Nocturnal Culture Night 10: 04.-06.09.2015 Kulturpark Deutzen – Tag 2

Samstag – 05.09.2015

Telemark
Telemark

Der Samstag begann früh genug und wir waren noch nicht ganz wach. Das Wecken übernahm dann eine Band, die wir bisher noch nicht live erleben durften. Manja fragte uns: „Seid ihr bereit, wenn gleich die Discomaschine angeworfen wird?“ Bei diesen Worten hatte ich etwas ganz anderes erwartet, aber was Telemark aus Schweden dann boten, war echt klasse. Diese Mischung aus Waverock und Britpop war mitreißend und einfach gut. Sänger Elliot versprühte viel gute Laune und brachte die noch wenigen Zuschauer dazu, mitzuklatschen und zu tanzen. Mal mit und mal ohne Gitarre wirbelte er über die kleine Parkbühne und seine Saiten-Kollegen Johan und Kendra mussten ihm immer mal wieder ausweichen, da er ausgelassen tanzte und herumsprang. Drummer Mats war kaum zu sehen, aber auch er gab sein Bestes. Mit „Blood red shoes“ zeigte Kendra ihr Können auf dem Bass. Der zweistimmige Gesang klang auch toll – was wollten wir also mehr. Alle vier hatten sie eine Armbinde um den Oberarm – das Bandmaskottchen war so auch mit dabei. Der Tipp „Enjoy the moment“ war fast überflüssig, denn immer mehr Zuschauer gesellten sich zu dieser flippigen Band, wo sogar der Drummer einen Gesangspart übernahm. Und auch das Publikum sang nach Anweisung mit – das war ein mehr als gelungener Start in den Tag. Diese Formation merken wir uns auf jeden Fall – der nächste Livetermin wird mit Sicherheit besucht!

Herren
Herren

Auf der Amphibühne wurde der Start mit harten Gitarrenriffs begangen, denn Herren aus Dessau standen auf dem Plan. Manja bezeichnete den Stil als „Rock’nRoll, Radau und ziemlich Remmidemmi“. Sänger Christian, die Gitarristen Henry und Thilo und Drummer Marco standen alle auf Podesten und im Gesicht und an den Armen waren sie mit Farbe beschmiert. Mit ihrer Namens-Hymne „Herren“ ging es los und schon war auch der letzte müde Zuschauer wach. Den Vergleich mit Rammstein oder Ost+Front müssen sich die Musiker gefallen lassen, denn der Stil war schon sehr ähnlich und einige im Publikum fanden das Ganze eher unspannend und suchten sich lieber einen morgendlichen Kaffee. Christian begrüßte uns mit einem enthusiastischen „Hallo Deutzen“ und dann stimmte er, leider irgendwie passend, den Song „Lauf weg“ an. Die Konzertbesucher, die sich aber auf die Band einließen, rockten mit ab und genossen auch den anschließenden „Schmied“. Hier bewies der Frontmann, dass er durchaus auch gut singen konnte – er sollte das ruhig öfters zeigen. Die Gitarristen stellten sich immer wieder zueinander und heizten sich gegenseitig an. Dabei schauten sie aber die ganze Zeit über recht böse drein. Zu „Wach“ zog der Sänger einen verdreckten weißen Arztkittel an und mimte so den bösen Wissenschaftler. Mehr bekam ich dann nicht mehr mit, denn ankommende Freunde wollten begrüßt sein. Insgesamt war die Show von Herren aber durchaus gelungen.

