Solitary Experiments – The 25th Anniversary Celebration: 08.&09.11.2019 Kesselhaus Kulturbrauerei Berlin – Tag 2

Frisch gestärkt kamen wir am 2. Geburtstagsabend wieder am Kesselhaus an und fanden den Saal schon wieder gut gefüllt vor – war der Abend doch ausverkauft und alle Anwesenden schienen schon in freudiger Erwartung auf die musikalischen Darbietungen.

Future Lied To Us

Dieses Mal begrüßten uns Joke Jay und Rick von And One als Moderatoren mit einem saloppen „Hallo Berlin“. Bevor sie den ersten Act des Abends ankündigten, sagten sie noch einmal: „Wir feiern heute das 25. Jubiläum von Solitary Experiments.“ Joke trug einen dicken Mantel, den er auch nicht ablegte, um seine Figurprobleme nicht offenbaren zu müssen – er muss ganz schön geschwitzt haben. Doch dann war es Zeit, die erste Formation nach vorn zu bitten –  die „allstar band“ Future Lied To Us. Die beiden Musiker Vasi und Krischan kamen nach vorn an ihr Technikpult und drückten die ersten Knöpfchen. Dann kam auch Sänger Tom dazu und legte mit „Blaze in the Dark“ los. Der Bass war richtig gut und auch der restliche Sound ließ kaum Wünsche offen.

Future Lied To Us

Das Licht tauchte die Herren in eine rosa Stimmung während alles im Raum zu den Beats loswippte – vor und auf der Stage. „Einen wunderschönen guten Abend Berlin“, so Tom zur Begrüßung. Er tanzte beim Singen von „Tellurian“ und bewegte sich auf dem wenigen Platz, der ihm auf der Bühne am vorderen Rand geblieben war. Die Jungs waren gut drauf. Bei „Break me into pieces“ griff auch Krischan zum Mikrofon, um seinen Kollegen gesanglich zu unterstützen. Dabei wanderten Lichtkegel kreuz und quer über der Stage. Tom trug den Text mit viel Hingabe und geschlossenen Augen vor – auch griff er sich mal ans Herz – das nenne ich mal einen Vortrag mit Gefühl! Und dann wurde wieder ausgelassen getanzt. Die Fans hatten Spaß und der Beifall wurde immer lauter. Auch bei „Intentions and Masks“ bewies die Band, dass der zweistimmige Gesang gut funktionierte und auch die Lichtshow war hier sehr ansehnlich. Vasi drehte immer wieder an kleinen Knöpfen herum oder er drückte verschiedene Tasten an der Technik, während er zu den eignen Rhythmen gut herumwippte. Der Bass von „Fed by anger“ war recht ordentlich und heizte gut ein. Tom brüllte die einzelnen Zeilen förmlich heraus. Dabei verausgabte er sich fast.

Future Lied To Us

Es gab jedoch kaum eine Verschnaufpause und so wurde direkt im Anschluss „Surrender and pain“ angestimmt. Wieder sang der Frontmann fast nur mit geschlossenen Augen, so dass leider kaum eine Bindung zum Publikum aufgebaut werden konnte. Das machte denen aber nichts aus – gute Laune war auch so garantiert. Nicht ganz passend zum Track „Blue light“ wurde die Band in gelbes Licht getaucht. Tom tanzte von links nach rechts und wieder zurück, während die sehr technoiden Sounds aus den Boxen dröhnten. Die Fans taten es ihm gleich. So auch bei „Lost“, wo die beiden „Techniker“ arg mit ihrem vielen kleinen Geräuschmaschinchen beschäftigt waren, während Tom im Vordergrund alles gab. Der Beat von „Falling“ war hiernach wieder sehr ansprechend, so dass nicht wenige sich im Takt dazu bewegten. Der mehrstimmige Gesang rundete das Hörerlebnis dann noch ab. Es wurde mitgeklatscht, was Tom tatsächlich ein Grinsen abrang. Machte er sonst keine Ansagen zwischen den Liedern, so sagte vor dem letzten Stück: „Besonderen Dank an Solitary Experiments für die Einladung heute. Habt noch viel Spaß.“ Dann drehte das Trio mit „Born in silence“ ein letztes Mal auf und auch der Lichtmann zeigte, dass er war auf dem Kasten hat – das war echt schick. Das war ein sehr würdiges Finale für dieses erste Set des Abends. Mit einem „Dankeschön“ und „Ciao“ verabschiedeten sich die drei Herren schließlich von den Zuschauern und schon wurde für die nächste Band umgebaut.

