M’era Luna 2019: 09.-11.08.2019 Flugplatz Hildesheim – Tag 2

Null Positiv

Am Samstag waren wir pünktlich zum Einlass vor Ort und konnten sehen, wie die Massen gut gelaunt aufs Festivalgelände strömten. Musikalisch machten die Newcomer-Contest-Gewinner von Null Positiv mit ihrem Rock-Metal-Mix den Anfang. „Guten Morgen M’era Luna – seid ihr bereit?“, so die einleitenden Worte. Das Wetter strahlte mit ihnen um die Wette und Frontfrau Elli bewies direkt, dass sie außer Singen auch noch Growlen und Schreien konnte – und wie. Neben ihr krabbelten zwei Mädels mit Masken über die Stage und die Herren an den Gitarren rockten was das Zeug hielt. Songs wie „Koma“ oder „Amok“ heizten mächtig ein und die Zuschauer gingen direkt mit. Nicht nur der starke Wind, der über das Gelände fegte, ließ die Haare überall fliegen – die Beats taten hier ihr Übriges. Und auch die Fahnen, die neben den Drums aufgestellt waren, flatterten im Rhythmus mit. Es war laut und weckte die Lust auf das Wochenende – gut gemacht.

Empathy Test

Im Hangar ging es elektronisch los, denn hier standen Empathy Test aus Großbritannien auf dem Plan. Unter Jubel der Fans kamen Drummerin Chrisy, Keyboarder Elliott und Sänger Isaac nach vorn und gingen mit „Holy Rivers“ in die Vollen. Issac sang mit viel Gefühl und geschlossenen Augen, während das Publikum drauf los tanzte. Auch der Sänger ließ sich vom Tanzfieber anstecken und genoss mit ausgebreiteten Armen die gute Stimmung. Die Arme waren oben und es wurde im Takt mitgeklatscht. Auch „our latest single“ „Empty-handed“ durfte an diesem Tag im Set nicht fehlen. Elliott verausgabte sich an den Tasten vollkommen und als „Demons“ angestimmt wurde, war der Jubel im Saal riesig. Es war regelrecht voll – und das um diese frühe Tageszeit. Chrisy sang hier mit, was leider nur bedingt zu hören war. Insgesamt war der Sound ok, es hätte aber besser sein können. Die Band hatte aber richtig Spaß und das war ihnen anzumerken – so sollte es sein. Und auch wir hatten unsere Freude an der Darbietung – Danke!

Sündenklang

Als ich den Hangar verließ, standen Sündenklang bereits auf der großen Bühne und präsentierten ihren Hit „Lieber sterben“. Die Menge vor der Stage feierte mit und Stücke wie „Kreuzzug“ oder „Welle“ wurden mit viel Beifall bedacht. „Guten Morgen M’era Luna“, so hieß Sänger Mart die Zuschauer willkommen zu ihrer Show. Das Armemeer war groß und die Musiker freuten sich über die Fans, die so früh schon aufgestanden waren, um ihren Gig zu sehen.

Sono

Zurück im Hangar gab es dann ein erstes Highlight des Festivals zu sehen – Sono. Beim Intro kamen Florian und Martin nach vorn und stellten sich am großen Techniktisch auf, um direkt an den zahllosen Knöpfchen und Schaltern zu drehen. Sänger Lennart wurde mit Beifall der Massen empfangen und griff direkt zur Gitarre. Dabei sah er sehr adrett aus mit seinem Hemd und den Hosenträgern. Im Hintergrund liefen oft die Videos zu den dargebotenen Songs mit, wie auch zu Beginn bei „Amplify“. Der zweistimmige Gesang kam hier ganz gut rüber und zauberte den Fans ein Lächeln ins Gesicht. Alles tanzte – vor und auf der Bühne – und bei „Supersonic“ wurde neben dem Tanzen auch noch lautstark mitgesungen. „Moin – es ist schön, wieder hier zu sein“, so Lennarts Worte. Ein Hit jagte hier den nächsten und so wurde mit Tracks wie „Flames get higher“, „All those citylights“ oder dem „Oldie“ „Blame“ Party gemacht. Immer wieder griff der Frontmann in die Saiten, was gut ankam. Als „Somewhere beyond the sea“ gespielt wurde, verlor Lennart einige Worte darüber, dass die Einnahmen des Stückes zugunsten von Sea Watch gingen, was für einen Szenenapplaus sorgte. Mit „Keep control“ sollte der schöne Spaß dann aber schon sein Ende finden, doch nicht ohne eine Einladung auf die Tournee 2020, auf der die Band ihr 20. Jubiläum feiern wollte – selbstverständlich gemeinsam mit ihren Fans. Da sehen wir uns auf jeden Fall wieder und tanzen wieder um die Wette!

