Lesung im Darkflower: Mütter 18.03.2016 Darkflower Leipzig

„Mütter – Eine überraschende Anthologie“ – so der Titel eines ganz frisch erschienenen Werkes aus dem Hause Edition Roter Drache. Herausgeberin Anja Bagus und Verlag luden am 18.03.2016 zu einer besonderen Lesung ins Darkflower Leipzig, um die Veröffentlichung dieses Buches gebührend zu zelebrieren. Hier sollten die verschiedensten Facetten von Mütter, vom Muttersein und mehr beleuchtet werden – das klang interessant.

Axel Hildebrand
Axel Hildebrand

Ich kam an diesem Tag von meinem zweiten Tag auf der Leipziger Buchmesse und freute mich nach dem Gewusel auf der Messe sehr auf eine schöne und entspannte Lesung in dem Kultclub in Leipzigs Innenstadt. Weil auf den Strassen der Stadt Stau herrschte um diese nachmittägliche Zeit, kam ich leider fast noch zu spät. Der erste Vorleser des Abends stand bereits am Mikrofon und wollte gerade loslegen. So hatte ich also lediglich die begrüßenden Worte verpasst und so konnte es mit Axel Hildebrand losgehen. Der Berliner Drehbuch- und Romanautor kündigte zuerst einmal an, dass er gerade an seinem zweiten Buch mit Namen „SOKO Bizarr“ arbeitet. Darin sollten dann Kriminalgeschichten enthalten sein, die sogar für das deutsche Fernsehen zu abgedreht seien. Eine dieser Stories würde dann „Grüner Daumen“ sein, die das Publikum sodann auch zu hören bekam. Hier lernten wir Käthe kennen, die im Knast sitzt, weil sie vier Kindern den Tod gebracht hat. Dort hat sie das Gärtnern zu ihrer Passion gemacht und schreibt darüber erfolgreich Bücher. Dann kommt Jule ins Spiel, die die Kindermörderin interviewen will – auch wenn sie den Termin nur sehr schwer ergattern konnte. Sie mussten viele Briefe schreiben, um das Vertrauen der Gefangenen zu gewinnen. Dann ist endlich der Termin da und im Gewächshaus im Gefängnis geht es dann los. Auch wenn Käthe wohl mehrere Kindern getötet hat, ist sie der Meinung, dass „Kinder ein Geschenk sind“. Dabei lächelt sie immer recht irrsinnig und Jule bekommt Angst. Vor allem die Worte von Käthe machen es immer schlimmer, denn sie behauptet, sie habe die Kinder „eingepflanzt“, weil sie nicht gesund waren. „Mutter Erde würde das richten, was mein Körper nicht geschafft hat.“ Und dann deutet diese Frau auch noch an, dass sie Jules ihr unbekannte Mutter sei – das ist zuviel. Sie flüchtet … Das im Sinne der „SOKO Bizarr“ bizarre Ende möchte ich hier nicht verraten, aber ich hatte recht große Augen am Schluss – wie kommt Axel nur auf solche eine Idee. Die Zuhörer im Darkflower war auf jeden Fall sehr begeistert und applaudierten reichlich. Die Art und Weise, wie der Berliner vorliest, ist aber auch mehr als hörenswert – danke für diesen gelungenen Einstieg in den Leseabend.

