Festival-Mediaval 2018: 06.-09.09.2018 Goldberg Selb – Tag 4

Der letzte Festivaltag begrüßte uns mit Sonne und so fuhren wir ein letztes Mal an diesem Wochenende zum Goldberg.

Triakel

Triakel eröffneten den Tag mit leiseren Tönen auf der Burgbühne und schickte die Zuschauer auf eine musikalische Reise durch Schweden. Mit Kaffee in der Hand und Sonne im Gesicht lauschten wir allerdings nur von Weitem, während wir für den FM-Boten einen Beitrag über das Celtic Power-Konzert vom Samstag beisteuerten. Das gehört schließlich auch dazu, wir sind ja nicht zum Spaß auf dem Festival.

The Sandsacks

Unser erster Anlaufpunkt in Sachen Konzerte war an diesem Tag der Auftritt der Sandsacks, die wir gefühlt schon 10 Jahre nicht gesehen hatten. Die Band aus Berlin servierte schließlich Irish Folk vom Feinsten und das Selber Publikum feierte in der Mittagshitze. Es ging quer durch die Diskographie der Formation, die zu einem musikalischen Frühschoppen a la Irish Pub einlud. Der komplette Platz vor der Burgbühne ließ sich kurzerhand zum Tanzen überreden – egal, ob die Jungs auf der Bühne nun einen Line Dance ansagten oder kurze Zeit später einen Rundtanz. Die Kollegen vom CeltCast haben dieses Spektakel mit ihren Kameras eingefangen, das war wirklich beeindruckend! Well done, liebe Sandsacks! Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht wieder so lange dauert, bis wir uns wiedersehen.

Vir Street Theatre

Danach mussten wir uns erst einmal stärken und besuchten die Goldbergbucht, wo wir uns die Zeit mit einem leckeren Essen und dem Auftritt des Vir Street Theatre vertrieben.

Dandelion Wine

Pünktlich zum Konzert von Dandelion Wine waren wir aber wieder zur Stelle. Die Band hatte mit Abstand die weiteste Anreise, denn Naomi und Nicholas kommen aus Melbourne und nutzten das Festival auch gleich für einen Minifamilienurlaub auf dem Goldberg. Im Gepäck hatten die beiden Australier ihr aktuelles Album „Le Cœur“, die Unterstützung am Cello kam an diesem Wochenende von Karen Weber. Musikalisch erinnerte uns das Ganze an Mila Mar, auch wenn Naomis Stimme nicht ganz an Anke Hachfeld herankommt. Das Publikum applaudierte jedenfalls kräftig und die Band freute sich sichtlich über so viel Zuspruch.

Garmarna

Weiter ging es dann auf der Schlossbühne mit Garmarna, die in Selb ihr einziges Deutschlandkonzert des Jahres bestritten. Wie schon vor fünf Jahren beim ersten Auftritt der Formation in Selb versammelten sich unzählige Zuschauer vor der Bühne und begrüßten Garmarna mit tosendem Beifall. Im Gegensatz zum Projekt Triakel setzt die Formation um Frontfrau Emma Härdelin bei Garmarna auf den Mix aus schwedischen Traditionals und modernem Crossoverpop und so bekamen wir sowohl Stücke wie „Över gränsen“ und „Öppet Hav“, aber eben auch Klassiker wie „Herr Holger“ oder „Brun“ zu hören. Natürlich durfte auch „Herr Mannelig“ nicht fehlen, den die sympathische Band in die Zugabe gepackt hatte. Großes Kino und unbestritten ein Höhepunkt des Festivals!

Fiddler’s Green

Nach soviel nordischen Klängen hieß es nun mit Fiddler’s Green als vorletztem Act noch einmal alle Reserven zu mobilisieren. Speedfolk im Sinne der Erlanger ist nämlich nichts zum Zuschauen – hier ist Mitmachen angesagt! Und so brauchte Frontmann Albi nicht ganz eine Minute, um die Menge zum Klatschen, Springen und Mitsingen zu animieren. Die Band ist immer ein Garant für ’ne fette Party, nicht zuletzt durch eine sehr sehenswerte Show, bei der die Fiddler’s auch bewiesen, dass sie mit Trinkbechern jonglieren können. Der Titel „John Kanaka“ wurde zum optischen Highlight des Auftritts, die Menge tobte und feierte mit der Formation und überall waren verschwitzte, aber glückliche Gesichter zu sehen. Das Prädikat „Festivalhighlight“ haben sich die Erlanger Speedfolker zu Recht erspielt – danke dafür!

Schandmaul

Auch Schandmaul, die mit dem Headlinerslot am Sonntag ihren zweiten Auftritt in Selb hatten, boten zum Abschluss des Wochenendes die Rockvariante ihres Programms. Dieses Mal ohne Tresen auf der Bühne – den hatten sie vermutlich an Fiddler’s Green verborgt -, aber dafür mit ganz viel Spaß an der Sache lud Thomas Lindner ein letztes Mal alle Besucher zum Feiern ein. Die Setliste wurde im Vergleich zum Vortag zwar nur leicht verändert, das tat der Stimmung im Publikum aber keinen Abbruch. Und so sprang, sang und tanzte der Goldberg, als ob es kein Morgen gäbe. Der Teufel, der den Schnaps gemacht hat und die Narren, die bunt und nicht braun sind, kamen genauso zu ihrem Recht wie die eine oder andere Ballade, damit sowohl Band als auch Publikum kurz Luft holen konnten. Ein würdiger Festivalabschluss, wie wir denken!

Alles in allem waren die Tage in Selb wieder wie ein kleiner Urlaub vom Alltag für alle Beteiligten. Wir möchten an dieser Stelle dem Team um Blaecky Schwarz und den vielen Helfern des Festivals danken, dass sie uns allen so ein tolles Festival ermöglichen. Wir haben uns rundum aufgehoben und wohl versorgt gefühlt und kommen auch im nächsten Jahr gern wieder nach Franken. Dann wird es besonders spannend, denn die 2019er Ausgabe des Festival-Mediaval steht unter dem Motto „New Steps“. Es treten also dann nur Band und Künstler auf, die noch nie auf dem Goldberg zu Gast waren. Wer das genau sein wird, erfahrt ihr zu gegebener Zeit auf der Webseite des Events. Dort bekommt ihr allerdings schon jetzt Tickets für das kommende Jahr und bis zum 31.12.2108 gibt es die auch noch zum Early Bird-Preis.

Wir vergeben jedenfalls das Prädikat „Besonders empfehlenswertes Festival“ und hoffen, den einen oder anderen von euch im nächsten Jahr in Selb zu treffen.

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Autor: Pitchfairy & Plumä

Photos: Michi & Chrounos

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