Sündenklang
Sündenklang

Auf der Parkbühne war nun Zeit für Sündenklang – das ist das düstere Projekt der Stahlmann-Jungs. Mit dem Track „Lieber sterben“ ging es los und die anwesenden Fans feierten ihre Idole vom ersten Ton an. Anschließend bezeichnete Sänger Mart Stahlmann als „kleines Nebenprojekt“ und hatte somit die Lacher auf seiner Seite. Der mehrstimmige Gesang zum Lied „Kreuzzug“ klang super und die Arme im Publikum waren oben. Es war vor der Stage schon recht gut gefüllt für diese Uhrzeit und das schien den Musikern gut zu gefallen, denn nach „Welle“, wo die Arme eine Art Meer bildeten, sagte der Frontmann: „Für diese Uhrzeit ganz großes Kino.“ Da war die Animation durch Mart kaum noch von Nöten. Das nächste Stück „Brief an Gott“ war dann „für alle die, bei denen es im Leben nicht so gut läuft“. Er sang hier mit geschlossenen Augen und legte richtig viel Gefühl in die Stimme – toll gemacht. Und damit es nicht allzu ernst und düster wurde, neckten sich die Herren dann gegenseitig noch ein wenig – die beiden Gitarristen sollten wohl kurz davor stehen, zu heiraten und Mart ließ verlauten: „Ich sage Ja zur männlichen Liebe!“ Nach diesem Späßchen erklang „Die Sehnsucht tanzt“ und wir machten uns auf den Weg zurück zur Amphibühne.

Cryo
Cryo

Hier wurde es wieder elektronisch mit den Schweden von Cryo. Sänger Martin meinte: „This is the take off“ und tobte drauf los. Keyboarder Torny bewegte sich im Takt mit und tanzte hinter seinem Instrument nur so ab. Außerdem grölte er die Texte mit. Auch die Fans ließen sich von den Beats animieren und schnell tanzte eine kleine Menge direkt vor der Stage. Beim zweiten Song zog Martin einen orangen Overall über seine schwarzen Klamotten und sprang so am vorderen Bühnenrand herum. Dazu gab er an: „It’s time to go to a different place.“ Der Sound war astrein und es wurde kräftig im Takt mitgeklatscht. Schnell war der Overall dann wieder passé und nach einem kurzen Regenschauer war die Sonne auch schnell wieder da. Der Band machte das nichts und gemeinsam mit den Zuschauern wurde eine Electro-Party gefeiert.

Axel Hildebrand
Axel Hildebrand

Ich machte mich dann auf den Weg zur ersten Lesung des Tages – der großartige Axel Hildebrand hatte die Weidenbogenbühne geentert. Dort verkündete er: „Ich habe nicht auf meine Mutter gehört und einen anständigen Beruf gelernt.“ Lieber ist er dazu über gegangen, Drehbücher fürs Fernsehen zu schreiben. Er forderte das anwesende Publikum auf, das eigene Kopfkino in Betrieb zu nehmen, wenn er gleich seine Geschichten aus „Aussen – Asgard -Tag“ vortrüge. Zu Beginn stellte er noch sehr selbstironisch fest, dass Heiden „’ne Meise“ haben und „Hulk kein germanischer Gott“ ist. Mit verstellten Stimmen für die beiden Rollen in den Geschichten las uns der Autor dann die Geschichte „Mett oder Käse?“ vor, wobei die Stimme Thors klar machte, dass jener „nicht die aller-, aller-, allerhellste Kerze auf der Torte ist“. Loki dagegen klang eher gewitzt und das machte das Zuhören zu einem wahren Vergnügen. Nicht wenige im Publikum lachten an den richtigen Stellen und hatten so ihren Spaß. Mit der Story „Locken“ ging es dann weiter, wo es um Bärte ging. Und laut Axel, ist ein „Bart schon gut – man kann ihn auch hinten tragen am Kopf“. Außerdem wurde hier klargestellt, dass „wenn man selbst zu einer Minderheit gehört, darf man alles“. Der anschließende Applaus bewies, dass das Buch wohl den Nerv der Zuhörer traf und einige kauften nach der Lesung ein Exemplar des Werkes – sehr zur Freude des Verlegers. Und weil noch Lesezeit übrig war, gab es dann noch die Geschichte „Fleisch“ obendrauf. Die war definitiv nichts für Vegetarier. Vielen Dank, Axel, für die unterhaltsame halbe Stunde.

