Leipziger Buchmesse 2016: 16.-19.03.2016 Messe Leipzig – Tag 1

Gestärkt und absolut neugierig hatte ich mir mein Programm für den Donnerstag zusammengestellt und so wartete ich mit vielen anderen Messebesuchern kurz vor 10 Uhr darauf, dass die Messehallen geöffnet würden. Der Andrang war groß und vor Halle 1, wo die Manga-Comic-Convention (MCC) stattfinden würde, waren schon viele Cosplayer zu sehen – bunte und fantasiereiche Verkleidungen, die viel Liebe zum Detail verrieten. Alle waren sie ganz gespannt und aufgeregt. Dann endlich ging es hinein.

Larp Tales by Nebelschwingen
Larp Tales by Nebelschwingen

Nach einem Rundgang durch die farbenfrohe Halle 1 begab ich mich in Halle 2 an die Leseinsel Fantasy, die mich noch des Öfteren anziehen sollte. Hier war eine Show der Nebelschwingen angekündigt. Die Nebelschwingen sind eine LARP-Vereinigung aus Hannover, die den Messebesuchern das Live Action Role Play etwas näher bringen wollten. Die zwei Jungs und „Sally“ waren an diesem Tag als Herold, Druide und Krieger vor Ort. Sally berichtete, dass LARP für sie eine besondere Sache sei. Sie würden auch immer wieder in Schulen gehen, um mit den Schülern diese Form der Freizeitbeschäftigung und Fantasieförderung auszuüben. Die Arbeit mit Kindern sei toll und helfe vielen Kindern, denn angebliche Verhaltungsstörungen bei den Kids sei häufig nur „unterdrückte Kreativität und Bewegungsmangel“. Sie würden dies dann als soziales Projekt betreiben, was immer besser ankäme. Damit ein wenig Action in den Vortrag kam, führten sie einen kleinen Kampf mit „Wurfdolchen“ vor, wobei Sally zu Boden ging – es ist ihr aber nichts Schlimmes passiert, denn der Druide „heilte“ sie schnell wieder. Die Anwesenden konnten sich die „Waffen“ dann etwas näher betrachten – gefährlich sind die nämlich nicht wirklich. Die drei erzählten von ihrer Intention von LARP, denn das Ganze „hat ganz, ganz viel mit Schauspiel zu tun“. All ihre Verkleidung und auch die Waffen haben sie selbst gemacht – ein umfassendes Hobby, was viele Facetten aufweist.

Science Slam
Science Slam

Von Fantasy-Rollenspiel ging es für mich dann in Halle 5 zum Science Slam am Stand der HTWK. Stuttgarter Studenten hießen die Zuschauer willkommen: „Schön, dass ihr so zahlreich erschienen seid.“ Drei Wettstreiter wollten sich nun um einen Preis battlen – Ansgar, Paul und Patrick, der seinen Beitrag per Videoübertragung ablieferte, redeten jeweils acht Minuten zum Thema „Dein Direktflug in die Verlagswelt“. Schnell wurden noch die knappen Regeln klargestellt und dann begann Paul. In einer kleinen Präsentation erklärte er uns „Warum Design einfach ist“. Dabei lernten wir Zuhörer sogar etwas – hatte ich doch vorher noch nie von den „laws of simplicity“ von John Maeder gehört. Das Fazit der kurzen Aufführungen war dann: „Design ist tatsächlich einfach, wenn man es sich einfach macht.“ Der Applaus war noch recht verhalten, war das Ganze doch sehr theoretisch und nicht sonderlich unterhaltsam. Es folgte Ansgar, der, einem Rapper gleich, gereimte Texte rezitierte. Er meinte dabei: „Ich zerlege die Sprache in alle Facetten“ und das war vollkommen richtig. Der „Buchstabensammler“ und „Wortkünstler“, der hier für uns „durch Sichtweisen reiste“ gab alles. Der Vortrag war eine Mischung aus Gangsta-Rap und Gedichten, die einen eigenen Rhythmus hatten, der mitriss. Verschiedene kurze Texte, wie „Philosophensalat“, „Sehnsuchtssnack“ oder das „Sorbet d’amour“ wirkten wie ein Menü der Möglichkeiten eines Slams. Der abschließende „Lyrikkuchen“ bildete da einen guten Schlusspunkt. Der Beifall zeigte auch, dass dies nicht nur mir gefallen hatte. Patricks Beitrag per Videoübertragung hatte die Überschrift: „Warum Eskimos vermutlich kein Design-Thinking brauchen“. Es kam heraus, dass Eskimos nicht über ihre Designs, von etwa Iglus, nachdenken, sondern eher unbewusst gestalten durch adaptives Design – wieder was gelernt. Bei der folgenden Siegerehrung war schnell klar, dass Ansgar mit seinen Reimen das Rennen machte. Er freute sich sehr über den Sieg und ich zog weiter.

