Rezension Audiotherapie – „Klangtraumland“ (Mastercut) (2015)

Ein Jahr ist es her, dass mir Audiotherapie das erste Mal über den Weg lief. Damals nahm Oliver Haas mit seinem Projekt Audiotherapie am Sonic Seducer Wettbewerb „Battle of the Bands 2014“ teil und hatte mich mit dem Song „Feel the Grace“ sofort in seinen Bann gezogen. Dieser Song vereint alte 90er Futurepop-Sounds mit neuen Einflüssen, was auf der einen Seite bekannt klingt, auf der anderen Seite auch erfrischend neu. Dazu kommt die sehr markante raue Stimme von Oli mit einem sehr guten Wiedererkennungswert.

Jetzt steht die überarbeitete Version (der Mastercut) des Albums „Klangtraumland“ zum Gratis-Download jedem zur Verfügung. Das Album bringt 12 recht unterschiedliche Lieder mit. Einige Stücke sind Tanzflächenkracher und andere melancholisch und laden zum Träumen und Nachdenken ein. Die Songtexte sind teils in Englisch und teils in Deutsch gehalten.

Der erste Song des Werks trägt den Albumtitel „Klangtraumland“ und kommt sehr ruhig daher. „Nimm meine Hand und folge mir in mein Klangtraumland“, mit diesen Worten wird der Hörer auf die kommenden 11 Songs vorbereitet. Ein für mich sehr gelungenes Intro.

Nach diesem einleitenden Stück kommt „Sorrow inside“, welches im Vergleich zum vorherigen Lied eine leichte Tempo-Steigerung verspüren lässt. Die Arrangements im Zusammenspiel mit dem Gesang ergeben eine wirklich stimmungsvolle Futurepop-Ballade. Die innere Trauer habe ich dem Song nach mehrmaligem hören abgenommen. Der Song wirkt ehrlich und nicht gekünstelt, wie bei vielen anderen Bands aus diesem Genre. Alles in allem sehr gelungene 4 Minuten 30
.
Der dritte Song „Meer aus Tränen“ gehört zu meinen persönlichen Favoriten auf dem Album. Das Tempo steigert sich in den ersten anderthalb Minuten immer weiter bis ich einfach das Gefühl bekomme, tanzen und mitsingen zu wollen. Bei dem Sound fallen mir direkt VNV Nation und Assemblage 23 ein. „Vollig unerwartet, wie ein Dolch von hinten kam, als er in den Muskel deiner Liebe stach“ – mit diesen Worten beginnt das Lied und beschreibt das Vorgefallene und die Fassungslosigkeit. Der Erzähler des Stückes ist in der Position des Helfenden, der durch Worte wie „Befrei dich endlich aus dem Sumpf Deiner Lethargie“ und „Du bist gut, so wie Du bist“ dem Betroffenen Mut machen will. Für mich ein absolutes Meisterwerk vom Text im Zusammenspiel mit den Futurepop-Sounds. 5 Sterne!

Anschließend kommt der Track, den ich bereits vom „Battle of the Bands“-Contest her kannte und der mich damals schon umgehauen hat. „Feel the Grace“ ist wie bereits „Meer aus Tränen“ ein absoluter Tanzflächensong. Der Rhythmus in Verbindung mit der Stimme weckt in mir die Rufe „Los, beweg dich!“. Auch für diesen Song bekommt Oli von mir 5 Sterne!

„Healing hands“ als fünftes Stück auf dem Album ist wieder eine Ballade, die den Hörer zum Träumen einlädt, was ich auch gerne annehme.

Bei dem 1:48 Minuten langen Stück „I don’t know“ kommen mir Erinnerungen an alte Futurepop-Balladen hoch. Die Hintergrundgesangsstimme ist interessant eingesetzt. Alles in allem ein schöner Song aber nicht einer meiner Favoriten auf dem Album.

Lied Nummer sieben heißt „Gedanken werden wahr“ und ist ebenfalls eine Ballade, allerdings kommen dieses Mal synthetische Klaviertöne zum Einsatz. Ein schön gemachter Song, der mich persönlich aber nur schwer in seinen Bann ziehen kann.

Anders sieht es mit „Sternenkinder“ aus. Der Anfang erinnert mich irgendwie an Boytronics Klassiker „You“, welches sich aber sehr schnell ändert, als der Bass und die Stimme einsetzen. Es bleibt bei einem Midtempo-Song, der für mich wieder eine sehr interessante Atmosphäre schafft.

„Armee des Lichts“ hat wieder Dampf, will in die Beine und lädt zum Mitsingen ein. Trotz der 5:33 Minuten bekommt der Hörer nicht das Gefühl, dass der Song Längen hat. „Wir sind wer wir sind“ ist ein wunderbar gelungener Refrain. Ein toller eingängiger Text trifft auf einen sehr tanzbaren Sound. Wieder 5 Sterne für dieses Stück!

Track Nummer zehn ist mit „Light my Soul“ erneut ein Midtempo-Song. Warum er mich allerdings nicht so ganz überzeugen kann, weiß ich eigentlich gar nicht, aber für mich bleibt er auch nach mehrmaligem Hören leider nur einer der schlechteren Werke auf dem Album.

Das vorletzte Lied ist „Invisible“, das einzige Instrumentalstück auf der „Klangtraumland“. Bei dem Song bin ich ein schlechter Kritiker, da ich persönlich, bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen, mit Instrumentalmusik nicht viel anfangen kann. Darum bewerte ich an dieser Stelle einmal nicht.

Das 12. und letzte Stück auf der Scheibe ist „Letzter Atemzug“ und stellt sich wieder als ein sehr sphärischer Song dar. Oli hätte keinen besseren Abschluss für das Album wählen können. Textlich greift er viele Emotionen des Werkes auf und verarbeitet diese in einem neuen Track. Ein wirklich sehr starker letzter Klangeindruck.

Das Erstlingswerk von Audiotherapie ist ein wirklich starkes Album und für jeden, der mit Futurepop, Synthiepop und elektronischer Musik etwas anfangen kann, ein Pflichtalbum. Durch die verschiedenen Tempi der einzelnen Stücke wird es auf keinen Fall langweilig. Für mich persönlich meine Entdeckung des Jahres 2014! Wer sich dieses Album nicht runter lädt, verpasst wirklich etwas.

Trackliste:
1. Klangtraumland 2:33
2. Sorrow insinde 4:30
3. Meer aus Tränen 5:21
4. Feel the Grace 4:56
5. Healing hands 4:50
6. I don´t know 1:48
7. Gedanken werden wahr 4:22
8. Sternenkinder 3:51
9. Armee aus Licht 5:33
10. Light my soul 4:51
11. Invisible (Instrumental) 2:38
12. Letzter Atemzug 4:35

Autor: Silverfox

Self-Release

Gratis-Download des Albums – HIER