Deviant UK
Deviant UK

Ich wandere dann weiter zur Amphibühne, denn ich freute mich schon auf den Auftritt von Deviant UK, die ich lange nicht live erleben durfte. Manja beschrieb des Stil der britischen Formation als „Sex, Rock’n’Roll und Synthesizer“. Sänger Jay begrüßte uns dann mit einem „Hallo Deutzen – wir sind Engländer“ und wirbelte nur so los – mal hinten und mal am vorderen Bühnenrand. Immer wieder poste er dort für die zahlreichen Fotografen im Bühnengraben. Seine Frau Cheryl sah wie immer gut aus und drückte die Tasten am Keyboard. Die Gitarre dröhnte anfangs ganz schön laut los, aber das wurde schnell behoben. Die Aufforderung „Tanzt mit mir“ hätte es kaum bedurft, denn im Publikum tanzten schon einige zu den Beats mit. Mitten im zweiten Lied lief eine große Gruppe durch die Besuchermenge und schwenkte Banner und Fahnen – darauf war zu lesen „Ultras Deutzen“. Doch dann achteten wieder alle auf den Liveact und Jay begeisterte nicht nur mit seiner Stimme, sondern auch mit seinem ausdrucksstarken Mimikspiel. Seine lässigen Klamotten erlaubten es ihm, auf der Stage zu tanzen und hin- und her zu laufen, ohne groß ins Schwitzen zu geraten. Beim Hit „Me without you“ sangen Fans mit und überall kam Bewegung auf. Überhaupt schien es hier allen Beteiligten mächtig Spaß zu machen. Deviant UK ist jedes Mal gut und ich hätte gern länger zugesehen.

Lydia Benecke
Lydia Benecke

Die zweite Lesung des Tages bestritt Kriminalpsychologin Lydia Benecke auf der kleinen Weidenbogenbühne. Bereits beim Soundcheck war es vor der Bühne gut gefüllt. Um die Zeit bis zum eigentlichen Beginn zu überbrücken, zeigte Lydia kurze Videos zum Thema SM und Zoophilie. Und dann folgte aber endlich ihr Vortrag, der ein „NCN-Festival-Special“ zu ihrem aktuellen Buch „Sadisten“ war. Nachdem sie ein Bild von ihren Zuschauern geschossen hatte, legte Lydia los und erklärte, dass Menschen eben Vorurteile haben und dass die moderne Psychologie ganz anders sei als noch zu Zeiten von Sigmund Freud. Sie erzählte von ihrem Studium und wie sie dann zu ihrer jetzigen Arbeit gekommen war, um so eventuelle Interessenten an der Psychologie ein wenig aufzuklären, was sie genau macht. Dann folgte der sehr witzige Vergleich des Werkes „50 shades of grey“ mit dem Disney-Klassiker „The Beauty and the Beast“ und der Jugendbuch-Reihe „Twilight“ und irgendwie passten alle Vergleiche wie die Faust aufs Auge. Wir haben sehr gelacht. Lydia, die ja immer sehr schnell spricht, sprang in ihrer „homöopathischen Dosis des Vortrags“, der normalerweise drei Stunden dauert, immer schnell in den Themen hin und her, aber wir konnten ihr folgen. Zuletzt erklärte die Autorin, dass es „sexuelle Abweichungen jeder Art“ schon immer gab – egal in welcher Form. Sie kam dann schnell zum Ende, denn ihre Zeit war rum und die Fans spendeten viel Beifall.

She Past Away
She Past Away

Auf der Amphibühne spielten dann schon die Herren von She Past Away aus der Türkei. Ihr Sound war gewohnt ruhig und angenehm und auf den Bänken saßen die Zuschauer eher nur da und genossen die Klänge. Es wurde gechillt und leicht mitgewippt. Der düstere Stil wirkte allerdings nicht ganz so in der hellen Sonne. Trotz allem war es vor der Stage sehr voll und das Duo gab alles für seine Fans.