Beborn Beton

Dann kam das Moderations-Duo wieder nach vorn – wieder in dicke Mäntel gehüllt – da waren sie echt hartnäckig, auch wenn die Wärme im Saal schon mächtig zugenommen hatte. Joke verriet noch, dass die „Nille“-Schilder, die im Raum überall hingen, wohl ihn bezeichnen würden. Jemand anderes hätte sie beide wohl als „Tim und Struppi“ bezeichnet und er betitelte sich lieber als „Fick und Fuck“. Die Jungs hatten echt den Schalk im Nacken. Dann kamen sie endlich dazu, zu verraten, dass Beborn Beton, die nun an der Reihe waren, „älter“ seien als die Gastgeber des Abends, weil sie schließlich ihr „30-jähriges Jubiläum“ begingen. Als Stefan, Stefan und Michael dann auf der Bildfläche erschienen waren, meinte diese dann: „Hallo Berlin – wir sehen noch nicht so alt aus, oder?!“ Es ging dann direkt mit dem Klassiker „The edge of wisdom“ los. Der Sound war echt gut und der mehrstimmige Gesang kam gut rüber. Die Stimmung nahm direkt wieder Fahrt auf und überall wurde losgetanzt. Frontmann Stefan stand keine Sekunde still und lief immer wieder hin und her. Er war so gut drauf, dass er zu den Klängen von „24/7 Mystery“ die Fans noch anfeuerte mit zu klatschen, was auch klappte.

Beborn Beton

Er hatte sichtlich Spaß, tanzte zu den eigenen Klängen und grinste in die Menge. Einer der Keyboarder holte dann ein kleines Gerät hervor, mit dem er besondere Sounds erklingen ließ – Musiker und ihre Spielzeuge. Stefan verriet, dass sie uns an diesem Abend eine „Best of-Show“ präsentieren wollten, was für Beifall und Jubel sorgte. Er gab aber auch mit einem Augenzwinkern zu: „Schlechte Sachen ham wa nich.“ Das bewies er auch sogleich, indem er „The colour of love“ erklingen ließ. Die Lichter leuchteten in Orange und Rot als die Arme oben waren im Publikum. Der mehrstimmige Gesang war toll und Stefan rief: „Gebt alles.“ Das nächste Stück war „Lost little robot“, was sie „for Amber“ spielten. Mit geschlossenen Augen sang er den Text und tanzte dabei am vorderen Bühnenrand. Die Massen tanzten mit ihm um die Wette, was ihm so gefiel, dass er rief: „Ihr seid so richtig geil.“ Dann folgte „I believe“ „von unserem letzten Album“.

Beborn Beton

Wieder kam das kleine Effektgerät zum Einsatz, welches dabei leuchtete. Der Sänger gab sich ganz dem Text hin und sang mit viel Emotion in der Stimme. Gelbe Lichtkegel wanderten dazu umher. Der Applaus war hiernach echt laut. Nachdem „Last day on Earth“ auch verklungen war, meinte der Frontmann: „Jetzt fängt der Spaß an.“ Und so stimmte das Trio ihren Hit „Another world“ an, was mit Begeisterungsstürmen aufgenommen wurde. Die Arme waren oben und auch die Herren von S.P.O.C.K, die an diesem Abend als Gast zugegen waren, feierten auf der Empore ausgelassen mit. Stefan wurde blau angeleuchtet und brüllte am Ende des Liedes die Textzeilen nur so raus – das machte irre Spaß! „Wir sind sehr geehrt, dass wir heute hier an diesem Abend hier spielen dürfen“, so Stefan. „Wir feiern auch 30 Jahre Mauerfall“, der sich ja genau an diesem Abend jährte. Dafür gab es viel Beifall und sogleich erklang „Daisy Cutter“, wobei auch E-Drums zum Einsatz kamen. Es wurde ausgelassen mitgeklatscht und das blieb auch bei „She cried“ so.

