Rezension Jon Pold Synergy – „On“

Jon Pold, einst Gründungsmitglied von Euzen, hat mit Synergy seine neue musikalische Heimat gefunden und steht der dänischen Progrockformation seit nunmehr vier Jahren vor. Als Bandleader, Bassist und Sänger hat der Musiker seine eigenen musikalischen Ideen umgesetzt, die bereits 2017 auf dem Minialbum „Synergy“ die ersten Schritte in der Welt machen durften. Neben Jon Pold sind Kristian Uhre (Drums), Mads Klinke (Drums & Percussions), Henrik Borlev (Synths), Thomas Nielsen (Gitarren) und Rasmus Krøyer (Gitarre) Teil der Band. Nun erscheint am 02.04.2019 das erste reguläre Studioalbum der Band und wir durften vorab einen Blick und ein Ohr darauf werfen.

Während es mit seiner vorherigen Band noch eher in die Richtung Crossoverfolk ging, hat sich Jon Pold bei Synergy auf ein gänzlich anderes Genre konzentriert. Inspiriert von Musikern wie David Bowie, Level 42 und allen voran Peter Gabriel hat es der Däne geschafft, seine ganz eigene Version dieser Art Musik zu schaffen.

Auf dem 8-Track-Album gibt es ruhigere Tracks, wie das fast nachdenklich klingende „Hush“ und tanzbare Titel wie „When Gods Die“. Letzteres entstand übrigens schon 2015, als David Bowie und Prince diese Welt verlassen hatten. Es finden sich auch experimentellere Stücke wie „#45“, bei dem Jon Pold am Mikro von Sara Weeda unterstützt wird. Es gibt Anleihen in den 80ern mit vielen Synthieklängen und Stimmverzerrern, sehr deutlich zu hören im Titeltrack „On“.
Insgesamt zeigt die Formation, dass sie durchaus ein vielfältiges Repertoire drauf hat und es versteht, mit Klängen, Instrumenten und auch dem Gesang zu spielen. Immer wieder fühlt sich der Hörer an Bands wie The Police erinnert, auch stimmlich geht Jons Gesang häufig in Richtung Sting und Peter Gabriel, wenn auch nicht als Kopie, sondern eher als Hommage.

Wer jetzt glaubt, das Ganze wäre nur Geplätscher, der irrt. Denn in den Texten hat sich Songschreiber Jon Pold, genau wie sein großes Vorbild, mit zwar alltäglichen, aber trotzdem wichtigen Dingen auseinandergesetzt. Er thematisiert Suizid und menschliche Schwäche genauso wie Rassismus und Korruption und verpackt das in eindringliche Melodien oder fast geflüsterte Lyrics.

Fazit: Das neue Jon Pold Synergy-Album ist ein rundes, gut arrangiertes und eingängiges Album, das nicht nur die Fans von The Police oder Peter Gabriel gut finden dürften. Jon Pold Synergy, und im speziellen der Kopf der Formation, haben es geschafft, Progrock auf ein neues, modernes Level zu heben, was uns sehr gut gefällt. An dieser Stelle wiederhole ich mich gern: Jon Pold ist für mich das dänische Pendant zu Peter Gabriel und das ist auch gut so!

Tracklist:

  1. The Wheel
  2. When Gods Die
  3. Hush
  4. Hold Me
  5. On
  6. #45
  7. The Great Divide
  8. Synergy Part 3

Label: Thumb Records

Format: CD, Vinyl, mp3

VÖ: 02.04.2019

Autor: Pitchfairy