Impressionen NCN 2015
Impressionen NCN 2015

Da aber wieder eine andere Band zeitgleich spielte, pilgerte ich weiter zur Kulturbühne. Hier gab es eine Formation, die ich bisher noch nicht erleben konnte – MARS aus Mainz, die ihren Stil selbst als Pagan Doom- oder auch Apocalyptic Folk bezeichnen. Das klang im Vorfeld spannend und so lauschte ich. Vor der kleinen Bühne war nicht sehr viel los, doch Marcus und Oliver waren in ihrem Element. Mit Gitarre und Drums erzeugten sie einen ganz besonderen Sound, der eher ruhig war. Im Hintergrund waren Runen auf der Leinwand zu erkennen und die Mikrofonständer waren mit Geweihen verziert worden. „Blood is the food of the gods“ – ein fast monumentales und sehr langes Stück, das einen eher monotonen Beat aufwies, ließ einige wenige Zuschauer mit dem Kopf mitnicken. Olivers Gitarrenspiel war echt toll, doch insgesamt hatte ich mir unter der Stilbeschreibung etwas ganz anderes vorgestellt – für mich war es eher düsterer Neofolk und nicht ganz mein Ding. Und so suchte ich mir dann doch etwas zu Essen.

The Beauty of Gemina
The Beauty of Gemina

Auf der Parkbühne standen als Nächstes die Schweizer von The Beauty of Gemina an. Nachdem die Band in letzter Zeit eher auf akustische Gigs gesetzt hatte, waren sie an diesem Tag wieder ganz heiß drauf, endlich wieder losrocken zu können – so Manja. Der Sound war hier wieder einmal astrein und mit „Run run run“ ging es in die Vollen. Sänger Michael war gut drauf und bewegte sich verhältnismäßig viel – er tanzte und rockte mit. Zu „This time“ gab es alles auf den Saiten seiner Gitarre und die Fans, die zahlreich erschienen waren, honorierten das mit viel Jubel und Beifall. Dann legte Michael die Gitarre weg und gab uns „Kings men come“ zum Besten. Der Beat war ansteckend und so wurde hier im Takt mitgeklatscht. Die anderen Gitarristen der Band strahlten über diese Stimmung und auch Keyboarder Mac schien zufrieden. Als dann noch der Hit „Suicide Landscape“ angestimmt wurde, gab es für die Menge kein Halten mehr. Es wurde getanzt und abgefeiert. Michael tanzte an seinem Mikrofon und seine tiefe Stimme verursachte bei den Zuhörern eine Gänsehaut.

Ash Code
Ash Code

An dieser Stelle war es wieder Zeit, die Bühne zu wechseln – auf der Weidenbogenbühne hatte das Trio Ash Code aus Italien bereits seinen Gig begonnen. Wieder war es voll vor der kleinen Stage und die Fans tanzten schon ausgelassen zu den Electrowave-Klängen. Im Hintergrund lief ein Video mit, doch das war kaum zu erkennen. Der Sound war echt gut und Songs wie „Oblivion“ oder auch „Can’t escape“ wurden mit viel Applaus aufgenommen. Alessandro und Adriano schauten die ganze Zeit über eher cool, aber Claudia, die auch immer wieder sang, strahlte über das ganze Gesicht – sie schien Spaß zu haben. Da es aber so voll war, war die Band eher selten zu erblicken – es sei denn für die Zuschauer in den ersten Reihen.

Whispers in the Shadow
Whispers in the Shadow

Als es dann Zeit für Whispers in the Shadow wurde, öffnete der Himmel seine Schleusen und es schüttete für eine Weile wie aus Eimern. Die österreichische Formation ließ sich davon aber nicht einschüchtern und spielte tapfer ihren Gig. Immer wieder sang Frontmann Ashley „Stop the rain“. Die Fans der Band blieben auch tapfer vor der Amphistage im Regen stehen und feierten zu verschiedenen Klassikern der Formation ab. Weil das Wetter aber so unschön war, dadurch alles nass und kalt wurde, zog ich mich an den Buchstand an der Weidenbühne zurück, wo ich ein wenig mit Lydia Benecke schwatzen konnte, was sehr angenehm war – vielen Dank noch einmal, liebe Lydia.