Terrolokaust

Hiernach wurde umgebaut, denn nun standen Terrolokaust aus Spanien auf dem Plan. Der Sound war hier sehr dumpf und nur laut und so sah ich mir den Gig draußen vor dem Hangar auf der großen Videoleinwand an. Dort war es wahrlich besser. Frontmann Javi war gut drauf und lief auf der Stage hin und her, während er Songs wie „Pay the price“ oder „some new stuff“ „The writhing of the weak“ zum Besten gab. Die Stimmung unter den Fans drinnen war trotz der Soundprobleme gelöst und alle hatten Spaß. Die Gitarristen verausgabten sich mächtig und es wurde zu wilden elektronischen Klängen gebangt. Javi bewies, dass er nicht nur einheizen konnte, sondern auch ein richtig guter Sänger war – das sollte er ruhig öfters machen. Vor der Bühne wurde mit den Musikern um die Wette geschwitzt. Das war sehr solide und kann gern wiederholt werden.

Stahlmann

Auf der Mainstage gaben sich die Herren um Frontmann Mart ein zweites Mal die Ehre, denn es war Zeit für Stahlmann. Dieses Mal waren die Jungs alle silbern geschminkt und trugen, wie der Sänger auch, eine Maske. Nach dem Titelsong „Stahlmann“, bei dem schon ordentlich mitgerockt wurde im Publikum, waren die Arme bei „Adrenalin“ oder „Engel der Dunkelheit“ fast ständig erhoben. Es war richtig voll vor der Bühne und das ließ nicht nur die Laune der Musiker steigen. Mart hatte die Menge in den Händen und zu „Spring nicht“ war genau das Gegenteil Programm – fast das gesamte Gelände sprang im Takt auf und ab – das sah echt cool aus.

Währenddessen standen bereits zahllose Fans für die angekündigten Autogrammstunden an – zum Teil reichten die Schlangen über das halbe Gelände und die veranschlagten Zeiten reichten kaum für alle Foto- und Unterschriftenwünsche aus.

Deathstars

Als es dann Zeit für die Deathstars aus Schweden war, schlenderten wir gerade, gut gestärkt, zurück zur großen Bühne. Die Herren brausten auf die Stage und griffen mit „Night electric night“ direkt in die Saiten. Die Haare flogen bei der Gitarristen Cat und Nightmare und den Zuschauern nur so umher. Mit „Metal“ ging es weiter und hier wurde die Instrumente in die Höhe gereckt – da war echte Spielfreude zu spüren. Frontmann Whiplasher lief hin und her und verausgabte sich vollkommen – genauso wie Drummer Nitro. Und als der Smashhit „Death dies hard“ erklang, gab es auch in der Menge kein Halten mehr. Der Sound war hier gut, es war aber recht laut – ein hoch auf den Gehörschutz! Es wurde viel mitgeklatscht und abgerockt – das nenne ich mal einen gelungenen Festival-Auftritt.

[x]-Rx
Ebenfalls laut war es bei [x]-Rx im Hangar. Das Noise-Duo aus Köln war voller Energie und so liefen Pascal und Jan auf der Bühne umher, wenn sie nicht gerade an der aufgebauten Technik an den Knöpfchen drehen musste. Es war richtig voll in der Halle und so war kaum Platz zum Tanzen. Die beiden verkündeten, dass sie ein Motto verfolgten an diesem Tag: „Wir machen Krach – ihr macht Krach.“ Gesagt, getan – es wurde eine laute und ausgelassene Party. Mal wurde gemeinschaftlich die rechte Faust gen Himmel gereckt und mal tanzten alle ausgelassen zu den Beats. Bei „Kein Herz“ grölte der ganze Saal den Text lauthals mit – das war irre! Die beiden Jungs tobten im Nebel umher und hatten ihre wahre Freude daran. Auch „Hard bass hardsoundz“ sorgte für gute Laune und so stand wirklich niemand still.

