Hybridize Festival 2019: 23.02.2019 Hellraiser Leipzig

Die Bands Agonoize, Funker Vogt, Eisfabrik, Intent:Outtake und Vanguard haben sich unter der Regie von NoCut Entertainment zu einer gemeinsamen Tour zusammen gefunden. Das Ganze lief unter dem Namen „Hybridize Festival – In Blood With Fire And Ice“ und machte am 23.02.2019 im Leipziger Metalclub Hellraiser Station. Wir waren für euch dabei und können schon im Vorfeld sagen, dass dieser Abend seinem Namen durchaus gerecht wurde.
Die Schlange vor dem Club war schon ziemlich lang, als wir in Leipzig ankamen. Doch pünktlich um 18 Uhr gingen die Türen auf und die wartende Menge wurde durch eine tiefenentspannte und sehr flotte Security in den Hellraiser gelotst.

Vanguard

Der große Saal füllte sich schnell und so konnten Vanguard den Abend ebenfalls pünktlich eröffnen. Die junge schwedische Formation, bestehend aus Sänger Patrik Hansson und Keyboarder Jonas Olofsson, stand zunächst fast schüchtern auf der leider ziemlich vernebelten Bühne. Doch mit der Musik kam dann auch gleich Bewegung in die beiden Schweden, die ihr kurzes, aber durchaus tanzbares Set präsentierten. Feiner Schweden-Synthpop erfüllte den Saal und ließ auch das eine oder andere Tanzbein schon mitwippen. Es gab auch Applaus, der aber meiner Meinung nach schon etwas voller hätte ausfallen dürfen, denn die beiden Musiker haben ihren Job als Opener wirklich gut gemacht und in den knapp 30 Minuten Spielzeit einen guten Querschnitt durch ihr Schaffen gezeigt. Natürlich durften auch der Hinweis auf das neue Album, das am 08.03.2019 erschien, und der neue Titel „Save Me“ nicht fehlen. Gut gemacht, Vanguard!

Intent:Outtake

Nach einer kurzen Umbaupause standen dann Intent:Outtake auf der Bühne. Das Duo genoss bei dieser Festivalstation Heimvorteil, schließlich sind Basti und Andreas Leipziger und hatten auch ihren Fanclub im Gepäck. Doch durch zahlreiche Auftritte seit der Gründung der Band im Jahr 2011 sind die beiden auch unermüdlich durch Deutschland getourt und haben sich so eine erkleckliche Fanbase erspielt. Für den Hellraiser bedeutete das Tanzalarm und so kam schon bei den ersten Tönen Bewegung ins Publikum. Neben einigen älteren Titeln gaben Intent:Outtake natürlich auch die neuesten Tracks „Es ist Krieg“ und „Dystopie“ zum Besten und wurden dafür gebührend beklatscht und gefeiert. Letzteres Stück  ist übrigens nur auf der festivaleigenen CD zu bekommen und wird sonst nirgends veröffentlicht werden. Gut für alle, die beim Festival anwesend waren und sich ein Exemplar sichern konnten. Alles in allem haben Basti und Andreas das Leipziger Publikum schon ein erstes Mal ins Schwitzen gebracht und hatten sichtlich Spaß an ihrem Auftritt. Wir fanden’s auch schick und freuen uns schon darauf, die Band zum kommenden Wave-Gotik-Treffen wiederzusehen.

Eisfabrik

Ebenso flott wie beim ersten Umbau war auch jetzt die Bühne in Windeseile für die nächste Band vorbereitet und so konnten Eisfabrik in die Vollen gehen. Die Formation wurde durch einen Livedrummer unterstützt und brachte mit ihren Hits den Saal zum Kochen. Frontmann Charly blickte auf ein tanzwütiges und extrem begeistertes Publikum hinab und bekam das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Ständig waren die Arme der Fans oben und wogten hin und her, es wurde viel mitgesungen und jedermann tanzte, soweit es der Platz erlaubte. Selbstverständlich durfte der obligatorische Schneefall in den ersten Reihen nicht fehlen und auch der Yeti tanzte über die Bühne. Charly bemerkte, dass es Zeit wurde, mal wieder in Leipzig zu sein, denn der letzte Auftritt der Band liegt schon zwei Jahre zurück. Diese Ansage wurde von einem applaudierenden und schreienden Publikum bestätigt und so tanzte der Saal, was das Zeug hielt zu Tracks wie „Schneemann“, „White Storm“ und „Eiszeit“. Entgegen dem Namen der Formation verwandelte sich also der Hellraser langsam, aber sicher in eine Sauna, zumindest auf der Fläche vor der Bühne. An anderen Stellen des Clubs haben Eisfabrik scheinbar ganze Arbeit geleistet, denn im kleinen Saal beim Merchandise und an der Bar, die die beiden Räume verbindet, war es empfindlich kühl. Aber sei’s drum! Spaß hatten trotzdem alle und darum geht es schließlich. Wir danken Eisfabrik an dieser Stelle für ihren Auftritt, der uns sehr gut gefallen hat!

