Lesung im Darkflower: Von Göttern, Sex und Weltraumschrott 19.03.2016 Darkflower Leipzig

U-Line und Edition Roter Drache – das sind zwei Verlage, die sich seit Jahren unermüdlich und mit viel Idealismus auf dem deutschen Buchmarkt behaupten. Regelmäßig erscheinen die besten Werke von grandiosen Autoren. Am 19.03.2016 waren einige dieser Schreiberlinge im Darkflower in Leipzig zu Gast – gemeinsam mit den beiden Verlegern. Hier sollte an diesem Tag eine Lesung stattfinden, die unter dem Namen „Von Göttern, Sex und Weltraumschrott“ eine interessante Mischung versprach. Und ich war für euch natürlich mit dabei.

Holger Kliemannel & Andreas Reichardt
Holger Kliemannel & Andreas Reichardt

Leider füllte sich das Darkflower nur recht spärlich mit Besuchern – nichtsdestotrotz gaben alle an diesem Abend ihr Bestes. Holger und Andreas, die beiden Verleger, begrüßten das Publikum mit knappen Worten und wünschten uns „gute Unterhaltung“.

Christian Krumm
Christian Krumm

Den Anfang machte dann Christian Krumm, der hier die Premiere seines neuen Buches „Traumschrott“ feierte. Total stolz präsentierte uns der Duisburger sein Werk und versprach jedem, der das gute Stück an diesem Tag noch kaufen würde, dass er oder sie einen Kühlschrankmagneten und einen Energiedrink als Geschenk obendrauf erhalten würde – sozusagen „Merchandise zum Abwinken“. „Traumschrott“ ist eine Sammlung mehrerer Kurzgeschichten, von denen Christian uns direkt die erste vorlas – „Das Gremium“. Hierin wurde der Leser der Geschichte direkt angesprochen – er oder sie war also Teil des Ganzen und wurde als „Quotenleser“ ins Geschehen mit eingebunden. Das beschriebene Gremium bestand aus mehreren Personen und alle sahen sie wohl aus, „als ob sie von etwas Wichtigem abgehalten wurden“ – also eher nicht so wahnsinnig motiviert. Der Ich-Erzähler der Story stellte sich dann als Protokollführer der Gremiumssitzung heraus. Es wurde dann über das Titelbild des Buches diskutiert – die einen fanden es großartig und mit viel Ausdruck, die anderen fanden es abstoßend und zu gesellschaftskritisch. Jede Rolle wurde hierbei vom Autor beim Vorlesen mit einem anderen Dialekt oder einer anderen Stimmlage versehen – das war echt schön. Dann wurde der Erwartungshorizont formuliert – was soll das Buch bringen – und auch hier gab es unterschiedliche Ansichten im Gremium. Am Ende kam heraus – „Von nun an besteht diese Geschichte aus deinem Leben“ und damit war wieder der eigentliche Leser gemeint. Die zweite kurze Geschichte „Sonntagskuchen“ erzählte von einem Reporter namens Ralf, der sonntags in seine Redaktion stürmt, weil er eine gute Story entdeckt hat. Hierbei ging es um das Thema Einsamkeit im Alter und was dabei so geschehen kann. Seine anwesenden Kollegen sitzen bei einem Kuchen zusammen und lassen sich nach und nach von ihm von der Geschichte berichten. Eine alte Dame von gegenüber sei gestorben, nachdem sie ganz allein eine große Sahnetorte gegessen hätte – es war ein Zuckerschock. Ralf findet das großartig und macht sich an den Artikel – eigentlich sollte er gerade bei seiner Mama zu Kaffee und Kuchen sein, aber „gesellschaftliche Anliegen“ gehen vor. Als Christian geendet hatte, herrschte kurzes Schweigen und dann bekam er aber doch seinen verdienten Applaus. Die Zuhörer waren sichtlich beeindruckt und einige Neugierige nutzten direkt die Möglichkeit, sich das Buch am kleinen Verlagsstand zu kaufen.

