Festival-Mediaval 2019: 06.-08.09.2019 Goldberg Selb – Tag 3

Impressionen

Den dritten Festivaltag begannen wir mit dem Newcomeraward im Bereich „Mittelalterrock“. Dort spielten Deus Vult aus Bayern, Viscum aus Sachsen und die Kapeiken aus Hamburg um die Gunst um die Stimmen der Jury und des Publikums. Alle drei Bands zeigten vor einem zahlreichen Publikum, was sie so drauf haben und Deus Vult trotzten sogar den technischen Schwierigkeiten. Am Ende konnten die Kapeiken den Goldenen Zwerg mit nach Hause nehmen und dürfen nun im nächsten Jahr auf einer der großen Bühnen spielen. Herzlichen Glückwunsch! – by Pitchfairy

Bran

Nach einem Snack zum Mittag ging es zur Schlossbühne, um den einzigen Deutschlandauftritt der tschechischen Band Bran anzuschauen. Die Formation aus dem Nachbarland hat sich der bretonischen Musik verschrieben und mit dem Gesang von Frontmann Robert Fischmann fühlten wir uns ein wenig an Alan Stivell erinnert. Unaufgeregt, aber mit ganz viel Herz und musikalischem Können spielten sich die Tschechen in die Herzen des Selber Publikums. Überall waren sich im Takt wiegende Menschen zu sehen, die sich von der Musik mitnehmen ließen. Das Konzert verscheuchte zwar nicht die tiefhängenden Wolken, aber sie zauberte auch uns ein Lächeln ins Gesicht – was wir vom Wetter nicht behaupten konnten. Unbestritten ein Highlight des diesjährigen FM! – by Pitchfairy

The Aberlour’s

Weiter ging es mit den Aberlour’s aus Halle/Sachsen-Anhalt. Auch diese Herren waren zum Teil schon in Selb auf der Bühne, zuletzt stand der Frontmann der Celtic Folk’n’Beat-Band mit seiner Stammformation Horch auf der Burgbühne. Mit den Aberlour’s ging es aber etwas rockiger zur Sache und so tanzte das Publikum mit den Hallensern in den Nachmittag. Die Band, die seit 1999 zusammen spielt, zeigte eindrucksvoll, dass sie sich im Celtic Folk zu Hause fühlt. Und dabei war es egal, ob es die leiseren Töne waren oder die tanzbaren Melodien, die zum Mitwippen einluden. Die Geschichten, die der Sänger zwischen den Liedern erzählte, sorgten für Lacher und gute Laune. Besonders Val Gregor an der Geige beeindruckte mich persönlich mit seinem virtuosen Spiel. Insgesamt ein grandioser Auftritt! – by Pitchfairy + Plumä

Danceperados of Ireland

Gespannt war ich auf den kommenden Programmpunkt – die Danceperados of Ireland hatte ich bereits im Pressezelt beim Aufwärmen gesehen und so zog es uns trotz einsetzendem Regen vor die Schlossbühne. Wann gibt es schon mal Irish Dance auf einem Festival? Ganz im Stil von Lord of the Dance zeigte die Gruppe ihr Können und erzählte uns die Geschichte des Whiskys. Wir staunten über die Tänzer, die dem Regen trotzten. So wurde etwa auch mit Besen getanzt – in welcher Weise sei hier allerdings nicht verraten. Außerdem lauschten wir den wirklich guten Musikern, die leider im hinteren Bühnenteil auf einem Podest saßen. Unglücklicherweise blieben sie auch dort, während der „Tanzpausen“, in denen die Tänzer blitzschnell ihre Kostüme wechselten – zu jedem weiteren Stück wurde ein neues Outfit vorgeführt – toll. So gestaltete sich der ganze Auftritt ein wenig „zerrig“, da in diesen Pausen auf der Bühne nicht wirklich etwas passierte. Sehr schade, denn insgesamt war diese Performance durchaus sehens- und hörenswert! Mich trieb also der Regen wieder ins Pressezelt, während das Publikum draußen ausharrte und die Danceperados mit beachtlichem Beifall bedachte. Sorry for that… – by Pitchfairy

Kroke

Für Kroke aus Polen traute ich mich aber wieder hinaus. Mit einem Regencape ausgerüstet wanderte ich durch die Nässe zur Burgbühne und suchte mir einen halbwegs trockenen Platz unter einem der Bäume. Die Krakauer Band spielt sonst auf internationalen Bühnen und hat auch schon mit Steven Spielberg zusammen gearbeitet. Ihr Steckenpferd ist der Klezmer und den brachten die drei Musiker auf die Selber Bühne. Obwohl diese Art Musik eher instrumental ist, lauschten die Zuschauer gespannt und wiegten sich im Takt. Mit Geige, Akkordeon und Bass holten Kroke die Tradition der jiddischen Volksmusik nach Franken und erhielten dafür viel Beifall. Die Musik lud zum Träumen ein und ich konnte hervorragend meinen Gedanken nachhängen. Ich gebe allerdings zu, dass es mir nach einer Weile selbst unter dem Baum zu nass wurde und so ging es ein letztes Mal den Goldberg hinauf. Aber Kroke avancierten selbst in der relativ kurzen Zeit des Zuhörens zu einem weiteren Festivalhighlight. – by Pitchfairy

Eluveitie

Wir bereiteten uns auf den letzten Headliner des FM 2019 vor, denn mit Eluveitie sollte das Festival fulminant zu Ende gehen. Wir hatten die Band bereits zum diesjährigen WGT gesehen, waren jedoch auf das Konzert gespannt. Unter viel Beifall (und bei immer noch strömendem Regen) stürmten die Schweizer die Bühne und rockten direkt los. Frontmann Chrigel begrüßte das Publikum und versprach eine fette Paganmetalsession. Das ließen sich Band und Zuschauer nicht zweimal sagen und schon ging es in die Vollen. Da wurde mitgesungen, geklatscht und es waren sowohl auf, als auch vor der Bühne jede Menge Headbanger zu sehen. Eluveitie feierten mit der Festivalgästen und spielten so den perfekten Festivalabschluss. Wir rockten ein wenig mit und verließen dann den Goldberg – wie immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge. – by Pitchfairy

Viele neue Eindrücke hielt das diesjährige FM für uns bereit, wir haben neue Bands für uns entdeckt, alte Freunde getroffen und neue gefunden. Leider konnte ich auf Grund meiner Knieverletzung nicht alles sehen, was ich gern gesehen hätte, wie zum Beispiel das Lebende Schachspiel (da waren nur die Kollegen). Aber dafür hab ich im Literaturzelt eine Autorin kennengelernt, von der ich hoffentlich bald ein neues Buch in der Hand halte. – by Pitchfairy

An dieser Stelle danken wir dem Team des Festival-Mediaval für das diesjährige FM – ihr habt euch wieder einmal selbst übertroffen und mit „New Steps“ einen mutigen Schritt in die Zukunft der Veranstaltung gemacht. Für das nächste Jahr freuen wir uns auf das Rock- und Metal-Special, unter anderem mit Wardruna, Alestorm, der Letzten Instanz, Coppelius und vielen mehr. Bis dahin bleiben uns die Fotos, die Erinnerungen und die Videos, die die niederländischen Kollegen vom CeltCast festgehalten haben. Auf Wiedersehen auf dem Goldberg, wir freuen uns auf euch alle! – by Scratchcat, Pitchfairy + Plumä

Zurück zu Tag 1

Autor: Pitchfairy & Plumä & Scratchcat

Photos: Michi & Marko P. Chrounos

Hier geht es zu den Galerien des Festivals