Leipziger Buchmesse 2016: 16.-19.03.2016 Messe Leipzig – Tag 2

Stefan Lindner von Lindenblatt Records
Stefan Lindner von Lindenblatt Records

Erholt kam ich früh an der Messe an und wieder warteten schon wieder viele Lesewütige vor den Hallen auf den Einlass um 10 Uhr. Ich schlenderte durch Halle 3 und traf hier Stefan Lindner von Lindenblatt Records, der seine Hörspiele vorstellte. Sein neuestes Werk „Die Tagebücher von Adam & Eva“ wurde hier bei UnArt schon näher beleuchtet – klickt euch dazu in unsere Rezensionen rein.

Pia Guttenson
Pia Guttenson

In der Halle 4 wartete ich dann am Literaturcafé auf die erste Lesung in meinem Tagesplan. Auf einmal waren Dudelsackklänge zu hören und mit ihnen kam die Autorin Pia Guttenson herbei. Der Dudelsackspieler trug Kilt, sie war ebenfalls in Karo gekleidet – alles passend zu ihrem Werk „Tausche Ehegatten gegen Mann im Kilt“. In diesem Liebesroman ging es um Louise, die aus der Einsamkeit nach Schottland flüchtet, allerdings dort feststellen muss, dass das Land ganz anders ist, als sie es sich vorgestellt hat. Es gibt gar keine „Romanhelden“ und auch das Wetter ist eher nass. Mit ganzen fünf Koffern und einem Hund kommt sie an ihrem gemieteten Cottage an, wo sie im Regen im Kostüm und Stöckelschuhen im Matsch landet. Sie muss dann für sich feststellen, dass sie „40 Jahre und scheinbar vollkommen übergeschnappt“ ist. Geflüchtet von der eigenen Geburtstagsparty, die ihr Ehemann für sie ausgerichtet hat, trifft sie in den Highlands auf ihren recht brummeligen Vermieter, der sie laut schimpfend durch den Regen ins Haus trägt. Diese Szene war echt niedlich geschrieben und ich musste bei der Vorstellung davon sehr grinsen. Was dann aus Louise, ihrem Vermieter und ihrem Mann wird – das blieb für mich offen, da ich zur nächsten Lesung weiter zog.

Luci van Org
Luci van Org

Meine liebe Freundin Luci van Org stand noch einmal auf dem Plan und da durfte ich nicht fehlen. Dieses Mal war ihr aktueller Roman „Schneewittchen und die Kunst des Tötens“ an der Reihe, dem Messepublikum vorgestellt zu werden – eine Rezension dazu findet ihr bereits hier auf unserer Seite. Zahlreiche Zuhörer waren da und Luci meinte: „Wie toll, dass ihr alle da seid.“ Das Buch sei zwar „ziemlich Ü 18“, aber sie habe eine Stelle für die Lesung gewählt, die auch für diese Uhrzeit gängig sei. Das Original-Schneewittchen sei ja auch „ziemlich abartig“ und „das liest man kleinen Kindern zum Einschlafen vor“. In der ausgewählten Szene lernten wir das Schneewittchen Nina, ihren Liebhaber Ivo und alle sieben Zwerge kennen. Für jede Rolle gab es eine eigene Stimme, was für zahlreiche Lacher bei den Zuhörern sorgte. Besonders Ninas euphorischen Ausbrüche wurden gut bekichert. Da es sich hier um ein SM-Märchen handelt, gab es in der Szene einiges über SM zu lernen – zum Beispiel kein Panzerband zum Fesseln zu verwenden und dass Safewörter nicht immer gesagt werden müssten – summen geht auch. Ich fand es, wie immer eigentlich, sehr unterhaltsam. Ich brauche wohl nicht dazu zu sagen, dass die Signierstunde im Anschluss dann ebenfalls erfolgreich war.