Luci van Org & Diana Kinne
Luci van Org & Diana Kinne

An der Leseinsel Fantasy luden Diana Kinne, auch bekannt als „das grüne Kleid“, und Luci van Org zu einer Vorstellung des Werkes „Die kleinen Köche: Die unendlichen Gerichte!“ In diesem wundervollen Buch haben verschiedenste Autoren zu einem Rezept eine kleine Kurzgeschichte geschrieben. Schnell fanden sich die Schreiber, denn alle wollten an diesem Werk mitwirken. Luci machte ihre Motivation klar – es sei „ganz wichtig, dass man mindestens einmal am Tag mit seinen Kindern zusammen isst“. Anschließend trug dann ihren Beitrag aus dem Buch vor, der den Namen „Böses Essen“ trug. Natürlich ginge es hier um „kein veganes Rezept“. In der Geschichte entführte uns die Autorin ins Jahr 2048, wo der „Nersanto Konzern“ die Bevölkerung mit fertigem Essen versorgte – frisch gekocht werden durfte nicht mehr – es war sogar bei Strafe verboten. Die Gerichte des Konzern enthielten alle Mittel zur Konzentrationsförderung und Gewichtsreduktion und seien schmackhaft. Das „Böse Essen“ war dann eben das Essen, das heimlich von den Menschen mit frischen Zutaten zubereitet wurde und „Essen für die Seele“ war. Die trostlose Gesellschaft suchte hier einen Ausweg aus der Welt des Arbeitens, denn Freizeit gab es so gut wie nicht mehr. Wie die Story allerdings ausging, blieb aus Zeitmangel offen. Die Erlöse des Werkes gingen allesamt einem guten Zweck zu – der Kinderhospizdienst in Saarland wurde hier unterstützt und alle Autoren und auch der Verlag verzichteten hier auf ihre Gage – 100% der Einnahmen werden gespendet. Ein wahnsinnig schönes Buch mit tollen Illustrationen, dass auch noch etwas Gutes bewirkt – unbedingt empfehlenswert!

Marvin Clifford
Marvin Clifford

Mich zog es dann auf die MCC, wo Comiczeichner Marvin Clifford auf dem Schwarzen Sofa ein Panel gab. „Angelehnt an Sheldon Cooper“ hatten sie das Ganze dann „Spaß mit Cartoons“ genannt, so Steffen Volkmer vom Panini Verlag. Dann stellte er Marvin vor, der anfangs etwas unsicher wirkte. Jedoch sei er einer, der es „so richtig geschafft“ hat „Comics rauszubringen“. Um ihn etwas besser kennen zu lernen, wurde erst einmal die Frage geklärt: „Wann hast du mit Zeichnen angefangen?“ Marvin sagte dazu: „Schon immer – eigentlich, seit ich einen Stift in der Hand halten kann.“ Als kleiner Junge habe er Stories für die eigenen Spielzeug-Actionfiguren gemalt. Seine Eltern haben dann schnell sein Talent erkannt und ihn immer gefördert. Um den Dienst bei der Bundeswehr zu verweigern, organisierte er sich schnellstens einen Studienplatz an der UdK und letztendlich hat er sich an einer Privatschule zum Grafikdesigner ausbilden lassen. Dann merkte er, dass er mehr kann als nur „hübsche Bilder zeichnen“. Um diese der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, ging er ins Internet, wobei er erst einmal gezeigt bekommen musste, wie man Bilder „hoch lädt“. Mit „Shakes & Fidget“, einer „Parodie auf World of Warcraft“, gelang ihm der erste große Erfolg. Angehenden Zeichnern riet er: „Macht einfach das, worauf ihr Bock habt“ und das „Internet“ sei dafür die „beste Adresse“. Nach dem Erfolg kam der erste Rückschlag mit einer Absage bei Panini. Doch nach einer Weile kam der Verlag dann auf ihn zu und es ging weiter bergauf. Er veröffentlicht seinen „Mittenmang“-Comic im Berliner Tagesspiegel und wurde bereits mit dem Max & Moritz-Preis ausgezeichnet. Mittlerweile gibt es schon zwei „Schisslaweng“-Bücher, in denen er „sehr absurd und sehr übertrieben“ über sein eigenes Leben zeichnet. Marvin berichtete sehr unterhaltsam darüber, wie Gags entstehen. Gezeichnet wurde bei diesem Panel dann natürlich auch noch – zuerst der Marv selbst. Meist fängt er mit der Nase bei Gesichtern an. Er machte hier klar, dass er Cartooning kann, aber richtige Porträts eher nicht so sein Ding sind. Auf Wunsch wurden dann noch ein Deadpool, ein Hulk, ein Kylo Ren und Chewie „wie ich ihn mir vorstelle“ und eine Tinkerbell gezeichnet – allesamt großartig und in kürzester Zeit auf Papier gebracht. Ich war schwer beeindruckt und Marvin, dessen Fan ich schon länger bin, wurde mir hier nur noch sympathischer – diesen Künstler solltet ihr euch unbedingt merken!