Christian von Aster
Christian von Aster

Nach einer Pause war der nächste Schreiberling dran – es war Zeit für den Leipziger Christian von Aster. Auch er hatte etwas Neues in petto – im Vorfeld wurde „Höllenherz“ als „erotopoetische diableske tragischer natur“ bezeichnet – ich war gespannt. Christian selbst sagte, dass dieses Buch „meinen Verlag in den Ruin treiben wird“, da es sehr aufwendig und edel aufgelegt wurde und der Preis dafür in seinen Augen zu gering sei. Das Vorwort zum Buch stammte von Luci van Org und illustriert wurde das Werk von „einem Russen, den ich in Stuttgart das Vergnügen hatte, kennen zu lernen“. Als kleine Vorwarnung meinte Herr von Aster dann noch, das der Inhalt und die sieben Bilder im Buch „bedingt jugendfrei“ seien. Die Spannung stieg dann noch mehr. Und schon ging es los – der Prolog erzählte von der Geburt eines Gehörnten mit Flügeln – des Teufels, der „grausig, garstig“ aus der Erde geboren wurde. Im folgenden ersten Kapitel irrte eben dieser ziellos durch einen Wald. Er war ein Verstoßener und traf dort ein Mädchen. Die beiden unterhalten sich und die Leseweise von Christian malte in den Köpfen der Zuschauer wahrlich Bilder – es ist jedes Mal eine Freude, ihm zu lauschen. Während des Gesprächs der beiden Figuren aß der Teufel den Korb des Mädchen, den sie bei sich trug, leer. Ihre Augen waren für ihn „Wendeltreppen ihrer Seele“. Schnell kamen sie einander näher und schlugen „einander lüsterne Wunden“. Die Nacht wird wild und heiß und am nächsten Morgen wacht er neben ihrem toten Körper auf, auch wenn es nicht sein Wunsch war, dass sie starb – es ist aber so geschehen. Weiter ging es mit einem kurzen Intermezzo und dann wurde die Geschichte zeitlich ein Jahr später fortgesetzt. „Der Teufel bleibt der Teufel selbst und musste sich nicht einmal Mühe geben.“ Er störte ein Pärchen beim wilden Fummeln, wo er dann den Mann maßregelt. Dieser ist wütend auf den Teufel und will ihn töten. Listig wie der Teufel ist, schickt er den Mann aber weg, um sich ein richtiges Messer für seine Tat zu besorgen – er würde an Ort und Stelle auf ihn warten und sogar das Messer bezahlen. Überrumpelt eilt der Typ von dannen und „wenn er wiederkehrt, wird er doppelt Grund haben, sich an dir zu rächen“, so die Aussage der Frau und so verführt sie den Herrn der Hölle und nach wildem Sex, bei dem ein Tisch zum „Rummelplatz der Lüste“ geworden war, ist leider auch diese Dame tot. – Wie es dann weiterging mit dem Teufel, erfuhren wir leider nicht – dafür holte Christian ein Kartenset heraus. Das war die neuste Ausgabe des „Kryptozoologischen Panoptikums“. So lernten wir an diesem Abend noch „Tiere“ kennen, „die so ausgestorben sind, dass sie wahrscheinlich nie existiert haben“. Darunter waren etwa das „Brühwürmchen“, der „spitzohrige Euterflügler“ oder der „Grabhüpfer“. Was habe ich gelacht! Die Verse waren absolut liebenswert und allesamt sehr witzig. Wenn ihr dieses Werk einmal irgendwo sehen solltet – kaufen – es lohnt sich auf jeden Fall! Der Beifall im Darkflower sagte genau das Gleiche und der Herr von Aster war sichtlich gerührt von diesem Zuspruch.