Impressionen

Nach dieser Tanzorgie mussten wir uns erst einmal ausruhen und machten einen Streifzug über das Gelände. Wir suchten etwas Leckeres an einem der zahlreichen Gastroständen, die in diesem Jahr wieder das ein oder andere Besondere in petto hatten. Fündig wurden wir an diesem Tag auf dem Mittelaltermarkt – musikalisch wurde das passend untermalt vom Auftritt von  Corvus Corax, die gerade die Mainstage geentert hatten. So ließen wir es uns gut gehen und genossen die Stimmung, die von der Kultformation aus Berlin über das Gelände schwappte.

Neuroticfish

So gestärkt konnten wir uns dann wieder der Darbietung von Neuroticfish aus Bochum widmen. Auch hier war der Hangar wahrlich gut gefüllt und Sascha und Henning hatten ihren Spaß mit dem tanzfreudigen Publikum. Saschas Stimme war echt toll und er sang mit geschlossenen Augen und viel Gefühl. „Walk alone“, „Former me“ oder auch „Silence“ wurden von den Zuschauern mitgesungen. Zu den Stücken waren auf der Leinwand im Hintergrund Videos zu sehen. Die Beats dröhnten ganz schön, dennoch wurde ausgelassen gefeiert. Henning war ganz auf seine Technik vor sich konzentriert, während der Sänger am vorderen Bühnenrand einzelne Fans ansang. So hätte es ewig weitergehen können, doch auch ihre Spielzeit war bald zu Ende.

Oomph!

Die Mainstage war nun der Arbeitsplatz der Wolfsburger von OOMPH! Frontmann Dero begrüßte das Auditorium mit Kusshänden und ging anschließend mit „Trrr-Fckn-Htlr“ in die Vollen. Dabei lief er beim Singen im Kreis und gab wahrlich alles. Die Gitarristen Flux und Crap standen immer wieder auf Podesten, um so auch von den letzten Reihen aus gesehen zu werden. „Hallo M’era Luna“, so die kurze Begrüßung. Weiter ging es mit „Labyrinth“, wo Band und Fans in der praller Sonne um die Wette in die Luft sprangen – alle schön im Takt – das sah schon toll aus. So ging es auch weiter, denn Dero meinte zum Song „Träumst du“: „Lasst mich euch von der ersten bis zur letzten Reihe springen sehen“. Es wurde mitgeklatscht und auch mitgesungen. Die Stimmung hätte kaum besser sein können und nach der Aufforderung „feiert euch selbst“ wurde gemeinschaftlich der Klassiker „Der neue Gott“ „von unserem allerersten Album“ gefeiert. Hierbei standen Flux und Crap an Keyboards. Und auch wenn es eigentlich verboten ist bei den Festivals, ließ sich der Sänger zu „Niemand“ von den Massen auf Händen tragen. Später lief er noch im Bühnengraben hin und her und sang gemeinsam mit den Zuschauern „Augen auf“. Das war mal so richtig fett – und jeder im Publikum hatte hier seinen Spaß… alles richtig gemacht!

Agonoize

Bei Agonoize war es mir wieder einmal zu laut im Hangar, so dass ich, wie noch des Öfteren an diesem Wochenende, die Variante nutzte, mir die Show draußen auf der Videoleinwand anzusehen. Im Hangar war es sowieso sehr voll und warm. Frontmann Chris L. kam mit Hörnern am Kopf daher und brüllte die Texte nur so heraus. Der Live-Drummer hatte eine Maske auf, so dass auch er wie ein Dämon wirkte. Stücke wie „Staatsfeind“ wurden von den Massen frenetisch gefeiert und selbstverständlich durfte die berühmte Blut-Show nicht fehlen. Zur neuen Single „Blutgruppe Jesus (-)“, die recht dancelastig war, griff Chris L. zum großen Messer und „schnitt“ sich die Pulsadern auf. Das „Blut“ spritzte nur so herum und die ersten Reihen waren hinterher genau an diesen Flecken auszumachen. Weitere musikalische Leckerbissen des Sets waren „Vollrausch“ und „Bis das Blut gefriert“. Es war laut und blutig – was wollten die Fans auch mehr?!

Mono Inc.