Beborn Beton

Stefan war irre gut drauf und tanzte mal am Bühnenrand oder aber er lief schnell von rechts nach links und zurück. Mit „Mantrap – a wish come true“ ging es so langsam „in die Endrunde“, auch wenn die Party nun gerade an ihrem ersten Höhepunkt angekommen war. Bei „Im Innern einer Frau“ rasteten die Fans schier aus, was die Musiker zu noch mehr Höchstleistung anspornte. Das Tanzen wurde immer ausgelassener – vor und auf der Stage. Die Zeilen von „Mantrap – the seduction“ sang Stefan wieder mit viel Hingabe und stellte sich und seine Kollegen namentlich vor. Jeder erhielt seinen Szenenapplaus und am Ende fiel der Sänger vor uns auf die Knie. „Ihr wart ein super Publikum.“ Noch ein letztes Mal hob Stefan zum Singen an und so kam „Dr. Channard“ zu seinen Ehren. Die E-Drumsticks leuchteten, was toll aussah und Stefans Stimme brach fast weg, so ergriffen war er von der wahnsinnigen Atmosphäre. Das war ein toller Schlusspunkt und mit einer Verbeugung und „Danke Berlin“ ging das Trio winkend von der Bühne. Danke können auch wir sagen – das war ein richtiges Party-Set und wir hatten viel Spaß.

Sono

Doch dann kam die Band, auf die ich mich persönlich am meisten gefreut hatte – Sono. Joke und Rick machten noch einmal kleine Späße und „was Seriöses“ kam dabei echt nicht rum – sehr witzig! Dann waren aber Florian, Martin und Lennart das Sagen. Florian und Martin nahmen Aufstellung an der Technik und Lennart griff gut gelaunt zum Mikrofon. Der Beat war richtig gut und alles drei tanzten zu „Somewhere beyond the sea“ direkt los – wie auch zahlreiche Zuschauer. Der Frontmann sah recht schick aus mit Hemd und Hosenträgern und er grinste übers ganze Gesicht. Mehrstimmiger Gesang und tolles Licht ließen die Stimmung schnell nach oben schnippen, während der Bass alles im Saal mitvibrieren ließ. Die Menge klatschte zu „Supersonic“ mit und tanzte recht ausgelassen. Auch Lennart ließ seine Hüften kreisen und hatte Spaß. Dann griff er zur Gitarre und begrüßte uns mit den Worten: „Nabend Berlin. Wir freuen uns sehr, hier zu sein.“ Auch berichtete er von ihrem letzten Berlin-Gig, bevor er schließlich „Let go“ anstimmte.

Sono

Der Sound wurde immer besser, so dass es echten Spaß machte. Die zweite Stimme von Martin und die Gitarre harmonierten bei „A new cage“ wahnsinnig toll, während Florian freudig vor sich hin lächelte. Mit einem „herzlichen Glückwunsch“ an die Gastgeber ging es im Anschluss weiter mit „Top of the world“. Niemand im Saal konnte sich den Sounds entziehen und so wurde getanzt oder mitgewippt. Auch Florian und Martin wippten im Gleichtakt mit, während ihre Hände kaum still hielten, weil sie an Tasten und Knöpfen gebraucht wurden. Dann wurden die beiden von hinten mit Scheinwerfern angestrahlt und so in Szene gesetzt, ließen sie „2000 guns“ erklingen, was bei den Fans für Begeisterung sorgte. Lennart hatte seine Freude an der guten Stimmung und gab echt alles. So auch mit „All those citylights“, wo im Publikum auch laut mitgesungen wurde. Lennart ließ seine Hüften kreisen und sang gemeinsam mit Martin – wahnsinnig schön.