Luci van Org
Luci van Org

Die nächste im Autorenbunde war dann die von mir so geschätzte Luci van Org. Ihr Beitrag für diese Lesung war ein Ausschnitt aus ihrem aktuellen Roman „Schneewittchen und die Kunst des Tötens“. Da alle Anwesenden bereits im Vorjahr bei der Lesung im Darkflower dabei gewesen waren, als Luci ihr Werk erstmals vorstellte, wählte sie für diesen Abend kurzerhand eine andere Stelle aus. Das Original-Märchen war in ihren Augen „kranker Scheiß“ und so kamen wir auch hier dann in den Genuss eines Ausschnittes aus ihrem „modernen, kleinen SM-Märchen“. Im ersten Kapitel „Arc necandi“ trafen wir auf den Psychopathen des Buches – Mael, der als 11-jähriger Junge seinen eigenen Vater tötete, indem er ihm Methanol in den Alkohol mischte und dann dabei zusah, wie dieser erst erblindete und anschließend an seinem eigenen Erbrochenen erstickte. Diese Methode behielt er dann auch für seine zahlreichen Mordopfer bei und beim Morden hörte er immer Musik. Luci sang und dann als kleine Unterbrechung des Lesens „das Lieblingslied von Dr. Mael Enders“ – gemeint war hier der Leonard Cohen „Halleluja“. Die Zuhörer summten leise mit und wieder einmal beeindruckte die Sängerin mit ihrer kraftvollen Stimme, die auch ohne Mikrofon den gesamten Club erfüllte. Beim weiteren Lesen sprang Luci in das Kapitel „Grünes Äpfelchen“, wo wir das „Schneewittchen“ Nina und ihren Verehrer Ivo dabei begleiteten, wie sie in einen bekannten SM-Club gingen. Die beiden hatten vorher schon heiße Erlebnisse, aber irgendwie lief nichts nach Plan, „und am schiefsten geht es hier“. Ivo bringt sie in den Club, wo er noch nie war – ihr aber vorgaukelt hatte, ein Stammgast zu sein. Da sie eine kleine grüne Pille geschluckt hatte, merkt sie nichts von seinem Schwindel. Endlich drinnen beobachten sie andere Clubbesucher bei ihren Spielchen und werden selbst heiß. Doch leider war dann Lucis Lesezeit schon vorbei. Gerade sollte es wild werden, aber sie musste abbrechen – die Zuschauer waren enttäuscht, aber es sollte ja noch wilder werden. Der Applaus war auf jeden Fall berechtigt und Luci war sichtlich zufrieden mit sich.

Till Burgwächter
Till Burgwächter

Nun war es an der Zeit, dass Till Burgwächter aus Braunschweig seinen Teil zum Leseabend beitrug. Er hatte sein Buch „Die Wahrheit über Sex“ dabei, dass im kommenden Herbst erscheinen soll. Der gutgelaunte Autor war sehr offenherzig und legte direkt los. Das Buch war wohl wie ein Lexikon aufgebaut und zu jedem Buchstaben gab es dann Begriffe aus der Welt der Lust. So hörten wir von „halben Jungfrauen“ – „geht das denn?“ – scheinbar schon. Dabei handele es sich wohl um Frauen, die jede Art von Sex hatten bisher – außer eben Vaginalsex, so dass das Jungfernhäutchen noch intakt ist. Anschließend ging es zum Buchstaben „O wie Ovidizismus“ – wenn ich das richtig verstanden habe. Das Ganze beschrieb wohl die Spielart, bei der eine lebende Schlange in alle Körperöffnungen eingeführt wird. „Der Pornokenner wird abwinken – wahrscheinlich mit der Linken.“ Diese Variante des Sex kann auch zum „orientalischen Roulette“ ausarten, wenn es sich bei dem Tier um eine Giftschlange handele. Bei „S wie Subinzision“ klemmten alle Herren im Raum die Beine fest zusammen – denn das sei nur etwas für „Hartgesottene“, was „freihändiges Pinkeln“ unmöglich mache. Hier ging es nämlich um das Spalten des Penis entlang der Harnröhre – wer auch immer auf solche Ideen kommt. Hiernach erzählte uns Till, wie er auf die Idee für diese Anthologie über Sex kam. Im Buch ging es vorrangig um Fetische aller Art – etwa um Schamkapseln. Diese seien prächtig dazu geeignet, um „einen auf dicke Hose“ zu machen. Der Werkstoff sei für den Fetischisten mitunter entscheidend und auch Exemplare aus Holz seien möglich. Überhaupt seien es auch die Materialien, die ein Fetisch sein könnten – Holz eben oder auch Gips, wobei das zu Problemen beim Ablösen von der haarigen Haut führen kann. Es gäbe auch den so genannten Amputations-Fetisch – ein „Fetisch auf etwas bezogen, das gar nicht mehr da ist“. Beim Wärmefetisch werden „Schätzchen als Rubbellos mitbraucht“. Weitere Beispiele folgten noch, bevor der Autor aus einem anderen seiner Werke vorlas. Dort ging es dann um „wichtige Themen wie Heavy Metal, Fußball und Bier“. In „Die Wahrheit über Wacken“ beleuchtete er ähnlich Lexikon-like Dinge wie „D wie Dixi-Klos“ – die „Orte der Verdauungsverdammnis“. Das Ganze war dann schon fast etwas eklig. Weiter ging es mit „S wie Security, glatzköpfige“. Dieses Kapitel habe er auch schon im Osten gelesen und „bin immer wieder raus gekommen“. Das war durchaus amüsant! Am Ende seiner Ausführungen dankte Till noch Verleger Andreas für die Einladung zu diesem Abend und beschloss seine Lesung mit „K wie Kuh, die“, die in Wacken „ihrem Schöpfer dreimal täglich dankt, dass ihr Euter Milch und nicht Bier gibt“. Unter Gelächter verabschiedete er sich und gab den Barhocker dem nächsten Autoren frei.