Auf der großen Bühne ging es als nächstes dann nicht so laut zu, denn nun waren Mono Inc. an der Reihe. Die Musiker kamen allesamt in einer Robe oder einem Umhang nach vorn – das muss in der Sonne ganz schön warm gewesen sein. Und so ging es mit „Welcome to hell“ los. „Guten Tag M’era Luna“, so hieß Sänger Martin die Menge willkommen. Und schon stimmten sie „Funeral song“ an, wo der mehrstimmige Gesang echt gut klang – hier war der Sound wesentlich besser, als im Hangar. Die Zuschauer waren sehr angetan, denn es wurde fast pausenlos im Takt mitgeklatscht. So auch zu „Arabia“ oder „Symphony of pain“, wobei es bei Letzterem noch heißer wurde auf der Bühne, denn beim Refrain schossen Feuerstöße gen Himmel. Das überraschte einige im Publikum und der Jubel war groß. Martin heizte noch mehr ein, als er den Klassiker „Gothic queen“ anstimmte. Dabei lief er auf der großen Bühne hin und her. Hiernach bekam Drummerin Katha Mia ihren Moment und gab ihr beliebtes Drumsolo. Im Anschluss kam der Frontmann mit einer Gitarre wieder hervor und gemeinsam gaben sie „The banks of Eden“ zum Besten. Das Ganze war solide und gut – da kann ich echt nicht meckern!

Zeromancer

Der nächste Programmpunkt war ein nächstes Highlight des Tages – Zeromancer waren wieder einmal da und sie hatten ihren neuen Mann an der Gitarre dabei. Als das Intro lief und alle Musiker nach vorn kamen, war der Beifall fast frenetisch, was die Jungs zum Grinsen brachte. Und mit „Clone your lover“ brachten sie auch das Publikum zum Lächeln und Abfeiern. Per-Olav, der neue Mann an den Saiten, war sichtlich beeindruckt, denn der Saal war voll und bis zur letzten Reihe wurde mitgesungen und Party gemacht. Sänger Alex griff sich immer wieder ans Herz, denn auch er war ergriffen von der guten Stimmung. Gitarrist Kim heizte mächtig ein und meinte: „Herzlich Willkommen M’era Luna – wir sind Zeromancer aus Norwegen.“ Es folgten Tracks wie „Flirt with me“, „You meet people twice“ oder auch „The Hate Alphabet“. Immer wieder sorgte der mehrstimmige Gesang für Gänsehaut und auch die Lichtshow war ein echter Hingucker. „Ihr seid so geil“ – Recht hatte Kim, denn der Hangar kochte förmlich. „Sinners international“ und „Die of a broken heart“ sang Alex mit viel Gefühl und geschlossenen Augen – seine Stimme war richtig gut. Mit einem fetten Dank an alle Anwesenden meinte er gerührt: „This means so much to us“. Das Set wurde schlussendlich noch mit „Dr. Online“ und dem Depeche Mode-Cover „Photographic“ abgerundet, wo es noch einmal richtig abging und alle mitsangen. Mit gegenseitigen Umarmungen und Winken verabschiedete sich die Band von uns – damit war der Einstand von Per-Olav doch mehr als gelungen und wir hoffen, die Jungs bald wieder live erleben zu können.

Lacrimosa

Mittlerweile hatten Lacrimosa schon längst die Mainstage geentert. Als ich dazu kam, wurde gerade der Klassiker „Schakal“ dargeboten. Das Ganze wurde mehrstimmig präsentiert. Tilo und Anne sahen sehr schick aus und strahlten mit der Sonne um die Wette. Der Sänger griff im Set immer mal wieder zur Gitarre, während Anne vorwiegend am Keyboard stand. Die Klänge waren hier fulminant, doch das meiste war doch eher ruhig gehalten. Vorrangig waren an diesem Tag ältere Stücke Bestandteil der Show, wie etwa „Alles Lüge“, „Copycat“, wo Anne auch einmal am vorderen Bühnenrand sang, oder aber „Der brennende Komet“. Die Fans waren selig und sangen jede Zeile lautstark mit. So wurde es zu einem richtig guten Auftritt.