Luci van Org
Luci van Org

Es folgte seine liebreizende Ehegattin Luci van Org, die zu allererst um eine Spende für den VEID e.V., deren Schirmherrin sie ja ist, bat. Auch das Buch „Mütter – Eine überraschende Anthologie“ tut etwas Gutes für diesen Verein – geht doch von jedem verkauften Exemplar ein Euro des Erlöses als Spende an diesen wunderbaren Verein. Dann griff sie zur Gitarre und gab uns den Üebermutter-Song „Ruhe sanft“ zum Besten. Eines Mikrofons hätte es da kaum bedurft, denn Lucis Stimme ist so kräftig und klar – immer wieder beeindruckend! Hiernach las auch sie ihre Geschichte vor, die Bestandteil der neuen Anthologie ist. Als Einführung zu „Weihnachten haben wir Sex“ meinte sie schelmisch: „Jetzt wird’s nämlich peinlich“ und der Inhalt habe „keinerlei Ähnlichkeit mit einem bekannten Paar“. Darin ging es um ein Pärchen, das wohl wegen Kind und Arbeit und Alltag immer weniger bis keinen Sex hat und so kam eben dann der Spruch auf: „Wir könnten mal wieder…“ Und so wird dann nach und nach um Zeit und Ort ihres nächsten Beischlafs verhandelt – immer gibt es gegenteilige Argumente, was frustrierend ist. Der vierjährige Sohn Max steht im Mittelpunkt ihres Lebens und alles dreht sich um ihn. Die Oma, die immer mal auf ihn aufpasst, hat auch keine Zeit mehr, weil sie einen neuen Freund hat. Diesen zu beseitigen würde dann aber die Lösung für das Sex-Problem geben – oder nicht?! Schnell ist eine „todsichere“ Methode erdacht, den Freund abzuschaffen und dann letztendlich das Ziel – „Weihnachten haben wir dann Sex“. Was habe ich gelacht – und nicht nur ich. Luci lebte ihren Text richtig mit und ich hoffe doch sehr, dass hier alles Fiktion war. Ihr Augenzwinkern beim Vorlesen ließ da nicht alles offen – aber was rede ich. Großartige Geschichte auf jeden Fall!

David Pawn
David Pawn

Nach einer kurzen Pause war der Leipziger Autor David Pawn an der Reihe. Der Name ist zwar ein Pseudonym, aber das machte gar nichts. David erzählte davon, dass er seine Werke immer beim Pendeln zur Arbeit schriebe – auf dem Weg im Zug von Leipzig nach Dresden und zurück. Seine Geschichte trug den Namen „Reproduktion“. Weil seine Lesezeit ja zeitlich begrenzt war, gab er hier nur die Hälfte der Story zum Besten – sozusagen als Anreiz für das Buch dann. In einem Institut in Leipzig wurde das Fehlen eines fehlerhaften Anthromaten festgestellt. Dieser sollte eigentlich entsorgt werden, aber nun war er weg. Dann gab es in der Stadt einen Leichenfund – eine Frau war ausgeweidet worden, ihr Uterus fehlte. Und sie blieb leider nicht die Einzige – „Der Sachsenripper schlägt wieder zu“. Immer fehlen die Uteri der Toten und da es sich um Schwangere handelte, wurden dadurch immer gleich zwei Menschenleben ausgelöscht. Die Polizei ermittelte fieberhaft und sogar eine Profilerin wurde eingesetzt. Mit jedem neuen Fall stellen die Ermittlungsbeamten fest – „die Föten werden älter“. Es finden sich aber keine Spuren. Anita, die Profilerin vermutet beim Täter „pathologischen Gebärneid“ – dass hier der weiblich angelegte Anthromat dahinter steckt, darauf kommt natürlich niemand. Dieser versucht nach und nach herauszufinden, wie sie sich selbst reproduzieren kann – kommt aber nicht so recht dahinter. Irgendwie fehlt ihr die dafür erforderliche Gebäreinheit. Ob sie es am Ende vielleicht schafft oder die Polizei ihrem Treiben und Morden ein Ende bereitet – nun wen das interessierte, der musste dann wohl an den Stand des Verlages kommen und ein Exemplar des Werkes erstehen – was auch einige Zuhörer an diesem Abend taten – Ziel also erreicht.

