VNV Nation: Open Air 2018 14.07.2018 Wasserschloss Klaffenbach Chemnitz

Das Wasserschloss in Klaffenbach bei Chemnitz ist als Konzertlocation immer wieder einen Besuch wert. Als sich am 14.07.2018 VNV Nation eben diesen Ort für einen musikalischen Abend auserkoren hatten, waren wir selbstverständlich mit von der Partie.

Absurd Minds

Wir kamen pünktlich zum Einlass an und auch schnell in den tollen Innenhof des Wasserschlosses. Der Abend war ausverkauft und bald war der Platz vor der großen Bühne gut gefüllt. Alle warteten auf die „Special guests“, die auf den Tickets angekündigt waren. Und dann eben diese als Vorband hervor – es waren die Herren von Absurd Minds aus Dresden. Es war warm, die Sonne schien noch und wir wurden von Frontmann Stefan mit einem knappen „Hallo Chemnitz“ begrüßt. Der Bass bei „Eternal witness“ war einfach brachial und klang so gar nicht gut. Auch sonst war der Sound eher ein kompletter Brei – wie überaus schade! „Wir sind ganz happy, dass wir VNV Nation supporten dürfen“, so der Sänger. Weiter ging es mit „Countdown“, wo Drummer Timo immer wieder die Augen schloss. Stefan lief auf der Stage hin und her und die zweite Stimme von Keyboarder Nick war leider kaum zu hören – das Soundproblem hielt leider weiterhin an und wurde auch bis zum Ende des Gigs nur minimal besser. Das war irgendwie voll daneben! Die Band bekam davon wohl nichts mit und direkt in den ersten Reihen war es wohl besser, denn da ging etwas die Post ab. Die Fans klatschten mit. Zu „I’m dying alone“ waren dann die Arme oben und Nick und Stefan hatten am vorderen Bühnenrand ihre Freude. Keyboarder Tilo dagegen schaute die ganze Zeit über nur auf seine Tasten und schien wahnsinnig konzentriert. Weil es für Feuerzeuge und dergleichen noch „zu hell“ war, wurden zu „Interconnectedness“ einfach wieder die Hände erhoben und einzelne Zuschauer tanzten.

Absurd Minds

Dann kam zum Track „A Man Received the Answer“ ein Gitarrist mit auf die Bühne – „echte Instrumente“ bei einer Elektroformation – dessen Klänge auch nur hin und wieder richtig abgemischt zu vernehmen waren – ich kann es nicht anders sagen – der Sound war hier wirklich alles andere als schön! Deswegen sprang der Funke von den Musikern auch nur bedingt auf die Zuschauer über – nur einzelne Fans machten ihre Party für sich. Mehrere ruhige Lieder folgten, die auch nur wenig dazu betrugen, die Stimmung mehr in Gang zu bekommen. Als „For those who love“ „vom aktuellen Album“ an der Reihe war, dröhnte der Bass so arg, dass ich ihn schmerzhaft am eigenen Kehlkopf spürte. Stimmlich klang Stefan hier wie Peter Spilles zu alten Project Pitchfork-Zeiten. Die Musiker hatten ihren Spaß und versuchten immer wieder mit Sprüchen für gute Laune zu sorgen. Auch stellten sie einmal die Frage „Auf was habt ihr Lust?“ und dem folgte dann „Brainwash“. Allmählich sank die Sonne hinter der Bühne und die Lichtshow wirkte allmählich immer besser. Nick und Stefan wechselten immer wieder ihre Standorte und grinsten sich gegenseitig an – so auch bei „Dependence“. Hier wurde wieder etwas mitgeklatscht – „Danke dafür“. Und dann war die Setlist schon am Ende. Mit einem letzten Song verabschiedete sich die Band, wünschte uns noch „viel Spaß bei VNV Nation“ und eine gemeinsame Verbeugung bildete ein gutes Abschlussbild. Die Jungs haben sich echt Mühe gegeben, für Stimmung zu sorgen, aber der Klang hat überhaupt nicht überzeugen können – mehr als schade!

VNV Nation

Dann wurde umgebaut und alle um mich herum hofften, dass es nun besser werden würde für die Ohren. Die Musiker kamen hervor und Jubel brandete auf in der Menge. Dann erschien auch Frontmann Ronan Harris auf der Bildfläche mit den Worten: „Einen wunderschönen guten Abend Sachsen“. Er strahlte übers ganze Gesicht und auch die Zuschauer sahen zufrieden aus – vor allem, als „Retaliate“ erklang und es wirklich gut klang. Die Keyboarder und der neue Drummer der Formation wurden von unten angestrahlt, während Ronan am Bühnenrand immer wieder von links nach rechts lief und zurück. „Wir werden soviel Spaß haben.“ Er sollte damit Recht behalten. Zu „Sentinel“ waren die Arme oben und es wurde im Takt mitgeklatscht. Nicht nur die Fans begannen, das Tanzbein zu schwingen, auch der Sänger legte eine flotte Sohle aufs Parkett. Rote und weiße Lichtstrahlen wanderten hierzu über die Stage, was toll wirkte. Der irische Frontmann war extrem gut drauf und sprach immer wieder einzelne Zuschauer direkt an mit flotten Sprüchen oder er begrüßte Freunde im Publikum. Auch ein kleiner Texthänger, weil er so lachen musste, machte gar nichts – die gute Laune schwang sich immer weiter zu Höhepunkten auf. Ein Heißluftballon flog über das Wasserschloss hinweg und forderte weitere Begeisterungsstürme zu Tage – „was für ´ne Laune hier“. Irgendwie passte zu dem schwebenden Ballon dann der Track „Space & Time“, wo es ordentlich abging. Fast jeder in der Menge bewegte sich zu den Klängen und es wurde lautstark mitgesungen. Die Lichtstimmung war hier in rot und blau gehalten und am Ende stand Ronan in einem Lichtstern in der Mitte. Den Jubel hierzu dirigiert der Sänger dann auch noch mit seinem „Stop-Go“-Spielchen.