Funker Vogt

Die Stimmung im Club ebbte auch während der Pausen nicht ab und so konnten Funker Vogt vor einem quasi warm gespielten Publikum loslegen. Für Gerrit Thomas und den Drummer Rene Dornbusch war dies der zweite Auftritt in Folge, ein gut gelaunter Chris L. vervollständigte das Ensemble. Musikalisch hat mir dieser Gig fast am besten an diesem Abend gefallen. Chris‘ Gesang, den ich von meiner Ersterfahrung von „Funker Vogt mit neuem Sänger“ noch als Mash-Up zwischen Agonoize und Funker Vogt im Ohr hatte, war deutlich klarer und passte meiner Meinung nach auch besser zum ganzen Arrangement. Sehr tanzbare Tracks schepperten durch den Saal, die Massen tanzten sich die Füße wund und die Bandmitglieder schwitzten mit den Fans um die Wette. Selbst an der Bar konnte sich keiner den Beats entziehen und wippte wahlweise mit den Köpfen, Füßen oder Knien mit. Leider konnte ich von meinem Platz im Zwischengang nicht die ganze Bühne einsehen und im Saal war es so voll, dass es keinen Sinn hatte, sich zu jeder Band wieder bis ganz nach vorn durchzudrängeln. Aber die Feuerfontänen am Bühnenrand habe auch ich gesehen und dass Chris echt Spaß an der ganzen Sache hatte, war auch nicht zu übersehen. Die Kriegsbemalung der Band war zum Ende des knapp 90-minütigen Sets weggeflossen und Chris ließ sich sogar zu einigen Zugaben überreden, bevor er sich mit einem kurzen „Wir sehen uns in 20 Minuten!“ verabschiedete. Sehr geil abgeliefert, Funker Vogt – ihr habt einen verdammt guten Job gemacht!

Agonoize

Nun ja, es wurden ein wenig mehr als 20 Minuten, schließlich mussten sich Frontmann und Drummer auch ein wenig erholen. Nichtsdestotrotz betraten zum guten Schluss Agonoize die Bühne, um das Festival mit einem fetten Auftritt zu beschließen. Im Auditorium gab es kaum noch ein Halten, als das Intro lief und die Band nach und nach die Bühne betrat. Und ja, Drummer Rene Dornbusch setzte hier zum dritten Einsatz an, den er wie die beiden vorher mit Bravour durchzog. Respekt an dieser Stelle für soviel Spielfreude und Durchhaltevermögen! Agonoize als „Godfather of Hellektro“ machten hier ihrem Titel alle Ehre. Chris verausgabte sich an seinem Mikro mindestens genau so sehr wie Drummer Rene. Natürlich spritzte das Kunstblut durch die ersten Reihen und die Menge feierte frenetisch jeden einzelnen Track. Wir begaben uns allerdings so langsam auf den Heimweg und überließen den Hellraiser dem feiernden Partyvolk.

Rückblickend können wir den Bands und den Organisatoren zu diesem Festival und der Idee nur gratulieren. Hier haben sich fünf Bands hervorragend präsentiert, die Akteure konnten auf einen fast ausverkauften Saal blicken und die Gäste hatten an jedem einzelnen Gig jede Menge Spaß. Falls es wieder mal so klappt, sind wir gern wieder dabei. Liebe Grüße gehen an dieser Stelle an den Hellraiser, dessen Personal flott, freundlich und sehr unkompliziert agiert hat. Das gibt es auch nicht überall und spricht in jeder Hinsicht für den Club. Danke dafür!

Autor: Pitchfairy

Photos: Michi

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