Within Temptation

Mit Within Temptation wurde es dann grandios und pompös auf der großen Bühne des Festivals. Frontfrau Sharon kam mit einer Fahne in der Hand und einer Kapuze auf dem Kopf nach vorn, wo sie „Raise your banner“ anstimmte. „M’era Luna wie geht’s euch?“, so ihre begrüßenden Worte. Ihre großartige Stimme beeindruckte alle Zuschauer und die Stimmung war von Anfang an am Kochen. Die riesige Videoleinwand im Hintergrund zeigte tolle Bilder zur Musik. Bei „The Reckoning“ standen die Musiker mit erhobener rechter Faust da und die Fans taten es ihnen gleich. Außerdem wurde gemeinsam abgerockt, während Nebelfontänen gen Himmel schossen. Diese wurde zu „Stand my ground“ von Feuerfontänen abgelöst – was für eine Show – wow! Das Outfit von Sharon war wie immer wunderschön – die Bänder an ihren Ärmeln flatterten im Wind, wenn sie beim Singen die Arme in die Luft riss. Stücke wie „In the middle of the night“ oder „The heart of everything“ kamen super an und als „Ice Queen“ erst akustisch und dann rockig dargeboten wurde, war der Höhepunkt erreicht. Als letzter fulminanter Effekt erleuchtete zu „Faster“ ein Laserstrahl über den Massen – das sah wahnsinnig toll aus. Das Publikum explodierte schier vor Begeisterung und die Meinung der Band dazu war: „Danke, danke, danke – es war supertoll!“ Das kann ich nur zurückgeben. Mit dem Hit „Mother Earth“ ging dann auch die letzte Zugabe – ja, die Formation durfte eine Zugabe geben – zu Ende. Es war uns wie immer ein Fest und wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen!

Die Krupps

Den Headliner im Hangar gaben am ersten Tag die Herren von Die Krupps. In blaues Licht getaucht kamen Sänger Jürgen und Kollegen nach vorn und schon dröhnte der Beat aus den Boxen. Es war voll und warm und los ging es mit „Godzilla 2018“. Der Frontmann war gut drauf und lief auf der Stage hin und her. Immer wieder ließ er das Mikrofon am langen Kabel umherkreisen. Ich schaute mir das Ganze wieder einmal von draußen an, wo der Sound eher seltsam war – es war wohl zu laut. Drinnen sprangen die Fans mit ihren Helden im Takt um die Wette oder es wurde geheadbangt zu „High Tech/Low Life“. Gitarrist Marcel ging mächtig ab und verausgabte sich sichtlich. Zu „Germaniac“ bekam Jürgen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht – ihm schien die Partystimmung gut zu gefallen. Dann verkündete er, dass sie an diesem Abend „nur Songs“ spielen werden, „die wir nach dieser Saison wohl nicht mehr spielen werden – deswegen viel Spaß!“ Umso mehr feierten die Massen die Klassiker, wie etwa „Der Amboss“, bei dem der Sänger auf die Stahlrohre eindrosch, die in der Mitte der Stage aufgebaut waren. Und Smashhits wie „To the hilt“ wurden lauthals mitgegrölt. Es hätte nicht besser sein können. Das nenne ich mal einen gebührenden Headliner!

ASP

Den Abschluss auf der Mainstage bildete dann letztendlich ASP. Im Nebel trat der Sänger in die Mitte seiner Musiker – im Gesicht geschminkt und mit einer Kapuze auf dem Kopf. So ging es mit „Phragmokontrolle“ in die Vollen und beim Refrain gingen Feuerstöße in den Himmel und ein Feuerwerk kreiselte Funken schlagend hinter dem Sänger. Echt toll! Der mehrstimmige Gesang war ein Ohrenschmeichler. Die Fans jubelten ausgelassen und sangen zu „Schwarzes Blut“ lautstark mit, was der Band zu gefallen schien. „Ihr schönen Menschen“, so das Kompliment an die Zuschauer. Die Arme waren fast immer oben und Nebelfontänen sorgten für Szenenapplaus. „Musik kann soviel mehr sein“, recht hatte er, der Herr ASP. Er verkündete, dass sie an diesem Abend „nicht für die Kameras, sondern für euch hier“ spielen würden – das Ganze wurde schließlich live gestreamt. Und so wurde „Astoria verfallen“ zelebriert und als „Ich bin ein wahrer Satan“ erklang, kam es auch für die letzten Zuschauer kein Halten mehr – es musste getanzt und gesungen werden.

Unsere Akkus waren hier aber schon leer und so machten wir uns auf den Weg ins Hotel – neue Energie für Tag 3 sammeln.

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Autor: Scratchcat

Photos: Pyro

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