Anja Bagus
Anja Bagus

Wieder an der Leseinsel Fantasy angekommen war hier nun Anja Bagus an der Reihe, für die es „ganz großes Kino“ war, „hier zu stehen“ – hatte sie doch noch im Vorjahr alle Autoren hier bewundert. Sie hatte ihr ganz neues Pokerdeck als „sneak peak“ dabei, welches sie entworfen hat und das es demnächst in limitierter Auflage geben wird – ausschließlich über sie erhältlich. Doch dann nahm Anja alle Zuschauer mit in ihre Aetherwelt – der Roman „Rheingold“ hatte nicht nur vom Namen her etwas mit den Nibelungen zu tun. Sie hatte für diese kurze Lesung eine Stelle des Buches ausgewählt, wo sie davon berichtete, wie Odin zur Quelle der Weisheit gelangte und wie es ihm dort so erging. Der Preis für die Weisheit war für den nordischen Gottvater „eines deiner Augen“. Schnell dachte er: „Ich hätte das verdammte Gold nehmen sollen“, doch schnell gab er sich dem „Strom der Ströme“ hin und badete in der Quelle, um alles zu erfahren. Anja lebte beim Vorlesen ihre Geschichte – durch Mimik, Gestik und verstellte Stimmen hauchte sie ihrer Story Leben ein, was für die Zuhörer besonders toll war. So war der Vortrag alles andere als langweilig. Weil dann noch etwas Zeit übrig war, las sie noch eine kleine Stelle vor – Hauptmann von Kirchbronn betrat hier das erste Mal das Haus von Hauptheldin Minerva und lernte so ihre Hausgeister kennen. Wenn ihr wissen wollt, was das für welche sind – lest das Buch. Anja bekam am Ende viel Beifall und die anschließende Autogrammstunde wurde gut besucht.

Anne Freytag
Anne Freytag

Ich blieb dann in Halle 2 und begab mich an den Lese-Treff, wo der Heyne Verlag zu einer Lesung geladen hatte. Eine Mitarbeiterin des Verlages machte klar, dass Anne Freytags Buch „Mein bester letzter Sommer“ alle Kollegen „zu Tränen gerührt“ habe und sie es deswegen unbedingt auflegen wollten – gesagt, getan. Die Autorin selbst machte klar, dass es in ihrem Werk um ein Mädchen ginge, das stirbt, jedoch sei es trotz allem ein „positives Buch, wenn man von dem Tod absieht“. Sie las dann auch etwas vor – das 1. Kapitel nach dem Prolog, das den Namen „Sterben“ trug. Die 17-jährige Tessa weiß, dass sie sterben wird – eine große Narbe ziert ihren Brustkorb. Sie zieht sich immer mehr zurück und ist schnippisch zu ihrer Mutter, die sagt, sie solle nicht soviel ruhen – „Vielleicht übe ich ja.“ Sie mag sich nicht mehr hübsch machen und ist nicht gut drauf. Im nächsten Kapitel, dass gelesen wurde, sinniert Tessa über ihre ach so korrekte Mutter – „Ich sterbe und sie stärkt Servietten.“ Die Schreibweise der Texte war sehr eingängig und auch die Lesung von Anne Freytag kam gut beim vorrangig jugendlichen Publikum an. Ob Tessa weiter so trübsinnig ist und was aus der zufälligen Begegnung mit einem Jungen im Prolog wird – kauft das Buch und lest nach. Also mich hat das Ganze echt überzeugt.