Conjure One
Conjure One

Bald hatte dann der Regen wieder aufgehört und auf der Parkbühne stand nun ein Leckerbissen auf dem Plan. Viele Festivalbesucher hatten sich sehr darauf gefreut und sie wurden nicht enttäuscht – Conjure One aus Los Angeles hatten sogar neues Material in petto. Die ruhige Musik, die von Leahs Gesang getragen wurde, sorgte immer wieder für Begeisterungsstürme und Gänsehautmomente. Mastermind Rhys Fulber stand ganz cool an seinem Keyboard und spielte tolle Melodien ein. Diese luden zum Entspannen ein und so waren viele Zuschauer zu sehen, die ihre Augen geschlossen hatten und im Stehen einfach nur lächelnd das Dargebotene genossen. Andere verfolgten die Videos, die im Hintergrund gezeigt wurden. Dann verschwand die Sängerin für zwei Instrumentale und so gab es auch nicht viel anderes zu sehen – außer Rhys und seinen Kollegen, die an Knöpfchen drehten und Tasten drückten. Bei „Demon inside“ sang Rhys dann selbst – allerdings war seine Stimme durch einen Effekt verzerrt, so dass der Text dadurch auch kaum verständlich war. Dann kam Leah zurück und begeisterte wieder mit ihren tollen Stimme zu den wahnsinnig schönen Klängen.

Sixth June
Sixth June

Leider konnte ich nicht länger lauschen, denn Sixth June bespielten die Weidenbogenbühne zeitgleich. Hier war der Sound aber vergleichsweise eher unschön – zuviel Bass dröhnte aus den Boxen und verwusch so den Klang. Laslo stand an seinem Keyboard und sorgte für die Klänge und Sängerin Lidija gab alles am Mikrofon. Das Berliner Dark Pop-Duo erinnerte mich vom Sound her an Bands wie Diva Destruction oder auch Siouxsie and the Banshees – durchaus sehr hörenswert, aber die Soundprobleme zerstörten es ein wenig. Die Fans der Formation applaudierten trotzdem zahlreich und tanzten viel zu den gespielten Tracks.

Kite
Kite

Dann gab es auf der Kulturbühne für mich das erste Highlight dieses Festivaltages – Veranstalter Holger hatte Kite aus Schweden gebucht, was mehr als toll war. Wieder wurde die Videoleinwand genutzt und vorn standen Sänger Nicklas und Keyboarder Christian und gaben alles für uns. Vor der Stage war es sehr voll, denn viele wollten sich dieses Ausnahme-Duo anschauen. Ich kannte die Band bisher nur von CD. „My girl and I“ ließ mich echt nur Staunen – Nicklas Stimme klang ja live genauso wie auf Platte – wow! Die beiden Herren wurden von hinten angestrahlt, was toll aussah. Das Publikum wippte im Takt mit und einige tanzten auch. Als dann auch noch rote Laserstrahlen von hinten in die Menge leuchteten, ging ein Raunen durch die Menge – das war echt Klasse! Die Leinwand zeigte bei einem Song Bilder von einer Familie und Rehen auf einer Wiese – der Sound dazu war eher ruhig, aber absolut irre. Auch wenn dann wieder leichter Regen einsetzte – die Zuschauer blieben und feierten einfach nur ab. Nicklas tanzte zur eigenen Musik ab und immer wieder war ich beeindruckt von seiner Stimme. Die Single „Johnny Boy“ wurde mit viel Jubel von den Fans aufgenommen und einige pfiffen sogar die Sequenz am Anfang mit. Die Stunde des Gigs ging viel zu schnell vorbei und nicht wenige waren von diesem Abend an neue Fans der Schweden – ich muss Kite unbedingt öfter live anschauen!

