Jon Pold Synergy: The Great Divide-Tour 06.04.2019 Werk 2/Halle 5 Leipzig

Vier  Tage nach dem offiziellen Albumrelease von „On“, zu dem es von uns HIER eine Rezension gibt, hatten wir einen Termin mit Jon Pold Synergy in Leipzig. Die Formation um den Bassisten Jon Pold (ehemals Euzen) war zu Gast im Jugendzentrum Halle 5 e.V. am Werk 2 und wir wollten die Livepräsentation des Albums auf gar keinen Fall verpassen.

Die Location selbst liegt ein wenig versteckt im hinteren Teil des Werk 2-Geländes, der Saal der Jugendeinrichtung fasst etwa 150 Leute. Doch irgendwie wollten nicht so viele Menschen dabei sein, am Ende zählten wir leider nur 10 zahlende Gäste, was für die Organisatoren und die Band sehr schade war.

Jon Pold Synergy

Die dänische Progrockformation ließ sich jedoch nicht davon abschrecken, betrat gut gelaunt die kleine Bühne und der Frontmann begrüßte die Anwesenden. Auch erklärte er, dass es zwei Teile im Konzert geben würde, einen kraftvolleren und einen ruhigeren Part. Wir waren gespannt!
Die Band startete mit einem rockigen Instrumentalstück, so dass die Gäste gleich wussten, was sie in den nächsten  Minuten erwartete.

Jon Pold Synergy

Nach dem Intro bat Jon Pold das spärliche Publikum, doch einige Schritte nach vorn zu kommen, damit er sich nicht so einsam fühlt. Diesem Wunsch kamen die Zuhörer auch nach und so ging es mit „Shame On You“ und „The Wheel“ direkt weiter. Dabei beeindruckte uns der Frontmann nicht nur mit seinem Gesang, der streckenweise auch live wie Peter Gabriel und/oder Sting klang, sondern auch einmal mehr mit seinem virtuosen Bass-Surfing. Mal klopfte er nur mit den Fingerspitzen auf dem Instrument, mal zupfte er die Saiten, streckenweise fühlten wir uns an die Red Hot Chili Peppers erinnert, dann wieder an  Bands wie Level 42. Das Intro zum nächsten Titel überließ Jon jedoch seinem Gitarristen Thomas Nielsen, der zeigte, was er an der Gitarre drauf hatte und uns so in den Track „45“ führte. Das Publikum tanzte derweil zur Musik und ließ sich auf die Progrockerfahrung ein. So wurde auch jedes Lied ordentlich beklatscht.

Jon Pold Synergy

Selbstverständlich durften die Stücke von neuen Album nicht fehlen und so stellte uns die Band auch den Titeltrack „On“ und das Lied „When Gods Die“ vor, was eines meiner persönlichen Lieblinge ist. Jon hat den Song als Hommage an David Bowie und Prince geschrieben, die beide im Jahr 2016 verstorben sind. Den ersten Teil des Sets beschlossen Synergy dann mit „Power“, bei dem noch einmal alle vier Musiker Vollgas gaben. Gleichzeitig stellte Jon seine Mitstreiter namentlich vor und so bekamen auch Mads Klinke an den Drums und Henrik Borlev an den Synthies ihren wohlverdienten Extraapplaus.

Jon Pold Synergy

Nach einer kurzen Verschnaufpause, bei der uns Jon mit einem Bier zuprostete, ging es also nun etwas langsamer zur Sache. Mit „Hush“, das der Sänger allen zerbrechlichen Menschen widmete, zeigte uns die Formation, dass sie auch die leiseren Töne perfekt beherrscht. Die Gäste wiegten sich im Takt und genossen die Musik. Neben „Hold Me“ und „Blackest Eyes“ präsentierte uns Jon dann auch noch „The Great Divide“, das sich mit Rassismus beschäftigt und mit einer Sequenz von Martin Luther King eingeleitet wurde. Zum guten Schluss hatte die Band noch ein kleines Quiz für die Zuhörer.

Jon Pold Synergy

Der Frontmann verriet nämlich, dass das letzte Stück aus drei Teilen besteht und die Gäste ruhig die Hand heben könnten, wenn sie glaubten, dass ein neuer Teil anfing. Ein interaktives Konzerterlebnis also! Wie zu Beginn gab es nun mit „Synergy Part 1/2/3“ wieder etwas Instrumentales und das komplette Stück zeigte noch einmal, was die Band eigentlich ausmacht. Wir hörten ein top aufeinander eingespieltes Team, bei dem jeder der Musiker sein Instrument bis zur Perfektion beherrscht – sehr cool! Technisch sehr ausgefeilt und musikalisch mal etwas Neues für uns. Der Applaus fiel entsprechend lang und kräftig aus, so dass sich die Band noch zu einer kleinen Zugabe überreden ließ, die es dann mit dem Track „Hot Water“ gab.

Schlussendlich standen vier sehr glückliche, dänische Musiker auf der Bühne und verbeugten sich vor einem lächelnden Publikum. Jon lud uns noch alle ein, mit ihm und der Band ein wenig zu quatschen, was wir sehr gern wahrnahmen.

Fazit des Abends: trotz der geringen Besucherzahl sind wir froh, dass wir dabei waren. Das Konzert war so voller Spielfreude, musikalischer Seele und ganz viel Professionalität, dass sich so manch eine andere Band eine Scheibe davon abschneiden kann. Jon Pold selbst sagte uns, es wäre ein erster Schritt gewesen, um in Deutschland bekannter zu werden und das wünschen wir ihm und seiner Band wirklich. Synergy planen schon jetzt eine weitere Tour im Winterhalbjahr und möchten auf jeden Fall wiederkommen – dann hoffentlich vor mehr als 20 Leuten, aber wir sind uns sicher, dass das kein Wunschdenken ist. Wir werden auf jeden Fall wieder dabei sein, denn es war ein sehr schöner Abend mit einer tollen Formation. Danke dafür!

Autor: Pitchfairy

Photos: Michi

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