VI. E-Only Festival: 13.02.2016 Altes Stadtbad Leipzig

Das Alte Stadtbad Leipzig war am 13.02.2016 wieder ein besonderer Treffpunkt für das E-Only Festival 2016, das wieder ein großes Programm zu bieten hatte. Das teilweise schon restaurierte Stadtbad, mit seinem imposanten fertigen linken Flügel, ist schon eine beachtliche Kulisse für ein Event, egal ob Bankett oder eben ein gelungenes Indoor-Festival der EBM und Electro-Szene. An diesem Tag legten Holger Troisch und Leipzig wieder ein klares Statement auf den Tanzboden – nämlich, dass Leipzig auch im Jahr des 25ten WGT ein Zentrum für Kultur, Szene und Musik ist. Bereits früh sammelten sich die ersten Besucher vor den Eingangstüren, um an diesem Abend sieben Bands die Bühne rocken zu sehen.

Nova-Spes
Nova-Spes

Ausreichend geheizt war gleich zu Beginn die Halle gut gefüllt, um mit NOVA-SPES als Einsteiger den Abend beginnen zu lassen. Die sächsische Band aus der Synthie-Pop-Richtung hatte es als Opener an so einem Abend sicher nicht einfach, aber Sänger Matthias Hübner gestaltete seinen Auftritt eben auf seine Weise: Mit klaren Ansagen gegen Rassismus in seinen Texten und zusätzlich medial durch zwei große Videoleinwände. Das war sicher etwas Anderes, aber das macht doch eben auch das Neue aus. Schnell war die Verflechtung in seiner Musik mit visuellen Medien zu merken und dass dies eben auch eine große Rolle für ihn persönlich spielt. Neben der Ankündigung, dass am 18.03. sein neues Album „A Dog And His Boy“ in den Läden stehen wird, bekam auch sein Sohn zum Ende hin noch eine Ehrenrolle im passenden Abschlussvideo. Alles in allem eine etwas andere Art der Musik, aber ihr solltet euch unbedingt ein paar Lieder und wenn möglich passende Videos einmal anschauen und die Band auf euch wirken lassen.

Angels & Agony
Angels & Agony

Der Abend war kurz und die Bandliste noch lang, also ging es nach sehr kurzer Pause ohne große Umschweife mit der niederländischen Band Angels & Agony weiter. Die kurzen Pausen haben sicher ihre guten und schlechten Seiten. Der Stimmung haben sie allerdings gut getan, denn sie stieg kontinuierlich an. Reinier Kahle und Marco van Belle konnten mit ihrem Industrial-Futurepop gut an ihre Vorband anschließen und schienen sofort ihre Anhänger im Publikum zu finden. Sicher, seit ihrer letzten Veröffentlichung sind schon ein paar Jahre ins Land gezogen, aber das spielte an diesem Abend keine Rolle. Auch der, wie ich finde, besondere Auftritt soll unbedingt erwähnt werden! Gestylt, mit Hut und Top in Form gebrachtem Bart legte Reinier Kahle sofort auf der Bühne los und das gefiel. Lieder wie „Horizon“ oder „Burn“ aus dem 2015 Album „Monument“ fanden ihre Liebhaber und so gab es keine ruhige Minute auf der Bühne. Nach dem doch etwas ruhigeren Beginn, genau das Richtige.

Absolute Body Control
Absolute Body Control

Weiter ging es mit der belgischen Minimal-Formation Absolute Body Control. Sicher ist, dass die beiden alten Hasen ihren festen Platz in der Szene haben. Seit 1979 sind sie nun schon unterwegs und haben eben ihre eigene Art Minimal-Elektro auszuleben. Das bedeutete Nebel, Spot-Lights und Bewegung auf der Bühne. Den Fans gefiel es auf jeden Fall.

