headliner des Abends, der sich mit verzerrten elektronischen Klängen, viel Nebel und jeder Menge Lichtblitze ankündigte. An den Reglern standen Andreas Catjar und Daniel Jonasson und stimmten die Menge mit dem sogenannten „Fieldworks recording“ auf Covenant ein. Wie eine Freundin treffend bemerkte, klang es ein wenig wie zum PlanetMyerDay – laut, verzerrt und so gar nicht wie Covenant. Aber mit der Fieldworks Tour wollten die Schweden auch neue Töne einbringen und haben mit verschiedensten Tönen und Geräuschen herumexperimentiert. Wir waren gespannt! Und dann trat Eskil aus dem Nebel, was zu einem Szenenapplaus führte. Der Sänger wurde frenetisch begrüßt und freute sich sichtlich darüber. Los ging es mit „Feedback“ und „Like Tears In Rain“ und die Fans rasteten direkt aus. Die tanzende Menge schwitzte mit Eskil und seinen Musikern um die Wette, der Frontmann tanzte am Bühnenrand und zeigte Posen, die super auf das Titelbild der VOGUE gepasst hätten. Überhaupt war Einiges an diesem Abend ungewöhnlich. So waren Tracks in der Setliste, die eher nicht so häufig auf den Konzerten zu hören sind. Das Publikum freute sich über „20 Hz“, „Dies Irae“ und „Helicopter“ genau so wie über ein paar All Time-Favourites in Gestalt von „Ritual Noise“ und „The Men“. Alles in allem haben die treibenden Beats der Schweden das F-Haus förmlich erzittern lassen und es gab außergewöhnliche Versionen der Tracks zu hören. Genau das mag ich persönlich an Covenant – es klingt auf den Konzerten eben nicht wie von der CD und das ist auch gut so! Besonders gut gefallen hat uns „False Gods“, das eine Kooperation mit Grabyourface ist und bei dem die Künstlerin auch auf die Bühne kam, um den Track gemeinsam mit Covenant zu performen. Außerdem beeindruckten uns die Lichtshow und das extrem durchdachte Bühnenkonzept mit den sich drehenden Ventilatoren im Hintergrund und unter den Musikerpulten. Es gab also nicht nur was für die Ohren und die Tanzbeine, sondern auch für die Augen – sehr geil gemacht! Nachdem wir uns zum letzten Track der regulären Setliste kaputt getanzt hatten, verließen wir das F-Haus mit einem seligen Grinsen im Gesicht und überließen die Zugaben dem feiernden Fanvolk. Danke an Covenant für diesen Abend. Wenn’s wieder mal so klappt, sind wir gern dabei.

Zum guten Schluss möchten wir uns auch bei den „Nebendarstellern“ des Abends bedanken. Das Team des F-Hauses in Jena war wie immer ein guter Gastgeber, an den Bars ging es zügig und Getränke gab es zu moderaten Preisen, die Damen an der Garderobe waren flott und freundlich. Außerdem geht hier noch ein fettes Dankeschön an die InMove GmbH als Veranstalter raus, die super unkompliziert am Einlass agiert und sogar einen Graben ins F-Haus gestellt haben. Das kannten wir von dieser Location nicht, hat uns aber die Arbeit sehr erleichtert. Auch die Security war tiefenentspannt und das ist eine Menge wert. Danke also dafür und bis zum nächsten Mal!

Autor: Pitchfairy

Photos: Michi

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