Dark Storm Festival 2017: 25.12.2017 Stadthalle Chemnitz

Das Beste an Weihnachten ist für viele die Freude auf das Dark Storm Festival, als heimliches Highlight der besinnlichen Tage zum Jahresende. So war es auch zum 21. Mal, dass InMove in die Stadthalle Chemnitz geladen hat, um ein reiches Programm mit erlesener Gothic-Musik und EBM zu bieten. 13 Bands standen auf dem Plan, mit dem Headliner Blutengel im großen Saal.

Palast

Bei recht milden Temperaturen vor der Tür ging es pünktlich um 16.30 Uhr mit Palast im Headquarter los. Die Electro-Pop-Band mit einem Hauch der 80´s fand schnell seine Begeisterung. Als Einstiegband des Abends war der Hauptsaal sehr gut gefüllt und der Sound konnte mitreißen. „Shut the Door“ oder „Mirror Mirror“ holten Begeisterung aus dem Publikum. Für mich persönlich ein grandioser Einstieg an diesem Abend und das aktuelle Album befand sich sofort auf der To-buy-Liste.

Destin Fragile

Nach einer kurzen Pause begannen im Second Floor Destin Fragile, das Zweitprojekt von Spetsnaz. Im gut gefüllten Saal konnte Pontus Stålberg mit „Do You Remember“ oder „Run Away“, vom im Jahre 2015 erschienenen Debütalbum „Halfway To Nowhere“, eine etwas andere Seite von sich zeigen. Vorsichtig gesagt, etwas ruhiger, aber keinesfalls langsam. Den Gästen hat es gefallen.

Erdling

Bühnen-Wechsel und auf zu Erdling. Die doch recht junge Band um Sänger Neill Devin lieferte mit deutschen Texten und einer Mischung aus Dark-Rock und Neuer Deutscher Härte ein vielleicht etwas eigenwilliges LineUp auf den Stageboden. Aber gerade diese Abwechslung begeisterte und Lieder wie „Aus den Tiefen“, „Absolutus Rex“, „Frei wie der Wind“ und „Blitz und Donner“ mit einer tollen Kombination aus harten Gitarrenriffen und rhythmischer Elektronik rissen die Menge mit.

Faderhead

Zurück zum Second Floor und schon die Aussicht auf Faderhead bedeutet: es wird schwer, einen Platz zu finden. Frontmann Sami Mark Yahya hatte von Anfang an Spaß – die Nähe zum Publikum, der volle Saal und eine interessante Mischung aus langsamen und mitreißenden Tracks wie „Escape Gravity“, „Vanish“, „No Gods“, „No Flags“ oder „No Bullshit“ kamen sehr gut an. Wenn kein Platz mehr im Saal war, wurde eben davor getanzt.

She Past Away

Dem gegenüber hatte es She Past Away im großen Saal schon ein wenig schwer. Die türkische Band aus der, wie viele meinen, „neuen Dark Wave“ ließ sich davon nicht beeindrucken und legten ein solides Programm auf die Bühne. Passend zum Stil bewegten sich Volkan Caner und İdris Akbulut eher etwas ruhiger zu den eigenen Klängen.

Für uns war es dann Zeit für eine kleine Verschnaufpause. Das Dark Storm Festival ist bekannt dafür, dass es Schlag auf Schlag geht, aber das mögen auch viele. 20 Minuten waren beim Schlendern an den Merchständen, einem kühlen Bier oder dem gemütlichen Kaffee in der Lounge schnell vorbei. Weiter ging der Abend.

Fast zeitgleich starteten Grausame Töchter im Headquarter mit ihrer bekannt freizügigen und künstlerischen Art, sowie Spetsnaz im Second Floor. Somit war für den Wiedereinstieg eine schöne Wahlmöglichkeit vorhanden, die bei den Gästen gut ankam.

Grausame Töchter lieferten eine gewohnt „spezielle“ Bühnenshow ohne Umschweife von Anfang an. Eben etwas anders und wie immer sehr freizügig. Ihre Art zeigte sich nicht nur in der Bühnenshow, sondern auch mit ihren Texten und der Musik.