Christian von Aster
Christian von Aster

Der folgende Vorleser musste niemandem mehr vorgestellt werden – ist er doch in Leipzig schon eine Institution. Gemeint ist natürlich Christian von Aster, dessen Lesungen immer ein Erlebnis sind – vorlesen kann der Autor wahrlich gut. „Blutmutter“ war sein Beitrag und wie der Name es schon sagte, wurde es blutig. Wir lernten den „Vampirkiller“ Poelzig kennen – ein Serienkiller, der kurz vor seiner Verhandlung selbst in einer psychiatrischen Klinik ermordet wurde. Sein ehemaliger Therapeut hört sich noch einmal Vernehmungs- und Therapieprotokolle an. Poelzig berichtet hier davon, dass eine Freundin von ihm tot aufgefunden wird und damit der Verdacht nicht auf ihn fällt, versteckt er sich in der Kanalisation. Dort trifft er eines Tages auf viele Personen in Kutten, die aber nicht nach ihm suchen und ihm etwas Böses wollen, sondern sie ziehen nur an ihm vorbei und beachten ihn gar nicht. Er folgt ihnen und wird von einem Nachzügler dann doch angegriffen. Nach dem Kampf, den Poelzig gewinnt, stellt er fest, dass sein Angreifer, der ihn auch in den Hals gebissen hatte, ein Vampir ist – „diese Leute mussten etwas mit diesen Morden zu tun haben“. So verfolgt er sie weiter in der Kanalisation und entdeckt dann eine große Höhle, wo sich ihm ein bizarrer Anblick bietet. Alle Personen, oder besser alle Vampire, befanden sich dort in einer Art Orgie – „alles war Blut und Schweiß“. Das Ganze gruppierte sich auf einer Art „amorphen Stück Fleisch“ – der „Blutmutter“, wie er kurze Zeit später feststellte, als er selbst in die Orgie hineinsank. Die „Blutmutter“ „saugte alles Leben aus mir und ersetzte es mit schwarzem Flüstern“. So verwandelte wurde auch er zum Serienmörder, doch „ich tat es nicht für mich“. Was für ein finsterer Gedanke – ernähren Vampire wahrlich eine Urmutter durch ihre Taten? Auch so eine Geschichte, kann ein Gedankenspiel zum Thema „Mütter“ sein und hat es so verdient in das Buch geschafft. Christian erntete entsprechend reichlich Beifall an diesem Abend im Darkflower.

Isa Theobald
Isa Theobald

Er kündigte noch die nun folgende Isa Theobald an, die verlauten ließ: „Das letzte Mal saß ich im Publikum und jetzt schaue ich das Publikum an.“ Sie war sichtlich erfreut und legte sogleich mit ihrer Geschichte „Paula“ los. Das Ganze begann mit einem kleinen Kinderreim. Dann tauchte Paula selbst auf der imaginären Bildfläche auf – ein achtjähriges Mädchen, dessen Papa mit ihr schimpft, weil sie „schon wieder in diesem Haus“ war. Das Gebäude zog die Kleine immer wieder an, auch wenn es doch einstürzgefährdet war. Doch Paula machte sich keine Sorgen um sich – „Mama würde das nicht zulassen“. Bei diesen Worten bricht ihr Vater in Tränen aus – ist seine erste Frau doch schon längere Zeit tot. Seine neue Gattin hingegen hält das Mädchen für „verstört“ und kommt mit dem Kind nicht zurecht. Deswegen reißt Paula immer wieder aus – so auch an diesem einen Tag, denn „Mama braucht sie“. Wieder geht sie in dieses Haus und es kommt, wie es kommen musste – sie ist wieder mit ihrer Mutter vereint. Den Schluss der Geschichte bildete dann wieder der Kinderreim vom Beginn – ein schöner Rahmen für eine traurige und doch zugleich schöne Story. Wir hätten gern mehr davon Isa! Der Applaus am Ende brachte die Schreiberin zum Lächeln.

„Pausen-Clown-esk“ griff Luci noch einmal zur Gitarre und performte ihr Lied „Mutterherz“, wobei sie ein wenig mit dem Barhocker kämpfte – „Wenn ich vom Stuhl falle, ist das auch lustig.“ Tolles Lied – tolle Frau – tolle Pausenüberbrückung!

Heike Schrapper
Heike Schrapper

Heike Schrapper war die folgende Leserin. „Der göttliche Keksteig“ war, wie sie feststellen musste, doch nicht der kürzeste Text im Buch. Und weil die Story aber dennoch recht knapp bemessen war, sagte sie warnend: „Gut aufpassen – gleich ist es schon wieder vorbei.“ Dabei machten wir die Bekanntschaft mit einer Gottheit, die zum Kaffee geladen war, es aber nicht schaffte, pünktlich zu sein. Sie wollte perfekte Kekse mitbringen, aber diese war „alle so verschieden“. Das wollte sie nicht hinnehmen und backte und backte immer wieder neue Kekse – doch keiner gelang gleich dem anderen. „Ich bin die Göttin und ich habe Verantwortung.“ Ich musste arg grinsen, bei der Vorstellung, genau gleiche Kekse herstellen zu wollen. Am Ende der wahrlichen Kurzgeschichte wurde klar, das sogar einige der Plätzchen ihr eigenes Bewusstsein hatten – die meisten allerdings wussten nicht einmal, dass sie Kekse waren. Dieser niedliche, kleine Beitrag sorgte für Lacher und wurde natürlich auch euphorisch honoriert.