Christian von Aster
Christian von Aster

Die nächste Lesung auf meinem Plan bestritt „einer der hervorragendsten, einer der lustigsten Künstler, die wir hier haben“ – so Richard von Werkzeugs an der Leseinsel Fantasy. Gemeint war hier der Leipziger Kult-Autor Christian von Aster. Er hatte an diesem Tag für das Publikum ein Buch im Gepäck, „dass man auch wirklich kaufen kann“. Die Rede war von „Allerfeinste Merkwürdigkeiten – Die dollsten Geschichten“. Darin befinden sich die besten Kurzgeschichten der letzten 15 Jahre – dabei geht es durch alle Genres, die Christian einmal besucht hat. Als erstes hörten wir mit „Narrenkappe“ ein Märchen, „das ich persönlich sehr mag“. Darin hat ein Narr an seiner Kappe drei Schellen, die „Ja, nein und womöglich“ heißen. Doch „Nein“ geht verloren und so stirbt auf sonderbare Weise auch dieses Wort im ganzen Land aus, was zu einigen Verwirrungen und Tumult führt. Später taucht es wieder auf und die Moral der Geschichte – „dass Narren keine Kappen mehr tragen“ sollten. Es folgte die Geschichte vom „Usambara Schwindel“, wo ein „Gutmütigkeitskrieger“ versucht, seine Großmutter vor jedweden Betrüger zu beschützen, denn die demente alte Dame unterschreibt alles, was ihr unter die Nase gehalten wird. Doch dann wendet sich das Blatt und wir Zuhörer lernten das Usambara-Taschennashorn kennen. Weil noch Zeit war, gab es anschließend noch „Grobgolds große Stunde“ auf die Ohren, wo es auch um den Buchdruck ging – passend zur Buchmesse. Wir haben allesamt sehr gelacht, viel geklatscht und Christian war sehr zufrieden mit der Resonanz. Er bedankte sich artig und auch hier war die Autogrammstunde im Anschluss gut besucht.

Shakespeares Star Wars mit Jochen Malmsheimer
Shakespeares Star Wars mit Jochen Malmsheimer

In Halle 1 lockte dann auf der großen Bühne ein Highlight – der Panini Verlag hatte Kabarettist Jochen Malmsheimer gewinnen können, um auf der Buchmesse aus „Shakespeares Star Wars“ zu lesen. Die beiden Werke, wo die Star Wars-Stories in Shakespear-gleichen Reimen erzählt werden, hatten noch im Vorjahr den Preis für die beste Übersetzung gewonnen, denn der Verlag hatte eigenmächtig eine Übersetzung des englischen Originals angefertigt und aus diesen gab nun einer der „wortgewaltigsten Kabarettisten“ einen Ausschnitt zu Besten. Er begann an der Stelle, wo „Luke – unser etwas weinerliche Held“ „gerade seinen X-Wing in den Sumpf gebohrt“ hatte. Und dann blieb kaum ein Augen trocken – aber nicht weil es so schlecht war, sondern eher vor Lachen. Jochen las alle Rollen mit verstellten Stimmen und er pfiff sogar die Pieptöne von R2-D2 – großartig! Die nächste Buchstelle hatte auch Leia mit dabei – „die mit den Tomatenschnecken auf den Ohren“. Sie und Han Solo kamen sich gerade näher – „Ja, ich weiß, das ist nicht schön, aber da müssen wir jetzt durch.“ Die Lesung war ein wahres Entertainment-Erlebnis – so zappelte Jochen auf seinem Stuhl auch immer mal hin und her, um zu symbolisieren, dass das Raumschiff gerade erzitterte – was für ein Spaß! Und er kommentierte die Geschehnisse in den Geschichten. Schnell wollte er aufhören, doch Zugabe-Rufe waren zu hören. Da sagte er verschmitzt: „Das trifft mich vollkommen vorbereitet.“ Für etwas Action ging es nun auf den Asteroid, wo der Millenium-Falke sich im Bauch einer Weltraumschnecke versteckt hielt. Besonders gefiel im eine Formulierung – „Das sind Sätze, die musst du auf der Pfanne haben“. Diesen möchte ich euch nicht vorenthalten – also: „Halt den Mund, dann wird die Ruhe meiner Seele Festmahl sein.“ Leider war dann auch der Textausschnitt schnell zu Ende und Jochen verabschiedete sich unter tosendem Applaus. Und ich denke, an diesem Tag wurden noch viele Exemplare der beiden Bücher verkauft – zu Recht!

