mesh: Touring Skyward 2016 30.09.2016 Kleinvieh Dresden

Die britische Formation mesh lud in diesem Herbst auf ihre Tournee zum neuen Album „Looking Skyward“, das Ende August erschienen war. Am 30.09.2016 gastierten sie mit ihren Vorbands Empathy Test und Aesthetic Perfection im Dresdner Kleinvieh – einem neuen Club – zu Gast – und wir waren für euch mittendrin.

Empathy Test
Empathy Test

Kurz vor Einlass kamen wir an und fanden direkt vor dem Club einen Parkplatz – sehr angenehm. Dann ging es hinein und drinnen war wohl während des Soundchecks eine Nebelmaschine explodiert – es war noch recht dunstig. Hoffentlich gab sich das mit der Zeit. Wir warteten also ab und dann betrat die erste britische Band des Abends die Bühne. Frontmann Isaac begrüßte das Publikum mit den Worten: „Good evening Dresden – we are Empathy Test“ und dann ging es electropoppig mit „Kirrilee“ los. Seine Stimme kam echt gut rüber, nur der Bass war etwas arg heftig – aber nicht sonderlich schlimm. Im Hintergrund stand eine große Leinwand, wo passend zur Musik animierte Welten zu sehen waren. Isaac war gut drauf und animierte die Zuschauer von Anfang an zum Mitklatschen. Anschließend meinte er: „Dresden, it’s so good to be here. It’s the first show in this venue and we are the first band that play here.“ Es war also ein historischer Abend! Er hockte sich an den vorderen Bühnenrand und stimmte „Throwing stones“ an. Dann tänzelte er herum, während Keyboarder Jacob eher der coole Typ war, der nur auf seine Tasten und die Technik schaute. Auch Drummerin Chrisy war sehr konzentriert und schaute fast nur auf ihre E-Drums. Es folgte „our new single“ „Seeing stars“. Isaac berichtete davon, dass sie auf der bisherigen Tour schon recht viel gefeiert hätten und mittlerweile nur noch Wasser trinken würden – das sorgte für einige Lacher. „Holding on“ wurde dann für alle Fans gespielt, die nur wegen ihnen an diesem Abend angereist waren – und das waren doch einige, wie es schien, denn der Jubel war schon recht ordentlich. Mit viel Gefühl in der Stimme gab der Sänger hier alles und es wurde im Takt mitgeklatscht. Auch bei „Losing touch“ waren die Arme immer oben und der Frontmann stand kaum einen Moment still – eher lief er von links nach rechts und wieder zurück. Überhaupt war die gute Laune von Isaac ansteckend. Er bedankte sich bei seinen beiden Bandmitgliedern, die erst seit sechs Wochen mit an Bord waren und er gab an, dass diese Tournee „the best two weeks in my life“ seien. Diesem Geständnis folgte ein Hit der Band, den er sogar von den anwesenden Fans ansagen ließ. Natürlich war hier „Demons“ gemeint, wo auch mitgesungen wurde. Der Beat war so gut, dass kaum jemand stillstehen konnte – es wurde getanzt oder mitgewippt. Vor dem letzten Stück wurde der Sänger noch ein „Thank you on mesh“ los und dann war es Zeit für „Here is the place“. Das Licht war hier echt schick anzusehen und der Frontmann ließ noch einmal alles raus – er sprang herum, gab stimmlich sein Bestes und strahlte übers ganze Gesicht. Am Ende war der Jubel groß. Diese Band hat echt Spaß gemacht – ihr solltet euch einen Termin von Empathy Test unbedingt mal vormerken und hingehen. Das lohnt sich!