In Strict Confidence
In Strict Confidence

Auf der Parkbühne hatten sich dann Dennis und Jörg von In Strict Confidence mit einer Vintage Show angesagt. Mit „The truth inside me“ ging es los. Frontmann Dennis trug seine bekannte Mütze und schien gut gelaunt. Er begrüßte uns mit einem „Hallo Deutzen – einen wunderschönen guten Abend.“ Die Fans der Band tanzten vom ersten Ton an mit und genossen die Klassiker, wie etwa „Seven lives“ oder das folgende „Alles in mir“. Jörg schaute kaum von seiner ganzen Technik auf dem Tisch auf und Dennis wechselte vom vorderen Bühnenrand, wo der Mikrofonständer stand, immer wieder nach hinten, um sich auch an all der Technik zu schaffen zu machen. Die Versionen der dargebotenen Stücke waren allesamt beatlastiger, als der geneigte Fan sie bisher kannte und so gab es immer mehr Bewegung in der Menge. Nebel hüllte die beiden Herren immer wieder ein und Strobo blitzte auf. Natürlich durfte auch an diesem Abend DER HIT „Zauberschloss“ nicht fehlen und die Zuschauer jubelten entsprechend begeistert.

Oomph!
Oomph!

Und dann kamen wir endlich zu meinem zweiten Highlight des Tages – als bekennender Fan der Wolfsburger Band Oomph! freute ich mich, die Herren endlich mal wieder auf einer Bühne erleben zu können. Diese ließen sich dann aber ein wenig betteln und kamen nicht direkt nach Manjas Ansage nach vorn. Doch dann war es soweit und direkt wurde mitgeklatscht. Sänger Dero begrüßte uns lächelnd mit einem lauten „Hallo Deutzen“ und stimmte die aktuelle Single „Alles aus Liebe“ an. Im Hintergrund trommelten schon Okusa und Martin, aber Dero selbst griff auch zu den Drumsticks und gab den Takt mit an. Die neuen schwarzen Outfits der Herren sahen echt klasse aus. Weiter ging es dann mit „Labyrinth“, wozu die Massen vor der Bühne im Takt mitklatschten. Der Beat erinnerte anfangs an den Queen-Hit „We will rock you“, was der Frontmann auch ansang, doch dann ging er über zum eigentlichen Text des Liedes. Der vierstimmige Gesang war hier eine Ohrenweide und die Fans gingen richtig ab. Auch Dero tanzte und wirklich jeder hatte hier seinen Spaß. „Ihr seid großartig“ war dann auch das passende Lob von der Band. Gitarrist Flux lief bei „Träumst du“ immer wieder hin und her, während Crap mit dem Publikum um die Wette hüpfte und Dero wieder drauf los trommelte. Auf die Frage, wer denn alles „Herr der Ringe“ kennen würde, gab es viel Jubel und entsprechend kamen wir dann in den Genuss von „Mein Schatz“, wo Dero sich immer wieder wie ein großer Gollum gebärdete. Zu „Das weiße Licht“ gab es die passende Beleuchtung, die das Armemeer in der Menge anstrahlte. Es folgte der Klassiker „Wunschkind“, doch danach gab es wieder neues Material auf die Ohren – „Jetzt oder nie“ vom frischen Album. Deros Stimme kam hier wieder einmal toll rüber und die Menge feierte ausgelassen.

Wir waren aber von diesem Tag sehr geschafft und machten uns auf den Heimweg. Es hieß aufwärmen nach dem Regen, Akkus aufladen und Karten der Kameras leeren – ach und schlafen war auch wichtig, denn immer noch stand ein Tag aus.

Weiter zu Tag 3

Autor: Scratchcat

Photos: Pyro

Hier geht es zu den Galerien des Festivals