Tom Daut
Tom Daut

Als nächstes wartete Tom Daut mit seinem Beitrag „Schwestern“ auf. Er hatte Boxen aufgebaut und untermalte seine kurze Lesung immer zwischendrin mit passender Musik – eine schicke Idee. Bevor er aber zu lesen begann, dankte er der Herausgeberin Anja und dem Verleger Holger für dieses tolle Werk. In der Geschichte trafen wir auf ein Geschwisterpärchen – zwei Tagessöldner, die einen Auftrag aus der „talerlosen Gasse“ erhalten. Sie sollten Kinder suchen, die vermisst werden. In Verdacht dafür war „eine Hexe“, die die Mädchen und Jungen „verhext“ hat. Rudolff und seine Schwester Barbel machten sich also auf den Weg in den Wald – sollten sie neben den Kids auch noch das Rezeptbuch der Hexe beschaffen – ihre Lebkuchen waren immer besser als die der örtlichen Bäcker, die natürlich entsprechend neidisch waren. Im Wald war es sehr finster – es krachte im Gehölz. Dann fanden die beiden Brotkrümel und folgten der Spur weiter zu Fuß. So kamen sie an einem Haus mitten im Wald an – auch die Kinder waren dort, doch rannten sie vor den Söldnern weg. Die Geschwister stürmen dann ins Haus und schießen auf die „Alte“, die eines der Kinder als „Mutter Thekla“ bezeichnet. In einem harten Verhör fordern Rudolff und seine Schwester das Rezeptbuch, was es wohl aber gar nicht gibt, denn all ihre Rezepte hat die Alte wohl im Kopf. Da half auch foltern nichts – am Schluss der „Verhandlungen“ endete die „Hexe“ im Feuer ihres Ofens. Wie es dann mit den Kindern weiterging und was die verschwundene Schwester der „Hexe“ mit all dem zu tun hatte – das erfuhren wir leider nicht an diesem Abend. Weil Tom gerade an einer spannenden Stelle aufgehört hatte zu lesen, meinte Luci aus dem Hintergrund: „Das war jetzt echt fies von dir.“ Recht hatte sie – aber der Verleger freute sich über weitere Käufer des Buches, die das Ende erfahren wollten.

Christian Krumm
Christian Krumm

Der nächste Christian des Abends – Christian Krumm – kam nun mit seiner Geschichte „Das wundersame Bild“ daher. Weil es „ja nach 7“ war, genehmigte er sich dazu dann auch erstmal ein Bier. Als Einleitung meinte er noch: „Der Spaß ist vorbei.“ In seinem Text ging es um magische Gegenstände, die immer noch existieren. „Es müssen auch nicht immer Alte sein – auch Neue gehen.“ Hier war es ein digitaler Bilderrahmen, den der Hauptheld Thor in einem alten Antiquariat kaufte, obwohl ihn der Verkäufer davor warnte – „Vielleicht ist es von einem Dämonen besessen“. Thor selbst war ein kleiner Nerd, der gern Texte in Foren für Fantasy und Games schrieb. Eines Tages entdeckte er auf dem Bilderrahmen ein Bild von sich als mittelalterlicher Krieger – das war keines seiner Bilder – was hatte das zu bedeuten? An diesem Tag allerdings hatte er einen tollen Tag an der Uni, wo er neben dem Studium für Germanistik und mittelalterlicher Literatur als EDV-Berater arbeitete – er zeigte Führungsqualitäten und setzte sich durch. Außerdem fällt er endlich seinem Schwarm Fiona auf. Mit seiner Kollegin wurde es nichts, denn „eine Beziehung, die auf einer Couch beginnt, kann ja wohl nix sein – da sitzt man noch oft genug.“ War er denn doch so eine Art Krieger, wie es das geheimnisvolle Bild gezeigt hatte? Das blieb allerdings offen, denn Christians Lesezeit war schnell vorbei – schade. Der Beifall zeigte, dass es den Zuhörern bis dahin ganz gut gefallen hatte.

