Solitary Experiments: Future Tense-Tour 2018 03.11.2018 Club Puschkin Dresden

Die Jungs von Solitary Experiments sind immer fleißig und so erschien in diesem Jahr mit „Future Tense“ endlich ein neues Album. Die Fans waren glücklich – und diese Freude steigerte sich noch, als direkt nach Veröffentlichung die gleichnamige Tournee der Herren begann. Am 03.11.2018 machten sie im Dresdner Club Puschkin Halt und wir waren für euch dabei. Im Vorprogramm hatten sich RROYCE angesagt – es versprach somit ein toller Abend zu werden.

RROYCE

Als wir am Club ankamen, stand schon eine lange Schlange wartender Fans davor und hoffte auf baldigen Einlass – es hatte hier wohl falsche Infos zur richtigen Einlasszeit gegeben. Doch die gute Laune war ungebrochen und als es dann schließlich rein ging, füllte sich der Saal sehr schnell. Als die das Trio RROYCE dann die Bühne betrat, standen sie vor einer jubelnden Menge – es waren auch viele ihrer Fans angereist. „The principle of grace“ machte den musikalischen Anfang und Gitarrist Al rockte direkt ab. Die drei Herren sahen in ihrem schwarzen Anzug sehr schick aus. „Schönen guten Abend Dresden“, so die kurze Begrüßung. Die Fans in der ersten Reihe sangen jede Textzeile von „Who needs“ mit und selbstverständlich wurde im Takt mitgeklatscht. „Ihr seid doch nicht wegen uns hier – hört doch auf zu lügen“, gab Frontmann Casi beeindruckt zurück. Keyboarder Kay genoss die Atmosphäre immer wieder mit geschlossenen Augen und auch Al gab sich ganz den eigenen Klängen hin. Casi war gut drauf und lief hin und her. Oder er lehnte sich an die Säulen, die am vorderen Rand der Bühne die Raumdecke abstützten – es sah aus, als ob er um die Ecke schaute und uns die Texte zurief. Es wurde schnell warm im Saal und so zog der Sänger flott noch seine Jacke aus, bevor es mit „Valkyrie“ weiterging im Programm. Auch wir schwitzten schnell, denn es kam Bewegung auf – die Beats ließen uns einfach nicht still stehen – „Ihr seid so freundlich!“. Vor und auf der Stage wurde getanzt.

RROYCE

Der Bass kam gut rüber und auch der restliche Sound konnte sich hören lassen. Eigentlich wollte die Band ihr neues Album schon längst auf den Markt gebracht haben, aber „es hat nicht sollen sein“. Trotz allem kamen wir an diesem Abend in den Genuss, Songs „vom nächsten Album“ zu hören – wie etwa „Someone else’s life“. Al wechselte hierfür die Gitarre und legte sich mächtig ins Zeug. Casi sang mit geschlossenen Augen und beim Refrain standen alle drei RROYCE-Jungs zusammen und zelebrierten das Stück – ein tolles Bild. Und „noch’n Neues“ gab es auf die Ohren. Auch „Too little“ wurde gut aufgenommen und überall sahen wir Tanzende. Al stieg auf ein Podest am vorderen Bühnenrand und Casi stand hinter ihm – ob er ihn auffangen wollte, wenn er denn fiele?! Nach all dieser Bewegung war es Zeit, eine Ballade zu spielen – alle brauchten eine kurze Verschnaufpause. Der Frontmann verriet noch, dass es für sie „‘ne große Ehre“ sei, mit Solitary Experiments auf Tour gehen zu dürfen und schließlich stieg er bei „Pyroclastic flow“ auf das kleine Podest und auf einmal war er in weißen Rauch eingehüllt – ein großartiger Effekt, der für Jubel sorgte. Kay sang auch mit – auch wenn er kein Mikrofon hatte. Dann wurde es aber wieder flott und Casi ließ die Hüfte zu „I like it when you lie“ kreisen oder aber er spielte mit den Fotografen vor der Stage. Die Anhänger der Formation brüllten die Textzeilen lautstark mit. Die Arme waren oben und die Stimmung hätte nicht besser sein können. Zu „Running with the sheep“ steigerte sich das sogar noch ein wenig. Die Musiker sprangen im Takt auf und ab oder aber sie liefen auf der kleinen Bühne hin und her, um noch mehr einzuheizen.