Axel Hildebrand
Axel Hildebrand

Es folgte Axel Hildebrand – der Berliner Drehbuchautor versprach direkt, dass es nun „noch widerlicher“ werden würde. Er hatte für uns eine Geschichte aus seinem nächsten Roman „SOKO bizarr“ mitgebracht. Sein Vorredner Till habe ihn „provoziert“ und so wurde es mit „Monster“ recht abartig und abstrus. Dabei ging es ein wenig darum, ob „alte Männer ihren alten Pimmeln“ ähneln. Die Hauptperson der Geschichte hatte einst einen Autounfall, wobei er ein Auge verloren hatte. Dafür war er aber anderweitig gut ausgestattet – „seiner ist kein Zwerg, sondern ein Monster“. Immer wieder musste der arme Kerl feststellen, dass „Frauenkörper auch ihre Grenzen haben“. So musste er an sich selbst rumspielen, „meist mit beiden Händen“, als dass er eine Gespielin fand. Immer wieder passierte es, dass die Damen ihren inneren Verletzungen erlag, wenn er kam – „sein Pimmel war tödlich“. Diese Tatsache nahm er aber schnell als Gabe für sich an – zuerst half er Menschen im Hospiz – so hatten sie wenigstens noch Spaß vor ihrem Tod. Auch seine kranke Mutter erlöste er so. An seinem Ende ist er dann selbst „gefickt worden“ – er hatte wieder einen Autounfall und starb bei einem Frontalunfall, wo sein eigener, harter Pimmel ihn durchbohrte. Wahnsinn! Wie kommt ein Autor nur auf solche Ideen – ich habe allerdings vergessen, Axel danach zu fragen. Damit an diesem Abend auch noch die Götter zu ihren Ehren kamen, holte Herr Hildebrand sein erstes Werk „Aussen – Asgard – Tag“ hervor. Darin waren die beiden Götter Thor und Loki die Hauptpersonen und der Leser konnte erfahren, „was machen die, wenn die frei haben“. Im Kapitel „Geheimnisse“ hatte Thor Angst vor Strahlung und Flugzeugen, denn es wurde viel darüber gemunkelt. „Die sind nicht alle irre“, so Thor und schnell kam aber heraus, das all die wilden Gerüchte und Verschwörungstheorien allein von Loki stammten, dem es Spaß machte, den Leuten Angst einzujagen. Er sah das als gute Tat an, denn so hatten alle einsamen Typen im Internet eine Aufgabe. Axel las die beiden Figuren mit unterschiedlichen Stimmen, was sehr unterhaltsam war – war Thors Stimme doch eher dümmlich und Loki gewitzt. In der  zweiten Geschichte über die beiden Götter ging es darum, dass „keine Sau“ mehr etwas opfert. Früher gab es Pferde als Opfer und die schmeckten so lecker. Heutzutage wurde diese Tiere nicht mehr geopfert, denn „Pferde sind jetzt Freunde von kleinen Mädchen“. Tja, so kann es gehen. Da gab es eben weniger zu essen. Schade! Am Schluss war der Beifall auch hier sehr gut und Axel bedankte sich mit den Worten: „Ihr seid lieb – ich nehm euch mit!“ Na, wenn du uns alle in deinen Wagen bekommst…