Dorothe Reimann
Dorothe Reimann

Mit einem zufriedenen Lächeln übergab der Autor dann an die Gastgeberin des Abends – Anja Bagus stellte Dorothe Reimann vor, die „heute ihre erste Lesung“ absolvierte für uns. In „Mutter, sei nicht bös mit mir“ lernten wir Jolon kennen – einen gefeierten Kastrat-Sänger, mit aufgeschnittenen Pulsadern auf seinem Bett liegt und sich an sein Leben erinnert. Es begann bei ihm mit dem Klavierspielen – wollte seine Mutter doch aus ihm einen erfolgreichen Musiker machen, um der Familie Ehre, Ruhm und Geld einzubringen. Doch mit dem Tasteninstrument will sich der Erfolg nicht einstellen – durch Zufall wird dann bei ihm im Alter von 11 Jahren das Gesangstalent entdeckt. Doch für eine Förderung durch Mäzene war er schon zu alt. Würde doch die Pubertät und der Stimmbruch die Stimme bald zerstören. So wird schnell Gesangsunterricht gegeben und Jolons Mutter versucht einen Arzt zu finden, der die Stimme ihres Sohnes bewahren würde – durch Kastration. Sie trimmt ihren Sohn darauf: „Es darf nichts zwischen dir und der Musik stehen.“ Das verinnerlicht der Junge auch und die gefährliche Operation übersteht er auch. Er hat immer mehr Erfolg – doch an diesem Tag liegt er in seinem Zimmer und sinkt immer mehr in den Tod hinein. Wird er letztendlich noch gefunden und gerettet oder stirbt er doch? War seine Mutter Schuld an dieser Verzweiflungstat? Das ließ Dorothe offen, die sichtlich nervös war, aber ihre erste öffentliche Lesung wahrlich mit Bravour meisterte. Wir hatten wahrlich zu danken!

Anja Bagus
Anja Bagus

Als letzte ergriff dann die Herausgeberin des Buches das Wort noch einmal. Anja dankte allen Autoren, dem Verleger Holger und gab noch als krönenden Abschluss ihre Geschichte „Hormone“ zum Besten. Darin ging es darum, dass Hormone alles im Körper lenken – auch das Muttersein. Und es wurde die Frage besprochen: „Wann ist man eine richtig gute Mutter?“ Wie immer lebte Anja ihre geschriebenen Worte beim Lesen vor – mit Mimik und Gestik – ein schönes Erlebnis. So kauften ihr die Zuhörer die Worte doch gleich noch mehr ab. Sie ging „ganz basic“ an die Tatsache mit den Hormonen heran, berichtet vom Muttersein, wo eine Frau „aufgefressen“ wird – so im übertragenen Sinne. Und „Muttersein ist auch ein Wettbewerb“ – welche Frau bekommt es besser hin, alles in ihrem Leben miteinander zu vereinbaren und auch noch als Mutter nicht zu versagen. Das Gute ist aber doch – als Mutter „bist du nie mehr allein“, denn „Einmal Mutter – immer Mutter“. Sie berichtete von den Schattenseiten als Mutter, die auch einmal thematisiert gehören. Das Ende war jedoch ein Lichtblick – Mütter sind wichtig, denn „Mütter machen, dass es weitergeht.“

Das war ein gutes Schlusswort und hätte für diese „Mütter“-Lesung nicht besser sein können. Ich jedenfalls war nun mehr als neugierig auf das gesamte Werk. Freundlicherweise hat mit der Verlag Edition Roter Drache ein Exemplar für eine Rezension zur Verfügung gestellt, die ihr dann demnächst hier zu Lesen bekommen werdet. Anja verabschiedete sich noch einmal im Namen aller Vorleser des Abends und entließ das Publikum in die Nacht. Vielen Dank für den schönen Abend! Erschöpft machte ich mich dann auf den Heimweg – wartete doch am folgenden Tag wieder die Buchmesse auf mich – und eine weitere Lesung im Darkflower. Davon aber an anderer Stelle…

Autor & Photos: Scratchcat

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