Sono

Hiernach wies der Sänger darauf hin, dass auch Sono ein Jubiläum feiern wird – in 2020 gibt es Sono schon 20 Jahre und deswegen kommt eine Singles-Collection mit drei neuen Titeln auf den Markt. Eines davon ließen sie für uns erklingen und weil es erst das zweite Mal live war, war Lennart „echt nervös“. Als er schließlich den David Bowie-Klassiker „Space Oddity“ anstimmte, hatten nicht wenige Zuschauer Gänsehaut – ein echter Wahnsinns-Moment! Die Lichtshow rundete das Ganze noch ab – was ein Highlight! Wow! Der Beifall bewies, dass nicht nur ich so empfand – der Jubel war riesig und das machte die Band echt glücklich. Dann konnte aber wieder getanzt werden, denn „Flames get higher“ erklang. Die Arme waren oben und auch hier wurde leise mitgesungen. Es war mittlerweile sehr warm im Saal, denn alle Anwesenden tanzten ausgelassen und es war ja, wie bereits gesagt, ausverkauft. „Amplify“ ließ uns alle aber ein wenig Verschnaufen, war das Stück doch ein wenig ruhiger. Mit „Always something missing“ „von unserem zweiten Album“ hatten die Jungs auch ältere Stücke in petto. Überhaupt war auch hier der Mix aus Aktuellem und Alten sehr gelungen. Lennart spielte mit der Gitarre seine Kollegen an und zeigte, dass er echt Freude an dem hatte, was er da tat. Diese gute Laune spürte auch das Publikum und tanzte was das Zeug hielt. So auch bei „Perfect Harmony“, wo die Musiker sich untereinander etwas neckten. Hüpfen, springen und tanzten – das alles und dann auch noch singen – Lennart hatte eine gute Kondition und bewies mit „What you do“, dass er immer noch Reserven hatte.

Sono

Dabei grinste er schelmisch und freute sich über die Party im Saal. Er schnaufte kaum, obwohl er keine Sekunde stillstehen konnte – irre! In diesem Fulltime-Set ging es weiter mit „Cupid“ und „Blame“. Bei Letzterem rasteten auch die letzten im Publikum aus und tobten zu den Klängen. Rosa Lichtkegel strahlten umher und es wurde jede Textsilbe mitgegrölt. Mit einer tiefen Verbeugung bedankte sich der Sänger für all diesen Zuspruch. „Vielen Dank Berlin.“ Dann forderte er uns alle noch einem zum „Tanzen“ auf und ließ „Better“ erklingen. Auch hier sangen die Zuschauer ausgelassen und klatschten im Takt mit. „ Es ist wieder schön, hier zu sein.“ Und mit diesen Worten wurde das letzte Lied des Sets angestimmt. Zu „Keep control“ stellte der Sänger sich und seine Mitmusiker vor und als die Fans fast lauter als er sangen, rief er: „Berlin – ich liebe euch.“ Der Jubel war großartig und bei der letzten Verbeugung meinte die Band noch: „Danke an Solitary Experiments – auf die nächsten 25.“ Danke Sono – ihr wart grandios und ein echtes Highlight dieser Feierlichkeiten.

Solitary Experiments

Dann war es aber endlich mal Zeit, die Jubilare noch einmal auf die Bühne zu holen. Rick und Joke kamen ein letztes Mal in ihren dicken Mänteln hervor – trotz der Hitze. „Habt ihr dit jewußt? Die Mauer is gefallen.“ Jubel dafür. Und schließlich kündigten sie an, dass an diesem Abend die „silberne Hochzeit von Solitary Experiments“ gefeiert wird und wir alle zusammen gefälligst „die Hütte abreißen“ sollten. Zu einem Intro flogen wiederum Ballons durch den Saal und die Musiker kamen nach und nach heraus. Frank verschenkte direkt seine leuchteten Drumsticks an einen Fan in der ersten Reihe. Dennis begrüßte die Meute mit den Worten: „Hallo Berlin – wir sind wieder zurück. 25 Jahre – Teil 2.“ Dann ging es aber bei rosa Licht los mit „Odyssey of mind“. Dennis drosch auch auf eine kleine Trommel ein, die neben seinem Mikrofonständer stand. „Wir machen keine halben Sachen.“ Frank und Sebastian legten mächtig los und gaben den Takt zum Abtanzen an. Nach dem ersten Stück zogen die beiden Drummer schon wieder ihre Hemden aus und gaben zu „Every time“ alles. Der zweistimmige Gesang kam hier super an und es wurde im Takt mitgeklatscht. Dennis verkündete: „Es gibt nur ein Motto – Spaß haben.“ Es wurde gesprungen und getanzt und das Strobo-Licht zuckte wie wild umher. „Es wird hart, aber es wird geil – bis zum bitteren Ende.“ Das sagte der Sänger mit einem Grinsen im Gesicht und schon erklang „Trial and error“.