Seraph Verleihung 2016
Seraph Verleihung 2016

Den Abschluss meines ersten Messetages bildete dann die Verleihung des Literaturpreises Seraph an der Leseinsel Fantasy. Oliver Graute und Natalja Schmidt von der Phantastischen Akademie e.V. führten durch das kurze Event. Oliver eröffnete das Ganze mit den Worten: „Ich darf Sie heute zur Verleihung des 5. Seraph herzlich willkommen heißen.“ Er stellte alle 24 Jurymitglieder namentlich vor – ein „Expertenteam, das seinesgleichen sucht“ – und bedankte sich bei ihnen für ihren Einsatz, um die Gewinner in diesem Jahr zu küren. In diesem Jahr konnte sogar erstmalig die LBM als Kooperationspartner gewonnen werden, die die Gelder für den Preis für das beste Debüt und die Gewinnerfiguren gestellt hat. Dann dankte Oliver allen teilnehmenden Autoren für ihr Vertrauen in die Akademie. Natalja übernahm und erklärte, dass e-books anfangs für diesen Preis nicht berücksichtigt wurden. Doch ihre Bedeutung nimmt wohl immer mehr zu und so wurde in diesem Jahr, in Zusammenarbeit mit neobooks, der Indie Autor Preis vergeben, den an diesem Tag Hanna Kuhlmann für ihr selbstveröffentlichtes Werk „Nachtschatten“ erhielt. Hanna freute sich sehr und bedankte sich in wenigen Worten – sichtlich überwältigt. Nun übernahm wieder Oliver das Wort und meinte, dass Deutschland, „das Land der Dichter und Denker“, „wenig genug tun“ würde, „um diese Titulierung zu behalten“. Es gäbe keine bis wenig Förderung für den Autorennachwuchs und genau dafür würde sich die Akademie stark machen, auch wenn ihr Einsatz nur „ein Tropfen auf dem heißen Stein“ sei. Wer den Verein dabei unterstützen möchte, kann das gern jederzeit machen. Die Laudatio für das beste Buch sollte an dieser Stelle der Vorjahresgewinner Kai Meyer halten – aber er war einfach nicht da. Das sorgte für Lacher, aber schnell fing sich Oliver und improvisierte einfach eine kurze Ansprache für die Siegerin Nina Blazon und ihr Buch „Der Winter der schwarzen Rosen“. Diese griff die fröhliche Überspielung auf und meinte schelmisch: „Ich freu mich schon auf das Treffen mit Kai Meyer nachher.“ Nach ihrem Dank lud Oliver alle zur an diesem Abend stattfindenden Fantasy-Lesenacht ein, wo auch alle Preisträger mit dabei sein würden. Natalja begann dann wieder mit einem Zitat von Neil Gaiman – „Macht gute Kunst“. Das war dann die Überleitung zur Laudatorin Lena Falkenhagen, die den Gewinner des Besten Debüts verkünden durfte. Zuvor zeigte sie die kurze Reise eines Preisträgers auf, der drei Höhepunkte erlebt: das Finden eines Verlages – das gedruckte Buch in Händen halten – die Nominierung für diesen wundervollen Preis. Gewonnen hat dann Daniel Illger mit „Skargat – Der Pfad des schwarzen Lichts“. Er sah den Seraph als Vertrauensvorschuss für den 2. Band des Buches. Nach einem abschließenden gemeinschaftlichen Fotos von Preisträgern und Vertretern der Phantastischen Akademie, war dann aber schon wieder alles vorbei.

Ich machte mich dann müde, doch sehr zufrieden, auf den Heimweg – so viele tolle Bücher hatte ich kennen gelernt an diesem Tag. Was würden wohl die kommenden Messetage noch bereithalten?

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Autor & Photos: Scratchcat

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