Forced To Mode: Acoustic Tour 2018 21.09.2018 Schauburg Dresden

Wir haben ja schon des Öfteren gesagt, dass Forced To Mode in unseren Augen die beste Depeche Mode-Coverband sind, die sich auf den Bühnen der Welt rumtreibt. Und als die Jungs aus Berlin ankündigten, dass sie eine Acoustic-Tour mit den Stücken von Dave & Co. machen wollten, waren wir begeistert – da mussten wir unbedingt dabei sein. Am 21.09.2018 startete diese Tournee dann endlich in der Schauburg in Dresden und wir reisten sehr gespannt an.

Forced To Mode

Die Bühne in der Schauburg war recht vollgebaut mit Instrumenten, Mikrofonen und Lampen. Auch die Sitzplätze im Saal füllten sich nach und nach und dann war es endlich soweit. Das Licht ging aus und ungeduldige Fans klatschten schon Beifall. Gitarrist Matthias kam als Erster hervor und begann zu spielen. Neben ihm glomm eine der zahlreichen Glühlampen auf der Bühne auf. Ihm folgten Drummer Max und Keyboarder Thomas – immer ging neben ihnen ein Lämpchen an, was toll wirkte. Und als endlich auch Sänger Christian erschien, gab es lauten Beifall. Mit „I feel you“ im akustischen Kleid starteten die Herren schließlich und die Menge tobte. Christians Stimme war Wahnsinn – überhaupt ließ der Sound keine Wünsche offen. Mehrstimmig wurde der Refrain dargeboten und der Frontmann schloss immer wieder die Augen beim Singen. Die Zuschauer stiegen direkt ein und klatschten im Takt mit. „Schönen guten Abend Dresden. Wir sind mega, mega aufgeregt – uns geht der Arsch auf Grundeis.“ Mit diesen Worten hieß Christian uns willkommen. Diese erste Show der Tournee war besonders aufregend für sie als Musiker – sie wollten aber alles geben und so ging es weiter mit „Stories of old“. Hierbei wurde rotes Licht auf zwei halbe Diskokugeln projiziert, was rote Lichtpunkte im ganzen Saal zur Folge hatte – schöne Idee. Christian zeigte hier, dass er auch am Glockenspiel eine gute Figur machte, denn er spielte die Melodie auf eben einem solchen. Von „The landscape is changing“ hatte die Formation ein kleines Video aus dem Probenraum online gestellt – „unser erfolgreichstes Facebook-Video aller Zeiten“ – so ihre Aussage.

Forced To Mode

Der Song von „Meister“ Alan Wilder wurde von ihnen dann in der Version von Magnus Carlsson dargeboten und kam gut an. Wieder kam das Glockenspiel zum Einsatz und die Lichtstimmung war hier in rosa und lila gehalten. Besonders Thomas Stimme kam hier gut raus. Dann wurden die Positionen gewechselt – Thomas und Christian tauschten die Positionen, denn Christian wollte nun am Keyboard sitzen und Thomas griff zur Bassgitarre. Der Mann am Monitor für die Jungs musste hier einiges umstellen, was nur nach und nach klappte und zu einem Running Gag des Abends wurde. So präpariert spielten die Jungs „einen meiner absoluten Lieblingssongs“, so der Sänger. In der Waldbühne vor einigen Wochen habe er noch geweint bei diesem Stück. Hier war er aber zu nervös und weinte nicht, sondern gab sein Bestes. Überall glommen die Glühlampen auf der Stage auf, was wirklich schön war und der dreistimmige Gesang war ein Ohrenschmaus. Drummer Max hatte hier alle Hände voll zu tun mit an den Percussions-Effekten, die er besteuerte. Und apropos Max – es war so, dass die Band „zum allerersten Mal mit Max“ live auftrat und es war toll. Schnell gab es noch einen Applaus für Ronald am Monitor und dann erzählte Christian vor lauter Aufgeregtheit immer weiter, was Max beim Einzählen des nächsten Stückes rausbrachte – wieder ein Lacher fürs Publikum und die Musiker. Doch dann konnte „Policy of truth“ doch noch angestimmt werden und die Fans sangen hier lautstark mit. Der Beifall war hier fast frenetisch, wozu Christian scherzhaft meinte: „Nicht über die Stränge schlagen.“ Deswegen folgte „was Ruhiges – am Anfang schon“. Der Anfang von „Shake the disease“ kam hier fast wie Lounge-Musik rüber und wurde dann aber doch flotter, was wiederum zum Mitklatschen animierte. Diese akustische Version des Liedes war schon recht abgefahren. „Jetzt wird’s ernst“, so die Ankündigung von Thomas – den folgenden Track hatten sie bisher „erst ein einziges Mal gespielt“ und nun war es wieder soweit. Doch es klappte alles und „World full of nothing“ wurde ein weiteres Sahnestückchen des Abends. Thomas sang mit geschlossenen Augen und wurde bejubelt am Ende. Auch beim nächsten Stück war er für den Gesangspart zuständig.