Solitary Experiments

Dabei lief er von links nach rechts und zurück, während seine Kollegen hinter ihren Instrumenten mitwippten. Bevor schließlich „A rush of ecstasy“ an der Reihe war, meinte Dennis: „Wir könnten drei Tage spielen, aber wir dachten, zwei reichen erstmal. Und dieser Song ist für alle, die nicht mehr hier sind.“ Alle tanzten – vor und auf der Bühne und Dennis sang mit echter Inbrunst. Wieder hatten sie 25 Songs für ihr Set vorbereitet und das nächste Stück war mit „Immortal“ direkt wieder eines der beliebtesten Stücke, wie an der Reaktion der Fans abzulesen war. Die Arme waren oben und die Party war voll in Fahrt. Blaue Lichtbalken strahlten zwischen den Musikern im Takt auf. „Gestern war schon geil – heute toppen wir das nochmal.“ Das war doch mal eine Ankündigung – die Zuschauer waren guter Dinge und feierten was das Zeug hielt. Mit „80ies music“ und „Beg your pardon“ ging es weiter. Der gut gelaunte Sänger meinte noch: „Ihr könnt auch schunkeln, wenn ihr wollt. Ich liebe diesen Scheiß…“ Die Mischung war auch an diesem Abend sehr bunt und so gab es mit „Darkness falls“ „was Älteres“ auf die Ohren. Die Drummer wurden von unten angeleuchtet und auch Dennis drosch wieder auf die kleine Trommel ein. Es wurde immer wärmer, wenn das überhaupt noch ging, aber trotzdem feierten alle ausgelassen – so auch zu „Die Zukunft“ – „sprechen Sie Deutsch?“.

Solitary Experiments

Alle Fans sangen lautstark mit und der zweistimmige Gesang von Micha und Dennis war auch nicht zu verachten. Es ging mächtig ab und die Jungs ließen uns kaum verschnaufen. Direkt im Anschluss kam „Crash & Burn“ zu seinen Ehren, wo Dennis schon fast besorgt war um sein Publikum, denn er meinte: „Übertreibt nicht.“ Als er dann aber mitbekam, dass alles in Ordnung sei, gab er grünes Licht: „Ich könnt jetzt Vollgas geben.“ Die Stimme der weiblichen Mitsängerin kam hier leider vom Band, was aber nichts machte. „Seppo, das ist dein Song.“ Mit diesem Spruch, an Drummer Sebastian gewandt, kündigte der Frontmann „Double Dealer“ an. Seine Stimme war wieder einmal extrem tief und die Massen tanzten zu den Sounds. Danach holte er aber mal tief Luft: „Vielen Dank an euch.“ Damit meinte er alle Bands, die hier als Gäste des Jubiläums dabei waren. Und: „Ich danke den Menschen dafür, die das möglich gemacht haben, dass wir alle heute hier sein können. Nicht sentimental werden.“ Dafür bekam er einen Extra-Applaus und schon erklang „Stars“, bei dem Frank und Sebastian wieder mit ausgebreiteten Armen starteten – ein tolles Bild. Es wurde nun wieder im Takt mitgeklatscht und laut mitgesungen. Dennis erhob die rechte Faust und wurde erneut von Funkenfontänen eingerahmt – sehr schick! Am Ende verbeugte er sich ergriffen, denn der Lärmpegel im Publikum hätte kaum lauter sein können. Dann kam „mal was Seltenes“ an die Reihe – die Rede ist von „Out in the rain“. Dieser ruhigere Song war „zum Durchatmen“ gedacht, was auch alle Anwesenden durchaus nötig hatten – es war echt heiß im Kesselhaus.

