Project Pitchfork: Fragment-Tour 08.03.2019 F-Haus Jena

Im März starteten Project Pitchfork ihren Tourblock zum Album „Fragment“ und machten auch in Jena Station. Kurz vor dem Konzertabend meldete der Veranstalter, dass das F-Haus restlos ausverkauft sei. Als wir am 08.03.2019 die Location erreichten, standen die Fans schon Schlange, im Saal selbst wurde es recht schnell voll und eng und das, obwohl die Empore geöffnet war. Wir waren gespannt auf den Abend und warteten zunächst auf den Tourgast in Gestalt der Supportband.

Future Lied To Us

Die Bühne wurde zunächst von zwei großen Technikkoffern beherrscht, die gleichzeitig als Pulte dienten. Dahinter nahmen mit Beginn der Musik Vasi Vallis (Frozen Plasma, Reaper) und Krischan Wesenberg (Rotersand) Platz, die zusammen  mit Tom Lesczenski ([:SITD:]) die Allstar-Formation Future Lied To Us bilden. Das Publikum konnte sich mit feinstem Synthpop warm tanzen und das ließen sich die Anwesenden auch nicht zweimal sagen. Grundsätzlich hat das Repertoire von Future Lied To Us tanzbare, fluffige Tracks zu bieten, die beiden Herren an den Knöpfchen zeigten einmal mehr, dass sie aus dem PC und den Reglern jede Menge gute Musik holen können.

Future Lied To Us

Tom überzeugte am Mikro ebenso, wenn auch in unseren Augen recht schüchtern. Er agierte eher mit sich selbst und tanzte über die Bühne, während Vasi und Krischan hinter ihren Pulten im Takt wippten. Die Formation stellte ihr Debütalbum „Presence“ vor und auch der letzte Anwesende merkte recht schnell, dass die drei Musiker ihr Handwerk mehr als gut verstehen. Das spiegelten auch die vielen Tänzer im proppenvollen F-Haus wider. Viel Platz hatten die zwar nicht im Gedränge, aber es wurde ordentlich mitgeklatscht, mitgesungen und viel Applaus gespendet, was den Bandmitgliedern ein Lächeln in die Gesichter zauberte. Nach einer guten halben Stunde verabschiedeten sich Future Lied To Us sichtlich glücklich vom Jenaer Publikum und räumten in Windeseile ihr Equipment von der Bühne, damit alles für den Hauptact vorbereitet werden konnte.

Project Pitchfork

Die Hamburger, die an diesem Abend nur zwei Drummer dabei hatten, ließen auch gar nicht lange auf sich warten. Mit „Akkretion“ stiegen sie ins Set ein und wurden von Anfang an bejubelt. Peter Spilles erschien aus dem roten Nebel mit einer riesigen Forke in der Hand, die er während des ersten Tracks immer wieder schwenkte. Das von LEDs beleuchtete Bandlogo bekam dann einen Ehrenplatz vor den Drums, der Frontmann begrüßte die Anwesenden und gab dann mit „Conjure“ erneut den Tanzbefehl, dem die Anwesenden gern nachkamen. Die Hamburger Band freute sich über das ausverkaufte Haus und die vielen Sänger im Publikum, die den Text mindestens genauso sicher drauf hatten wie die Band selbst. Überall waren die Hände oben – wenn auch häufig mit den unsäglichen Handys darin, um teilweise ganze Lieder zu filmen. Die Fans feierten ihre Pitchies vom ersten Moment jeden Liedes bis zum letzten. Es wurde mit jedem Stück wärmer im Saal, die Luft ließ sich bereits nach dem ersten Viertel des Sets schon fast schneiden. Aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch, die Band auf der Bühne hatte sichtlich Spaß und das Publikum bedachte jeden Titel mit viel Geschrei und Applaus.

Project Pitchfork

Project Pitchfork, die ja für ihr umfangreiches Repertoire aus mittlerweile zwanzig Alben und diversen EPs bekannt sind, griffen ganz tief in die Trickkiste und spielten quasi ein Best Of. So gab es neben neueren Stücken wie „Titânes“, das uns derbe an :Wumpscut: erinnert, auch „ganz olle Kamellen“ in Gestalt von „The Longing“ oder „Terra Incognita“. Überhaupt war die Setliste extrem abwechslungsreich gestaltet. Langsamere Tracks wechselten mit krachenden Tanzflächenfüllern, so konnten sowohl die Band als auch die Tänzer zwischendurch immer wieder kurz Luft holen – soweit das in dem vollen Saal noch möglich war. Diese „Pausen“ gaben dem Moshpit vor der Bühne auch immer wieder die Möglichkeit, sich kurz zu erholen und die durchgeschwitzten Klamotten neu zu ordnen. Oh ja, es war warm und stickig im F-Haus und das Barpersonal hatte alle Hände voll zu tun – Respekt an dieser Stelle für die ausdauernde Freundlichkeit der Menschen hinter den Tresen! Es wurde also ungefähr 90 Minuten lang gefeiert, gesungen und geklatscht, bis sich die Band zum ersten Mal erschöpft, aber lächelnd vom Jenaer Publikum verabschiedete.

Project Pitchfork

Das konnten die Fans allerdings so nicht gelten lassen und forderten lautstark eine Zugabe. Dieser Bitte kamen Peter Spilles und Co. auch relativ schnell nach und  begannen mit „I Am (a thought in slowmotion)“ den ersten Nachschlag. Erst an diesem Abend fielen uns die musikalischen Anleihen bei den Krupps auf. Auf den Beat lässt sich hervorragend „To the hilt“ singen, wie Krischan Wesenberg, den wir im Publikum trafen, treffend bemerkte. Noch einmal erzitterte das F-Haus unter den stampfenden Beats und der tanzenden Menge, bevor wir uns langsam, aber sicher in Richtung Garderobe drängelten. Mit dem Alltime-Klassiker „Souls“ ging es in die zweite Zugabenrunde und wir machten uns auf den Heimweg, quer durch ein beseeltes Publikum, dessen Feierwille ungebrochen war und sicherlich noch bis zum letzten Ton anhielt.

Alles in allem war auch dieser Abend in Jena einer, den wir nicht so schnell vergessen werden. Danke an Project Pitchfork und Future Lied To Us für die Auftritte, das F-Haus Jena für die Gastfreundschaft und das Publikum für einen stimmungsvollen Abend. Wenn’s wieder mal so klappt, sind wir gern wieder dabei!

Autor: Pitchfairy

Photos: Michi

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