Forced To Mode

Christian war aber trotz allem nervös und sagte: „Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so unangenehm gerochen hab“. Er bedankte sich für den lauten Applaus, der ihnen allen die Angst nehmen würde. Dann gab es aber endlich „I want you now“ auf die Ohren und wieder sang Thomas mit voller Hingabe. Wenn das alles noch nicht besonders war, dem folgte „was ganz Besonderes“. Für ihren „Stargast“ – einen weiblichen Fan – und für uns alle gab es eine  Forced To Mode-Premiere – „Birgit dit is dein Moment“. Die Rede war hier von „Get the balance right“ und der Takt wurde wieder einmal mitgeklatscht. Überhaupt war die Songauswahl für die Acoustic-Tour wohl eine „lange Prozedur“ gewesen, so Christian, aber ein Song musste auf jeden Fall dabei sein. „Shouldn’t have done that“ wurde „fast richtig – aber akustisch“ dargeboten – selbst Depeche Mode haben den Track nur einmal live gespielt. Uns gefiel die Darbietung aber gut und die Jungs waren hinterher auch sehr zufrieden mit sich. Besonders der mehrstimmige Gesangspart war super. Dem folgte „unser aller Lieblingssong“ – das war selbstverständlich „In your room“ und alle rockten sie, trotz dass es akustisch war, ab. Matthias begeisterte mit seinem Gitarrenspiel. Und nun wusste ich auch, woran mich all die Glühlampen auf der Bühne erinnerten – auf der „In your room“-Single waren damals auch Glühbirnen abgebildet. Danach war es wieder Zeit für eine „absolute Premiere“ – das wurde ja immer besser.

Forced To Mode

Zu „And then…“ sagte Christian selbst noch: „Wat fürn geilet Ding“ und da muss ich ihm Recht geben – das war echt geil! Die Menge war ebenso begeistert. Und welches Lied durfte ebenfalls nicht fehlen an diesem Abend? Genau, „Never let me down again“, wozu Matthias sagte: „Normalerweise brauch ich euch dazu, aber ich fang einfach allein an.“ Die Gitarre startete und der Jubel war groß. Weiße Lichtpunkte tanzten überall an den Wänden dazu. Irgendwie waren wohl alle von der akustischen Version des Stückes so fasziniert, dass hier das übliche Armemeer fehlte – das war etwas schade! Aber der Applaus am Ende des Liedes war dafür umso frenetischer. Damit die Stimmung nicht „eskalierte“, hatten sich die Jungs überlegt, dass sie nun „was Trauriges und Ruhiges“ spielen müssten – die hatten echt den Schalk im Nacken, denn „I just can’t get enough“ war genau das Gegenteil. Es ging mächtig ab und hier wurde wieder mitgesungen. Christian musste zwischendrin lachen und vergaß seinen Text – das machte aber gar nichts. Die große Nervosität war ihnen allen anzumerken, aber das machte irgendwie auch den Charme des Abends aus. Hiernach berichteten sie kurz von ihren Proben, wobei sich wieder einmal herausstellte, dass Matthias und Max Musiker sind und Christian und Thomas „Dilettanten“. Das war aber wieder mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Es gab einen Extra-Applaus für Max und dann gaben sie für die „Dresden Waldbühne“ „Personal Jesus“ zum Besten. Die Zuschauer sangen laut mit, jubelten und Christian hielt es nicht mehr hinter dem Keyboard aus. Er kam an den vorderen Bühnenrand, tanzte, sang und genoss die Standing Ovations. Er bedankte sich bei der Konzertagentur Dresden für die Durchführung des Abends – „ein voller Erfolg“. Dem kann ich mich nur anschließen. Außerdem stellte der Frontmann seine Kollegen alle namentlich vor und am Ende des Liedes ging er auf die Knie und hielt den letzten Ton besonders lang – toll! Der Beifall wollte hier kaum enden – jedoch, „Pst – dat is ein Akustikkonzert“. Und weil es eben ruhiger sein sollte, passte an dieser Stelle „Enjoy the silence“ ganz gut ins Set. Wieder sang das Publikum laut mit – „fantastisch“. Es wurde eines der Höhepunkte des Abends. Alle standen auf und tanzten. Als der letzte Ton verklungen war, verbeugten sich die vier Herren und schon sollte alles vorbei sein.

