Rezension Björn Klages – „Der Schwarze Meister Baltharas“

Mit „Der Schwarze Meister Baltharas“ ist im Juni 2020 beim Verlag Schwarze Ritter ein Kurzroman von Björn Klages erschienen. Der Autor, der in Hamburg lebt, legt damit sein erstes Buch vor und nimmt den Leser mit in eine düstere mittelalterliche Welt, die von einem Krieg gebeutelt wurde und nun langsam wieder zum Leben erwacht.

Hauptpersonen des Buches sind der Henker Baltharas und sein Lehrling Arnulf. Letzterer hat seine Familie bei einem Überfall durch eine marodierende Söldnertruppe verloren, muss seine Angehörigen sogar unter den Todesdrohungen der Banditen begraben und wird dann schwer verletzt zurückgelassen.
Baltharas findet den jungen Bauernsohn, verarztet ihn und nimmt ihn in seine Obhut. Er bietet Arnulf an, das Henkershandwerk zu erlernen, was der Junge nach kurzen Überlegungen annimmt und so begleitet er den alten Meister in die nächste größere Stadt. Arnulf lernt Lesen und Schreiben, wird neu eingekleidet, macht seine ersten Erfahrungen mit Alkohol und wird ein aufmerksamer und wissbegieriger Lehrling, der sich schon bald den Aufgaben eines Scharfrichters stellen muss.

Neben den Erlebnissen von Baltharas und Arnulf wird aber auch immer wieder ein Auge auf die Söldner geworfen, die weiterhin Gehöfte überfallen, morden und brandschatzen und schließlich in einem Kloster der Schwestern Thesanias landen.

Wie beide Stränge enden? Das bleibt an dieser Stelle ungesagt, denn schließlich will ich nichts verraten.

Björn Klages hat mit seinem Erstlingswerk eindrucksvoll bewiesen, dass er Welten bauen und Figuren zum Leben erwecken kann. Detailreich und einfühlsam zeichnet er die Protagonisten Baltharas und Arnulf, die so viele Gemeinsamkeiten haben und mit denselben Dämonen kämpfen müssen, denn auch Baltharas hat einst seine Familie verloren. Beim Lesen entstehen Bilder vor dem inneren Auge des Lesers, der zusammen mit den Figuren durch die Stadt geht, ihre Gefühle und auch ihre Alpträume durchlebt.
Der Autor nimmt bei gewalttätigen Szenen ebenfalls kein Blatt vor den Mund und so hört der/die Lesende die Verurteilten fast laut schreien, das Knacken brechender Knochen, riecht den Rauch der brennenden Höfe und den Gestank eines Kerkers. Wenn ein Buch diesen Effekt erzielt, hat der Autor alles richtig gemacht. Das ist allerdings auch der Grund, wieso der Verlag eine Leseempfehlung ab 16 Jahre gibt, stellenweise wird es wirklich explizit im Text, was aber im Kontext durchaus in Ordnung ist.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, zum einen wegen der bildhaften Sprache und der spannenden Erzählweise. Zum anderen macht der Roman Lust auf mehr und zum Glück steht auf dem Cover „Band 1“. Ich hoffe also auf eine baldige Fortsetzung der Erlebnisse von Arnulf und Baltharas, die ich tatsächlich bereits nach den ersten  Seiten ins Herz geschlossen hatte. Björn Klages muss sich mit seinem Erstling nicht verstecken und vielleicht gibt es ja im nächsten Teil noch ein wenig mehr über die Welt zu erfahren, in der sich die beiden Hauptpersonen bewegen. Außerdem bin ich gespannt auf den geheimnisvollen Einsiedler im Wald und das weitere Schicksal der Söldner.

Autorin: Pitchfairy

Veröffentlichungsdatum: 19.06.2020

Verlag: Verlag Schwarze Ritter

Format: 14,5 x 0,7 x 19,8 cm / 144 Seiten / Softcover-Taschenbuch

ISBN: 978-3-9818912-9-4