Aesthetic Perfection
Aesthetic Perfection

Nach kurzer Umbauphase war es dann Zeit für die zweiten Anheizer – Aesthetic Perfection. Keyboarder Elliot, mit Kapuze auf dem Kopf, bezog Stellung und dann kam Mastermind Daniel, mit einem Hut auf dem Kopf, nach vorn und rief ein lautes „Einen schönen guten Abend Dresden“ in die Menge. Und dann ging es mit „Antibody“ direkt in die Vollen. Was ein Spaß! Es wurde losgetanzt und der Bass heizte mächtig ein. Daniel tanzte auch mit und hinter den beiden Herren zuckte die ganze Zeit das Strobo-Licht auf. Die Zuschauer schienen echt Bock zu haben, denn es wurde mitgeklatscht und die Stimmung war super. „It feels good to be back“, so der Sänger im Anschluss. Er strahlte förmlich und schon erklang „Tomorrow“, wo er stimmlich seine ganzen Facetten zeigen konnte – von klarem, weichen Gesang bis hin zum Rumkreischen. Im Saal wurde es immer voller und dadurch auch immer wärmer – eine schweißtreibende Angelegenheit. Auch den Musikern wurde warm, denn Elliot zog die Jacke aus und tobte nun noch wilder an seinem Instrument herum. Daniel spielte immer wieder mit den Fotografen oder den Fans in der ersten Reihe – was ein cooler Typ! Auch bei „Vapor“ zeigte er ausdrucksstarke Gestik und Mimik, was ihn als wahrhafte Rampensau auszeichnete. Die Arme waren oben und die beiden Herren wurden immer wieder von hinten angestrahlt, was toll wirkte. Beim nächsten Stück waren auf dem Video eine EKG-Kurve und viele Herzen zu sehen und gerade die hohen Töne im Gesang waren ein echter Ohrenschmaus. Und weil die Menge gerade so schön mitklatschte, ging es rhythmisch gut weiter mit „Big bad wolf“, wo niemand im Raum mehr still stehen konnte. Da passte auch die Textzeile „you look so good“, denn diese Party muss für die Band echt toll ausgesehen haben. Daniel war so wild drauf, dass er mal hier und mal da ins Publikum grinste und dann schon wieder wegtanzte. Elliot stand zum Teil fast auf den Tasten, so wild spielte er seinen Part. Weiße und rote Lichtstrahlen setzten den Track „Never enough“ dann gekonnt in Szene, wo die Tanzfete so langsam ihren Höhepunkt erreichte. Doch zum Schluss wurde es dann doch etwas romantisch und ruhig – Daniel spielte „Devotion“ in einer akustischen Variante. Hierbei waren auf dem Video verschiedene Blumen zu sehen und er sang mit geschlossenen Augen und viel Gefühl den Text – ein echter Gänsehautmoment! Und so endete dieser kraftvolle Auftritt. Zum Abschluss verabschiedete sich das Duo mit den Worten „We love you – see you next time!“ und einem Winken. Danke – es war wahrhaftig gut!