EzionogA
EzionogA

Nun war es Zeit für EzionogA. Viele hatten schon im Vorfeld überlegt, wie sie denn die Band einordnen müssten und auch Insider haben nicht viel verraten. Aber der Hinweis: Es wird wohl kein Kunstblut geben, half dann doch dem einen oder anderen das Puzzle zusammenzusetzen und die Vorfreude steigen zu lassen. Das gut gefüllte Stadtbad, wurde nun noch voller. Für einige im Saal war EzionogA wohl der bessere Einstieg von Uhrzeit und LineUp. Wenig Licht auf der Bühne, Chris L. in den Spot gesetzt und im Hintergrund das markante Bild des Stadtbad Leipzig, das hatte schon was und ließ die Stimmung steigen. Wenn nicht schon beim ersten Lied, war nach dem Fallen der Maske jedem klar, wer denn dort oben stand und Chris wurde mit Jubel belohnt. Lange hielt es ihn auch nicht auf der Bühne und die Wellenbrecher wurden quasi spontan als neues Podest umfunktioniert. Seine Nähe zum Publikum ist bekannt und sorgte dafür, dass die gute Laune für den heutigen Abend auch beim letzten Gast angekommen war. EzionogA hatte alles dabei – Klassiker, Neues und auch schon bekannten Coversong „I was made for loving you“ von KISS. Dieser mag vielleicht nicht jeden Geschmack getroffen haben, aber alles in allem war es eine gelungene Show.

Solitary Experiments
Solitary Experiments

Die Hälfte des Abend war leider schon vorbei, doch das spielte keine Rolle – Solitary Experiments stand auf dem Programm und wie aus den Reihen des Publikums zu sehen war, war die Formation sicher auch einer der Favoriten des Abends. Mit bekanntem Bühnenauftreten lieferten sie eine ausgewogene Show. Nicht zuletzt war ihnen auch der Spaß am Event und die Freude, wieder in Leipzig zu sein, deutlich anzusehen. Da für Solitary Experiments dieses Jahr das Jahr der Festivals ist, war seit dem E-Only auch klar, dass sie Leipzig nicht lange fern bleiben und zum NCN mit Freude wieder dabei sein werden. Toll gemacht Jungs!

Nachtmahr
Nachtmahr

Langsam näherten wir uns dem Finale und Nachtmahr betrat die Bühne. Über Facebook hatte die Band schon vorab ihre Fans gefragt, was sie denn an diesem Abend hören wollten und ließen eine LineUp-Abstimmung laufen. Schnell zeigte sich, dass überwiegend Klassiker gewünscht wurden – eben Songs, mit denen viele auch Nachtmahr in Verbindung bringen. Egal ob „Mädchen in Uniform“, welche natürlich auch mit auf der Bühne waren, oder dem eigenen „Nachtmahr“-Song, der seit Wien lange nicht mehr zu hören war – so gab es eine ausgewogene Mischung. Ab und an vermisste ich die Begeisterung der Bühnenmitspieler etwas, aber dennoch zeigten Thomas Rainer und Nachtmahr eine schöne Show und verkündeten stolz den Titelsong „Kampfbereit“ des kommenden gleichnamigen Albums, welches ab dem 01.04.2016 beim Händler stehen wird.

Suicide Commando
Suicide Commando

Der Abschluss des Abends war Suicide Commando, die schon vorab bekannt gaben, dass es ein Vintage-LineUp geben wird. Die Geschmäcker sind wie bekannt verschieden, dies war dann leider auch etwas im Stadtbad zu merken. Viele Klassiker und Stücke aus der Anfangszeit waren zu hören, trafen aber nicht jeden Geschmack, worauf sich die Halle etwas lichtete. Aber mit einer schicken Bar im Eingangsbereich und der geplanten AfterShow-Party, gab es gute Alternativen.

Abschließend können wir sagen – eine tolle Location, ein großes LineUp und ein guter Mix aus alten und neue Songs. Wir freuen uns schon auf 2017, für das bereits die ersten Bands im Alten Stadtbad Leipzig feststehen.

Autor & Photos: Chrounos

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