Jörg Schneider
Jörg Schneider

Der letzte Vorleser des Abends im Darkflower war dann Jörg Schneider, der von sich selbst sagt, dass er „seltsame Bücher“ schreibt. Weil seine Kollegen ja schon gut vorgelegt hatten, wollte er dann auch noch unsere „Widerwärtigkeitsgrenze austesten“ und las und das „Wunder von Reiskirchen“ vor. In der Story ging es um Bier und Fußball und das Ganze solle wohl angeblich auch reale Hintergründe haben. Er berichtete von einem Spiel, bei dem er ein super Tor geschossen hat, „das jeglichen physikalischen Gesetzen“ widersprach – sozusagen eine „Sternstunde des Sports“. Leider wurde das Ganze nicht dokumentiert und so wussten nur er und seine Mannschaftskameraden davon. Dann ging es weiter mit einer Erzählung, die den Namen „Geheimnis der Zwillingsschwestern“ trug. In seiner Heimatstadt gäbe es ein Zwillingspärchen 25-jähriger Schwestern, die alles gleich machen würden – sogar ihren Beruf – „was wollen uns die Schwestern damit sagen?“ Aber so gleich waren sie dann wohl doch nicht, denn „eine ist tatsächlich blöder als die andere“. Insgesamt fesselten mich die Ausführungen von Jörg leider nicht so, da sein Stil nicht so ganz mein Geschmack war, auch wenn seine sympathische Art durchaus ansprechend war. In der folgenden Ausführung erfuhren wir etwas über die Familie, die in den Französisch-Lehrbüchern der Republik die Hauptrolle spielt – „was ist eigentlich aus Familie Le Roque geworden“. Leider verstand ich da die Gags nicht so, da ich der französischen Sprache nicht mächtig bin. Der Autor, der schon als Gag-Schreiber für Harald Schmidt Karriere machte, sprang schnell zwischen seinen Stories und so hörten wir etwas „Über Entenmütter und Rabenväter“. Hier beobachtete er eine Entenmutter im Park, während er „gebratene Nudeln mit Entenfleisch“ aß. Er fütterte die Tiere dann auch noch damit, während sein eigenes Kind in der prallen Sonne im Auto auf ihn wartete. Als letztes folgten wir einigen Ausführungen aus Jörgs kommendem Buch „So werde ich Nazi“. Das Buch sei entstanden, denn „Fresse halten geht auch gar nicht mehr“. Die aktuelle Situation in Deutschland habe ihn dazu veranlasst, denn solche Leute wie die AFD, die ein „selbstauferlegtes Wissenszölibat“ auslebten oder auch Xavier Naidoo, der „halb Mensch, halb Scherzartikel“ sei, wären keine guten Vorbilder. Dass soviele Menschen diesen Gruppierungen folgten, sei leider ein „blitzblankes Abhandensein des gesunden Menschenverstandes“. In seinen Augen sind Nazis „Evolutionsverweigerer“ – „am Ende hat der Führer ja auch Hitler erschossen“. Mit derlei Formulierungen schockte er uns noch ein wenig zum Schluss oder vielmehr brachte er uns zum Nachdenken. Scherzhaft meinte der Autor abschließend – „wir sehen uns dann im Zeugenschutzprogramm“.

Für mich war es wieder einmal ein gelungener Abend, der viele absonderliche Momente bereit hielt und dabei doch immer unterhaltsam und spannend war. Die Zuschauer haben gelacht und waren erstaunt – so sollte es doch sein. Autoren und Publikum hatten ihren Spaß und auch die Verleger war recht zufrieden. Wenn das Darkflower im kommenden Jahr zur Leipziger Buchmesse wieder zu Lesungen laden sollte, weiß ich persönlich auf jeden Fall, wo ich sein werde – es lohnt allemal. Seid auch ihr mit vor Ort – ihr werdet es nicht bereuen!

Autor & Photos: Scratchcat

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