mesh
mesh

Dann wurden die Fans langsam nervös und es wurde für den Hauptact umgebaut. Los ging es mit einem Video, das auf der Leinwand hinten und zwei weiteren Projektionsflächen links und rechts abgespielt wurde und die Story des neuen Albums „Looking Skyward“ erzählte – ein Junge und ein Mädchen waren dabei zu sehen, die in den Sternenhimmel schauten – außerdem Teleskope und mehr. Dann kamen Richard, Sean, Richard und Mark nach vorn und wurden mit großem Beifall empfangen. Mark ließ ein knappes „Good evening – you’re ready?“ hören und schon ging es mit „My protector“ los. Die Fans tobten direkt und die Arme waren oben zum Mitklatschen. Die zweite Stimme von Richard war hier leider noch etwas leise, doch zum Glück wurde das schnell nachreguliert. Mark schien gut gelaunt und lief auf der Bühne hin und her. Dann folgte auch schon ein Klassiker – „You didn’t want me“ wurde von den Zuschauern mitgesungen und im Hintergrund war das Cover der Single auf der Leinwand sehen. Keyboarder Richard wurde hierbei von hinten angestrahlt, was toll wirkte. Die Stimmung war gut und der Frontmann meinte dazu salopp: „Nice!“ Nach alten Klängen ging es nun weiter mit der „B-side of the new single“ – gemeint war „Paper thin“. Überall wurden nun Papierflieger projiziert und der dreistimmige Gesang war eine echte Wonne. Es war total voll in dem kleinen Saal und wir schwitzten nur so – genauso wie die Musiker. Mark hatte das Publikum echt im Griff, denn nur mit Daumen und Zeigefinger, die er im Rhythmus zusammenführte, animierte er die Menge dazu, mitzuklatschen. Bei „Once surrounded“ wurden auf der Leinwand Piktogramme für die Entwicklung eines Pärchens gezeigt – von klein an über die Familie bis ins hohe Alter. Dabei tanzte Mark über die Stage – es gab also viel zu sehen. Von „Missile“ brauchte Richard anschließend nur die ersten Töne anzuspielen und schon jubelte der Saal los. Und wieder war auf der Leinwand ein passendes Video zu sehen – dieses Mal mit Oldschool-Videogames. Es wurde lautstark mitgesungen und das blieb auch so beim folgenden Stück „Circles“. Wieder begeisterte die Formation mit dem zweistimmigen Gesang und auf allen Projektionsflächen leuchteten nun Kreise auf. Die Musiker strahlten sich immer wieder gegenseitig an – sie hatten echten Spaß. Weiter ging es dann mit „The ride“, wo die Zuschauer, wenn sie die Leinwand beobachteten, eine Achterbahnfahrt unternehmen konnten. Und der Beat rockte hier mächtig ab. Nach „Two + 1“, wo fliegende Vögel gezeigte wurden, sorgte etwas anderes für Jubel. Die Lüftung im Saal wurde endlich auf volle Leistung eingeschalten und erstmals war kühle Luft zu spüren. Die Hitze war echt übel und uns allen lief nur so der Schweiß. So konnte es dann weitergehen mit „The last one standing“, wo jede Silbe mitgegrölt wurde. Die Lichtshow war hier wahrhaft schick und sie Stimmung hätte nicht besser sein können. Doch die Hitze forderte so langsam ihren Tribut. Bei „To be alive“ mussten wir erstmal an die frische Luft, denn es war recht stickig geworden. Doch als wir zu „Kill your darlings“ wieder in den Saal kamen, standen wir vor einer regelrechten Wärme-Wand, die uns fast erschlug. Die Fans im Raum hielt das aber nicht davon ab, weiter frenetisch zu feiern und zu tanzen. Mehrstimmige Gesänge und grünes Licht heizten die Fete nur noch mehr an. Dann folgte eine Ballade – „this is very important to us – it’s a track from the new album“ – die Rede war hier von „Tactile“, wo zahlreiche Explosionen auf der Leinwand gezeigt wurden. Dieses Gefühlvolle regte einige zum Kuscheln an – als ob es nicht schon warm genug wäre. Die Arme waren oben und die Menge ging mit.

Ich persönlich hatte dann aber echt mit dem Kreislauf zu kämpfen – die Wärme war an diesem Abend leider nicht mein Freund und wir mussten an dieser Stelle den Club verlassen. Das war echt schade – wollten wir doch gern noch weiter mit mesh und der Menge feiern. Ich bin mir sicher, dass der Gig noch einige Highlights zu bieten hatte, die wir dann aber nicht mehr miterlebten. Trotz allem war es ein gelungener Abend mit drei wundervollen Gigs – der Auftakt im Kleinvieh in Dresden war also gemacht und ich hoffe auf viele weitere in dieser schicken, kleinen neuen Location. Und auch mesh und die anderen beiden Formationen hoffe ich, bald mal wieder in vollem Umfang sehen zu können.

Autor: Scratchcat

Photos: Pyro

Hier geht es zu den Galerien des Abends