VNV Nation

Er poste außerdem für die Fotografen und schließlich sagte er „Testament“ an. Im Anschluss war es Zeit für eine kurze Verschnaufpause – mit „Carbon“ wurde eine Ballade gespielt. Ronan stand in der Mitte an seinem Mikrofonständer und blaue und grüne Lichter hüllten ihn ein. Hier dröhnte der Bass wieder etwas lauter – schade – aber ansonsten war der Sound in Ordnung. Danach ging es mit „Epicentre“ wieder in die Vollen und auch die Keyboarder hatten ihren Spaß. Der Drummer ließ sogar die Haare im Takt fliegen. „Das ist hier kein Chill Out Festival – Bewegung“, solche und andere Sprüche sorgten für Lacher und Partylaune. Und dazu passend kramte die Formation ihren Klassiker „Joy“ hervor – „jetzt ein bisschen Oldschool“. Der Hall in Ronans Stimme am Ende kam hier besonders gut an bei den Fans. Und wem es noch nicht wild genug war, für den kam dann „Chrome“ zu seinen Ehren und nun war auch der letzte vom Tanzfieber gepackt. Der Sänger war so beeindruckt und verbeugte sich am Ende des Tracks. „Nemesis“ wurde lauthals mitgegrölt und blaue Lichter tanzten im Takt mit, bevor es mit „Illusion“ wiederum etwas ruhiger wurde für den Moment. Hier waren viele kuschelnde Pärchen zu sehen, die den Klang mit geschlossenen Augen genossen. Auch Ronan schloss hier immer wieder seine Augen beim Singen. Die Arme waren oben und die Fans sangen ebenfalls mit. „Forever“ wurde angestimmt – „das muss ab und zu mal gespielt werden“ und der Frontmann stand mit breiten Armen da, während er für seine tobende Zuhörerschaft alles gab. Auch hier war die Lichtshow ein wahrer Hingucker. „Eine besondere Location, besonderes Publikum, alles wunderbar!“ Mit diesem Lob leitete Ronan über zu „Homeward“, wo der Drummer wiederum rot und weiß angestrahlt wurde. Einzelne Töne hielt der Sänger hier so lang, dass die Fans beeindruckt applaudierten. Und immer mehr Kracher hatten die Herren mit im Gepäck – wie etwa „Gratitude“, wo Ronan am Ende Kusshände in die Menge warf. Immer wieder wurde im Takt mitgeklatscht und „move it people“ heizte den Tanzenden nur noch mehr ein – so geschehen auch zu „Everything“. Das Licht erstrahlte hierzu in lila und grün. „Ihr seid großartig“ – das Kompliment kann ich nur zurückgeben. Der Himmel schien auch Gefallen an der Darbietung zu haben, denn gerade als „Farthest star“ erklang, war am Firmament der erste Stern der Nacht zu sehen – ein toller Moment! Ronan stand kaum einen Moment still und lief mal hierhin und dann wieder dahin – unermüdlich gab er wahrlich alles. Es folgte „jetzt was Romantisches“ – ja, von wegen. Oder empfindet ihr die treibenden Beats von „Control“ etwa als sehr romantisch? Die Fans sprangen im Takt herum, grölten den Text mit und auch Ronan hüpfte, während sein Drummer bangend spielte. Das war echt ein Höhepunkt und hiernach verschwanden die Musiker auf einmal mit einem knappen „Dankeschön!“.

VNV Nation

Der Jubel und der Beifall ebbten nicht ab und so kam Ronan wieder nach vorn – nur seine Kollegen ließen auf sich warten – „We lost a kid“. Als dann alle wieder an ihrem Platz waren, kündigte der Frontmann ihre neue CD „Noire“ an, die im Herbst dann auch mit einer Tour gefeiert wird. Das sorgte gleich noch einmal für Begeisterungsstürme. „Es ist eine Ehre, heute Abend für euch zu spielen!“ Mit „Nova“ ging es gleich wieder auf den Gipfel des Stimmungsberges. Überall leuchtete Feuerzeuge und Handys auf, es wurde mitgesungen und der Sänger filmte die Szenerie mit dem eigenen Handy mit, so begeistert war er. Und dann kamen wir noch in den Genuss, eines der neuen Stücke von der kommenden Scheibe zu hören – „Ich bin ein bisschen nervös“. Wenn ich den Titel richtig verstanden habe, heißt der Track „Armour“ und Ronan hatten Tränen in den Augen, weil die Klänge absolut frenetisch bejubelt wurden. Die „Premiere“ war also absolut geglückt! Hiernach wurde es wieder älter, denn „Resolution“ wollte auch mal wieder gespielt werden.

Diese Sounds begleiteten uns dann aber zu unserem Auto – wir überließen den Fans das Feld und fuhren glücklich und zufrieden nach Hause. Der Sound beim Hauptact des Abends hatte alle Gute-Laune-Einbußen beim Support wieder wettgemacht – zum Glück! VNV Nation sind eben ein Garant für Party und diverse Tanzlektionen. Danke dafür und bis zum nächsten Mal!

Autor: Scratchcat

Photos: Pyro

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