Hattori Hanzo and the Ninjas
Hattori Hanzo and the Ninjas

Weil ich hiernach etwas Action miterleben wollte, fand ich mich in der Halle 1 am Schwarzen Sofa ein, wo Hattori Hanzo and the Ninjas zu einer Vorführung angereist waren. Zur Sicherheit wurde die kleine Bühne etwas abgesperrt – sollten hier doch gleich echte Ninjas ihre Künste zeigen. Der Carlsen Verlag hatte extra zum Ende der „Naruto“-Reihe dieses Event gestaltet – den letzten Band der Manga-Reihe gab es natürlich auch exklusiv auf der LBM schon vor Veröffentlichungstag zu kaufen. Und dann folgte die „humorvolle und actionreiche Ninja-Show“. Damit auch das Publikum eingestimmte wurde, übten sie zusammen mit den drei anwesenden Ninjas den Schlachtruf, den die Kämpfer immer vor einem Krieg hinausschrien – „Ey – Ey – Oh“ und dazu wurde die rechte Faust gen Himmel gereckt. Die präsentierten kleinen Kämpfe wurden mit Musik und Soundeffekts wie im Comic untermalt. Dazu waberte Nebel über die Bühne. Die Akrobatik und die Synchronität der Kämpfer waren echt beeindruckend und kamen super bei den Zuschauern an. Weiße Wolfskralle, Lotusblume und der flammende Ibuki – die drei japanischen Krieger – führten dann eine Ninja-Quiz durch, wo ich persönlich noch Einiges über diese Kultur lernte. Hiernach luden sie alle begeisterten Cosplayer zur Cosplay-WM im August in Japan ein. Ein kleiner Junge aus dem Publikum  kam dann zu der Ehre, auch Ninja zu werden – er führte einen „Auftrag“ mit den Kämpfern aus – sehr spaßig. Nach einer kurzen Fotosession mit den Zuschauern ging es dann weiter mit Kampfesvorführungen.

Ich jedoch schlenderte ein wenig über die MCC und fing zahlreiche Cosplayer mit der Kamera ein. Die Ergebnisse findet ihr hier in den Galerien.

Steffi Holzer
Steffi Holzer

Das Schwarze Sofa lockte nach den Ninjas dann mit einer Lesung zum Buch „KillerCon – Mord auf der Manga-Messe“ von Steffi Holzer. Der Inhalt war natürlich frei erfunden und handelte nicht etwa von einem realen Kriminalfall hier in Leipzig auf der MCC. Steffi stellte sich als ehemalige Mitarbeiterin eines Manga-Verlages vor, die eben nun diesen Roman verfasst hat. Auch die Zeichnerin des Buchcovers war kurz dabei – doch schnell musste sie zu ihrem kleinen Messestand zurück. Das Werk selbst war in vier Tage eingeteilt und erzählt jeweils von der Ereignissen aus der Sicht der Con-Organisatoren. Weil die Autorin von sich selbst aber sagte, dass sie nicht vorlesen könne, hatte sie Tobi dabei, der hier den Vorleser gab – er machte seine Sache richtig gut. Die erste Szene aus dem Buch berichtete vom Fund einer Leiche in der Damentoilette – irgendwie gingen überhaupt „einige Sachen schiefer als sonst“. Es wird zuerst versucht zu ergründen, wer denn die Tote sein könnte – sie hatte noch ihr Cosplay-Kostüm an. Und natürlich wird beratschlagt, was nun zu tun sei – irgendwie waren sich die einzelnen Figuren nicht so ganz darüber einig. Wer die bedauernswerte Tote dann nun war und wer der Mörder – des Rätsels Lösung findet ihr im Buch.

Ich wollte mir dann die Live-Sendung von „Steamtown – Die Fabrik“ am Forum Literatur + Hörbuch anschauen, aber leider tauchte da keiner der Leser, Sprecher oder Verlagsvertreter auf – echt schade. So schlenderte ich eben noch ein wenig herum und bestaunte die mannigfaltig gestalteten Messestände der verschiedensten Verlage.

Ivo Pala
Ivo Pala

An der Leseinsel Fantasy stellte etwas später Ivo Pala die „Elbenthal-Chroniken“ vor. Der Sammelband, der vier Kurzromane enthält, bietet nach seiner Aussage „eine spannende Reise durch Midgard und Asgard“. Der erste gelesene Ausschnitt führte uns nach Dresden, wo auf nebeligen Straße Geräusche von unterhalb der Stadt zu hören waren. Dort arbeiteten mittlerweile Dunkel- und Lichtelben zusammen, um die von einem Drache zerstörte Welt Elbenthal wieder aufzubauen. Nur sechs Elbenwächter bewachten derweil das Tor zwischen den Welten und plötzlich kommt etwas hindurch. Die Raben des Allvater, die Ivo mit krächzender Stimme sprach, wecken den Obergott daraufhin und verkünden: „Der Wächter hat die verbotene Welt betreten.“ Dann sprang der Autor an eine andere Stelle des Buches und wir lernten die Kriegerin Svenja und Yrr kennen, die durch Dresden laufen und etwas erleben. Auch aus dem vierten Kurzroman „Laurin – Weltenkrieger“ gab es etwas auf die Ohren. Das hörte ich mir aber nicht mehr an, da Ivos Vorleseweise nicht so ganz mein Geschmack war. Schade eigentlich, denn die Story klang ganz spannend.

Damit war die Messe an diesem Tag auch schon wieder vorbei für mich – lockte doch das Darkflower Leipzig mit einer einzigartigen Lesung. Also auf ging es in die Innenstadt – den Bericht dazu gibt es in Kürze ebenfalls hier zum Nachschmökern.

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Autor & Photos: Scratchcat

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