Forced To Mode

Das war aber überhaupt nicht akzeptabel. Zugabe-Rufe erschallten und mit einem lauten „Danke Dresden“ kam Forced To Mode wieder auf die Bühne. Sie berichteten davon, dass sie „zwei Wochen durchgeprobt“ hätten und sich immer noch nicht bereit gefühlt hätten. Dieser Abend bewies aber, dass der Entschluss zu einer Acoustic-Tournee „die richtige Entscheidung“ war. Schließlich hatten sie „noch ´ne Premiere“ in petto – „Sometimes“ sorgte für verzückte Gesichter bei den Fans. Das Licht war hier ganz in Blau gehalten, was Christian dazu veranlasste, Tom im Anschluss nachzusagen, dass er nun „bei der Blue Man Group“ sei. Diese Scherze lockerten ihre immer noch vorherrschende Nervosität auf und machten sie absolut sympathisch. Bei „Home“ wurde wieder mitgesungen im ganzen Saal, so dass das Glockenspiel kaum zu hören war. Am Ende sangen die Fans immer noch und die Band stieg noch einmal mit ein. Das macht eben den Reiz einer Live-Band aus – spontan auf die Stimmung reagieren und interagieren – ein schöner Moment! Dann verkündete Christian, dass sie im März wieder in Dresden sein werden, was abermals für Begeisterung sorgte. Und das wurde dann noch durch die Darbietung von „Question of time“ getoppt. Der Frontmann tanzte am vorderen Bühnenrand und alle im Saal sprangen von ihren Sitzen, um mitzutanzen. Das ging mächtig ab und sorgte für gute Laune! „Danke, Danke, Danke“ – dies ging nicht nur an die Fans raus, sondern auch an Stefan für das Licht an diesem Abend und an den Mann am Monitor – „Ronald, wir lieben dich“. Als der Sänger dann auch noch verriet, dass das Konzert an diesem Abend das „200. Konzert von Forced To Mode“ sei, gab es kein Halten mehr – die Stimmung explodierte schier. „Es war sehr aufregend“, aber sie müssten nun doch zum Ende kommen. „Broken“ sollte den Abschluss bilden. Das Stück baute sich wahnsinnig toll auf mit all den Klängen, die nach und nach hinzukamen – super! „Habt’n schönen Abend ihr Lieben. Danke Dresden. Danke für den wunderbaren Start!“, so die verabschiedenden Worte der Band. Mit einer erneuten Verbeugung und einem Winken verließen sie die Bühne und ließen jubelnde Fans zurück.

Forced To Mode

Doch die hatten immer noch nicht genug. Die Musiker ließen sich tatsächlich noch ein letztes Mal für „eine einzige Nummer“ überreden, zurück zu kommen. „Fools“ wurde gemein zelebriert – mit Beifall, tollem Licht, Drum- und Gitarrensolo und einfach guter Laune. Dann war aber auch das vorbei und mit viel Winken und Verbeugung war ein toller Abend zu Ende.

Wir sagen an dieser Stelle auch danke – an die Jungs für eine großartige Songauswahl. So haben wir auch mal alte Schmankerl von Depeche Mode live erleben können – in besonderer Version. Danke an die Konzertagentur Dresden für die Organisation und  tolle Betreuung vor Ort und danke an die Fans, die für eine tolle Stimmung sorgten. Es war wirklich ein voller Erfolg und wir waren froh, das miterleben zu können. Glücklich und zufrieden machten wir uns auf den Heimweg und wir freuen uns schon jetzt auf eine nächste Begegnung mit Forced To Mode.

Autor: Scratchcat

Photos: Pyro

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