The 69 Eyes: 11.11.2016 Reithalle Dresden

Am 11.11.2016 haben die wundervollen The 69 Eyes zum Konzert in die Reithalle in Dresden geladen. Mit im Gepäck hatten die finnischen Rocker Vlad in Tears aus Italien. Bei eiskaltem Wetter, das nicht gerade dazu eingeladen hat, stundenlang anzustehen, machte sich euer Unart Team auf nach Dresden. Das lange Anstehen haben sich wohl auch die meisten Besucher ersparen wollen und so war bei unserer Ankunft noch keine allzu große Schlange vor der Halle.

Vlad in Tears

Nach kurzer Aufwärmphase in der Halle ging es dann auch pünktlich zur Prime Time um 20.15 Uhr los. Die Vorband Vlad in Tears war mir bisher eher von YouTube bekannt und konnte mich persönlich bisher nicht so richtig überzeugen. Umso mehr überraschten mich die Jungs mit ihrer energiegeladenen Show, die echt Spaß gemacht hat. Ungewohnt ruhig haben die vier das Konzert begonnen und als ersten Song eine Ballade gespielt. Wesentlich rockiger ging es dann mit „Feed on me“, dem zweiten Lied des Abends, weiter. Die Band um Sänger Kris war richtig gut drauf und hat das Publikum für sich gewinnen können. Spätestens ab der Ansage „Hallo Dresden, alles gut?“, welche auf Deutsch einstudiert wurde, waren auch die letzten im Raum überzeugt. Die obligatorische Coverversion eines großen Songs durfte auch nicht fehlen und so wurde „Wicked Game“ dem Publikum entgegen geschmettert. Die ungewöhnlich laute und rockige Version war ziemlich genial und hat richtig Spaß gemacht. Das war dann auch das Schlagwort für die gesamte Show. Die Jungs haben ihren Charme spielen lassen. Vor allem Bassist Dario hat immer wieder die Nähe zum Publikum gesucht und damit auch für einen kleinen Schreckmoment für die Mädels in der ersten Reihe gesorgt. Als er seinen Bass beiseite stellte und andeutete Crowd surfen zu wollen, sind die vorwiegend weiblichen Fans etwas blass geworden. Aber scheinbar war die Angst vor blauen Flecken dann doch höher und so wurden die Fans verschont und Dario blieb brav auf der Bühne stehen. Mit dem letzten Song „Burn inside“ war diese tolle Show dann auch vorbei und die vier Italiener haben eine grandiose Vorlage hingelegt. Danke dafür!

The 69 Eyes

Dann kamen endlich The 69 Eyes auf die Bühne und starteten ihre Show mit dem älteren Song „Framed in Blood“. Die Mischung aus älteren und neueren Stücken zog sich durch das komplette Programm des finnischen Quintetts und gab damit einen guten Einblick in die musikalische Entwicklung der Formation. So liegen deren Wurzeln ja eher im melancholischen Gothic Rock und hat sich inzwischen eher zu einer Mischung aus Rock´n´Roll und Psycho Punk entwickelt. Schnellere, lautere Gitarren stehen nun eher im Vordergrund – aber natürlich auch die charismatische, unverwechselbare Stimme von Sänger Jyrki 69. Diese Veränderung macht sich auch rein optisch bemerkbar – war vor ein paar Jahren noch die lange, schwarze Mähne angesagt, stehen nun Lederklamotten und hochgestylte Frisuren hoch im Programm. Passend zur Elvis-Tolle legte Jyrki bereits beim zweiten Song „Miss Pastis“ eine Tanzeinlage ala Presley hin. Die Stimmung im Saal war super, die Fans konnten jeden Song mitgröhlen und haben ihre Lieblinge gefeiert. Die gute Stimmung kam nicht zuletzt auch von der Bühne. Die Interaktion mit dem Publikum war super – da wurde direkter Blickkontakt gesucht, ein Lächeln verschenkt und mit kleinen Gesten gezeigt, dass sich die Musiker ihrer Fans bewusst waren und die Begeisterung aufgefallen ist. Auch Ansagen wie „The 69 eyes rising Gothic girls“ kamen gut an – sowie das darauf folgende tolle Gitarrensolo. Alles in allem kann die Show nur als heiß bezeichnet werden, was nicht nur an der Band und der Musik an sich lag, sondern auch an den inzwischen tropischen Temperaturen, die vor allem auf der Bühne unter den heißen Scheinwerfern geherrscht haben müssen. Ein Moment der zeigte, wie wichtig einem Teil der Finnen das Styling ist – während sich Gitarrist Timo-Timo und Bassist Archzie nach und nach der schweren Lederklamotte entledigten und lieber nur im Shirt spielten, hielt Sänger Jyrki eisern an zugezogener Lederklamotte fest, selbst die coole Sonnenbrille wurde nicht abgesetzt, obwohl diese immer wieder selbst die Flucht ergreifen wollte und im verschwitzten Gesicht nicht halten mochte. Seinem Gesang hat das zum Glück keinen Abbruch getan. Die düstere, unglaublich tiefe Stimme hat für den einen oder anderen Gänsehautmoment gesorgt. Zum Finale gab es dann mit „Brandon Lee“ wieder einen älteren Hit und nach den dazugehörigen Zugaben verabschiedeten sich The 69 Eyes von Dresden und haben glückliche Fans hinterlassen.

Ein toller Abend mit einigen Überraschungen und unerwartet neuen Erlebnissen ging zu Ende. Es bleibt nur, Danke zu sagen und sich auf das nächste Mal zu freuen. Wir sehen uns!

Autor: Nicky

Photos: Chrounos

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