Solitary Experiments

Blaues Licht und Funkenfontänen machten das Stück zu einem Hingucker. Dennis verriet noch, dass der Text hierfür aus der Feder von Michael Stelzer stammte. Im Anschluss verriet der Sänger, dass er einst im Alter von 13 oder 14 Jahren festgelegt hat, dass er mal Musik machen wolle und dass er und Micha tatsächlich silberne Hochzeit feiern könnten als Gründungsmitglieder der Formation. „Für die Fans der ersten Stunde“ hatten sie dann „Miracle“ aus der Mottenkiste geholt, was mit viel Jubel bekundet wurde. Sein Gesang war wieder einmal durch einen Effekt verzerrt und er tanzte mit den Zuschauern im Nebel um die Wette. „Alt, aber geil“, so sein Kommentar zum Lied. Das Strobo-Licht verblitzte uns wieder einmal etwas die Augen, was schade war. Weiter ging es danach mit „Epiphany“ – einem „Mitmach-Song“. Die Hände waren im ganzen Saal oben und Dennis sang mit geschlossenen Augen. Funken schossen gen Saal-Decke und rotes Licht tauchte die Szenerie in eine besondere Stimmung. Der Applaus wollte kaum enden – „Wir haben die besten Fans der Welt.“ Bei „Do you feel?“ war Markus sehr auf seine Tasten konzentriert und auch der Rest der Musiker war voll in seinem Element, während die Scheinwerfer in rosa erstrahlten. Als nächstes gab es ein „Sonder Special“ – „Für Andy Dufte und der Band gewidmet“ wurde das Tears for Fears-Cover „Pale Shelter“ angestimmt. „Das sind die 80er.“

Solitary Experiments

Hier sangen die Fans natürlich auch mit, kannten die meisten Anwesenden das Stück doch aus ihrer Jugend. Und die Überraschungen nahmen kein Ende. Markus machte für „Steering wheel“ Platz an seinem Keyboard, damit sein Vorgänger Steve übernehmen konnte – „wir haben keine Kosten und Mühen gescheut“. Das Stück spielten sie dann „für Alex Uhlig“, dem der Track anscheinend viel bedeutete. Frank sprang beim Trommeln auf und ab und als der letzte Ton verklungen war, wurde Steve von all seinen ehemaligen Bandkollegen noch einmal gedrückt. Der Beifall, der ihn dann wieder von der Bühne begleitete war absolut herzlich und lautstark. Dann war Markus wieder da und es konnte mit „Delight“ im Set weitergehen – „dieser Song gehört zu uns, wie wir zu ihm“. Die Atmosphäre war grandios und Dennis meinte beeindruckt: „“Ihr seid der absolute Wahnsinn.“ Blaues Licht und rote Scheinwerferkegel rundeten das Lied optisch ab und am Schluss gab es wieder Funkenfontänen. Danach verriet der Frontmann, dass alles an diesem Abend aufgenommen wurde. Er bedankte sich beim Veranstalter, „dass die an uns geglaubt haben“, bei der Location, der Technik und den Technikern, bei allen befreundeten Bands, „um euch zu unterhalten“, und bei den Fans. „Nicht sentimental werden.“ „Wir machen das aus Spaß. Das ist unser Ventil vom Alltag.“ Mit diesen Worten waren die ersten Töne von „Brace yourself!“ zu hören und so wurden noch einmal zusammen Party gemacht. Im Anschluss verbeugten sich die Herren vor uns. „Genießt die Nacht – macht was draus.“ Die Discokugel über unseren Köpfen wurde gelb angestrahlt, so dass überall im Saal gelbe Lichtpunkte wie kleine Sterne zu sehen waren. „Dankeschön – gute Nacht.“ Das sollte das Ende sein – oder doch nicht?!