Spetsnaz

Nicht wenig ruhiger legte Spetsnaz eine mitreißende Tanzsohle auf den Bühnenboden. Im wahrsten Sinn des Wortes! Anders als bei Destin Fragile tobte Ponus Stålberg von links nach rechts  und zurück und zog zum Takt der Drums den ganzen Saal mit. 50 Minuten Show sorgte für Stimmung – mit „Free Fall“, „Degenerate Ones“, „Kindred“, „On the Edge“ sowie „That Perfect Body“ – Party pur.

Hocico

Schwarze Engel, dezentes blaues Licht und Erk Aicrag mit Metallmaske. Hocico haben ins Headquarter geladen, das mit Warteschlangen an den Türen quittiert wurde. Keine Frage, Hocico hat als mexikanische Band eine große Fangemeinde in Deutschland. Zum Auftritt können wir sagen: Eine düstere Bühnenshow mit vielen Spotlichtakzenten, aber es gefiel. „Relentless“, „Sex Sick“ oder „BiteMe!“ waren nur ein paar Lieder des Abends.

Solar Fake

Schneller Bühnenwechsel, denn Solar Fake hatte zu feinstem Synth-Pop in den Second Floor gebeten. Die Aussage, dass es keinen Platz zum Tanzen gab, erübrigt sich selbstredend. Es gab lange Schlangen, aber eine Top Stimmung. Solar Fake machte Stimmung und die Fans antworteten mitsingend. Das sagt fast alles! Das Duo bot einen tollen Mix an Liedern und 60 Minuten Show – „Under Control”, “All The Things You Say”, “Parasites” oder “More Than This” sind nur ein paar davon.

Lord of the Lost

Wieder ins Headquarter – ab zu Chris „The Lord“ Harms. Lord Of The Lost legten mit tollem Dark-Metal-Rock und schönen Lichtakzenten los. Es lief nicht alles rund, denn gleich zu Beginn der Show rissen die Gitarrenseiten von Chris, doch das war für die Band kein Problem. Singen geht auch ohne Gitarre und während Chris ein neues Instrument umgehängt bekam, legte die Formation gleich noch eine Schippe drauf. Die Stimmung war gigantisch und der Saal war nicht mehr zu halten. Für einen Lacher sorgte der Frontmann dann noch, mit der Aktion, seine Bühnenjacke über Minuten hin auszuziehen – irgendwann gelang es und so „befreit“ rockte er noch wilder – gemeinsam mit den Fans.

Project Pitchfork

Kurze Pause für einen Bühnenumbau und Project Pitchfork konnte loslegen. Es gab wieder einmal einen vollen Saal, oder sollte ich besser schreiben, volle Eingangsbereiche zum Headquarter. Ganz klar ein Highlight des Abends, denn einen Platz im Saal zu bekommen war schwer. Die Bühne war in zwei Teile aufgeteilt – im hinteren Bereich auf einer Empore drei Schlagzeuger und davor Peter Spilles mit einer großen LED-Leinwand hinter sich. Durch tolle Lichteffekte und dem sonst recht dunkel gehaltenen LineUp wurde eine effektreiche Show geliefert und vom Publikum gefeiert. 65 Minuten waren gefüllt mit einem abwechslungsreichen Set – mit zum Beispiel „Beholder“, „Conjure“, „Timekiller“, „The Queen Of Time And Space“ oder „Endzeit“. Da sollte für jeden etwas dabei gewesen sein.

Leaether Strip

Ein letztes Mal für diesen Abend zurück in den Second Floor, denn es standen 60 Minuten Leaether Strip auf dem Plan und der Bühne. Da sich Project Pitchfork und Leaether Strip etwas überschnitten, war zum Einstieg der Saal gut gefüllt, aber es gab noch etwas Potenzial nach oben. „Don’t Scream At Me“, „White As Chalk“, „Civil Disopedience“ oder „Strap Me Down“ waren nur ein paar Tracks der dänischen Band um Claus Larsen.

Blutengel

Damit waren wir auch schon beim Headliner des Abends – Blutengel im Headquarter. Leider gab es auch hier eine kleine Überschneidung mit Leaether Strip. Mystisch starteten Blutengel mit Damen in langen Umhängen, welche mit Fackeln die Bühne in ein besonderes Licht tauchten. Chris Pohl und Ulrike Goldmann lieferten einen gewohnt souveränen Auftritt ab, mit so einigen kleinen optischen Highlights.

Gegen ein Uhr nachts neigte sich damit das Dark Storm Festival für 2017 dem Ende zu und wir bedanken uns für einen tollen Abend.

Autor & Photos: Chrounos

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