RROYCE

„Wir sind RROYCE aus Dortmund“ und „Jetzt geht’s los“, so eine kurze Ankündigung. Al und Casi kamen zu den Fans in die erste Reihe und mit „Run Run Run“ wurde es spaßig. Beim Refrain liefen die beiden Musiker vorwärts und die Zuschauer mussten rückwärts laufen und wieder zurück. Das war eine Art Formationstanz, der allen Anwesenden sichtlich Spaß machte. Es wurde geklatscht und gejubelt – was wollte die Band mehr?! Mit einer Einladung an den Merchandisestand gingen die Jungs ein letztes Mal hoch auf die Stage und gaben uns „Malacoda“ zum Besten. Dieser Hit wurde gemeinsam gerockt – denn das Publikum sang wieder lauthals mit. Es war ein krönender Abschluss für einen großartigen Gig. Die drei verbeugten sich gemeinschaftlich und mit einem Winken war alles vorbei. Gut gemacht!

Solitary Experiments

Während der Umbaupause wurde es immer enger im Saal, denn nun kamen auch die letzten Zuschauer herein und warteten auf den Hauptact – es wurde mehr als warm. Beim Intro kam Jubel auf und die vier Herren betraten die Stage. Überall auf der Bühne leuchteten Leisten in rot und weiß. Die Arme waren oben und mit „Sanctuary“ ging es direkt in die Vollen. Michael sang hier die zweite Stimme, was toll klang. Auch Frank und Markus sangen mit – ein großartiges Gesamtbild. In ihren roten Hemden waren auch sie etwas fürs Auge. Die Fans ließen sich von der guten Stimmung einfangen und tanzten drauf los. Dennis‘ Stimme war wahrlich super und wir hatten genauso gute Laune wie die Band. „Hallo Dresden – wir sind Solitary Experiments!“ Mit „Every time“ „vom neuen Album“ ging es weiter, doch vorher zog Drummer Frank noch schnell das rote Hemd aus. So konnte er noch ausgelassener auf die Drums eindreschen. Nebel waberte über die kleine Bühne, während es davor ordentlich abging. „Herzlich Willkommen – manchmal ist weniger mehr“, so die knappe Begrüßung. Gemeint war hier, dass ein kleiner Club als Location auch eine super Entscheidung sein kann. So war das Gesamterlebnis für alle Beteiligten doch gleich noch intensiver. „Wir haben 90 Minuten zusammen – nutzt die Zeit“, so die kecke Ansage von Dennis und dann erklang auch schon „Trial and error“. Frank hob die Arme und schon dröhnte der Bass aus den Boxen. Das war super! Micha tanzte mit den Fans um die Wette und Dennis lief immer wieder hin und her oder er stand am vordersten Bühnenrand, um einzelne Zuschauer anzusingen. Das frische Stück „I am“ kam genauso gut an wie die alten Klassiker, was die Musiker sehr freute.

Solitary Experiments

Die Party war schon jetzt in vollem Gange. Es war aber auch schon so heiß, das Dennis meinte: „Falls wir schmelzen, müsst ihr uns wegwischen.“ „Immortal“ ließ die Boxen erzittern und mit einem Augenzwinkern ließ der Frontmann verlauten: „Wir spielen hier Hitradio“. Doch Recht hatte er! Die Jungs heizten uns gut ein. Alte und neue Hits gaben sich die Klinke in die Hand und mit „Die Zukunft“ ging es auf in deutschsprachige Gefilde – etwas Seltenes bei Solitary Experiments. Der zweistimmige Gesang überzeugte aber total – sie sollte das doch wirklich noch öfters machen. Da es hiernach zu einem kurzen technischen Problem kam, half Techniker Rico fix aus, für den es dann auch einen Applaus gab. Doch schnell konnte es mit „The struggle“ weitergehen. Die Herren schwitzten aus allen Poren und immer mehr wurde das Ganze zu einer Art „Wet shirt contest“. Das machte aber nichts und Dennis sang intensiv, indem er den Text noch mit Gesten untermalte. Die Lichtleisten leuchteten hier gelb und blau. Im Anschluss kam mit „Pale candle light“ einer meiner persönlichen Favoriten an die Reihe, der wahrhaft für Partystimmung sorgte. Ob der Raumtemperatur ließ sich der Sänger dazu hinreißen, zu verkünden: „Der Sommer ist zurück“. Mit diesem Lacher leitete er schließlich zum nächsten neuen Stück über – „Double dealer“ wurde genauso abgefeiert – „is geil, ne?!“. Micha hatte hiernach besonders viel Spaß und heizte den Fans immer noch mehr ein, so dass „Delight“ ein Highlight des Sets wurde.