Solitary Experiments

Die Fans brüllten lauthals nach einer Zugabe – waren doch die versprochenen 25 Lieder noch nicht alle gespielt. Dennis kam schnell wieder nach vorn und seine Kollegen folgten ihm gut gelaunt. Bei „Wasteland“ wurde seine Stimme von einem Effekt verfremdet und er konnte wieder einmal nicht still stehen. Auch im Publikum gab es keinen Stillstand, denn Tanzen war bei allen angesagt. „Dieser Song ist aktueller denn je.“ Passend zu den Hemden der Jungs war auch das Licht in Rot gehalten. Frank stand aber mittlerweile mit freiem Oberkörper hinter seinen Drums, was besonders den weiblichen Fans gefiel. Dann gab es „Glory & Honour V2“ auf die Ohren – „alt, aber geil – wie wir.“ Die Drummer verausgabten sich regelrecht und auch Micha hatte seinen Spaß. Der zweistimmige Gesang klang super und die Arme waren oben. Der Jubel war wahrlich großartig. Als weitere Überraschung hatte die Band das Yazoo-Cover „Nobody’s diary“ in petto, wo getanzt und mitgesungen wurde. Es hätte nicht besser sein können. Doch dann zogen sich die Herren schon wieder zurück.

Solitary Experiments

So geht das aber nicht, dachte sich das Publikum und rief nach einer weiteren Zugabe. Die Bitte wurde auch sogleich erfüllt und so gab es „Wunschmusik“ auf die Ohren. Gemeint war hier „The edge of life“, wo Dennis mit ausgebreiteten Armen die geniale Stimmung genoss. Er sang mit ganzer Inbrunst und die Menge belohnte ihn mit anhaltendem Applaus. Und weil es gar nicht mehr besser gehen konnte, gab es dann „Game over“ für die Fans. Markus feierte voll ab und Micha konnte gar nicht mehr aufhören zu grinsen, wenn er nicht gerade den Text herausbrüllte. Weiße Lichtkegel zuckten zwischen den Jungs hin und her. Diese „Song über Egoisten“ musste echt noch sein, so Dennis. Bevor die Show dann zu Ende gehen sollte, fiel dem Sänger ein: „Ich hab was vergessen.“ Er bedankte sich noch bei „unseren Familien, dir uns all das erlauben. Nicht sentimental werden.“ Als „Rausschmeißer“ kam schließlich noch „Michas Lieblingsding“ zu seinen Ehren, zu dem „nochmal alle gepflegt ausrasten“ sollten. Die Rede war von „Rise and Fall“ und dieser Hexenkessel war absolut legendär. Was ein Abschluss! „Hat sich‘s gelohnt? Für uns schon. Ohne euch wären wir nichts.“ Mit diesen liebevollen Worten und einem Winken stand Dennis, umrahmt von den Funken, vor den Drums und verbeugte sich. Seine Kollegen gesellten sich zu ihm zu einer gemeinschaftlichen Verbeugung. Schnell zeigten sie noch eines der Geschenke, das sie zum Jubiläum bekommen hatten. Ein letztes Abschiedsfoto wurde mit den Fans geschossen und mit einem letzten „Vielen Dank“ wurde die Bühne geräumt.

Wieder übernahm der DJ des Abends für die Aftershow-Geburtstagsfeier. Die Stimmung war aufgeheizt und so wurde direkt weitergetanzt. Wir hatten aber all unsere Energie aufgebraucht und mussten dringend in unsere Hotelbetten. Wir hatten mächtig viel Spaß an diesen beiden Tagen. Alle Auftritte waren toll und die beiden Jubiläums-Sets von Solitary Experiments waren eine erfüllte Reise durch 25 Jahre Bandgeschichte. Wer nicht dabei war, hat wahrlich etwas verpasst, aber Dennis hatte ja schon verraten, dass alles für die Daheimgebliebenen mitgeschnitten wurde. Wir sind also gespannt. Auf die nächsten 25 Jahre – macht weiter so Jungs! Danke für alles!

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Autor: Scratchcat

Photos: Pyro

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