Solitary Experiments

Frank hob immer wieder die Arme hoch und genoss die gute Laune, die ihm entgegenschwappte. Lediglich Markus schien die ganze Zeit nur in seiner Technik vertieft – aber ab und zu huschte ihm doch mal ein Lächeln über die Lippen. „Das ist neu, das ist geil“, so die nächste Ankündigung. Die Rede war hier von „Shelter“ und auch hier sollte Dennis Recht behalten. Dieser etwas ruhigere Track ging unter die Haut und er selbst sang mit geschlossenen Augen den Text – gänzlich in die Musik vertieft. Der Jubel hiernach war so laut, dass die Jungs mächtig beeindruckt war: „Micha ist schon mal sprachlos – Punkt für euch!“ Zu „Beg your pardon“ drehte Frank nochmal so richtig auf und verdrosch seine Drums regelrecht und Dennis tanzte mit uns im Gleichtakt. Das machte solchen Spaß! Ihre Hemden waren nunmehr total durchnässt und doch ging es immer weiter. „Nach diesem Song seid ihr auch fertig – oder wir!“ „Rise and fall“ hatte durchaus das Potential, alle auszupowern, doch die Reserven waren noch lange nicht aufgebraucht. Die Hütte kochte! Frank zog hiernach auch noch sein Unterhemd aus und gab nun oben ohne den Drummer – sehr nett anzusehen. So gab er schließlich den Takt für „Point of view“ an und die vier Herren und ihre Zuschauer tanzten. Es krachte aus den Boxen und der zweistimmige Gesang von Micha und Dennis war kräftig – Wahnsinn! In den Pausen zwischen den Stücken holten die Musiker kurz Luft, doch eigentlich ging es Schlag auf Schlag.

Solitary Experiments

„Kennt ihr alle schon unsere letzte Single?“ Selbstverständlich wurde das lautstark bejaht und so wurde „Crash & burn“ gemeinsam gesungen. Der weibliche Gesangspart im Song kam allerdings vom Band. Die Lichtleisten leuchteten im Takt auf und der Beifall wollte am Ende gar nicht enden. „Ihr macht uns glücklich – vielen Dank!“ Den Dank konnten wir nur zurückgeben und so startete „Brace yourself“ mit weiterem Jubel. Micha feuerte das Publikum immer noch weiter an. Mir gefiel bei diesem Song besonders die Melodie und nicht nur mir. Die Fans tobten regelrecht. „Ich bin sprachlos“, so Dennis schwer beeindruckt. Der Club Puschkin war hier ein richtiger Hexenkessel. Mit „Epiphany“ wurde aber schließlich das letzte Lied der Setlist angestimmt, denn der Frontmann meinte: „Ich bin völlig im Eimer“. Doch noch einmal gaben sie alle zusammen alles für ihre Zuschauer. Nebel hüllte sie dabei ein und dann verklang auch schon der letzte Ton. „Vielen Dank Dresden. Wir kommen definitiv wieder. Bis zum nächsten Mal.“

Solitary Experiments

Die Zugabe-Rufe war sofort zu hören und weil die Band keine richtige Rückzugsmöglichkeit hatte, blieben sie direkt auf der Bühne und holten noch einmal zu einem musikalischen Rundumschlag aus mit „Achromatic“. Auch hier war der Sound großartig und Dennis Stimme hätte nicht besser sein können. Die Fans tanzten ausgelassen und applaudierten lautstark. „Ihr macht mich fertig!“ Und doch: „Wir haben noch eine Überraschung“. Was konnte das wohl sein? Als dann aber „Nobody’s diary“ – eine Coverversion von Yazoo – erklang war alles klar. Das brachte den Hexenkessel schlussendlich noch zum Explodieren – wie geil war das denn bitte?! Alle sangen mit und Dennis hatte ordentlich Freude. Irre! „Vielen Dank Dresden, vielen Dank Puschkin!“ Der Dank ging auch an das Team der Band und an uns, „dass ihr heute hier wart“. Aber gern doch! Die Arme waren ein letztes Mal oben, denn auch „Stars“ wollte noch gespielt werden. Nachdem auch die letzte Note verklungen war, verbeugte sich das Quartett selig lächelnd. „Ohne Worte – es war unglaublich.“ Mit einer Verbeugung und einer Einladung an den Merchandisestand verabschiedete sich die Band von uns und damit war ein toller Abend zu Ende.

Wir waren fast genauso durchgeschwitzt wie die Musiker und machten uns glücklich und zufrieden auf den Heimweg. Es war so heiß und die Stimmung war immer am Limit. Ich würde sagen – alles richtig gemacht! Danke an die beiden Formationen, die uns diesen Abend so versüßt haben. Wir kommen auf jeden Fall gern wieder…

Autor: Scratchcat

Photos: Pyro

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